Giuseppe Catozzella Sag nicht, dass du Angst hast

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Inhaltsangabe zu „Sag nicht, dass du Angst hast“ von Giuseppe Catozzella

Sie kam als Letzte ins Ziel, und doch ging ihr Foto um die Welt. Millionen waren während der Olympischen Spiele 2008 von der kleinen somalischen Läuferin Samia und ihrem eisernen Willen gerührt. Doch nur wenige wissen, dass die junge Frau danach in ihrer vom Bürgerkrieg zerrissenen Heimat keine Unterstützung mehr erhielt und sich auf die lange illegale Reise nach Europa machte. Ihre Odyssee fand 2012 vor Lampedusa ein tragisches Ende. Der italienische Journalist Giuseppe Catozzella hat Samias Geschichte recherchiert und mit ihrer in Finnland lebenden Schwester lange Gespräche geführt. In einer einfachen und emotional berührenden Sprache lässt er Samias Welt entstehen und gibt der verschollenen jungen Frau eine Stimme.

Eine meiner beeindruckendsten und nachhaltigsten Leseerfahrung. Zwischenzeitlich dachte ich, ich halte es nicht aus, ... absolut bewegend.

— Nane72
Nane72

Dieses Buch hat mich zu Tränen gerührt.

— terkina
terkina

Sehr berührend und spannend. Man fiebert bis zum Ende mit und erfährt nebenbei noch Eindrücke über das Leben in Somalia. Empfehlenswert!

— Erdbeer-Lucie
Erdbeer-Lucie

Eine biografische und anrührende Geschichte, die uns nicht die Augen vor der Wirklichkeit verschließen sollte.

— BookfantasyXY
BookfantasyXY

Echt berührend

— RosaSarah
RosaSarah

Samias Geschichte hat das geschafft, was die wenigsten vermögen: Sie arbeitet in mir nach, lässt mich nicht los: Ein außerordentliches Buch!

— MIRA
MIRA

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  • Eine wahre Geschichte, die sehr schmerzt und bewegt

    Sag nicht, dass du Angst hast
    Nane72

    Nane72

    08. February 2017 um 21:07

    Die Geschichte von Samia, die über ihre Begeisterung zum Laufen versucht, die Grenzen ihres Alltags im unterdrückten Somalia zu überwinden. Ihr Mut, ihr Durchhaltevermögen, ihr Kampf gegen Ungerechtigkeit - ein bewegendes Buch, eine leider wahre Geschichte, wie sie tausendfach passiert. 

  • Unglaubliche Geschichte...

    Sag nicht, dass du Angst hast
    terkina

    terkina

    16. October 2015 um 10:41

    Dieses Buch erzählt aus dem Leben von Samia. Einer somalischen Läuferin, die bei den omlympischen Spielen in Peking antreten durfte. Als sie in ihrer vom Bürgerkrieg zerrissenen Heimat keine Unterstützung mehr erhält, flüchtet sie nach Addis Abeba. Doch wegen fehlender Papiere lässt der äthiopische Leichtathletikverband sie nicht trainieren. Daher macht sie sich wie viele Tausend andere auf die lange illegale Reise nach Europa. Ihre Odyssee findet 2012 vor Lampedusa ein tragisches Ende. Das Buch hat mich sehr berührt. Es handelt sich hier nicht um ein sachliches Buch sondern erzählt aus der Sicht Samias. Gerade dadurch werden die Erzählungen lebendig und man bekommt ein Gefühl dafür, wie bedrückend und einengend das Leben des Mädchens sein muss. Gerade momentan hört man jeden Tag in den Nachrichten von Flüchtlingen die während ihrer "Reise" zu Tode gekommen sind. Allerdings sind das für uns häufig nur Zahlen oder Statistiken. Hier erfahren wir das komplette Schicksal eines Mädchens, eines von vielen.

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  • Das Meer ....

