Gottfried Schatz Postdoc

(6)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 4 Rezensionen
(3)
(2)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Postdoc“ von Gottfried Schatz

Der junge Biochemiker Antal von Némethy ist am Ziel seiner Träume: Er arbeitet als Postdoc in einer renommierten New Yorker Forschungseinrichtung an einem neuen Krebsmedikament. Doch dann begeht Ilona, seine Kollegin und Geliebte, Selbstmord. Auf der Suche nach den Gründen trifft Antal in Wien auf ihre Zwillingsschwester Ildikó, auf die Schatten in Ilonas Vergangenheit und einen unfassbaren Verrat. Gottfried Schatz verknüpft gekonnt die dunklen Kapitel des 20. Jahrhunderts in Österreich und Ungarn mit einer mitreißenden Erzählung um Liebe, Freundschaft und die Faszination wissenschaftlicher Forschung. Antal bewegt sich in einer Welt im Umbruch. Obwohl in der Steiermark geboren, ist er immer noch von der Vergangenheit seines ungarischen Vaters geprägt und bleibt wie dieser ein Fremder zwischen zwei Welten. Der Tod des Vaters und das Scheitern seines Experiments stürzen den jungen Wissenschaftler schließlich in eine tiefe Krise. Und eine neue Krankheit, die später als Aids bekannt werden sollte, erschüttert seinen Glauben in den wissenschaftlichen Fortschritt.

‚Postdoc‘ – eine sehr lehrreiche Geschichte über das Schmücken mit fremden Federn, über Liebe, tiefe Freundschaft und wahre Wissenschaft!

— JilAimee
JilAimee

Stöbern in Romane

Die Hauptstadt

Ein Roman über Brüssel und die EU - so bunt und vielfältig wie die Institution selbst.

hundertwasser

Heimkehren

Ein grandioses Debüt! Sehr empfehlenswert!

Blubb0butterfly

Denunziation

Sehen eindringliche Kurzgeschichten über das Leben in Nordkorea. Für mich als Europäerin kaum vorstellbar, so zu leben. Sehr empfehlenswert!

Anne42

Die Tänzerin von Paris

Ein steter Bilder- und Gefühlsrausch!

Monika58097

Underground Railroad

Eine fesselnde Geschichte, welche die Railroad leider nur fiktiv beschreibt. Wer historischen Background erwartet, ist vielleicht enttäuscht

jewi

Sonntags in Trondheim

Ein ungewöhnliches Buch, der Schreibstil, die Familie, einfach alles ist seltsam, interessant, faszienierend und einfach ungewöhnlich.

Lesezeichenfee

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • "Warum sprächen wir so gerne mit den Toten und sind so stumm vor den Lebenden?" (S. 58)

    Postdoc
    Kerry

    Kerry

    22. March 2015 um 23:16

    "Postdocs" werden sie genannt, sind aber eigentlich Postdoktoranden. Dr. Antal von Némethy ist ein solcher Postdoc. Der aus Österreich stammende Antal macht sein Postdoktorand im renommierten "Baruch and Hannah Levinson Cancer Center" in New York. Im Frühling des Jahres 1975 zog der 29-jährige in die Metropole, aber heimisch, heimisch ist er in dieser Stadt nicht, wobei er sich noch nirgendwo, weder in Österreich, noch in Frankreich, jemals "heimisch" gefühlt hat. Doch er ist zufrieden mit seinem Leben, auch wenn er noch nicht wirklich weiß, wohin es ihn führt, aber er hat ein Ziel vor Augen: Ein Heilmittel gegen Krebs entwickeln, dessen Forschung ihn schon einige Jahre beschäftigt. An einem Junimorgen ändert sich jedoch alles für Antal. Ihm wird der Zugang zum Institut von der Polizei verwehrt, denn es wurde in einem der Laboratorien eine Leiche gefunden. Es handelt sich um Ilona Kováčová, wobei noch nicht klar ist, ob es sich um Mord oder Selbstmord handelt. Sicherlich keine schöne Situation, wenn ein Kollege tot aufgefunden wird, doch für Antal war Ilona mehr als eine Kollegin - sie war seine Geliebte. Es war kein Geheimnis, dass sie kein gutes Verhältnis zum Leiter des Institutes, Dr. Cherascu, hatte, doch hatte dieser Umstand etwas mit ihrem Tod zu tun? Als Antal wenige Tage nach Ilonas Tod einen Brief von ihr erhält, klärt sich einiges auf, doch hinterlässt dieser Brief mehr Fragen, als er beantwortet. Durch Zufall stößt Antal auf eine Spur in die Vergangenheit Ilonas und beschließt, dieser zu folgen. Privat muss er kurzfristig zurück in seine österreichische Heimat und dort begegnet er Ilonas Vergangenheit in Form von Ildikó, Ilonas Zwillingsschwester. Doch dies ist erst der Beginn einer Reise in die Vergangenheit ... "Warum sprächen wir so gerne mit den Toten und sind so stumm vor den Lebenden?" (S. 58) Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass bis zum Schluss nicht feststand, wo genau das Buch den Leser hinführt und wie die Geschichte für Antal enden wird. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Mein Herz habe ich im Besonderen an die Figur des Antal verloren, denn dieser ist, egal wo er lebt, nicht heimisch, doch dies hat wenig mit den Orten zu tun, an denen er lebt, nein, vielmehr mit seiner Abstammung, sodass diese Unruhe, diese Nicht-Ankommen, ihn schon sein Leben lang begleitet. Den Schreibstil empfand ich als packend zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Obwohl dieses Buch nicht durch Action besticht, hat die Geschichte etwas, dass mich als Leser in ihren Bann gezogen hat und mir keine Ruhe ließ, bis ich wusste, wo Antals Reise enden wird und ich muss sagen, dieses Buch hat mich auf Grund seines Plots, seiner Figuren und des Schreibstils förmlich berauscht zurückgelassen.

