Giuseppe Gracia

 3.3 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Das therapeutische Kalifat, Der Abschied und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Giuseppe Gracia

Cover des Buches Das therapeutische Kalifat (ISBN:9783038481591)

Das therapeutische Kalifat

 (1)
Erschienen am 01.09.2018
Cover des Buches Kippzustand (ISBN:9783312003075)

Kippzustand

 (1)
Erschienen am 29.07.2002
Cover des Buches Der Abschied (ISBN:9783990184004)

Der Abschied

 (1)
Erschienen am 10.04.2017
Cover des Buches Santinis Frau (ISBN:9783250600879)

Santinis Frau

 (1)
Erschienen am 01.02.2006

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Rezension zu "Das therapeutische Kalifat" von Giuseppe Gracia

"Meinungsdiktatur im Namen des Fortschritts"
R_Mantheyvor 8 Monaten

Immer wieder liest oder hört man, die Bürger seien "ängstlich" oder "verunsichert". Nicht etwa wütend oder einfach nur anderer Meinung. Und die Politik muss sich auch nicht ändern, sie muss dem Bürger nur besser erklärt werden. Der renitente Bürger wird als Fall für politische Therapeuten betrachtet. Ein politisches Mandat gilt nicht als ein Auftrag, den Willen des Wählers durchzusetzen, sondern als ein Erziehungsauftrag. Man muss dem Bürger auf den richtigen Weg verhelfen.

Giuseppe Gracia schafft es, auf knapp 60 Seiten diesen übergriffigen therapeutischen Ansatz präzise in seine Einzelteile zu zerlegen. Danach wird es leichter fallen, solche Manipulationsversuche zu erkennen und zu verstehen.

Ein wichtiges Handwerkzeug sind dabei sogenannte Narrative, also erzählerische Interpretationen der Wirklichkeit. Man kann das in jeder Nachrichtensendung wunderbar verfolgen. Eine Nachricht wird nicht mehr neutral verkündet, sondern mit einer redaktionellen Einschätzung versehen, die nicht selten die Wirklichkeit völlig verzerrt. So wurden beispielsweise im Herbst 2015 stets Frauen und Kinder gezeigt, wenn es um die endlosen Flüchtlingskolonnen ging. In Wirklichkeit waren es vorwiegend junge Männer, die nach Europa kamen. Nur die Wenigsten von ihnen waren politisch verfolgt. Dennoch wurde gerade dieses Narrativ im Rahmen der Berichterstattung gewählt. Fakten, die nicht ins gewählte Narrativ passen werden weggelassen.

Garcia nennt diese Methode, also das massenmediale Interpretieren von Ereignissen, "das Machtinstrument" der Therapeuten. Einen tatsächlichen öffentlichen Meinungspluralismus gibt es inzwischen nicht mehr. Man darf den gängigen Narrativen nicht mehr ungestraft widersprechen. In diese Methodik passt sich die sogenannte politische Korrektheit natürlich herrlich ein, schließlich war sie der erste Brückenkopf der modernen Moralapostel.

Neben einer hervorragend kurzen und präzisen Beschreibung dieses Therapieansatzes vermittelt Garcia auch Methoden, um sich gegen eine solche Vereinnahme zu wehren. Und schließlich findet man am Ende des Textes auch voller Ironie Verhaltensregeln und Narrative, die einen als "guten" Menschen outen, sowie Warnungen, welche Dinge man besser nicht sagen sollte, will man nicht als reaktionärer Typ dastehen.

Hilfreich und lustig zugleich.

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