Glenn Kreisberg

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Glenn KreisbergDas verschollene Wissen der Vorzeit
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Das verschollene Wissen der Vorzeit
Das verschollene Wissen der Vorzeit
 (2)
Erschienen am 07.07.2011

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Rezension zu "Das verschollene Wissen der Vorzeit" von Glenn Kreisberg

"Sprich nie mit einem Eunuchen über Sex."
R_Mantheyvor 3 Jahren

Zugegeben, diese Überschrift ist etwas verwegen, wenn es um das angeblich verschollene Wissen der Vorzeit geht, doch sie stammt aus einem der 14 ganz unterschiedlichen Artikel, die in diesem Buch zusammengestellt wurden. Wörtlich lautet das Zitat: "Du willst in dieser verrückten Welt glücklich sein? Dann sprich nicht mit einem Blinden über Mondschein; sprich nicht mit einem Tauben über Musik; sprich nie mit einem Eunuchen über Sex. Er wird nur zornig werden und sogar gewalttätig." Ein wirklich weiser Rat.

Zwischen der etablierten Archäologie und einer Reihe von alternativen, aber nicht in sich geschlossenen Sichtweisen auf unsere zivilisatorische Vergangenheit tobt eine erbitterte Auseinandersetzung, weil die miteinander kämpfenden Theorien über bestimmte Punkte in der Vergangenheit prinzipiell unvereinbar sind. Wenn ein Vertreter alternativer Ansichten in einem offenen Brief an den Herausgeber einer archäologischen Fachzeitschrift die obigen Sätze gebraucht, dann sagt das aber auch einiges über die Diskussionskultur zwischen den verfeindeten Parteien aus.

Doch selbst wenn man alternative Sichtweisen mag, weil sie vorhandene Theorien infrage stellen und damit Teil des wissenschaftlichen Prozesses sind, so machen es einem die in diesem Buch auftretenden Autoren nicht leicht. Ein unvoreingenommener, aber mit den verschiedenen Sichtweisen nicht detailliert vertrauter Leser dieser Texte wird sich sicher nicht in der Lage sehen, die einzelnen in diesem Buch zusammengestellten Behauptungen wirklich auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Aber wenigstens die Chance, sie nachvollziehen zu können, sollte er doch bekommen. Aber das lassen viele dieser Autoren allein schon deshalb nicht zu, weil sie entweder nicht willens oder nicht fähig sind, den von ihnen behaupteten Sachverhalt einigermaßen verständlich niederzuschreiben.

Im ersten Kapitel macht sich Robert M. Schoch Gedanken, darüber, ob der herkömmlichen Wissenschaft etwas Grundlegendes entgangen ist. Leider habe ich nicht wirklich verstanden, was der Autor damit tatsächlich meinte. Das setzte sich für mich mit dem zweiten Kapitel fort, in dem es um "Quantenphilosophie und den antiken Mysterienkult" geht. Erst im dritten Kapitel taucht schon etwas unerwartet eine wirkliche Aussage auf. Robert Bauval erwähnt dort, dass es vielleicht einen generellen Lageplan für die Pyramiden in Giza gab, an den sich alle Pharaonen strikt hielten, während die etablierte Archäologie davon ausgeht, dass es sich bei der Anordnung dieser Bauwerke um reinen Zufall handelt.

Leider ist auch dieser Abschnitt etwas undurchsichtig, weil sich der Autor auf sein Buch bezieht, das nicht jeder Leser kennt. Später erhält man im achten Kapitel eine genauere Vorstellung von dieser Theorie. Über Kapitel vier kann ich nur berichten, dass ich es nicht verstanden habe. Aus dem fünften Kapitel stammt das obige Zitat. Dieser Abschnitt ist alleine deswegen interessant, weil er an einem Beispiel die Fronten beschreibt, zwischen denen die Auseinandersetzung tobt. Doch leider bezieht sich der Autor auf einen Film, in dem es um die Altersbestimmung der Sphinx geht. Erklärt wird dieser Sachverhalt jedoch nicht.

Im sechsten Kapitel wird behauptet, dass die NASA angeblich auf dem Mars und dem Mond Spuren außerirdischer Besucher gefunden hätte, dies aber nicht zugeben will. Das siebte Kapitel stellt die lineare Entwicklungstheorie der Menschheit infrage und erklärt, dass es vielmehr einen zyklischen Verlauf gegeben hätte, bei dem immer wieder hochentwickelte Zivilisationen ohne jede Hinterlassenschaft verschwanden. Einen Beweis bleibt uns der Autor schuldig.

Gewissermaßen als Forstsetzung und Vertiefung des dritten Kapitels liefert uns der nächste Abschnitt eine ausführliche und nachvollziehbare Erklärung für die Behauptung, die Pyramiden von Giza wären nach einem generellen Lageplan platziert worden. Auch das 9. Kapitel ist vom Niveau her deutlich besser als die ersten sieben Abschnitte. Dort wird der Frage nachgegangen, ob Evolutionssprünge in der menschlichen Entwicklung die Folge einer massiven Erhöhung der kosmischen Strahlung in relativ langen Perioden innerhalb der letzten 100.000 Jahre waren. Immerhin wird hier sogar die Strahlungsquelle benannt.

Mit der Frage, ob sich unsere Vorfahren bereits mit dem Elektromagnetismus befasst haben, beschäftigt sich das zehnte Kapitel. Direkte Beweise für diese nur in Frageform formulierte indirekte Behauptung fehlen auch hier. Das 11. Kapitel untersucht archäologische Funde, die im Golf von Khambhat vor der indischen Küste entdeckt wurden.

Ähnlich wie die Pyramiden von Giza sollen auch Ortschaften im Südwesten der USA nach dem Sternbild Orion errichtet worden sein. Das jedenfalls wird im 12. Kapitel behauptet. Der folgende Abschnitt befasst sich mit der Frage, ob es in der Vergangenheit spontane Verschiebungen der Rotationsachse der Erde geben hat. Das Buch endet mit Spekulationen über die Erstbesiedlung Amerikas.

Fazit.
Ein Buch, in dem einige interessante Behauptungen aufgestellt werden. Doch leider machen es die Autoren dem Leser sehr schwer. Weder sehen sich die meisten von ihnen in der Lage, eine wirklich greifbare Aussage zu formulieren, noch Beweise oder wenigstens verifizierbare Indizien für ihre oftmals schwammigen Behauptungen zu erbringen. Wenigstens enthält das Buch am Ende eine ausführliche Literaturliste. Das ist allein schon deshalb begrüßenswert, weil sich fast alle Artikel auf eben diese anderen Veröffentlichungen beziehen, die man nicht unbedingt kennt. Im Grunde nämlich stellen die meisten Kapitel nur eine Art Sekundärliteratur dar, die man wohl nur verstehen kann, wenn man das, worauf sie sich beziehen, auch kennt.

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