    Mehr
  • war ganz ok.....

    Postdoc
    steffis-und-heikes-Lesezauber

    steffis-und-heikes-Lesezauber

    17. March 2015 um 06:45

    Kurzbeschreibung Der junge Biochemiker Antal von Némethy ist am Ziel seiner Träume: Er arbeitet als Postdoc in einer renommierten New Yorker Forschungseinrichtung an einem neuen Krebsmedikament. Doch dann begeht Ilona, seine Kollegin und Geliebte, Selbstmord. Auf der Suche nach den Gründen trifft Antal in Wien auf ihre Zwillingsschwester Ildikó, auf die Schatten in Ilonas Vergangenheit und einen unfassbaren Verrat. Gottfried Schatz verknüpft gekonnt die dunklen Kapitel des 20. Jahrhunderts in Österreich und Ungarn mit einer mitreißenden Erzählung um Liebe, Freundschaft und die Faszination wissenschaftlicher Forschung. Antal bewegt sich in einer Welt im Umbruch. Obwohl in der Steiermark geboren, ist er immer noch von der Vergangenheit seines ungarischen Vaters geprägt und bleibt wie dieser ein Fremder zwischen zwei Welten. Der Tod des Vaters und das Scheitern seines Experiments stürzen den jungen Wissenschaftler schließlich in eine tiefe Krise. Und eine neue Krankheit, die später als Aids bekannt werden sollte, erschüttert seinen Glauben in den wissenschaftlichen Fortschritt. Meinung Dies war mein erstes Buch des Autors Gottfried Schatz, den ich vorher leider auch noch nicht kannte. Ich war ganz gespannt darauf, vor allem weil ich den Klappentext ganz ansprechend fand. Die Handlung begann ganz spannend und versprach interessant zu werden. Leider war ich dann nach einigen Seiten doch etwas genervt. Der Selbstmord von Ilona gerät irgendwie in den Hintergrund und ich erfuhr nur viel literarische Wissenschaft. Auch wenn Herr Gottfried diese, da er ja selber Wissenschaftler ist, recht verständlich rüber gebracht hat, blieben mir einige Sachen einfach unverständlich. Es ging immer nur um Machttrieb, Verrat und Intrigen. Jeder wollte jeden in die Pfanne hauen und seinen Profit abschlagen. Wo blieb da das menschliche? Mir ist schon aufgefallen, das Gefühle und Emotionen nur selten im Buch vorkommen und deswegen kam es manchmal so richtig kalt rüber. Außerdem hatte ich so in einigen Passagen meine Schwierigkeiten mit dem „Steirer“ Dialekt. Dies hemmte meinen Lesefluss etwas. Die Charakteren wurden gut dargestellt, auch wenn ich mir noch etwas mehr Informationen über jeden einzelnen gewünscht hätte. Die Ortsbeschreibungen waren auch ganz gut bildlich vorstellbar. So, nun zum Ende. Ich muss sagen, ich war einfach nur genervt und fand es einfach nur „blöd“. So ein Schluss ist wirklich sehr ärgerlich und unverständlich. Es blieben sehr viele Fragezeichen bei mir übrig. Der Schreibstil des Autors war angenehm, aber auch anspruchsvoll. Aber durch die vielen wissenschaftlichen Einschübe, brauchte ich diesmal etwas länger zum Lesen, auch wenn das Buch nicht viele Seiten hatte. Schriftgröße und Kapitellänge waren ok. Cover Das Cover ist in Brauntönen gehalten, mit einer Skyline im Hintergrund und dem Postdoc schwarz im Vordergrund. Nichts weltbewegendes, aber ganz ok. Fazit „Postdoc“ ist ein solider und interessanter Roman, bei dem man sich doch etwas mehr für das Wissenschaftliche interessieren sollte. Mir fehlten die Emotionen. Er hat mich jetzt nicht ganz so vom Hocker reißen können, war aber ganz ok. Deshalb vergebe ich 3 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung.

