Glenn Ringtved

 4 Sterne bei 1 Bewertungen

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Cover des Buches Wir wollten nichts. Wir wollten alles (ISBN: 9783789139208)

Wir wollten nichts. Wir wollten alles

 (153)
Erschienen am 20.01.2015
Cover des Buches Warum, lieber Tod ...? (ISBN: 9783889261175)

Warum, lieber Tod ...?

 (1)
Erschienen am 01.10.2002

Neue Rezensionen zu Glenn Ringtved

Cover des Buches Wir wollten nichts. Wir wollten alles (ISBN: 9783789139208)
Blutmaedchens avatar

Rezension zu "Wir wollten nichts. Wir wollten alles" von Sanne Munk Jensen

Falsche Entscheidungen, die Leben ruinieren...
Blutmaedchenvor 7 Monaten

"Wir wollten nichts, wir wollten alles" ist ein ziemlich passender Buchtitel, der meinen Leseprozess recht gut beschreibt. Auf den ersten Blick wollte ich das Buch gar nicht lesen, als ich es geschenkt bekommen habe und doch bleiben genau diese Dinge, die man eigentlich nicht gerne machen möchte, stärker hängen, als andere. Irgendwann hat dieses Buch mal auf meiner Wunschliste gestanden, auch wenn ich nicht mehr weiß wieso, also konnte ich es noch so sehr versuchen zu verdrängen, es lag immer noch vor meiner Nase, also dachte ich: Wieso nicht? Und zack war es an einem Nachmittag fertig gelesen. 

Es wäre mir lieber gewesen, bei ich lese es nicht zu bleiben, deshalb werde ich es auch nicht bewerten oder im ganzen darauf eingehen. Nicht jedes Buch ist für jede Person geschrieben und dieses war auf keinen Fall für mich bestimmt. Das ich es dennoch weiter gelesen habe, lag daran, dass es den Autoren gelungen ist, ein bereits feststehendes Ende, was man zu Beginn des Buches gelesen hat, zu hinterfragen und wo eine eindeutige Geschichte plötzlich in tausend Facetten zerspringt und man einfach das Ganze wieder zusammen setzen muss. Hätte ich das Buch abgebrochen, hätte es mich immer verfolgt...

Wenn man bedenkt, dass es sich in der Kategorie Jugendbuch einordnet, fehlte mir nicht nur der explizite Hinweis auf Triggerwarnungen zum Suizid Thema, sondern auch die Warnung, dass manche Szenen, in denen Drogen und Gewalt vorkommen, mit deutlichen Worten beschrieben werden. Generell musste ich mich fragen, was sich das Autorenduo bei dieser Geschichte gedacht hat, denn anders als bei einigen ähnlichen Büchern, gab es hier nur Erklärungen wie das Schicksal eben spielt. Wo ist das Einfühlungsvermögen der Autoren, die über die große Liebe zweier Jugendlicher schreiben, die eine falsche Entscheidung fällen und deren Leben komplett auseinander bricht. Es gab Einblicke in das Familienleben beider Teenager und trotzdem war es nicht so zufrieden stellend eindeutig, wieso Liam zu Louises ganzer Welt wird. 

Das Ende ist schon am Anfang geschrieben und man weiß, dass sich Liam und Louise umgebracht haben, doch Louises Vater will einen Sinn dahinter sehen, verstehen und forscht nach. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt. Wie sich die Eltern nun verhalten und wie  Liam und Louises Geschichte begann. Dabei wird der Teil, der die Eltern begleitet, von Louise selbst erzählt, als wäre sie bei ihnen und könnte ihre Gedanken und Gefühle erkennen. Das ist schon eine sehr interessante Erzählweise.

"Wir wollten nichts, wir wollten alles" ist aus meiner Sicht kein Buch, das leicht beinflussbare Teenager lesen sollten, am besten gar keine Teenager. 

Um das Buch komplett verstehen zu können, ist englisch nötig, da viele Sätze, wo Liams irischer Vater vorkommt, komplett in englisch gehalten sind, ohne weitere Übersetzung. Das machte Ian als Charakter um einiges authentischer, allerdings gab es auch Reaktionen anderer Charaktere mit englischem Slang, was ich weniger passend fand, weil es etwas ist, dass nur zu Liam und seiner Familie gehören sollte. 

Cover des Buches Wir wollten nichts. Wir wollten alles (ISBN: 9783789139208)
vivreavecdeslivress avatar

Rezension zu "Wir wollten nichts. Wir wollten alles" von Sanne Munk Jensen

Wir wollten nichts wir wollten alles | Rezension
vivreavecdeslivresvor 7 Jahren

Manchmal beginnt man ein Buch skeptisch. Dann merkt man vielleicht, dass man gar nicht skeptisch sein soll, weil sich das Gelesene im Kopf reimt und zu schwammig-klaren Gedanken formt. Weil es einfach passt. Die Charaktere, der Schreibstil, die Geschichte. Die Gefühle.
Wir wollten nichts.  Wir wollten alles. hatte mehr als das Übliche. Es hat mir nicht nur alles verliehen, damit ich  genau wusste, das ist ein gutes Buch. Es hat mich umgeworfen. Es tickt nicht wie normale Bücher. Es verblüfft und überrascht. Ich kann nicht genau sagen, weswegen.  Warum jetzt genau so, weswegen man sofort eine tiefe Verbundenheit zu Louise fühlt. 
Man muss Liebe und Schmerz erfahren haben, um dieses Buch zu erleben. Ich will nicht behaupten, dass ich das habe, auch wenn ich wahnsinnig sensibel bin. Aber man muss einfach eine gewisse Reife haben, ein Verständnis, ein Gefühl für Mitmenschen und eine Offenheit für Neues.
Von Anfang an weiss man, wie das Buch ausgeht. Es ist auf dem Cover. Und deswegen, verdammt, soll mir keiner kommen und sagen, 'ach, ja, das Buch hat mir nicht so gefallen. Ich konnte mir schon in der Hälfte denken, zu was es führt.' Das Cover erklärt schon alles. Und genau deswegen. Weil das Buch dieses stoische Schema Einleitung - Mittelteil mit Höhepunkt - [am besten überraschendes] Ende [mit einer krassen Wendung] aufbricht und macht, was es will.

