Giuseppe Tomasi di Lampedusa

 4.1 Sterne bei 47 Bewertungen
Autor von Der Leopard, Der Gattopardo und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Giuseppe Tomasi di Lampedusa

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Der Leopard

Der Leopard

 (27)
Erschienen am 01.03.1984
Der Gattopardo

Der Gattopardo

 (17)
Erschienen am 01.12.2005
Die Sirene

Die Sirene

 (2)
Erschienen am 01.05.2005
Ein Literat auf Reisen

Ein Literat auf Reisen

 (1)
Erschienen am 11.01.2011
Die Sirene: Erzählungen (German Edition)

Die Sirene: Erzählungen (German Edition)

 (0)
Erschienen am 02.05.2017

Neue Rezensionen zu Giuseppe Tomasi di Lampedusa

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Rezension zu "Ein Literat auf Reisen" von Giuseppe Tomasi di Lampedusa

Eine Reise durch das Europa der goldenen 20iger
Valabevor 2 Jahren

"Das eigentliche Resultat einer Schweizerreise besteht viel eher darin, eine Strecke durch die Zeit als durch den Raum zurückzulegen. Man lebt im Vorkriegseuropa, im gemütlichen Europa von 1913. Das Brot ist weiß, luftig, weich und goldbraun gebacken ... wie es einst war." Brief von Giuseppe Tomasi di Lampedusa aus Zürich an seine Gattin in Palermo.

„Ein Literat auf Reisen“ führt den Leser zurück in die 20iger Jahre des 20. Jahrhunderts. In die Gassen von London, die Straßen von Paris und auf die Scala von Mailand. Hinein in das Berlin kurz vor Beginn des II. Weltkrieges und Abstecher nach Litauen und die Schweiz. In einem Reisezeitraum von 5 Jahren zwischen 1925 und 1930. Er beschreibt in seinen Briefen die Gegend, durch die er reist, das Essen, was er genießt und die Menschen, die er trifft. Er beschreibt sich selbst als Monstrum. Ein Monstrum, welches Wissen inhaliert, scharfzüngige Konversation führt und auch leiblichen Genüssen nicht abgeneigt ist.

 Die Briefe sind nahezu durchgehend in der dritten Person, dem Monstrum, geschrieben und wurden postum im Nachlass von Guiseppe Tomasi gefunden. Sie wurden im Original auf Französisch verfasst, und enthalten viele familiäre Details und Personen, die für den Leser im ersten Moment nur schwer nachvollziehbar sind. Im Anhang des Buches findet sich daher ein Glossar über jeden der von ihm verfassten Briefe, der den Leser über wichtige Personen, Verwandte und politische Ereignisse der damaligen Zeit aufklärt. Zuweilen ist das ständige Blättern in den Anhang etwas störend für den Lesefluss, da nahezu jeder Brief gespickt ist mit unbekannten Personen. Ebenso ist der Schreibstil sehr opulent gehalten und enthält viele, im heutigen Sprachgebrauch kaum mehr genutzte, Wörter, wodurch man als Leser mitunter nicht umhin kommt ein Nachschlagewerk zu Rate zu ziehen. Dennoch enthalten die Briefe einen Wortwitz, der dem scharfzüngigen Monstrum ebenbürtig ist. Nicht zuletzt wegen seiner regelmäßigen Beschwerden über seine doch gar schreibmüde Verwandtschaft.

Zu den einzelnen Jahren seiner Reise sind immer wieder begleitend Fotografien aus diese Zeit beigelegt, die die Städte zeigen, wie man sie heute nicht mehr kennt. Nachdem die Briefe für eine lange Zeit als verloren galten, werden sie heute in der Bibliothek di via Senato in Mailand aufbewahrt.