    Mehr
  • Wenn das Leben Dich erwartet und Du noch nicht bereit zu sein scheinst, es zu leben!

    Postdoc
    JilAimee

    JilAimee

    10. March 2015 um 13:56

    Rezension: Wenn das Leben Dich erwartet und Du noch nicht bereit zu sein scheinst, es zu leben / oder, wenn in deinem Leben Etwas noch auf Dich zu warten scheint und Du es selbst nicht merkst! Antal wird als einziges Kind einer österreichisch-ungarischen Fabrikantenfamilie geboren, die eine hochangesehene Plastikfabrik führt und sich damit einen gewissen höheren Lebensstandard sichern kann. Von diesem wird auch der junge Antal mit multi-nationalem Hintergrund später profitieren können. Während ihn in seiner Kindheit seine geschichtlich familiäre Vergangenheit wenig interessiert, obgleich er sich in seiner Heimat fremd fühlt, entdeckt er früh seine Liebe für die Wissenschaft. So begibt er sich nach seinem Abschluss als junger Biochemiker in ein renommiertes Forschungslabor in NYC, USA. Durch ein überaus respektables Stipendium und den ‚Reichtum‘ seiner Familie unterstützt, beginnt er dort angekommen als Postdoc an der Weiterentwicklung eines potenziellen Krebsmedikamentes zu forschen. Diese Forschung liegt ihm sehr am Herzen, da er während seines Studiums selbst eine nahezu identische Entdeckung hinsichtlich der Heilung von Krebs machte und enttäuscht feststellen musste, dass ein anderer – der Leiter der NYer Forschungseinrichtung – ihm damit scheinbar bereits zuvorgekommen ist. Auf Anraten seines früheren Mentors begibt er sich daher nach NYC um den ‚wahren Entdecker‘ zu finden und zu unterstützen. Da er die meiste Zeit seiner Tage und Wochen in der Forschungseinrichtung verbringt, hat er somit kaum ein privateres Leben und knüpft neben den wenigen anderen Postdocs keine sozialen Kontakte. Auch zu diesen sind die Beziehungen wenig von tiefer Freundschaft geprägt, denn viel mehr der Natur von simplen Bekannten. Der Grund hierfür liegt in der Vorgabe des Institutsleiters, dass die einzelnen Postdocs sich kaum untereinander austauschen dürfen. Somit kann auch NYC keine neue Heimat für ihn werden. „New York betrat man aber nicht ungestraft. Wer dort verweilte, verlor seine Wurzeln […], denn die Stadt ruhte auf Fels, Sand und Sumpf, die fremdem Leben nur zögernd Halt gewährten.“ Von Ehrgeiz getrieben widmet er sich vollends seiner Forschung. Als er eines Tages mit dieser ins Stocken gerät, sucht er den Rat der unnahbaren Kollegin Ilona mit ebenfalls ungarischen Wurzeln. Aus Hilfe und Anerkennung wird schnell so etwas wie Liebe und Vertrauen. Obgleich die beiden sich rasch näherkommen und Ilona ein düsteres Geheimnis über den Leiter des Forschungslabors mit Antal teilt, so erlaubt ihnen die Zeit nicht, sich wirklich kennenzulernen. Seine nächste Bezugsperson nimmt sich das Leben und Antal findet sich alleine in einem Strudel aus Unvollkommenheit, Existenzangst und der Frage nach dem ‚Warum‘ wieder. Um diese zu klären, versucht er Ilonas Geheimnis zu lüften. Dieses führt ihn auch unabdingbar in seine eigene Vergangenheit zurück und er beginnt mit der Hilfe seines Vaters seine Familiengeschichte aufzudecken: Eine Erklärung, -          warum es scheint, er könne nie wirklich irgendwo ankommen? -          Warum er das Gefühl hat, mit seinem Leben ins Leere zu laufen? Dabei entdeckt er einen grausamen Verrat und erfährt um die brisante Geschichte seines ‚diebischen‘ Vorgesetzen, die letztendlich seine Ilona in den Tod getrieben hat. Damit nicht genug, wird er kurz darauf auch noch mit dem plötzlichen Ableben seines Vaters konfrontiert und bedauert, nicht mehr Zeit mit ihm verbracht zu haben. Aber auch die Hinterlassenschaft seines Vaters – die Fabrik – birgt eine große Herausforderung für Antal. Ein Gerichtsprozess wegen Umweltverschmutzung steht an und sein Erbe und die Ehre seines Vaters somit auf der Kippe. Antal beginnt viel zu reisen, um sowohl Ilonas Tod endgültig zu klären, den Verrat zu sühnen und seinem Vater die letzte Ehre erweisen zu können. Unverhofft trifft er dabei auf eine neue, ‚alte‘ Liebe, aber auch auf weitere Rätsel und Gefahren, deren freundliche Warnungen er zuvor ausgeschlagen hat. Es kommt zu weiteren mysteriösen Todesfällen, den Vormarsch einer unbekannten Krankheit und das Scheitern seiner eigenen Forschung. Antals Leben scheint ihn in eine niederringende Strömung zu ziehen während es ihn durch die Länder dieser Welt schleift. Und doch – irgendwo zwischen den Wolken und über den Dächern der Welt hinweg – findet er ihn plötzlich, den Grund seines weiteren Lebens… „Das Leben ist ein dauerndes Tauziehen zwischen Soll und Haben.