    Sag nicht, dass du Angst hast
    gsimak

    gsimak

    01. April 2015 um 22:23

    Meine Meinung Wie oft habe ich schon von dieser Thematik gehört?  Menschen, die auf der Flucht sind und ihr Leben im Mittelmeer lassen. In den Medien kommt ja viel. Meist hab ich es nach ein paar Minuten wieder vergessen. Das geht in diesem Fall aber nicht. Ich hab die Bekanntschaft mit Samia gemacht. Guiseppe Catozella hat mir Samias Geschichte erzählt ..... Schon als kleines Mädchen hatte die Somalierin immer den Drang zum Laufen. Zielstrebig hat das kleine Mädchen mit ihrem besten Freund Ali ihre Runden gedreht. Das war nicht leicht! Somalia steckte mitten im Bürgerkrieg. Beim Laufen mussten die Beiden darauf acht geben, auf keine Minen zu treten. Mit den Milizen war auch nicht zu spaßen. Ein Gewehr war schnell im Einsatz. Es spielte keine Rolle, dass es sich oft um Kinder handelte. Trotz der verheerenden Umstände, war Samia ein glückliches Mädchen. Ihren Vater fand ich einfach nur toll. Er hat seinen Kindern die Entscheidung gelassen, wie sie leben wollen. Auch Vorurteile waren ihm fremd. Normalerweise durfte Aabe mit seinem besten Freund nicht befreundet sein ...... Besonders Samia hat er unterstützt. Er hat sie, in ihrem Glauben eine gute Läuferin zu werden, immer bestärkt. Als er ihr ein paar neue Turnschuhe und ein weißes Stirnband geschenkt hatte, machte er aus Samia das glücklichste Mädchen der Welt. Sie schaffte es auch tatsächlich bis nach China zur Olympiade  ....... Ich fand die Familie so richtig zum Wohlfühlen. Ihre Schwester Hodan beglückte die Familie mit ihrem Gesang. Die Beziehung zu Somia war besonders innig. Ein gemeines Verbrechen hat der Familie viel Leid zugefügt ..... Das Buch ist wahnsinnig schön geschrieben; jedoch auch unheimlich traurig. Was Samia mitmachen musste, hätte für mehrere Leben gereicht. Ihre Flucht in ein besseres Leben war mehr als menschenunwürdig. Mit 20 Jahren hatte sie versucht nach Italien zu flüchten. Eigentlich hatte sie es fast geschafft ..... Fazit Ein Buch, dass man unbedingt gelesen haben sollte. Samias Geschichte ist mir unheimlich nahe gegangen. Mit ihrem Ehrgeiz hätte sie es bestimmt weit gebracht, wenn ihr nicht so viele Steine in den Weg gelegt worden wären.Man bekommt eine ganz andere Sichtweise zu Flüchtlingen. In Europa sehen wir ja leider immer nur die Umstände, die Flüchtlinge machen. Integrationsprobleme, Sprachschwierigkeiten und der Kostenfaktor sind in aller Munde. Das sind ja auch Probleme; jedoch wird uns selten bewusst, was diese Menschen für einen Leidensweg hinter sich haben.Beim Lesen ging mir oft durch den Kopf, dass dieses Drama nur eins von Tausenden ist. Samia hatte ein entbehrungsreiches und trotzdem glückliches Leben. Familie wird in Somalia groß geschrieben.  Mein Lieblingszitat aus dem Buch, als Samia ihren Vater einmal fragte, warum er sich nie beklage >>Wer jammert, will nur nicht ändern, woran er keine Freude hat<<. Dieses Zitat hat mir das Gefühl gegeben, dass auch die Menschen in Somalia erfolgreich im Verdrängen sind: >>Irgendeiner starb eben immer, irgend ein anderer hinterließ Eltern, Kinder Verwandte und Freunde. Aber plötzlich waren wir selber die anderen und der Tod holte sich seine ganze Bedeutung zurück ...... <<. Wer zuviel jammert, hat dieses Buch noch nicht gelesen. Der hatte nie ein Verbot an´s Meer zu gehen. Der musste nie beim Laufen darauf achten, von einer Mine zerfetzt zu werden. Wenn ich ich wieder mal am Nörgeln bin, werde ich ein paar Seiten von diesem Buch lesen. Danke Guiseppe Catozella  Cover, Schreibstil und Thema verdienen nur eins: 5 Sterne

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  • Bewegende Geschichte einer Flucht

