Giuseppe Tomasi di Lampedusa Der Gattopardo

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Inhaltsangabe zu „Der Gattopardo“ von Giuseppe Tomasi di Lampedusa

Voll wehmütiger Skepsis beobachtet Don Fabrizio, Fürst von Salina, den Beginn eines neuen Zeitalters – verkörpert durch seinen geliebten Neffen Tancredi und die verführerische Angelica, die ihre bürgerliche Herkunft für immer hinter sich lassen will. Das Meisterwerk des großen Erzählers um Tradition, Aufbruch und Leidenschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert. Jetzt liegt der um zwei Fragmente vervollständigte Text in einer kraftvollen neuen Übersetzung vor.

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  • Rezension zu "Der Gattopardo" von Giuseppe Tomasi di Lampedusa

    Der Gattopardo
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. May 2012 um 16:21

    Die auf Sizilien lebende Familie Salina ist ein altes Adelsgeschlecht, seit Jahrhunderten mit Macht und Reichtum gesegnet. Doch der Aufstand Garibaldis beginnt die Verhältnisse zu ändern. Don Fabrizio, das Oberhaupt der Familie, sieht sich zwischen den Fronten gefangen und muss plötzlich politische Entscheidungen treffen, obwohl er lieber im hemischen Observatorium die Sterne beobachten würde. Um die Zukunft der Salinas zu retten, beginnt man die Annäherung an das gemeine Volk, Fabrizios Neffe heiratet eine Tochter bürgerlicher Herrkunft, die schöne Angelica. Von der Gegenwart der jungen Dame zwar revitalisiert, kann sich der alternde Fürst dennoch nicht durchringen, an der Tagespolitik des neuen Italien teilzunehmen; das Schicksal der Sizilianer sei, für immer, fremdbeherrscht zu sein. Mit der schwindenden Macht des Adels verlässt den Fürsten auch die Lust am Leben. Der Gattopardo, einziger Roman Giuseppe Tomasi di Lapedusas, ist die fiktionalisierte Familiengeschichte des Autors. Heute zählt sie zu den wohl berühmtesten Erzählungen Italiens, ein Erfolg, den der Schöpfer leider nicht mehr erlebt hat. Kunstvoll und fassbar schildert er das Sizilien des 19. Jahrhunderts, die Hitze des Sommers, die bäuerliche Bevölkerung und die alten Adelspaläste. Nicht nur im Hinblick auf Hintergrund und Handlung, sondern auch sprachlich wird sich der eine oder andere wohl an Thomas Manns Die Buddenbrooks erinnert fühlen. Ähnlich gekonnt ist dieser Roman verfasst; Lampedusas Sätze sind verschnörkelt und ausschweifend, nie aber unverständlich. Schnell fühlt man sich in der wackelnden Kutsche, auf der staubigen Straße, beim festlichen Essen oder in der bescheidenen Behausung eines Mönchs. Auch thematisch vermag der Roman zu überzeugen. Verfall ist ein zentrales Thema, sein Kommen ist für den Leser wie auch für Don Fabrizio sichtbar, bleibt aber, letzten Endes durch eigenes Verschulden, unausweichlich. Jene Selbstaufgabe ist es, die Lampedusa an den Sizilianern kritisiert und damit dem Gattopardo eine über die Mittelmeerinsel hinausreichende Bedeutung verleiht. "Wenn wir wollen, daß alles bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, daß alles sich verändert", ist der wohl am häufigsten zitierte Satz des Buches. Schade ist der frühe Tod des Autors, der bis zuletzt immer wieder an seinem Werk gearbeitet hatte. So wirkt auch das Ende des Romans zum Teil sprunghaft; es ist sicherlich nicht komplett abwegig anzunehmen, dass Lampedusa hier noch das ein oder andere Kapitel eingefügt hätte. Die vorliegende Fassung bleibt damit mehr die Geschichte eines Mannes, als ein wirkliches Familienporträt, wie es z.B. die schon erwähnten Buddenbrooks sind. Nichtsdestotrotz ist Der Gattopardo große Literatur, ohne dabei übermäßig kompliziert zu sein. Auch für Leser, die um diese Art Roman normalerweise einen Bogen machen, sicher aber für Italien begeistern können, sei dieses Buch empfohlen; das typische Flair strömt förmlich zwischen den Zeilen hervor. Es bleibt also ein großartiges Werk und ein wenig Wehmut, dass ein derart begabter Autor nicht noch mehr geschrieben hat. Der Gattopardo ist große Literatur bleibt aber

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  • Rezension zu "Der Gattopardo" von Giuseppe Tomasi di Lampedusa

    Der Gattopardo
    Wolfgang237

    Wolfgang237

    29. December 2009 um 10:13

    Mir hat der der Satz: "Wenn alles beim Alten bleiben soll, dann muss alles sich ändern" immer gut gefallen. Mit Hilfe von "Dr. Google" habe ich vor ca. 6 Jahren herausgefunden, dass es dieses Zitat in dieser Form nicht gibt, aber, dass in einem Roman von Giuseppe Tomasi die Lampedusa eine der Hauptfiguren, Tancredi, als Sendbote der Umwälzungen, sagt: "Wenn wir nicht auch dabei sind, bescheren die uns die Republik. Wenn alles so bleiben soll, wie es ist, muss sich alles ändern. Habe ich mich deutlich ausgedrückt?" Ich habe mich dann weiter für Lampedusa interessiert und herausgefunden, dass sein einziger Roman "Der Leopard" 1958 nach seinem Tod erschienen ist. Er ist am 23.7.1957 gestorben – an diesem Tag wurde ich geboren … Das Lesen des Leoparden war dann natürlich eine Pflicht für mich – ich bin aber am antiquierten Stiel der damals existierenden Übersetzung von Charlotte Birnbaum gescheitert und habe die Geschichte der Familie Salina zuerst in der großartigen Verfilmung von Luchino Visconti kennen gelernt. Kurz danach ist eine Neuübersetzung des Romans von Gio Waeckerlin Induni, unter dem Titel "Der Gattopardo" erschienen. Dieses Buch habe ich dann mit großem Vergnügen gelesen, auch wenn ich mit manchen Namen aus der italienischen Geschichte nicht gleich etwas anfangen konnte. Beim Lesen dieser Übersetzung ist mir dann auch aufgefallen, dass manches in der 1959 erschienen deutschen Fassung nicht nur antiquiert, sondern falsch übersetzt ist, z.B. der Titel: Gattopardo bedeutet nicht Leopard sondern ist der italienische Namen für den Pardelluchs oder den Ozelot. Den Titel Gattopardo hat Lampedusa offensichtlich nicht in zoologischer Unkenntnis, sondern sehr bewusst gewählt. Das Wappentier der Salinas ist zwar der Leopard, die in Europa beheimateten Gattopardo unterscheiden sich von den Leoparden u.a. dadurch, dass sie wegen ihres verknöcherten Zungenbeins nicht mehr brüllen können. Könnte da nicht das Oberhaupt der Familie Salina gemeint sein … ?

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