“ -          Ihr wollt wissen, wie dieser aussieht und welches überraschende Ende die Geschichte bietet? -          Warum hat sich Ilona umgebracht und welche Rolle spielt dabei der Institutsleiter? -          Mit welchen Massen wird Antal von seiner eigenen Geschichte eingeholt? -          Und kann er die Fabrik seines Vaters retten? -          Wird Antal all diese Rätsel klären können und der Forschung neue Tiefe verleihen? -          Und wer sind jene, die ihn so freundlich warnten und auf deren Rat er nicht hörte? All diese Fragen machen die Geschichte so lesenswert und ich kann euch alle nur dazu ermutigen, sie in eure Gedanken, in euer Leserherz zu lassen. „Wenn du dir immer einen Rückweg offenhältst, wirst du bequem leben, dich aber früher oder später fragen, warum du nicht mehr aus deinem Leben gemacht hast.“ Da ich seit meiner Schulzeit selbst ein großes Interesse an der Wissenschaft, in meinem Fall allen voran der Biologie und Astrophysik (als Hobby) hege, war es für mich sehr interessant einen von einem ‚echten‘ Wissenschaftler verfassten Roman lesen zu dürfen. Vielen lieben Dank an den Verlag für diese einmalige Chance. Ich muss sagen, von alleine wäre ich höchstwahrscheinlich nicht auf diese literarische Schmuckstück gestoßen. Aufgrund dessen, das mein Mann selbst eine gewisse Zeit lang biomedizinische Chemie studiert hat, konnte ich evtl. Unklarheiten schnell klären. Generell ist das Buch sehr beeindruckend geschrieben, zeugt von großer Kenntnis in seinem Themenbereich und weist einen enormen emotionalen Tiefgang hinsichtlich der Zwischenmenschlichkeit und pers. sowie geschichtlicher Vergangenheiten der einzelnen Charaktere auf. Die Erzählung um Antal und der Suche nach sowie dem Finden dessen, was das Leben ‚eigentlich‘ für einen bereithält, hat mich zutiefst beeindruckt. Der Schreibstil des Autors ist sehr anspruchsvoll und vornehm und doch ist die Schwere der Thematik mit so einer Leichtigkeit formuliert, dass sie selbst für Laien gut verständlich ist. Unterstützt wird dies durch das dem Buch angehängte Glossar. Großen Respekt dafür. Die Spannung dieser Geschichte ist eher emotionaler, familiärer Natur, denn tatsächlich von Aktionen getrieben, aber dies macht es für mich nur umso schöner, dieses Buch lesen zu können. Der Tonus ist sehr nachdenklich gehalten, lehrreich und zugleich packend und von Visionen durchzogen, die man sich vielleicht auch für sein eigenes Leben wünscht. Ankommen möchte jeder! Gerne hätte ich noch etwas mehr über den Sohn des Polizisten beziehungsweise seine Parallelität zu Antal erfahren. Aber ich verstehe, dass manche Dinge einfach dem Einfallsreichtum der Leser überlassen werden müssen. Mein großes Kompliment gilt neben der tiefen Geschichte auch der Aufmachung des Buches an sich. Mir hat es sehr gefallen, wie das Cover und der Buchumschlag gestaltet sind. Die düsteren Farben verleihen dem inhaltlichen Thema die nötige Schwere und liefern doch mit dem ‚Blick nach Vorn‘ eine gewisse Hoffnung. Sehr berührend und passend. Ich danke dem Verlag und Autor an dieser Stelle auch für die Zusendung eines Hardcovers, das war für mich neben den vielen E-Books mal wieder eine willkommene Abwechslung. Auch die Stärke und Griffigkeit des Seitenpapiers ist mir sehr positiv in Erinnerung geblieben. Abschließend möchte ich mit folgenden Worten dem Autor für seinen gelungenen Debut-Roman danken: ‚Postdoc‘ – eine sehr lehrreiche Geschichte über das Schmücken mit fremden Federn, über Liebe, tiefe Freundschaft und die Bedeutung der eigenen Vergangenheit, aber auch eine Geschichte über einen Neubeginn und ein überraschendes Ende. Meine absolute Leseempfehlung, um aus ‚dem Reich der Zeit‘ ausbrechen zu können. --Jil Aimée