    Sag nicht, dass du Angst hast
    Carlali

    Carlali

    10. February 2015 um 12:10

    Ich erinnere mich noch gut an die Olympischen Spiele 2008 und das Bild der jungen Läuferin, welches um die Welt ging. Sie war damals 10 Sekunden nach allen anderen Läufern ins Ziel gekommen-, was für Läufer einer Ewigkeit gleich kommt. Mehr wusste ich nicht über diese junge Sportlerin und hatte bis vor Kurzem auch nicht von Ihrem Tod vor Lampedusa gehört. Doch dieses Buch sollte alles ändern. Es schildert die Geschichte der somalischen Läuferin Samia Yusuf Omar, welche in der Nähe von Mogadischu aufwächst, dort schon als junges Mädchen erste Wettläufe gewinnt, schließlich bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking startet und nach ihrer Rückkehr nach Somalia versucht aus ihrem Land zu fliehen. Das Buch ist in der "Ich-Perspektive" geschrieben. Dies lässt die Figur der Samia noch realer Erscheinen und als Leser kann man sich dadurch noch intensiver mit ihrer Situation in einem kriegserschütterten Land auseinandersetzen. Dabei wird die Kriegssituation und die Herrschaft der Al-Shabaab mit den mit ihr einhergehenden Beschränkungen eingehend und sehr plastisch beschrieben. Mir hat dieses Buch insgesamt sehr gut gefallen. Gerade aufgrund des flüssigen und persönlichen Erzählstils und aufgrund der Tatsache, dass diese Geschichte auf einer wahren Persönlichkeit beruht, war ich fasziniert.  Auch hat es mir wieder bewusst gemacht, wie gut es uns in Deutschland geht, und wie glücklich ich mich schätzen kann, hier zu leben. Allein die Tatsache einen Personalausweis zu besitzen, werde ich nach diesem Buch wohl nie mehr für selbstverständlich halten. Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der sich mit der Flüchtlingsproblematik anhand eines Beispiels auseinandersetzen möchte.  Es ist ein Buch, welches seinen Leser zum Nachdenken bringt und was man so schnell nicht vergisst.  Ich würde mir wünschen, dass es auf die Bestsellerlisten kommt, damit es erneut auf die Flüchtlingsproblematik aufmerksam macht!

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  • Ein literarisches Meisterwerk

    Sag nicht, dass du Angst hast
    Lrvtcb

    Lrvtcb

    24. September 2014 um 11:36

    Sie kam als Letzte ins Ziel, und doch ging ihr Foto um die Welt. Millionen waren während der Olympischen Spiele 2008 von der kleinen somalischen Läuferin Samia und ihrem eisernen Willen gerührt. Doch nur wenige wissen, dass die junge Frau danach in ihrer vom Bürgerkrieg zerrissenen Heimat keine Unterstützung mehr erhielt und sich auf die lange illegale Reise nach Europa machte, die in 2012 vor Lampedusa ein tragisches Ende fand. Giuseppe Catozzella erzählt aus der Ich-Perspektive die Geschichte der Läuferin Samia Yusuf Omar. Sie beginnt mit Samias Kindheit in ihrem Dorf in Somalia und erzählt, wie sie ihre Leidenschaft für das Laufen entdeckt. Mit vielen Details erfährt der Leser, wie es ist, in Somalia im Krieg aufzuwachsen. Es ist faszinierend, mit wie vielen Wertvorstellungen Samia aufwächst und wie glücklich sie ist, wenn sie laufen kann, obwohl sie sonst nicht sehr viel im Leben hat. Es wird ein sehr starker Kontrast zu dem Leben in Europa beschrieben, wodurch ich noch viel mehr Sympathie und Bewunderung für Samie und ihren Kampfwillen entwickelt habe. Als Leser erfährt man sehr genau, wie sich Samia fühlt und bekommt jede Entwicklung von ihr mit – besonders auf der Reise nach Europa. Sie möchte unbedingt laufen und gewinnen, aber vergisst dabei nie das Wohl ihrer Familie und Freunde. Es ist ein sehr trauriges Schicksal, was ihr widerfährt, daher ist es umso bewundernswerter, dass sie bis zum Ende an ihrem Ziel Olympiasiegerin zu werden, an ihren Träumen und an ihrem Lebenswillen festhält. Von Anfang an kennt man zwar das Ende, aber wie das Buch dann genau endet fand ich trotzdem auf eine Art und Weise wunderschön und sehr traurig. Auch wenn das Ende den Tod bedeutet, ist es viel schöner beschrieben. Es ist nicht so, dass man dann das Buch zuklappt und sich denkt, sie ist gestorben - ja und? Es ist viel eher so, dass man das Buch zuklappt, aber in Gedanken noch bei der Geschichte ist. Von Anfang an mochte ich das Buch und bin nun nach dem Ende sehr traurig, dass Samia nie die Möglichkeit hatte oder haben wird ihre Träume in Erfüllung gehen zu lassen. Literarisch ist das Buch – meiner Meinung nach – ein echtes Meisterwerk und sollte auf jede Wunschliste.