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Rezension zu "Der Gattopardo" von Giuseppe Tomasi di Lampedusa

Rezension zu "Der Gattopardo" von Giuseppe Tomasi di Lampedusa
Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren

Die auf Sizilien lebende Familie Salina ist ein altes Adelsgeschlecht, seit Jahrhunderten mit Macht und Reichtum gesegnet. Doch der Aufstand Garibaldis beginnt die Verhältnisse zu ändern. Don Fabrizio, das Oberhaupt der Familie, sieht sich zwischen den Fronten gefangen und muss plötzlich politische Entscheidungen treffen, obwohl er lieber im hemischen Observatorium die Sterne beobachten würde. Um die Zukunft der Salinas zu retten, beginnt man die Annäherung an das gemeine Volk, Fabrizios Neffe heiratet eine Tochter bürgerlicher Herrkunft, die schöne Angelica. Von der Gegenwart der jungen Dame zwar revitalisiert, kann sich der alternde Fürst dennoch nicht durchringen, an der Tagespolitik des neuen Italien teilzunehmen; das Schicksal der Sizilianer sei, für immer, fremdbeherrscht zu sein. Mit der schwindenden Macht des Adels verlässt den Fürsten auch die Lust am Leben.
Der Gattopardo, einziger Roman Giuseppe Tomasi di Lapedusas, ist die fiktionalisierte Familiengeschichte des Autors. Heute zählt sie zu den wohl berühmtesten Erzählungen Italiens, ein Erfolg, den der Schöpfer leider nicht mehr erlebt hat. Kunstvoll und fassbar schildert er das Sizilien des 19. Jahrhunderts, die Hitze des Sommers, die bäuerliche Bevölkerung und die alten Adelspaläste. Nicht nur im Hinblick auf Hintergrund und Handlung, sondern auch sprachlich wird sich der eine oder andere wohl an Thomas Manns Die Buddenbrooks erinnert fühlen. Ähnlich gekonnt ist dieser Roman verfasst; Lampedusas Sätze sind verschnörkelt und ausschweifend, nie aber unverständlich. Schnell fühlt man sich in der wackelnden Kutsche, auf der staubigen Straße, beim festlichen Essen oder in der bescheidenen Behausung eines Mönchs. Auch thematisch vermag der Roman zu überzeugen. Verfall ist ein zentrales Thema, sein Kommen ist für den Leser wie auch für Don Fabrizio sichtbar, bleibt aber, letzten Endes durch eigenes Verschulden, unausweichlich. Jene Selbstaufgabe ist es, die Lampedusa an den Sizilianern kritisiert und damit dem Gattopardo eine über die Mittelmeerinsel hinausreichende Bedeutung verleiht. "Wenn wir wollen, daß alles bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, daß alles sich verändert", ist der wohl am häufigsten zitierte Satz des Buches.
Schade ist der frühe Tod des Autors, der bis zuletzt immer wieder an seinem Werk gearbeitet hatte. So wirkt auch das Ende des Romans zum Teil sprunghaft; es ist sicherlich nicht komplett abwegig anzunehmen, dass Lampedusa hier noch das ein oder andere Kapitel eingefügt hätte. Die vorliegende Fassung bleibt damit mehr die Geschichte eines Mannes, als ein wirkliches Familienporträt, wie es z.B. die schon erwähnten Buddenbrooks sind.
Nichtsdestotrotz ist Der Gattopardo große Literatur, ohne dabei übermäßig kompliziert zu sein. Auch für Leser, die um diese Art Roman normalerweise einen Bogen machen, sicher aber für Italien begeistern können, sei dieses Buch empfohlen; das typische Flair strömt förmlich zwischen den Zeilen hervor. Es bleibt also ein großartiges Werk und ein wenig Wehmut, dass ein derart begabter Autor nicht noch mehr geschrieben hat.
Der Gattopardo ist große Literatur bleibt aber

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S

Rezension zu "Der Leopard" von Giuseppe Tomasi di Lampedusa

Rezension zu "Der Leopard" von Giuseppe Tomasi di Lampedusa
skatilevor 8 Jahren

Nicht ganz einfach zu lesen aber sehr lohnenswert

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