Glenn Ringtved

 4 Sterne bei 1 Bewertungen

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Cover des Buches Wir wollten nichts. Wir wollten alles (ISBN: 9783789139208)

Wir wollten nichts. Wir wollten alles

(155)
Erschienen am 20.01.2015
Cover des Buches Warum, lieber Tod ...? (ISBN: 9783889261175)

Warum, lieber Tod ...?

(1)
Erschienen am 01.10.2002

Neue Rezensionen zu Glenn Ringtved

Cover des Buches Wir wollten nichts. Wir wollten alles (ISBN: 9783789139208)
Sabrysbluntbookss avatar

Rezension zu "Wir wollten nichts. Wir wollten alles" von Sanne Munk Jensen

Sabrysbluntbooks
hätte TW vertragen

Wir wollten nichts, wir wollten alles

Das Buch hat mich ziemlich mitgenommen – nicht unbedingt, weil es so gut war, sondern weil es inhaltlich echt hart ist. Für ein Jugendbuch fand ich es extrem: Suizid, Drogen, Gewalt, emotionale Kälte. Und das alles ohne Triggerwarnung, was ich richtig problematisch finde.

Die Geschichte wird aus Louises Sicht erzählt – nach ihrem Tod, als eine Art Beobachterin. Gleichzeitig gibt es viele Rückblicke, die zeigen, was genau passiert ist und wie es zu dem tragischen Ende mit Liam kam. Die Idee ist interessant, aber ich bin mit dem Schreibstil gar nicht klargekommen. Die Sätze waren oft abgehackt, vieles wirkte wirr, und dass Liams Dialoge teilweise auf Englisch waren, hat mich eher rausgerissen als bereichert.

Trotzdem bin ich dran geblieben, weil ich wissen wollte, wie es zu diesem krassen Ende kam. Inhaltlich wichtig, aber schwer zugänglich und emotional fordernd. Kein Buch, das ich gern gelesen habe – aber eins, das hängen bleibt.

Cover des Buches Wir wollten nichts. Wir wollten alles (ISBN: 9783789139208)
Jeys_Book_Liness avatar

Rezension zu "Wir wollten nichts. Wir wollten alles" von Sanne Munk Jensen

Jeys_Book_Lines
flüssiger Schreibstil, deutliche Sprache, ernste Themen

"Wir wollten nichts. Wir wollten alles" von Sanne Munk Jensen und Glenn Ringtved erzählt die tragische Geschichte von Liam und Louise, einer Geschichte die sich mit der Liebe, dem Schmerz und dem Tod auseinandersetzt. 

Doch worum geht es denn überhaupt?! Zwei Leichen werden aus dem Limfjord gezogen: Liam und Louise. Ihre Hände sind mit Handschellen aneinandergekettet. Alle Indizien weisen auf Selbstmord hin. Louises Eltern zerbrechen fast am Tod ihrer Tochter, doch ihr Vater klammert sich daran, die Wahrheit herauszufinden. Als er Louises Tagebuch findet, eröffnet sich ihm das Leben, das seine Tochter und Liam in den vergangenen Monaten geführt haben.

Schon nach den ersten paar Seiten tauchen speziell die Fragen auf, die den Leser nicht mehr loslassen und die sich doch jeder von uns innerlich stellen würde: Warum mussten diese beiden jungen Menschen sterben? Was ist wirklich mit ihnen passiert bzw. was führte dazu, dass sie den Selbstmord gewählt haben? Diese Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch und sorgen dafür, dass man der Wahrheit auf den Grund gehen möchte.

Der Schreibstil des Autorenduos ist äußerst flüssig, sodass sich die Geschichte sehr gut lesen lässt. Besonders gelungen fand ich den Wechsel zwischen den verschiedenen Erzählzeitpunkten. Die Handlung springt hierbei geschickt zwischen den Ereignissen der Vergangenheit und den Erlebnissen der Hinterbliebenen hin und her. Die verstorbene Protagonistin Louise als Erzählerin auszuwählen, finde ich ziemlich mutig, es verleiht der Geschichte eine neuartige und recht ungewöhnliche Note - im positiven Sinne.

Doch auch wenn ich die Handlung mit recht großem Interesse verfolgt habe, fand ich es dennoch ziemlich schwierig, mich in irgendeiner Form mit den Charakteren zu identifizieren. Besonders das Denken und Handeln von Louise und Liam war für mich nur schwer bis gar nicht nachvollziehbar. Die als große Liebe inszenierte Beziehung der beiden wirkt auf mich eher toxisch als romantisch. Louise ist auf eine fast erschreckende Weise von Liam abhängig und scheint sich in dieser Abhängigkeit nach und nach selbst zu verlieren. Ihre Blindheit gegenüber seiner (manipulativen) Art macht sie für mich persönlich zu einem tragischen Opfer ihrer eigenen Sehnsucht. Und Liam? Er war mir tatsächlich von Anfang an unsympathisch – ein Protagonist, der in mir keine Emotionen geweckt hat und dessen egoistisches Verhalten Louise immer tiefer in einen Strudel aus Verzweiflung und Selbstaufgabe zieht. Statt einer berührenden Liebesgeschichte bekommt man hier vielmehr einen herben Einblick in eine zerstörerische Beziehung, die meiner Meinung nach durch und durch von emotionaler Abhängigkeit geprägt ist.

