Gloria Naylor

 4 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Die Frauen von Brewster Place, Linden Hills und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gloria Naylor

Gloria Naylor (1950–2016), geboren in New York, studierte Anglistik und African-American Studies. Ihr Debütroman Die Frauen von Brewster Place erschien 1982, weitere Romane und Erzählungen folgten. Ihr vielschichtiges Werk kreist um das Leben Schwarzer, um ihre Kämpfe und Hoffnungen, in einer Welt, in der Weißsein alles bedeutet. Für ihre Werke erhielt sie u. a. den American Book Award und den National Book Award. Sie unterrichtete Literatur und Kreatives Schreiben an verschiedenen amerikanischen Universitäten.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Die Frauen von Brewster Place (ISBN: 9783293209503)

Die Frauen von Brewster Place

 (1)
Neu erschienen am 12.09.2022 als Taschenbuch bei Unionsverlag.
Cover des Buches Linden Hills (ISBN: 9783293005853)

Linden Hills

 (1)
Neu erschienen am 12.09.2022 als Gebundenes Buch bei Unionsverlag.

Alle Bücher von Gloria Naylor

Cover des Buches Baileys Café (ISBN: 9783446174375)

Baileys Café

 (4)
Erschienen am 01.01.1994
Cover des Buches Die Frauen von Brewster Place (ISBN: 9783293209503)

Die Frauen von Brewster Place

 (1)
Erschienen am 12.09.2022
Cover des Buches Linden Hills (ISBN: 9783293005853)

Linden Hills

 (1)
Erschienen am 12.09.2022
Cover des Buches Mama Day (ISBN: 1439513589)

Mama Day

 (1)
Erschienen am 10.07.2008
Cover des Buches Gloria Naylor Reads (ISBN: 1556443048)

Gloria Naylor Reads

 (0)
Erschienen am 01.09.1988

Neue Rezensionen zu Gloria Naylor

Cover des Buches Die Frauen von Brewster Place (ISBN: 9783293209503)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Die Frauen von Brewster Place" von Gloria Naylor

Mikrokosmos der großen Emotionen
aus-erlesenvor 5 Tagen

Brewster Place – vier Blöcke und am Ende der Straße eine Mauer, die mehr ist als nur ein Sichtschutz. Es ist die Grenze. Eine Grenze, die nur diejenigen überschauen können, die ganz oben wohnen und den Hals weit rausstrecken können. Hier leben die, die nicht (mehr) wegkommen. Doch sie leben hier alle zusammen. Mit ihren Träumen, ihren Wehwehchen, ihrem Glauben und der Zuversicht, dass der morgige Tag auch nicht viel anders sein wird als die vergangenen. Für die meisten ist das sogar gut so. Getratsche, Leidklagen, Nachbarschaftshilfe – auch das ist Brewster Place. Die große Stadt ist gleich um die Ecke, geographisch. Die große Stadt ist ganz weit weg, in Echt.

Mattie Michael ist so was wie die gute Seele des Blocks. Zu ihr kommt man oder sie kommt zu einem. Immer einen Rat oder zumindest eine Lebensweisheit auf den Lippen. Zusammen mit Etta Johnson besucht sie regelmäßig die Kirche. Doch die beiden Frauen haben unterschiedliche Beweggründe das Gotteshaus aufzusuchen. Rat und Trost und die Suche nach dem Glück. Eine gewaltige Mischung, die nicht zwingend zur Explosion führen muss. Doch die Unterschiedlichkeit sorgt so manches Mal für eine gereizte Stimmung.

Auch Kiswana Browne wohnt hier. Tief im Inneren ist sie eine militante Black Power Sympathisantin. Doch der Trieb wächst sich einfach nicht aus ihr heraus. Lackierte Zehennägel sind öfter wichtiger als der Kampf gegen Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. Wohl auch, weil der Kampf in ihren Augen erfolglos erscheinen mag. Die Streitigkeiten mit ihrer Mutter hingegen sind real und allgegenwärtig.

Cora Lee führt auch einen Kampf. Den gegen ihre eigene Kinderschar. Nicht falsch verstehen. Sie liebt jedes ihrer Kinder. Doch machen die es ihr von Mal zu Mal schwerer. Da der Zahnarzt einem der Sprössling Zucker und Süßigkeiten verboten hat, sucht sich das liebe Kind das ersehnte Glukoseglück eben in der Mülltonne. Das bleibt den Nachbarn nicht verborgen und schon stehen sie bei der Mutter auf der Matte.

