Grégoire Delacourt Der Dichter der Familie

(27)

Lovelybooks Bewertung

  • 21 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 26 Rezensionen
(2)
(5)
(10)
(9)
(1)

Inhaltsangabe zu „Der Dichter der Familie“ von Grégoire Delacourt

Mit sieben Jahren schreibt Édouard sein erstes Gedicht. Wie charmant! Die Familie ist entzückt, von jetzt an steht fest: Édouard ist der Dichter der Familie. Doch für ihn beginnt damit der unaufhaltsame Abstieg: Die Jahre vergehen, und vergebens versucht er diesen einen Moment reiner Liebe und Bewunderung wiederauferstehen zu lassen. Nichts will ihm gelingen: Er wählt die falsche Frau und muss machtlos zusehen, wie seine Familie zerbricht. Statt Schriftsteller wird er Werbetexter, trotz seiner Erfolge fühlt er sich als Versager. »Schreiben heilt«, hat sein Vater immer gesagt – wird Édouard schließlich die Worte finden, die ihn und seine Liebsten zu heilen vermögen?

Schwere, französische Kost, lesenswert.

— evafl

Keine leichte Sommerlektüre. Aber von der Sprache her ein typischer Delacourt!

— Isador

Das Schicksal eines Mannes der von Kind an versucht, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen, ein Dichter zu werden, sehr melancholisch

— katze267

Ganz große Erzählkunst! Eben ein echter Gregoire Delacourt!

— Edelstella

Leider nicht mein Geschmack, in Ansätzen spannend, aber schon sehr deprimierend...

— Isaopera

Melancholisch, aber nicht ohne Hoffnung für den Protagonisten. Ein Buch, das mich anrührte.

— Bibliomarie

Stilistisch ohne Schnörkel,dennoch prachtvolle Reise von Wünschen und Erwartungen anderer hin zur Entwicklung einer eigenen Identität 5*

— SigiLovesBooks

Schwermütig, definitiv kein Sommerbuch. Aber wenn man viel Zeit und Muße aufbringt, ein interessantes Buch mit Tiefgang.

— Limarie

Harte Kost

— Daniel_Allertseder

Lesenswertes Buch mit einer gehörigen Portion Tristesse, definitiv kein Sommerbuch

— hexhex

Stöbern in Romane

Außer sich

Eine Geschichte mit einer Protagonistin die in keinster Weise berührt!

Laurie8

Was man von hier aus sehen kann

WOW!!! Ein wunderbarer Roman, der alles enthält was man sich wünscht: Freundschaft, Humor, Tragik und viel viel Nächstenliebe.

MissRichardParker

Der Typ ist da

Ganz nett zu lesen, aber nicht der Ortheil den ich gerne lese.

19angelika63

Der Gentleman

Herrlich witzig und urkomisch!

Kristall86

Tage ohne Hunger

Ein beeindruckendes Buch, das unter die Haut geht.

leserattebremen

Alles, was ich nicht erinnere

abgebrochen

Prinzenmama05

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Wir sangen es mit ganzer Seele, aber kein einziger Klang drang aus unserer Kehle.

    Der Dichter der Familie

    evafl

    17. October 2017 um 10:44

    Schon als Kind wird Édouard zum Dichter der Familie gekürt, sein erstes Gedicht rührt die Familie, sie ist begeistert von diesem talentierten Jungen. Folglich fällt es ihm schwer, wirklich wieder zu schreiben, denn die Bewunderung und Liebe, die ihm dadurch entgegen gebracht wurde, sie fehlt fortan. So verläuft sein Leben nicht optimal, er scheitert, weil die Familie zerbricht, wird Werbetexter. Schafft er es doch irgendwann, die Worte zu finden, die ihn und seine Liebsten heilen können? Vom Autoren hatte ich bereits „Die vier Jahreszeiten des Sommers“ gelesen, entsprechend war ich hier nun gespannt, wie dieses Buch so ist, sich die Geschichte entwickelt. Auch in diesem Buch legt Grégoire Delacourt sehr viel Wert auf eine ausdrucksstarke, teilweise auch wieder poetische Sprache. Das Buch lässt sich angenehm lesen, es ist aber auf gar keinen Fall mal eben schnell gelesen. Ein anspruchsvolles Buch, das für mich gelegentlich verworren war, hinsichtlich mancher Schilderungen bzw. Erläuterungen/Erklärungen. Von den Worten her war es so, dass man merkt, dass es teilweise in den 70er und 80er Jahren spielt. So ist durch das Werbetexter-Dasein von Èdouard öfter mal die Rede von verschiedenen Firmen – die mir nicht unbedingt etwas gesagt haben. Ansonsten hatte ich hier das Gefühl, dass nicht unbedingt immer wieder französische Begriffe auftauchen. Orte natürlich, aber Begriffe nicht. In dieser Hinsicht war es also gut zu lesen. Die Geschichte an und für sich ist generell dramatisch, das kann man nicht anders sagen. Sie hat mich durchaus gut unterhalten, hat aber oft auch auch zum Nachdenken angeregt bzw. war so anspruchsvoll geschrieben, dass man manche Passagen mehrfach lesen musste. Zwischendurch hat mir immer mal wieder der Zusammenhang gefehlt bzw. war es für mich einfach nicht interessant – oder vielleicht auch einfach gerade zu schwere Literatur. Es ist ja nicht so, dass es sich hier um ein durch und durch fröhliches, locker-leicht geschriebenes Buch handelt. Dementsprechend hat es länger gedauert, dieses Buch zu lesen, ich musste auch eine Pause einlegen, einfach weil es kurzzeitig nicht mehr interessant für mich war. Ab dem letzten Drittel lief es wieder rund mit dem Buch und mir, es wurde wieder interessanter, es war spannend zu lesen, was sich hier wie weiter entwickelt – was sich in Sachen der Literatur und der Liebe tut. Für mich war es erneut eine interessante Lektüre, eine durchaus sehr anspruchsvolle aber eben auch, ein schweres Stück. Es war nicht gänzlich mein Fall bzw. war mir teilweise einfach zu schwer bzw. nicht fesselnd genug. Von mir gibt es für dieses Buch 3 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

