Gordon Mörike Schizophrene Übernahme

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Inhaltsangabe zu „Schizophrene Übernahme“ von Gordon Mörike

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  • Hasspredigt mit schwarzem Humor

    Schizophrene Übernahme

    Tialda

    20. October 2013 um 16:50

    Ich musste nur kurz in die Leseprobe von “Schizophrene Übernahme” von Gordon Mörike sehen, um zu wissen ‘Dieses Buch will ich unbedingt lesen’, da schon diese wenigen Seiten meinen Humor absolut trafen und mich gleichzeitig zustimmend nicken ließen. Der Anfang ist trotz der ersten Seite eigentlich zeitlich gesehen in der Mitte der Geschichte – nämlich 48 Tage nach dem sogenannten Tag X. Der Protagonist, dessen Namen man nicht erfährt, ist mit Hampy unterwegs. Man denkt erst, Hampy wäre ein völlig abgebrühter Kumpel des Protagonisten, bis sich einige Sätze später herausstellt, dass es sich dabei um seine zweite Persönlichkeit handelt. Nicht weit darauf wird das Bild vollständig – denn Tag X war der Tag, an dem der Held der Geschichte die Diagnose ‘Gehirntumor’ bekam – und der Spaß beginnt. Gehirntumor und Spaß in einem Satz zu nennen ist sehr makaber, ich weiß, aber ich möchte auf dem Humorniveau des Buches bleiben und dieser ist nun mal tiefschwarz. Beschrieben wird aus der Ego-Perspektive des gesunden Ichs, das dann auch beschreibt was passiert, wenn das Ruder an Hampy übergeben wird. Spaß machen vor allem die Gespräche zwischen den beiden Persönlichkeiten, bei denen das ‘gesunde Ich’ dem ‘zweiten Ich’ immer wieder Recht geben muss. Denn Hampy verpackt seine wirren Thesen in ein sehr philosophisches Wortkleid, in dem außerdem sehr viel Wahrheit steckt. Hampy – der, der ziemlich sicher in jedem von uns schlummert. Der, der kein Blatt vor den Mund nimmt, all die Idioten da draußen mit der elenden Wahrheit konfrontiert und sich dabei nicht zusammenreißt, frei nach dem Motto ‘alles raus, was keine Miete zahlt’. So rechnet er via Internetvideo mit der Kirche ab, duelliert sich u.a. mit religiösen Eiferern, dämlichen Jugendlichen und Sozialschmarotzern und beschließt ein Buch zu schreiben, um sich sein durchs Land fahren und den Whiskeykonsum finanzieren zu können – und es klappt. Allerdings würde ich nicht dazu raten, so etwas nachzumachen, denn sowas funktioniert vermutlich nur, wenn man ohnehin nichts mehr zu verlieren hat. Ich habe das Buch meist auf dem Hin- und Rückweg zur Arbeit gelesen, während ich zwischen all den leblos dreinschauenden Mitfahrern saß und musste mir mehr als einmal ein Auflachen verkneifen – Gordon Mörike schreibt einfach zu treffend über unsere Welt. Fazit: Eine perfekt ausformulierte Hasspredigt über unsere kaputte Gesellschaft – garniert mit tiefschwarzem Humor.

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