    Mehr
  • Die Suche nach einer Vision im Leben ...

    Postdoc
    Die-wein

    Die-wein

    26. February 2015 um 00:22

    Der aus Wien stammende Antal von Némethy ist froh, dass er an einer renommierten New Yorker Forschungseinrichtung einen Laborplatz sowie ein großzügiges Stipendium erhält. Er möchte dort gemeinsam mit dem Krebsforscher Alexander Cherascu an der Weiterentwicklung eines Krebsmedikaments arbeiten. Nachdem er jedoch mit seinen Experimenten nicht mehr weiter weiß, fragt er seine Kollegin Ilona um Rat, verliebt sich in sie und erfährt dabei brisante Details aus der Vergangenheit seines Vorgesetzten. Gleichzeitig kämpft er mit den Nachwirkungen seiner eigenen Vergangenheit. Als Ilona wenig später Selbstmord begeht, versucht Antal die Gründe für ihr Handeln zu verstehen und deckt dabei einen großen Verrat auf. Gottfried Schatz war mir ehrlich gesagt, bisher weder als Autor noch als Wissenschaftler ein Begriff. Ich bin daher ohne große Erwartungen oder Vorbehalte an das Buch herangegangen. Umso mehr war ich am Ende überrascht, wie gut mir diese Geschichte und der Erzählstil gefallen haben. Man merkt relativ schnell, dass der Autor über sehr viele Kenntnisse im Bereich der Wissenschaft verfügt, aber auch als Laie ist es mir nach einigen Anlaufschwierigkeiten gut gelungen, mich in die Thematik hineinzufinden und Antals Sorgen und Nöte zu verstehen. Antal von Némethy hat sich nie viele Gedanken über seine Herkunft gemacht, auch nicht als er von Schulkameraden beschimpft und verprügelt wurde und sein Vater ihn eher beschwichtigte, anstatt es ihm zu erklären. Erst viele Jahre später beginnt er, nach der Ankunft in New York, die Notizen seines Vaters zu lesen und sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen. Als sein Vater wenig später stirbt, muss er sich schließlich um dessen Firma für Plastikprodukte in Österreich kümmern, während in New York seine Experimente für das Krebsmedikament missglücken und Mitarbeiter des Labors von einer neuen rätselhaften Krankheit (die später als Aids bekannt wird) heimgesucht wird. Antal beginnt mehr und mehr seine Fähigkeiten als Wissenschaftler anzuzweifeln. Der Schreibstil ist anspruchsvoll und man sollte sich von dem Buch auch nicht zu viel Spannung erwarten. Der Fokus liegt mehr auf den unterschiedlichen Charakteren und der Einführung des Lesers in die Thematik der Wissenschaft sowie der geschichtlichen Vergangenheit Österreichs, Ungarns und der Slowakei. Sehr gelungen fand ich dabei die bildhaften Beschreibungen der Schauplätze, die Antal während seiner Reisen besucht. Im Anhang ist ein kleines Verzeichnis über verwendete ausländische Bezeichnungen sowie Redewendungen zu finden, allerdings musste ich dennoch viele Wörter nachschlagen, da diese im Anhang nicht enthalten waren. Mein Fazit: Insgesamt gesehen ein lehrreiches und gut lesbares Buch, für all jene, die sich für die Wissenschaft bzw. Geschichte Mitteleuropas begeistern können, ohne auf einen packenden Roman über Liebe, Freundschaft und Visionen verzichten zu müssen.

    Mehr