Gottfried Schatz , P. Leslie Dutton Feuersucher

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Inhaltsangabe zu „Feuersucher“ von Gottfried Schatz

"Feuersucher" schildert auf packende Weise, wie das Rätsel der Energieproduktion bei der Zellatmung gelöst wurde und liefert eine atmosphärische Schilderung der Forschungslandschaft im Nachkriegsösterreich und -deutschland sowie in den USA und in der Schweiz.

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  • Rezension zu "Feuersucher" von Gottfried Schatz

    Feuersucher

    michael_lehmann-pape

    01. April 2011 um 13:02

    Zellatmung Ein wenig irritiert lässt es zurück, dieses zunächst sehr speziell wirkende Buch zu einem sehr speziellen Thema. Schon der Titel führt den biochemisch unkundigen Leser ein wenig in die Irre. Es geht im Buch nicht um Feuer im direkten Sinne, auch nicht um abstrakte Formen eines „Feuers der Leidenschaft“ oder ähnlichem. Kern der Darstellung von Schatz ist die Geschichte der biochemischen Theorie der „Chemiosmose“, die erklärt, wie Zellen durch bestimmte, biochemische osmotische Vorgänge Energie (Feuer) erzeugen. Also ein rein wissenschaftliches Buch zur Biochemie, dass maximal einige wenige Forscher interessiert? Dies trifft auch nicht zu, denn Schatz bietet auf den knapp 220 Seiten seines Buches nicht nur eine wissenschaftliche Darstellung der Theorie der Wandlung von ADP in den Energieträger ATP, sondern zudem auch intensive Blicke auf führende Forscherpersönlichkeiten, ihren Anteil zum Thema, auf Wissenschaftsstreit und den langen Weg zur Verifizierung der Theorie. Eine Welt, der Gottfired Schatz selbst mit federführend als Chemiker angehört. Im Zuge der Geschichte der lange Zeit umstrittenen Theorie der Chemiosmose erhält der Leser somit auch Einblick in die beteiligten „Großen“ der Biochemie, in den inneren Antrieb eines Forschers und, zu guter letzt, legt Schatz auch eine exemplarische Geschichte der Entwicklung der Naturwissenschaften im letzten Jahrhundert mit vor, innerhalb derer er erläutert, wie es dazu kam, dass die lange führende europäische Naturwissenschaft gegenüber vor allem der amerikanischen Forschung so stark ins Hintertreffen geraten konnte. Abgesehen also vom eigentlichen Thema, findet sich eine anregende Lektüre über die wissenschaftliche Entwicklung der Nachkriegszeit in Europa, werden wegweisende Forscherpersönlichkeiten dem Vergessen entnommen und geschieht dies alles zudem in einem informellen, legeren, Sprachstil, der eher einem Essay denn einem Fachbuch gleicht. Dem entspricht in Stil und Ausrichtung bereits der Einstieg ins Buch, der von Schatz sehr persönlich gehalten wird und den Weg des Buches fast schon vorgibt. Schatz spricht von sich und seiner Welt und ermöglicht gerade durch diese persönliche Darstellungsform auch breiten Leserkreisen einen Zugang zu dieser Welt. Und zu einem guten Teil von allgemeiner Zeitgeschichte und Prägung einer ganzen Generation durch den Krieg und die Folgen eines zerstörten Europas, um zu verstehen, wie mit dem Blick zunächst auf Österreich eine lange, geistige Lähmung im Raume stand. Das Buch bildet eine Mischung aus persönlichen Erinnerungen, Portraits von Wissenschaftlern, vollzieht die Geschichte der Theorie der Chemiosmose nach und zeigt die Entwicklung zur lange Zeit vorherrschenden Stellung Amerikas im Rahmen der naturwissenschaftlichen Forschung auf. An (wenigen) fachlichen Stellen hoch wissenschaftlich dargestellt, im allgemeinen eher in Form eines legeren Essays daherkommend. Dennoch letztendlich im Thema ein stückweit zu speziell, um wirklich breites Interesse hervorzurufen

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