    Mehr
  • Leider sehr deprimierend

    Der Dichter der Familie

    raven1711

    09. October 2017 um 14:35

    Rezension Grégoire Delacourt - Der Dichter der Familie Klappentext:Mit sieben Jahren schreibt Édouard sein erstes Gedicht. Wie charmant! Die Familie ist entzückt, von jetzt an steht fest: Édouard ist der Dichter der Familie. Doch für ihn beginnt damit der unaufhaltsame Abstieg: Die Jahre vergehen, und vergebens versucht er diesen einen Moment reiner Liebe und Bewunderung wiederauferstehen zu lassen. Nichts will ihm gelingen: Er wählt die falsche Frau und muss machtlos zusehen, wie seine Familie zerbricht. Statt Schriftsteller wird er Werbetexter, trotz seiner Erfolge fühlt er sich als Versager. »Schreiben heilt«, hat sein Vater immer gesagt – wird Édouard schließlich die Worte finden, die ihn und seine Liebsten zu heilen vermögen?Meinung:Meine Freunde war groß, als ich in der Herbst-Verlagsvorschau den neuen Roman von Grégoire Delacourt entdeckte, war sein zuletzt erschienener Roman Die vier Jahreszeiten des Sommers doch eines meiner Lesehighlights 2016.Nun lernt man Édouard kennen, der im zarten Alter von 7 Jahren sein erstes Gedicht schreibt und fortan als der Dichter der Familie angesehen wird. Ein schweres Los, das fortan auf Édouards Schultern lastet und ihn sein Leben lang begleiten wird. Die Ehe seiner Eltern ist am Wackeln, seine Familie zerbricht nach und nach, und auch im Erwachsenenleben scheint er einen Fehlgriff nach dem anderen zu machen, immer auf der Suche nach dem Glück.Der Einstieg in das Buch gestaltete sich schwierig und es wurde auch nicht wirklich besser. Ich fand kaum Zugang zu Édouard oder seiner Familie, die Schwermut der Geschichte deprimierte mich regelrecht und die Lesefreude ließ auf sich warten. Delacourts Geschichten haften ja immer eine leichte Melancholie an, hier aber treibt er es leider zu sehr auf die Spitze, so dass die Geschichte schwer und zäh wird, trotz einer Seitenzahl von gerade mal 240 Seiten.An und für sich war die Thematik durchaus interessant, leider hat mich der Roman diesmal nicht abholen können. War es der falsche Zeitpunkt für mich für diesen Roman? Ich weiß es nicht. Mir bleibt hier nur die Hoffnung, dass das nächste Buch von Grégoire Delacourt mich wieder finden wird, dann vielleicht nicht mehr ganz so schwermütig, mit etwas mehr Zuversicht und seinem gewohnt poetischen Erzählstil Fazit:Der Dichter der Familie lässt mich leider etwas enttäuscht zurück. Zu schwermütig und zu depressiv erzählt, zu wenig Zugang zu seinen Protagonisten stellte sich ein. Der erhoffte Wow-Effekt blieb leider aus und hat mich etwas ernüchtert zurück gelassen. Da konnte auch Delacourts poetischer Sprachstil mich nicht drüber hinweg trösten. Vielleicht wieder beim nächsten Buch...Von mir gibt es 2,5 von 5 Punkten.Vielen Dank an den Atlantik Verlag für das Rezensionsexemplar.

    Mehr
  • Eine Familie

    Der Dichter der Familie

    19angelika63

    KlappentextAls der kleine Édouard sein erstes Gedicht schreibt, ist seine Familie gerührt und begeistert von dem talentierten Jungen. Von jetzt an steht fest: Édouard ist der Dichter der Familie. Doch für ihn beginnt in diesem Moment der unaufhaltsame Abstieg: Die Jahre vergehen, und vergebens versucht er diesen einen Moment reiner Liebe und Bewunderung wiederauferstehen zu lassen. Nichts will ihm gelingen: Er wählt die falsche Frau und muss machtlos zusehen, wie seine Familie zerbricht. Statt Schriftsteller wird er Werbetexter, trotz seiner Erfolge fühlt er sich als Versager. >Schreiben heilt<, hat sein Vater immer gesagt - wird Édouard schließlich die Worte finden, die ihn und seine Liebsten zu heilen vermögen?"Wann weiß man, dass man liebt? Am Abend oder am Morgen? Wenn es noch Zeit ist oder schon zu spät?(...)Geliebt werden, bevorzugt werden, derselbe Kampf. Dieselbe Feigheit. Wir weiden uns alle an dem Verlangen des anderen nach uns. Keine Liebe dabei. Bloß das Verlangen nach dem Verlangen des anderen." (Seite 60)Als Kind schreibt Édouard einen einfachen Reim. Und schon ist die komplette Familie aus dem Häuschen und sieht in ihm einen potentiellen Dichter. Doch die Familie hat keine Ahnung welchen Druck sie damit auf Édouard ausüben. Immer auf der Such nach den richtigen Worten für einen Roman oder ein Gedicht findet er alles Mögliche, nur nicht den Erfolg den seine Familie sich für ihn erhofft. Er in seinen Augen ständig falsche Entscheidungen, obwohl er als Werbetexter sehr erfolgreich ist. Doch er glaubt den Ansprüchen seiner Familie nicht zu genügen.Dies ist nicht, wie ich zuerst glaubte ein neuer Roman von Delacourt. Nein, dieser Roman erschien bereits 2011. Mit diesem Roman hat er debütiert  und in Frankreich dafür einige Preise bekommen."Der Dichter der Familie" ist wieder ein Buch, das die Leserschaft spaltet. Viele finde es nicht gut, da es nicht an "Die vier Jahreszeiten des Sommers" heranreicht. Ich sehe das ein bisschen anders, nämlich unter dem Aspekt des Debüts. Delacourt hat mit diesem Buch ein sehr schönes Debüt geschrieben. Eines, welches man tiefer betrachten muss und sollte.Da ist der in meinen Augen sehr schüchterne Édouard. Er lebt in einer Familie, die Probleme hat. Die Eltern lieben sich nicht mehr und stehen kurz vor der  Trennung. Sein Bruder ist krank und landet später in der Psychiatrie. Und seine Schwester hängt irgendwie dazwischen. Dann schreibt Édouard ein paar Zeilen, die sich reimen und schon feiert ihn die Familie als großen Schriftsteller, nichtsahnend, dass sie ihn damit unter Druck setzen, ein erfolgreicher Schriftsteller zu werden. Édouard scheint an diesem Druck zu zerbrechen. Letztendlich zerbricht die ganze Familie. Delacourt zeigt mit einer sehr weichen und melancholischen Art auf, was die Erwartungen der Eltern an ihre Kinder anrichten können. Was mit Kindern und späteren Erwachsenen geschieht, die ihr Leben lang nach Anerkennung und Liebe der Eltern/ Familie lechzen ... In meinen Augen ein wundervolles Buch, dass die Strukturen einer Familie aufzeigt.  Sicherlich ein anderes Buch als "Die vier Jahreszeiten des Sommers", aber auf jeden Fall ein Delacourt, wenn auch früher,  und  lesenswert. "Man muss gesehen haben, wie seine Eltern sich prügeln, um zu begreifen, dass ein Kind den Wunsch entwickeln kann zu sterben." (Seite 32/ 33)