Gloria Naylors Schriftstellerinnen-Karriere begann mit „Brewster Place“. Hier ist immer was los. Hier tobt das Leben. Hier langweilt sich der Stillstand zu Tode. Rührende Charakterstudien, treffliche Beschreibungen von Menschen, die nichts mehr aus der Bahn werfen kann, rumorende Konflikte – und dennoch bekommt man nie das Gefühl, dass hier die Welt aus den fugen geraten ist. Man arrangiert sich nicht mit den Problemen, man bietet ihnen die Stirn. Das funktioniert nur, weil in diesen vier Häusern eine Gemeinschaft gewachsen ist, die aus der Not eine Tugend gemacht hat. Und Gloria Naylor gibt ihnen eine Stimme, die weithin und lang anhaltend zu hören sein wird.

Kommentieren0
Teilen
Cover des Buches Linden Hills (ISBN: 9783293005853)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Linden Hills" von Gloria Naylor

Sprachgewaltige Gesellschaftsbeobachtung
aus-erlesenvor 13 Tagen

Linden Hills – klingt wie ein Hohn, wenn man es sieht. Hügel? Naja, eine kleine Erhebung. Wer hier lebt, ist nochweit vom amerikanischen Traum entfernt. Luther Nedeed hat das Grundstück vor Jahrzehnten erworben. Warum er damals aus Mississippi verschwunden ist, verschwinden musste (?), weiß keiner so genau. Nur, dass er tot ist. Und nun ein weiterer Luther Nedeed die Miete für die Häuser am „Hügel“ einsammelt. 

Der alte Luther saß tagein, tagaus vor seinem Haus und ließ den lieben Gott einen guten Mann sein. Angsteinflößend war der Alte. Kaum einer trat an ihn heran, um zu erfahren wie er eigentlich sein Leben bestritt. Ein Schwarzer mit Grundbesitz, in Sichtweite des Big Apple? Hier ist vieles möglich, aber ist auch wirklich alles möglich? Sei es wie es sei. Die Nedeeds haben sich eine kleine Dynastie aufgebaut. Der Name wird von Generation zu Generation weitergegeben. Die Nedeeds vermehren sich und der Hügel füllt sich nach und nach mit Menschen, die es sich nicht leisten können woanders zu leben. In, auf Linden Hills haben sie die Möglichkeit bekommen sich niederzulassen. 

So auch Lester und Willie. Sie reinigen die Einfahrten in Linden Hills. Seit der Schulzeit sind die beiden befreundet. Echte Freunde. Und schlurfen sie von Einfahrt zu Einfahrt, verrichten ihren Dienst. Ihnen geht auch nie der Gesprächsstoff aus. Immer gibt es was zu bereden. Immer gibt es ein Thema, das abschließend bequatscht werden muss. Immer, jeden Tag, vielleicht für den Rest ihres Lebens?

Ihre Klientel ist den beiden reichlich schnuppe. Das saubere Weiß der Häuser der Schwarzen ringt ihnen nur ein Naserümpfen ab. Jeden Tag auf und ab. Bis hinunter zu Luther Nedeeds Haus. Dass der ein Geheimnis hütet, ist ein offenes Geheimnis. Auch dass sich niemand traut es zu lüften. Vielleicht ist es ja an Lester und Willie Licht ins Dunkel von Linden Hills und den Nedeeds zu bringen?!

Fasziniert folgt man Gloria Naylor wie sie behutsam den Spannungsbogen aufbaut. Rastlos zu Beginn und detailverliebt je mehr Seiten man umblättert. Das Leben von Lester und Willie verläuft in geregelten Bahnen. Einfahrten kehren, sich über die Bewohner lustigmachen, dem Neid ein bisschen Freiraum geben. Dennoch wird jeder Tag als Geschenk angenommen. Erst als die beiden weiter unten ankommen – also beim Haus der Nedeeds – tapsen die beiden, denen das Glück bisher nur in Dosen hold war, in eine Sache, die ihr Leben ordentlich durcheinander rüttelt. Der Alltagsrassismus macht vor niemandem halt. Auch untereinander. Stets müssen alle auf der Hut sein, denn Neid und Missgunst kennen keine Rassenschranken. 

Kommentieren0
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 24 Bibliotheken

von 5 Lesern aktuell gelesen

Worüber schreibt Gloria Naylor?

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks