Gonçalo M. Tavares Die Versehrten

(10)

Lovelybooks Bewertung

  • 7 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 4 Rezensionen
(2)
(3)
(1)
(3)
(1)

Inhaltsangabe zu „Die Versehrten“ von Gonçalo M. Tavares

Einer der wichtigsten Autoren Portugals Gibt es eine Formel für den Schrecken? Theodor Busbeck, Arzt und Historiker, ist besessen von der Idee, das Übel folge einer inneren Logik, und er arbeitet fieberhaft daran, künftige Schrecken im Voraus berechnen zu können. Seine Exfrau und Patientin Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren immanenten Tod; Ernst Spengler, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann und des Lebens überdrüssig, und Hinnerk Obst ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander, und die Gewalt scheint unausweichlich … Mit lakonisch eindringlicher Stimme erzählt Tavares eine verstörende Geschichte. „Die Versehrten” ist eine atemlos-spannende Tragödie und zugleich eine philosophische Parabel über das 20. Jahrhundert, »ein vielschichtiges und bewegendes Drama über die Entfremdung in der heutigen Welt« (Alberto Manguel).

Stöbern in Romane

Lügnerin

In jeder Hinsicht überzeugend erzählt.

jamal_tuschick

Wer hier schlief

Gut geschrieben, regt zum Nachdenken an, berührt mich persönlich aber nicht genug.

MrsFraser

Der Sympathisant

Ein kommunistischer Spion unter Exil-Vietnamesen in den USA: Teilweise fesselnd und überraschend amüsant und satirisch-ironisch.

Gulan

Im siebten Sommer

Spannend und emotional. Ein echter Pageturner!

thebooklettes

Als wir unbesiegbar waren

Nicht mein Buch

brauneye29

Menschenwerk

Schwer erträglich. Als Mahnmal und Erinnerung notwendig.

wandablue

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Vergesst alles was auf dem Umschlag steht.....

    Die Versehrten

    Boris

    13. January 2014 um 18:03

    Mal wieder ein Buch das mich gefordert hat, nicht wie so viele andere heute durch die Zahl der Seiten. Es kommt mir immer öfter so vor, als meinten Autoren, "gewichtig" bezöge sich auf Gewicht, also 500 Seiten und drüber. Doch das nur am Rande... Tavares schreibt einen kurzen Roman, 240 Seiten, kurze Kapitel, schnell gelesen...aber nicht schnell vergessen. Personen werden eingeführt, man verlässt sie wieder, folgt anderen. Der Leser merkt recht schnell dasdie Figuren zusammenhängen, miteinander verknüpft sind. Es sind allesamt "beschädigte" Menschen, entweder schon äußerlich, mit körperlichen Behinderungen, mit Sprachfehlern, aber auch so genannte "Normale" bei denen die "Beschädigung" im Denken, in der Wahrnehmung der Welt besteht. Ein Blick in ein erst fremdes Universum, das mir beim lesen aufdringlich nah kam. Ein Buch das nicht alle Fragen beantwortet, sondern Fragen stellt, also Literatur.

    Mehr
  • Die Versehrten von Goncalo M. Tavares.

    Die Versehrten

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. March 2013 um 23:01

    Mylia irrt durch die Straßen auf der Suche nach einer Kirche. Sie wird sterben, so viel sagen zu Mindest die Ärzte. Unter Schmerzen ruft sie Ernst an, einen Mann den sie eigentlich vergessen wollte. Denn er kannte sie während der Zeit in der Nervenklinik, damals als ihr Mann Theodor sich von ihr getrennt hat. Ihr Mann, der nun ihren Sohn für sie groß zieht. Ich muss zugeben, dass ich zunächst befürchtete dieses Buch werde unlesbar, zu komplex um es zu genießen. Doch damit lag ich falsch. Es ist literarisch, aber auch fesselnd, trotz der Sprünge in der Zeit der Handlung und von Figur zu Figur. Beim Lesen dachte ich häufiger, dieses Buch ist das was dabei entstehen würde, wenn José Saramago Veronika beschließt zu sterben schreiben würde. Dann dachte ich allerdings, es ist so viel mehr als das. Die Kapitel folgen unterschiedlichen Charakteren, die zunächst nichts miteinander verbindet, welche Tavares jedoch mit Fortschreiten der Handlung zunehmend miteinander verflicht. Diese Komplexität der Beziehungen entsteht jedoch graduell und so verliert der Leser nie den Faden, wie ich anfangs befürchtet hatte, sondern das Gelesene gewinnt noch an Tiefe, durch die verschiedenen Dimensionen, welche ihr hinzu gefügt werden. Die Handlung an sich ist trist, die Figuren psychotisch, verbraucht oder paranoid – wenn nicht sogar alles auf einmal. Der Buchrücken sagt ‘Kafka-esk’ und obwohl ich Kafka bisher nicht gelesen habe, werde ich einfach mal annehmen, dass es stimmt. Denn Tavares erzeugt in seinem Roman eine düstere Stimmung in der die Charaktere gegen einen Strom der Trostlosigkeit und Selbstzerstörung anzuschwimmen versuchen und das nicht immer erfolgreich. Für mich hat dieser Roman also genau das richtige Maß an Ernsthaftigkeit um mir dauerhaft im Gedächtnis zu bleiben. Angenehme Unterhaltung ist ja schön und gut, doch freue ich mich hier ein Buch entdeckt zu haben, welches mich während und nach der Lektüre fordert und zudem noch ein Musterbeispiel an beeindruckender literarischer Expertise darstellt, ohne dabei moralisierend oder sprachlich kompliziert zu werden. Ich bin beeindruckt und erschüttert, ein wunderbares, aber auch sehr ernstes Buch.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Versehrten" von Goncalo M. Tavares

    Die Versehrten

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. July 2012 um 12:50

    Mylia irrt durch die Straßen auf der Suche nach einer Kirche. Sie wird sterben, so viel sagen zu Mindest die Ärzte. Unter Schmerzen ruft sie Ernst an, einen Mann den sie eigentlich vergessen wollte. Denn er kannte sie während der Zeit in der Nervenklinik, damals als ihr Mann Theodor sich von ihr getrennt hat. Ihr Mann, der nun ihren Sohn für sie groß zieht. Ich muss zugeben, dass ich zunächst befürchtete dieses Buch werde unlesbar, zu komplex um es zu genießen. Doch damit lag ich falsch. Es ist literarisch, aber auch fesselnd, trotz der Sprünge in der Zeit der Handlung und von Figur zu Figur. Beim Lesen dachte ich häufiger, dieses Buch ist das was dabei entstehen würde, wenn José Saramago Veronika beschließt zu sterben schreiben würde. Dann dachte ich allerdings, es ist so viel mehr als das. Die Kapitel folgen unterschiedlichen Charakteren, die zunächst nichts miteinander verbindet, welche Tavares jedoch mit Fortschreiten der Handlung zunehmend miteinander verflicht. Diese Komplexität der Beziehungen entsteht jedoch graduell und so verliert der Leser nie den Faden, wie ich anfangs befürchtet hatte, sondern das Gelesene gewinnt noch an Tiefe, durch die verschiedenen Dimensionen, welche ihr hinzu gefügt werden. Die Handlung an sich ist trist, die Figuren psychotisch, verbraucht oder paranoid – wenn nicht sogar alles auf einmal. Der Buchrücken sagt ‘Kafka-esk’ und obwohl ich Kafka bisher nicht gelesen habe, werde ich einfach mal annehmen, dass es stimmt. Denn Tavares erzeugt in seinem Roman eine düstere Stimmung in der die Charaktere gegen einen Strom der Trostlosigkeit und Selbstzerstörung anzuschwimmen versuchen und das nicht immer erfolgreich. Für mich hat dieser Roman also genau das richtige Maß an Ernsthaftigkeit um mir dauerhaft im Gedächtnis zu bleiben. Angenehme Unterhaltung ist ja schön und gut, doch freue ich mich hier ein Buch entdeckt zu haben, welches mich während und nach der Lektüre fordert und zudem noch ein Musterbeispiel an beeindruckender literarischer Expertise darstellt, ohne dabei moralisierend oder sprachlich kompliziert zu werden. Ich bin beeindruckt und erschüttert, ein wunderbares, aber auch sehr ernstes Buch.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Versehrten" von Goncalo M. Tavares

    Die Versehrten

    Eselsohren-Werner

    17. June 2012 um 19:01

    Läuft die Geschichte eines Menschen auf ein Gleichgewicht zwischen Leiden und Leidenlassen hinaus? Tavares behauptet dies in seinem meiner Meinung nach abstrusen und verkrampften Roman. Jedenfalls hat sich mir nicht erschlossen, dass „Die Versehrten“ ein „vielschichtiges und bewegendes Drama über die Entfremdung in der heutigen Welt“ sein sollen. Ich halte die Gleichgewichts-These für falsch und die Romanhandlung für unglaubwürdig.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks