Glen Arnold Die größten Investoren aller Zeiten

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Inhaltsangabe zu „Die größten Investoren aller Zeiten“ von Glen Arnold

"Die größten Investoren aller Zeiten"– was genau macht sie eigentlich zu dem, was sie sind? Und wie kann der Durchschnittsinvestor von den Erfahrungen dieser Koryphäen profitieren? Diesen Fragen geht Glen Arnold in seinem Buch nach. Und sein Konzept überzeugt. Es gelingt ihm, die spezifischen Stärken von Buffett, Soros und Co herauszuarbeiten, ohne die Schwächen unter den Teppich zu kehren. Und er arbeitet dort die feinen Unterschiede heraus, wo andere Autoren alles in einen Topf werfen. So entstehen lebendige und fundierte Porträts der erfolg- und einflussreichsten Börsengurus des 20. und 21. Jahrhunderts. Die auch für Laien verständliche Darstellung ermöglicht es dem Kleinanleger, in den Fußstapfen der "Großen" zu wandeln und zeitlos gültige Strategien für das eigene Portfolio umzuSetzen.

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    Die größten Investoren aller Zeiten
    R_Manthey

    R_Manthey

    17. July 2015 um 15:25

    Im Original heißt dieses Buch THE GREAT INVESTORS - LESSONS ON INVESTING FROM MASTER TRADERS und enthält einige Lehren mehr als die verkürzte deutsche Ausgabe. Denn während die deutsche Übersetzung sich nur mit Benjamin Graham, Warren Buffett und Charles Munger, George Soros sowie Peter Lynch befasst und sie gleich zu den größten Investoren aller Zeiten kürt, findet man im Original noch Kapitel über Philip Fisher, Sir John Templeton, John Neff und Anthony Bolton. Nach welchen Kriterien die deutschen Herausgeber ihre Größen-Rangfolge aufstellten, bleibt darüber hinaus ihr Geheimnis, denn Graham gehört, gemessen am Ergebnis seiner Investitionen, garantiert nicht zu den erfolgreichsten Geldvermehrern aller Zeiten. Sein Einfluss insbesondere auf Buffett bleibt jedoch unbestritten, ebenso die Wirkung seiner zwei Bücher. Dem Autor geht es jedoch überhaupt nicht um irgendwelche ominösen Rangfolgen, sondern nur um die Lehren, die man aus dem Schaffen der in seinem Buch porträtierten Menschen ziehen könnte. Im Vorwort nennt er die Gemeinsamkeiten, die die vier Investoren auszeichnen. Das sind: (1) Das Unternehmen sollte im Fokus der Analyse stehen, nicht das Wertpapier, (2) Man muss seine Hausaufgaben machen, (3) Man muss seine Emotionen kontrollieren, (4) Man muss konsequent bei seiner Methode bleiben, (5) Investitionsentscheidungen müssen einfach sein, (6) Man muss aus Fehlern lernen, (7) Man sollte und muss vernünftige Risiken eingehen, (8) Man muss seine Methodik eigenständig entwickelt haben und sich an ihre Logik halten. Dieser letzte Punkt ist vielleicht die zentrale Botschaft des gesamten Textes, denn die Lehren, die der Autor aus der Tätigkeit der fünf hier ausgewählten Investoren zieht, stehen durchaus zueinander im Widerspruch. Insbesondere Buffett und Soros trennen Welten. Die vier Kapitel sind ähnlich aufgebaut und vermitteln eine Mischung aus der Schilderung ausgewählter Stationen im Leben der fünf Hauptpersonen dieses Buches und den Prinzipien ihrer Investitionstätigkeit. In gewisser Weise stellt der Text eine Fleißarbeit dar, die das Lesen von dicken Biografien oder anderer Bücher über die Fünf zunächst erspart, weil man mit diesem Buch eine gewisse Übersicht erhält. Andererseits bleibt die Darstellung dabei immer auf einem letztlich doch oberflächlichen und zum Teil naiven Niveau. Etwas anderes in dieser Kürze zu erwarten, erschiene wohl auch etwas vermessen. Der Autor hofft, dass zahlreiche Fondsmanager sein Werk kaufen und lesen. Doch ebenso wie Kleinanleger werden sie kaum in der Lage sein, den hier geschilderten Prinzipien zu folgen. Charles Munger hält beispielsweise die moderne Portfoliotheorie für eine Spielart des Schwachsinns, Buffett ist der lebende Gegenbeweis zur Theorie der effizienten Märkte, Soros arbeitete stets mit einem extremen Anteil an Fremdkapital und entsprechender Hebelung und Lynch hatte ein Portfolio, das keine Fondgesellschaft je wieder zulassen würde. Und außerdem: Könnte man aus einem Buch von Franz Beckenbauer lernen, so zu spielen, wie er es einst tat? Was bleibt also? Das Buch gehört wohl eher in die Kategorie der Börsenunterhaltungsliteratur, bei der man aber durchaus einige Schlüsse für eventuell zu entwickelnde eigene Prinzipien ziehen könnte. Dann jedoch sollte man sich an den obigen Punkt (8) halten. Das aufschlussreichste Kapitel in diesem Buch erläutert Teile der Denkweise von Buffett und Munger. Es ist auch am ausführlichsten. Was der Autor über Soros vermittelt, ist eher zweifelhaft. Soros ist kein Investor, sondern ein sehr erfolgreicher Manager eines der größten Hedgefonds. Der Text suggeriert, dass der Erfolg von Soros auf dessen Theorie der Reflexivität beruht, die er durch die Finanzkrise bestätigt sieht. Diese relativ triviale Theorie, die plötzlich besonders von ihrem Entwickler gefeiert wird, erläutert der Autor recht ausführlich im Text. Ob man daraus jedoch wirklich konkrete Entscheidungen ableiten kann, ist eher zweifelhaft. Immerhin kann man aber - so wie das im Buch auch geschieht - hinterher behaupten, man hätte es getan. Alles in allem ein recht unterhaltsames und auch gelegentlich lehrreiches Buch, wenn man sich für die hier auftretenden Investoren und ihre Prinzipien interessiert. Es vermittelt allerdings auch die Illusion, dass alles eigentlich ganz einfach ist. Nach meiner Erfahrung verhält sich hier wie mit Eisbergen: Das Meiste bleibt den Blicken verborgen.

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