Wer übrigens keine grundlegenden Englischkenntnisse hat, könnte sich bei vielen Passagen möglicherweise schwer tun, da keine Übersetzungen angeboten werden und in den Dialogen immer wieder die englische Sprache eingestreut wird. 

Obwohl das Buch demnach größtenteils als Jugendbuch beworben wird, finde ich, dass es durchaus auch für erwachsene Leser geeignet ist. Die ernsten Themen bieten genügend Stoff zum Nachdenken - auch für ein erwachsenes Publikum. Für mich ist diese Geschichte eine reine Tragödie mit deutlicher Sprache und ernstzunehmendem Hintergrund, die zeigt, wie sich das Fehlen von Liebe und Anerkennung auf das Leben eines jeden Menschen auswirken kann.

Trotz einiger großer Schwächen in der Figurenzeichnung und der für mich schwer greifbaren "Liebesgeschichte" hat mich die Handlung letztlich aber dennoch sehr gut bei der Stange gehalten. Die Geschichte, die von hinten aufgerollt wird, bleibt bis zum Ende interessant und hinterlässt viele nachdenkliche Fragen. Was muss ein Mensch durchmachen, um sich nicht mehr "gesehen" zu fühlen? Und was passiert, wenn man sich letztlich der einzigen Person zuwendet, die einem Beachtung schenkt – egal, wie zerstörerisch sie ist?

"Wir wollten nichts. Wir wollten alles" ist somit ein Buch über Sehnsucht, Abhängigkeit und den Wunsch, gesehen zu werden. Eine Geschichte, in der alle ein wenig mehr Liebe gebraucht hätten... 

~ Die Welle treibt uns aufeinander zu. In ihrem Schaum greifen wir nach unseren Händen. Wir wollten nichts, als es begann. Nun wissen beide, wo wir enden. ~

Cover des Buches Wir wollten nichts. Wir wollten alles (ISBN: 9783789139208)
Blutmaedchens avatar

Rezension zu "Wir wollten nichts. Wir wollten alles" von Sanne Munk Jensen

Blutmaedchen
Falsche Entscheidungen, die Leben ruinieren...

"Wir wollten nichts, wir wollten alles" ist ein ziemlich passender Buchtitel, der meinen Leseprozess recht gut beschreibt. Auf den ersten Blick wollte ich das Buch gar nicht lesen, als ich es geschenkt bekommen habe und doch bleiben genau diese Dinge, die man eigentlich nicht gerne machen möchte, stärker hängen, als andere. Irgendwann hat dieses Buch mal auf meiner Wunschliste gestanden, auch wenn ich nicht mehr weiß wieso, also konnte ich es noch so sehr versuchen zu verdrängen, es lag immer noch vor meiner Nase, also dachte ich: Wieso nicht? Und zack war es an einem Nachmittag fertig gelesen. 

Es wäre mir lieber gewesen, bei ich lese es nicht zu bleiben, deshalb werde ich es auch nicht bewerten oder im ganzen darauf eingehen. Nicht jedes Buch ist für jede Person geschrieben und dieses war auf keinen Fall für mich bestimmt. Das ich es dennoch weiter gelesen habe, lag daran, dass es den Autoren gelungen ist, ein bereits feststehendes Ende, was man zu Beginn des Buches gelesen hat, zu hinterfragen und wo eine eindeutige Geschichte plötzlich in tausend Facetten zerspringt und man einfach das Ganze wieder zusammen setzen muss. Hätte ich das Buch abgebrochen, hätte es mich immer verfolgt...

Wenn man bedenkt, dass es sich in der Kategorie Jugendbuch einordnet, fehlte mir nicht nur der explizite Hinweis auf Triggerwarnungen zum Suizid Thema, sondern auch die Warnung, dass manche Szenen, in denen Drogen und Gewalt vorkommen, mit deutlichen Worten beschrieben werden. Generell musste ich mich fragen, was sich das Autorenduo bei dieser Geschichte gedacht hat, denn anders als bei einigen ähnlichen Büchern, gab es hier nur Erklärungen wie das Schicksal eben spielt. Wo ist das Einfühlungsvermögen der Autoren, die über die große Liebe zweier Jugendlicher schreiben, die eine falsche Entscheidung fällen und deren Leben komplett auseinander bricht. Es gab Einblicke in das Familienleben beider Teenager und trotzdem war es nicht so zufrieden stellend eindeutig, wieso Liam zu Louises ganzer Welt wird. 

Das Ende ist schon am Anfang geschrieben und man weiß, dass sich Liam und Louise umgebracht haben, doch Louises Vater will einen Sinn dahinter sehen, verstehen und forscht nach. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt. Wie sich die Eltern nun verhalten und wie  Liam und Louises Geschichte begann. Dabei wird der Teil, der die Eltern begleitet, von Louise selbst erzählt, als wäre sie bei ihnen und könnte ihre Gedanken und Gefühle erkennen. Das ist schon eine sehr interessante Erzählweise.

"Wir wollten nichts, wir wollten alles" ist aus meiner Sicht kein Buch, das leicht beinflussbare Teenager lesen sollten, am besten gar keine Teenager. 

Um das Buch komplett verstehen zu können, ist englisch nötig, da viele Sätze, wo Liams irischer Vater vorkommt, komplett in englisch gehalten sind, ohne weitere Übersetzung. Das machte Ian als Charakter um einiges authentischer, allerdings gab es auch Reaktionen anderer Charaktere mit englischem Slang, was ich weniger passend fand, weil es etwas ist, dass nur zu Liam und seiner Familie gehören sollte. 

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