Golo Mann Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

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Inhaltsangabe zu „Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ von Golo Mann

"Wer sich in die Geschichte der deutschen Nation vertieft, der hat leicht den Eindruck eines unruhigen Lebens in Extremen ... Einmal erreichen deutsche Gestalten die höchsten geistigen Höhen, auf denen je Menschen gelebt haben, indessen gleichzeitig trübe Mittelmäßigkeit den öffentlichen Ton beherrscht. Von apolitischer Ruhe wendet Deutschland sich zur aufgeregtesten politischen Tätigkeit, von buntscheckiger Vielgestalt zu radikaler Einheitlichkeit; aus Ohnmacht erhebt es sich zu aggressiver Macht, sinkt zurück in Ruin, erarbeitet sich in unglaublicher Schnelle neuen, hektischen Wohlstand. Es ist weltoffen, kosmopolitisch, mit Bewunderung dem Fremden zugeneigt; dann verachtet und verjagt es das Fremde und sucht das Heil in übersteigerter Pflege seiner Eigenart. Die Deutschen gelten als das philosophische, spekulative Volk, dann wieder als das am stärksten praktische, materialistische, als das geduldigste, friedlichste, und wieder als das herrschsüchtigste, brutalste. Ihr eigener Philo soph, Nietzsche, hat sie das 'Täusche-Volk' genannt, weil sie die Welt immer wieder mit Dingen überraschen, die man gerade von ihnen nicht erwartet."§(Golo Mann)

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    Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
    Stephanus

    Stephanus

    Auf den ersten Blick schreckt das Buch zum Lesen sicher so manchen ab, was nicht nur am Umfang, sondern auch am etwas sperrigen Titel liegt. Heute ist es ja geradezu modern nur wenige Jahre der Geschichte herauszugreifen oder ein einzelnes Thema. An eine solche, über Jahrzehnte reichende Darstellung wagt sich kaum mehr ein Historiker. Das Buch überzeugt durch seinen ungewöhnlichen Stil und die fulminante Sprache. Breit gefächert werden viele Hintergründe beleuchtet und dargestellt, die zum Verständnis der Geschichte und der Entscheidungen der Akteure wichtig sind und in anderen Geschichtswerken, die sich auf das bloße Vermitteln von Fakten beschränken fehlen. Entsprechend setzt das Buch geschichtliches Grundwissen unbedingt voraus und ist für jeden, der einmal schnell einen Einstieg erhalten möchte nicht geeignet. Für den Leser, der bereits ein gutes Wissensfundament hat, ist dieses Buch aber immer noch eine absolute Empfehlung.

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    • 2
    Arun

    Arun

    04. June 2014 um 23:55
  • Ein Standardwerk der deutschen Geschichtsschreibung

    Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
    TinSoldier

    TinSoldier

    Meine persönliche Story mit diesem Buch ist lang - man könnte sagen: Es war nicht "Liebe auf den ersten Blick".  Aber wie im Leben so oft ist es ja am Ende nicht das "Strohfeuer", sondern die gemächliche Glut, die uns dauerhaft erwärmt!  So auch hier:  Die Geschichte begann 1976, als ich, 20-jährig, das Buch als "Anerkennung für gute Leistungen" im Rahmen meiner Ausbildung überreicht bekam.  Oh je!  Was macht ein 20-jähriger mit einem Geschichtsbuch, über 1000 Seiten dick und verfasst von einem Menschen mit dem seltsamen Vornamen "Golo"?  Also, was macht ein durchschnittlicher 20-jähriger damit?  Richtig:  Wenn´s gut läuft, dann landet es im Regal bei den anderen Büchern, wenn´s schlecht läuft - beim Altpapier.  Nun ja, bei mir lief es gut -  und so stand das Buch für die nächsten 25 Jahre ungelesen im Bücherregal.  Soweit die Vorgeschichte.  "Viel hat der europäische Genius erfunden und der Welt gegeben; Böses und Gutes, solche Dinge zumeist, die zugleich gut und böse waren. Darunter den Staat; darunter die Nation."  Mit diesen beiden Sätzen beginnt das Buch - und es sind Sätze wie diese, einfach, schön und schnörkellos, dabei scharfsinnig und treffend, die das Buch zu etwas Besonderem machen und Golo Manns monumentales Geschichtswerk auch sprachlich zum Kunstwerk erheben.  Golo Mann versteht es wie kein Zweiter, die deutsche Geschichte mit großem Sachverstand, mit scharfem Urteilsvermögen und mit einem enormen Detailwissen zu erzählen. Dabei fesselt er den Leser mit seiner geradezu genialen, ungemein spannenden und lebendigen Erzählweise: Bereits nach wenigen Seiten liest man sich geradezu fest!  Dabei ist sein Urteil stets ausgewogen, seine Darstellung stets objektiv.  Die Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, beginnt bei derfranzösischen Revolution und endet beim Wirtschaftswunder.  Die Entwicklung Deutschlands ist eng verküpft mit den Entwicklungen im europäischen Umfeld. Und so stehen die vielfältigen Beziehungen und Wechselwirkungen zwischen der deutschen und der europäischen Geschichte folgerichtig im Fokus dieses Werkes, das sich mittlerweile längst als ein Standardwerk in der Geschichtsliteratur etabliert hat. Gleich nach seinem Erscheinen wurde es zum Bestseller.  Deutschland mit seiner exponiert-zentralen Lage auf dem europäischen Kontinent, Spätzünder in seiner Entwicklung vom "Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation", vom bloßen Staatenbund also, zum Nationalstaat, mit seinen Höhen und Tiefen, mit all seinen Widersprüchen:  Das Land der Dichter und Denker und gleichzeitig die Heimat des "Furor Teutonicus", ein Volk sowohl von furchterregender Effektivität als auch manchmal befallen von einer geradezu rätselhaft-typischen Melancholie, oft auch mit einer von den europäischen Nachbarn als Gefühlskälte empfundenen Pedanterie:  Auch die deutsche "Seele" wird hier einer genaueren Betrachtung unterworfen!  Wenn man Historie lediglich als Chronik, als Aufzählung von zurückliegenden Ereignissen also, als endlose, Aneinanderreihung von seelenlosen Fakten, Jahreszahlen und geografischen Daten betrachtet, dann wird man ihr nicht gerecht.  Denn Historie ist mehr als das:  Sie ist untrennbar verbunden mit dem menschlichen Leben, denn sie erzählt uns die Geschichte unserer Vorfahren, sie zeigt uns aber nicht nur deren äußeren Lebensumstände, nein, mehr noch:  Sie lässt uns teilhaben an ihrem Innersten, an ihren Wünschen, Gefühlen und Meinungen, an ihren Zielen und Wertvorstellungen, an ihren Vorlieben und Abneigungen, kurz: Sie gewährt uns im Idealfall einen Blick in die Herzen, ja in die Seelen derjenigen, die uns vorangingen.  Und Historie ist nichts Vergangenes oder Abgeschlossenes - nein, Historie ist allgegenwärtig, sie entsteht hier und jetzt, denn auch wir sind ein Bestandteil von ihr, und zwar vom Moment unserer Geburt an bis zu unserem Tode.  Historie wirkt in die Zukunft, denn die Gesetze der Kausalität bewirken es, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft untrennbar miteinander verknüpft sind. Wer einen Beweis dafür verlangt, dass die Taten eines Julius Cäsar, eines Bismarck oder eines Ferdinand Lassale bis heute wirken, der möge sich die Frage stellen: Was wäre die Welt heute ohne jenen Unbekannten, der das Rad erfand?  Wer also die Welt von heute verstehen will, der kommt nicht umhin, sich mit der Vergangenheit zu befassen: Eine hervorragende und unterhaltsame Möglichkeit, dies zu tun, ist die Lektüre dieses Buches!  "Wir hoffen, das, was die Nation von anderen Nationen immer unterschied und unterscheiden wird, auch wenn ephemere Gegensätze verschwunden sind, unsere schöne Sprache, werde nicht dürr und gemein werden, sondern ihren Adel erneuern; und mit ihr alles, was im Wort seinen Ausdruck findet. Geschähe es nicht, was würde alle wiedergewonnene Großmacht und Scheinmacht uns denn helfen?"  Mit diesen Sätzen beschließt Golo Mann sein Buch.  Könnte es ein besseres Schlußwort geben?  Ausführliche Rezension: www.litterae-artesque.de

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    dicketilla

    dicketilla

    17. April 2014 um 09:54
  • Rezension zu "Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts" von Golo Mann

    Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
    Jonas77

    Jonas77

    02. October 2012 um 13:27

    Man wird lange suchen müssen und nicht fündig werden, um ein Buch von diesem Format zu finden. Golo Mann erzählt zwei Jahrunderte deutscher Geschichte auf eine Art und Weise, wie sie wohl einzigartig ist. Kapitel für Kapitel zeichnet er die wechselvolle Geschichte Deutschlands nach. Für die Menge an Ereignissen und Geschichte geschieht das auf bemerkenswert wenig Raum. Wo andere ganze Bücher schreiben, genügt Golo Mann ein Absatz um die Geschehnisse auf den Punkt zu bringen. Ein großartiges Buch, das auch mit der Zeit nichts von seiner Faszination verliert.

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  • Rezension zu "Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts" von Golo Mann

    Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
    Jens65

    Jens65

    09. July 2008 um 18:38

    Golo Mann ist ein hervorragender Geschichtserzähler. Er versteht es immer wieder, den Leser zu fesseln und in die Zeit hineinzuversetzen, von der er gerade schreibt und spricht. Beispiel dafür ist auch seine Deutsche Geschichte. Wieder läßt Mann den Geist der Zeiten auferstehen und macht ihn dem jetzigen Leser verständlich und sichtbar. Das Ganze geschieht auf solch eine kurzweilige Art und Weise, daß man das Buch liest und liest und irgendwann mit Bedauern feststellt, daß es schon zu Ende ist. Das gelingt nur wenigen Historikern. Ruhig und sachlich setzt sich Mann mit den verschiedenen Aspekten des 19. und 20. Jahrhunderts auseinander, die für Deutschland prägend und richtungsweisend waren. Mich haben besonders die Betrachtungen zur Weimarer Republik und dem Dritten Reich beeindruckt, denn schließlich ist das Buch erstmals relativ kurz nach dem Krieg erschienen (1958). Mann beweist darin eine gehörige Portion an Einsicht in die Materie, obwohl ihm zum damaligen Zeitpunkt noch wenig Quellenmaterial zur Verfügung stand. Wer Geschichte interessant und unterhaltend, aber auch an den gegebenen Stellen nachdenklich stimmend erzählt haben möchte, dem sei dieses Buch angeraten.

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