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  • Ein biografisch erzählter Roman

    Sag nicht, dass du Angst hast
    BookfantasyXY

    BookfantasyXY

    22. September 2014 um 10:37

    Der Buchtitel Sag nicht, dass du Angst hast ist der Leitsatz des Vaters der Protagonistin Samia in diesem Roman. Dieser Roman beginnt in der Zeit als Samia und der Nachbarjunge und beste Freund Ali acht Jahre alt sind. Samia und Ali leben mit ihren Familien im selben Haus in der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Ali wächst mit zwei Brüdern und seinem Vater auf. Samia wohnt mit ihrem Vater Yusuf Omar, ihrer Mutter Hooyo, ihren Schwestern Hodan, Ubah und Hamdi sowie ihren Brüdern zusammen. Hodan ist Samias Lieblingschwester, die sie bis zum Schluss ihres Lebens sogar aus der Ferne begleitet. Alis Vater und Samias Vater kommen aus zwei verschiedenen Clans, die eigentlich zerstritten sind. Da aber die Väter sich seit Kindertagen kennen, und immer befreundet waren, leben sie zusammen unter einem Dach, und helfen sich gegenseitig während des somalischen Bürgerkrieges. Samia und Ali verbringen fast jede freie Minute zusammen auf dem Hof, manchmal am Meer - obwohl es verboten ist - und im Kooni-Stadion. Samia hat ein Talent: sie kann schnell laufen und gewinnt als schnellstes Mädchen Somalias bei einem Lauf in Nord-Somalia. Ali ist anfangs auch mitgelaufen, aber irgendwann wird er ihr Trainer bis er eines Tages das Haus verlassen muss, weil seine Familie verfolgt wird. Ab dem Zeitpunkt ist Samia auf sich alleine gestellt, und ihr Traum Athletin und die schnelleste Frau Somalias zu werden, verliert sie nicht aus ihren Augen. Samia wird entdeckt - auch wenn es aus politischen  Gründen nicht immer einfach für sie ist - und nimmt an Wettkämpfen in Dschibouti, Äthiopien und sogar bei den Olympischen Spielen in China 2008 teil. Sie zwar in China nicht die Schnellste, aber ihr Traum geht weiter: sie möchte 2012 unbedingt in London an den Olympischen Spielen teilnehmen. Aber um in London teilnehmen zu können, muss sie ihr Land verlassen, obwohl sie ihrem Vater vor seinem Tod versprochen hat, in ihrem Land für die Freiheit zu kämpfen. Zeige keine Angst vor dem Krieg und den Milizen, die das Volk schikanieren. Diesen Ratschlag trägt Samia immer bei sich. Nachdem ihre Schwester Hodan das Land verlassen hat, sieht Samia keinen anderen Ausweg, als ihre Zukunft in Europa aufzubauen. Eine lange Reise von Somalia, über Äthiopien, den Sudan, Libyen im Zeitraum von gut zwölf Monaten nimmt Samia auf sich. Ob sie je in London ankommt? Giuseppe Catozzella hat einen berührenden und chronologischen Roman geschrieben, der auf eine wahre Geschichte beruht. Anhand von Gesprächen mit Samias Schwester, die mittlerweile in Skandinavien lebt, hat der Autor diesen Roman im Rückblick geschrieben, was anhand der historischen Präsens aus der Ich-Perspektive Samias zu erkennen ist. Beeindruckend sind die engen Familienverhältnisse mit ihrer Herzlichkeit, Fürsorge und Liebe zwischen den Eltern und Kindern und zwischen den Kindern, zumindest in Samias Familie. Samias Willenskraft und Optimismus auf der einen Seite, und die Rückschläge bei der Verwirklichung ihres Traumes auf der andereren Seite wurde von Giuseppe Catozzella wunderbar beschrieben, und hinterlässt keine überzogenen Sentimentalitäten. In Alis Familie treten Konflikte auf, die u.a. mit dem Bürgerkrieg in Somalia im Zusammenhang stehen. Als Leserin erhält man zum einen Eindrücke des Alltags und der Kriegswirren in Somalia, und zum anderen beschreibt der Autor Samias Flucht von Somalia nach Europa, die ihre Schwester Hodan ebenso durchgemacht hat. Ich denke, der Autor hat ein kleines Denkmal gesetzt für viele Flüchtlinge, die es geschafft haben aus Afrika nach Europa zu kommen, um ihr Glück auf ein besseres Leben zu versuchen; aber eben auch ein Denkmal für diejenigen, die ihr Ziel nicht erreichen konnten. Dieser Roman ist eine Mischung aus Sachlichkeit, Nüchternheit, Emotionalität und Biografie, der das seit vielen Monaten aktuelle Thema Flucht beschreibt. Die Medien berichten immer wieder, dass Flüchtlingsboote mit Überlebenden und Nicht-Überlebenden an der Grenze zu Europa ankommen. In diesem Roman bekommt man einen Eindruck, was es bedeutet, seine Heimat zu verlassen, freiwillig oder unfreiwillig. Da ich mich mehrere Jahre mit einem anderen Land am Horn von Afrika bechäftigt habe, und das Land selbst und ihre Bevölkerung kennenlernen konnte, kamen mir beim Lesen die eine oder andere Begebenheit vertraut vor.

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  • Bewegendes Schicksal einer starken Kämpferin

    Sag nicht, dass du Angst hast
    lovelywords

    lovelywords

    21. September 2014 um 22:59

    Dieses Buch basiert auf dem Leben der somalischen Athletin Samia Yusuf Omar, die 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking teilnahm. Giuseppe Catozzella zeigt uns mit dieser Geschichte den Mut und die Willenskraft eines Mädchens, welches in den grausamen Krieg ihres Landes hineingeboren ist und alles dafür tut diesen zu beenden und Somalia in den Frieden und in die Freiheit zu führen. Der wunderschöne, leichte Schreibstil Catozzellas führt uns von Samias Kindheit,mit all ihren schlechten, aber auch guten Erinnerungen, über ihren athletischen Höhepunkt, den Olympischen Spielen, hin zu ihrer Flucht nach Europa. Hierbei formt sich ein schreckliches Bild der Grausamkeiten dieser Flucht, die für viele Menschen Realität ist. Samia macht sich unter dramatischen und strapaziösen Umständen auf den Weg nach Italien und kämpft ununterbrochen mit sich selbst, versucht sich daran zu erinnern wer sie ist, versucht ihren Mut und ihren Lebenswillen aufrechtzuerhalten und versucht keine Angst zu haben. Bewegender Roman eines bewegenden Schicksals. 

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  • Ein Geschichte, die erzählt werden musste: Catozzella gibt Samia eine Stimme

    Sag nicht, dass du Angst hast
    MIRA

    MIRA

    08. September 2014 um 19:04

    Wie muss es sich angefühlt haben, eine Geschichte aufzuschreiben, Wort für Wort, Zeile für Zeile, die so voller Hoffnung ist? Eine Geschichte, deren trauriges und unveränderliches Ende dennoch von Beginn an feststand. Wie wird es sich anfühlen, die Geschichte des hoffnungsvollen Mädchens zu lesen? Mit dem Wissen, dass ihre Hoffnung dazu verurteilt ist, zu sterben. Wie muss sich für das hoffnungsvolle Mädchen wohl genau dieser Moment angefühlt haben? Die Sekunde, in der ihr bewusst wurde, dass alles umsonst gewesen ist. Als ihre Hoffnung auf ein besseres Leben schwand. Als sie langsam unterging. Und nichts zurückblieb. Nicht einmal sie selbst. Die Geschichte “Sag nicht, dass du Angst hast”, von Giuseppe Catozzella führt unweigerlich dazu, dass sich der Leser Fragen stellt. Nicht nur jene, die ich gerade genannt habe. Noch viele weitere. Und das ist nicht verwunderlich. Aus Sicht vieler Bewohner der “Feste Europas”, jenes sicheren, so verheißungsvollen Fleckchen Erde, sind die Dramen, die sich vor ihren Mauern abspielen, ein großes Fragezeichen. Zwar hören wir in den Nachrichten von den vielen Glücklosen, die im Mittelmeer ihr Ende finden, kurz vor dem vermeintlich sicheren Hafen. Aber was wissen wir wirklich über diese Menschen? Was wissen wir über den Hintergrund ihrer Flucht? Was wissen wir über die Situation in ihren Heimatländern? Was wissen wir über ihre Ängste, ihr Strapazen, ihre Hoffnungen? Was wissen wir darüber, was sie alles riskiert haben für die Aussicht auf ein besseren Leben? Die Antwort ist kurz: Wenn überhaupt, wissen wir wenig, so gut wie nichts. Und genau das will Guiseppe Catozzella mit seinem Roman “Sag nicht, dass du Angst hast” ändern. Das Außerordentliche an dem Buch besteht darin, dass er die Flüchtlingsthematik nicht in einer Dokumentation aufarbeitet, die Fakten an Fakten reiht, sondern als Darstellungsform einen Roman gewählt hat: Einen Roman, erzählt aus der Ich-Perspektive. Damit schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe. Catozzella gibt den Lesern die Möglichkeit, sich mit der Geschichte zu identifizieren, sie nachzuempfinden. Er durchbricht die sichere Distanz, die Dokumentationen anhaftet und verzichtet auf den “gehobenen Zeigerfinger”, der sich in mach Sozialreportage zu nachdrücklich auf die Leser richtet. Und noch wichtiger: Mithilfe des Romans gibt Catozzella seiner Protagonistin Samia und allen anderen namenlosen Flüchtlingen ein Gesicht und eine Stimme. In “Sag nicht, dass du Angst hast” erzählt der italienische Journalist die Lebensgeschichte der jungen Somalierin Samia, die Zeit ihres Lebens gekämpft hat: Nämlich dafür, ihrer Bestimmung zu folgen und zu laufen. Als Samia 2008 bei den Olympischen Spielen angetreten ist, ging ihr Gesicht um die Welt. Denn was hätte sich besser geeignet, um die westlichen Gemüter anzurühren, als das Märchen von der kleinen Läuferin aus dem Krisenland, dünn wir ein Ast, die die Herzen im Sturm eroberte, als sie als letzte ins Ziel gelaufen kam. Samia hatte schon damals keine Chance zu gewinnen. Wie sollte sie auch – ohne professionelles Training, ohne Muskelmasse, ohne vernünftige Ernährung, ohne Perspektive. Und auch später, als es nicht nur um den Sieg bei einem Sportwettbewerb, sondern um ein besseres Leben ging, war sie so gut wie chancenlos. Dennoch wollte sie ihr Schicksal nicht hinnehmen. Die “kleine Kriegerin” hat den weiten Weg auf sich genommen, um ihren Traum zu verwirklichen: Sie wollte laufen, sie wollte leben, frei von Zwängen, und hat letztlich dafür ihr Leben gegeben. Eingangs habe ich gefragt, wie es sich wohl anfühlen würde, über sie zu lesen. Über das hoffnungsvolle Mädchen, dessen Träume am Schluss mit ihr selbst untergingen. Insgesamt, so weiß ich heute, Tage nach Ende der Lektüre, war es seltsam bereichernd. Denn Samias Geschichte hat das geschafft, was die wenigsten vermögen: Sie arbeitet in mir nach, lässt mich nicht los. Ich erzähle viel über dieses Buch, denke immer wieder daran. Bin froh über die neue Perspektive, die ich gewonnen habe: Einen Blick auf das mir so fremde Somalia und dessen Menschen. Einen Blick auf deren Alltag, die ausgelassenen und fröhlichen Stunden, die immer weniger wurden. Einen Blick auf das so tapfere, Mädchen, das wahrlich den Beinamen “kleine Kriegerin” verdient. Natürlich war die Lektüre auch traurig und aufwühlend. Vor allem das letzte Drittel des Romans, die monatelange Flucht, von einem Ort zum nächsten. Das ständige Warten. Die Enge. Die Verzweiflung. Das Schwinden der Hoffnung. Der Teil, in dem Samia sich nicht mehr als Mensch fühlte. In dem sie ihre Würde, ihre Rechte verlor, der Willkür der Schlepper völlig ausgeliefert war. Doch es war wichtig, auch diesen dunklen Teil gelesen zu haben, der dem Autor eine schriftstellerische Höchstleistung abverlangte. Denn er gibt Einblick in eine Realität, vor der wir die Augen nicht verschließen sollten. Ich bin froh, dass Guiseppe Catozzella sich dafür entschieden hat die Geschichte von Samia Yusuf Omar zu recherchieren, auch wenn die Arbeit an diesem Roman sicherlich nicht einfach war. Sie hat sich mehr als gelohnt. Schon 2008 bei den Olympischen Spielen konnte das dünne, somalische Mädchen, das kein Mitleid wollte, die Menschen vor ihren Fernsehgeräten bezaubern. Und das tut sie wieder – in diesem Buch. Ihr kurzer Ausflug ins Blitzlichtgewitter konnte ihr Schicksal nicht ändern. Aber zumindest lenkt es – hier festgehalten – die Aufmerksamkeit auf jene Namenlosen, die noch immer Tag für Tag vor Europa stranden. www.scriba-ich.schreibe.de

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