Ich will es mal vergleichen mit dieser Silberfolie, die manchmal irgendwo klebt. Man bewegt sich vor dieser Folie nach links, dann nach rechts. Versucht, herauszufinden, was das für eine Farbe ist. Jeder Mensch, jede Bewegung nimmt sie anders wahr. Und so ist es auch mit diesem Buch. Leute, die auf ein typisches Lesevergnügen stehen, finden Louise Handlungen unlogisch. Leute, die lieben und geliebt werden, verstehen Louise. Die, die nach etwas suchen, werden durch  dieses Buch vielleicht fündig. 
Es ist so viel mehr, als das, wonach  es aussieht. Zwei Autorinnen zusammen haben etwas geschaffen, dass so viel erzählt, so oft aufgenommen und widergegeben werden soll, dass das Buch nur ein Highlight sein kann. Der Schreibstil ist verletzlich und stark zugleich, er ist einfach und äusserst komplex. Man muss zwischen  den Zeilen lesen und spüren, ganz viel fühlen. Und vielleicht hat man dann das Buch zum ersten Mal  gelesen und verstanden. Und dann, vielleicht in zwei Jahren, soll man es wieder lesen. Wiederfühlen. Wieder über den selben Stellen lächeln und das Buch in sein Herz lassen. Danke für dieses Leseerlebnis.
http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2015/02/wir-wollten-nichts-wir-wollten-alles.html

Cover des Buches Wir wollten nichts. Wir wollten alles (ISBN: 9783789139208)

Rezension zu "Wir wollten nichts. Wir wollten alles" von Sanne Munk Jensen

Eine Liebesgeschichte, so packend und rührend wie keine zweite
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren

Von einem Paar Handschellen zusammengehalten, liegt das junge Pärchen auf dem kalten Tisch der Gerichtsmedizin. Ihre Körper sind aufgequollen. Es ist Tagen, wenn nicht sogar schon Wochen her, seitdem sich zwei Jugendliche dazu entschieden haben, in den kalten Limfjord zu springen.
Was muss passieren, um den Entschluss zu fassen, sein Leben frühzeitig zu beenden?

Worum geht es?
Liam und Louise genießen ihr Leben miteinander. Als sie sich damals das erste Mal im Bus begegnet sind, wussten sie sofort, dass es Liebe auf den ersten Blick ist. Sie verbringen nicht nur einen Großteil ihrer Zeit zusammen, sondern ziehen auch relativ zeitnah in die erste gemeinsame Wohnung. Zugegeben, dort scheint es ein wenig chaotisch und die Möbelstücke sind ein kunterbuntes Wirrwarr. Doch vielleicht ist es genau deshalb so wunderschön.
Dass  Louise jedoch immer seltener zur Schule geht und sich kaum noch bei ihren Eltern blicken lässt, scheint sie weniger zu interessieren. Natürlich sorgen sich Mama und Papa und es wird nicht besser, als die 16-Jährige ihren Vater ganz aufgebracht um Geld bittet.

Nur wenige Tage später, wird sie und ihr zwei Jahre älterer Freund tot aus einem kalten Gewässer Dänemarks gezogen. Louises Vater beginnt sich zu fragen, was seinen Liebling zu dieser Entscheidung getrieben haben muss. Sie ist doch wohl behütet aufgewachsen.

Stück für Stück beginnt er, den hinterbliebenen Spuren zu folgen. Er weiß, dass irgendwo das Tagebuch seiner Tochter auf ihn wartet und wenn er dieses endlich in den Händen halten kann, wird er die ganze Wahrheit erfahren. Doch wo zum Teufel steckt dieses Ding nur!?

Mein Leseeindruck
Durch eine gute Freundin wurde ich auf diesen Jugendroman aufmerksam. Sie meinte schon zu Anfang, dass dieser eine gewisse Art der Leere in ihr hinterlassen habe. Ich bin kein Mensch, der bei Büchern emotional wird 8auch wenn ich oftmals mitfiebere, schmunzle, ...), hier aber musste ich am Ende dann doch das ein oder andere Tränchen verdrücken.

Dadurch das Buch immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart springt, führt die Geschichte am Ende zusammen. So wird dem Leser keine Ruhe gelassen und man hechtet nur von Seite zu Seite, um endlich im Hier und Jetzt ankommen zu dürfen. Gelesen wird aus der Sichtweise von Louise, die quasi über Allem "schwebt". Dadurch war es einem möglich, ihre Gefühle und Handlungen jederzeit zu verinnerlichen und auch sehr gut zu verstehen.

Dennoch würde es als eher "schwere Kost" bezeichnen. Nicht, weil es ewig lange, verschachtelte Sätze beinhaltet, sondern weil die Geschichte schlicht und ergreifend emotional ist.


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