    Mehr
    • 5
  • Der Dichter der Familie

    Der Dichter der Familie

    Kleine8310

    18. August 2017 um 22:51

    "Der Dichter der Familie" ist ein Roman des Autors Grégoire Delacourt. Für mich war dieses Buch, das erste des Autors und da ich die Geschichte, vom Klappentext her, ganz vielversprechend fand, hoffte ich, dass auch der Inhalt ein paar schöne Lesestunden bereiten würde ... In dieser Geschichte geht es um den Protagonisten Édouard. Der kleine Junge schreibt mit sieben Jahren sein erstes Gedicht und die ganze Familie ist begeistert davon. Ab diesem Zeitpunkt steht klar fest, dass Édouard der Dichter der Familie ist. Doch für den Protagonisten beginnt damit ein unverhoffter Abstieg, der sein ganzes Leben überschatten soll.    Viele Jahre versucht Édouard, dass Gefühl der Liebe und Begeisterung, welches ihm damals entgegengebracht wurde erneut zu erreichen und stößt dabei an seine Grenzen. Auch sein Wunsch seine Familie durch seine eigenen Worte heilen zu können zerplatzt und die Familie bricht auseinander. Wird sich die Aussage seines Vaters, dass "Schreiben heilt" dennoch für ihn bewahrheiten können? Der Einstieg in diesen Roman ist mir leider nicht so gut gelungen. Das lag zunächst einmal an dem sehr episodischen und sprunghaften Schreibstil von Grégoire Delacourt. Mir persönlich, wurden direkt zu Beginn viel zuviele Themen eingebracht, aber keines so, dass ich mich auch auf die Inhalte einlassen konnte. Es wirkte auf mich, wie ein aufzählen von Ereignissen, was sich nach einer Eingewöhnungszeit nicht ganz schlecht lesen liess, da der Autor den Fokus mehr auf den Protagonisten legt, aber gefesselt hat mich die Geschichte nicht.   Die Ausarbeitung der Charaktere war recht gelungen, auch wenn keiner von ihnen ein Sympathieträger/eine Sympathieträgerin für mich war. Der Protagonist konnte mich leider von allen am wenigsten überzeugen, da mir die emotionalen Momente nicht authentisch genug waren. Eine gewisse Melancholie finde ich nicht schlecht, aber hier war es zuviel des Guten, vorallem im Kontext mit Themen, die hier so gar nicht hinpassen wollten.   Die Thematik des Dichtens und des Schreibens wird immer mal am Rande erwähnt, aber es geht mehr um einzelne Schicksale innerhalb einer Familie und nicht um die Thematik, die ich mir vom Klappentext versprochen hatte. Was mich am meisten gestört hat war, dass der Autor sehr vulgär und teilweise einfach unpassende Beschreibungen abliefert, die mich einfach nur noch angewiedert haben. Was haben solche extremen Sex-Szenen, in einem Roman zu suchen? Hinzu kam ein, in meinen Augen, sehr respektloser "Witz" wo es um die Thematik einer Vergewaltigung geht, was, für mich, gar nicht in Ordnung geht. Sarkasmus und Ironie sind mir nicht fremd, aber manchen Themen sollte man schon mit ein bisschen mehr Respekt und Anstand begegnen.  Positiv:  * ein nettes Cover   Negativ:  * ich habe mir von der Beschreibung eine ganz andere Geschichte versprochen * die Inhalte sind teilweise auf sehr grenzwertige und grenzüberschreitende Art     beschrieben und die Sprache war mehr als nur vulgär * mir fehlte beim Protagonisten eine deutliche Entwicklung   * der Schreibstil ist knapp und episodisch, was den Lesefluss nicht recht zustande     kommen lässt * trotz emotionaler Themen kam bei mir kein wirkliches Gefühl an   "Der Dichter der Familie" konnte mich von den Inhalten und der Sprache des Autors absolut nicht überzeugen. Ich habe mehrfach überlegt nicht mehr weiterzulesen, mochte das Buch, im Rahmen einer Leserunde, aber nicht abbrechen. Für mich wird es kein weiteres Buch des Autors geben und ich kann dieses auch leider nicht empfehlen.  

    Mehr
  • Wortgewaltig und vom Inhalt berührend

    Der Dichter der Familie

    Isador

    16. August 2017 um 13:43

    Edouard erfindet in seiner jungen Kindheit einen eigenen Reim, den er seinen Eltern präsentiert. Seit diesem Zeitpunkt ist er für alle nur noch "der Dichter der Familie". Die Familie ist jedoch völlig kaputt - der Vater war im Algerienkrieg, der Großvater in Mauthausen, der kleine Bruder ist verstummt... Und so geht auch Edouards Leben weiter. Er heiratet eine Frau, die nicht seine große Liebe ist, und die von ihm erwartet, dass er ein Buch schreibt. Es herrscht eine große Traurigkeit in seinem Leben, aus der er sich nicht befreien kann.Dieses Buch ist trotz seines farbenfrohen leichten Covers alles andere als eine leichte Sommerlektüre. Die Traurigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Roman. Trotzdem gefällt mir wie immer auch hier der wortgewaltige Schreibstil des Autors, der das Lesen zum Genuss macht!Obwohl ich das Buch schon vor einigen Wochen beendet habe, wirkt es noch in mir nach. Ich empfehle es Lesern, die nicht immer nur von rosaroten Welten lesen möchten.

    Mehr
  • Melancholischer Roman über unerfüllte Erwartungen

    Der Dichter der Familie

    katze267

    15. August 2017 um 22:21

    Edouard verfasst als Siebenjähriger ein nettes Gedichtchen und von nun an erwartet seine Familie, dass er sich später zu einem berühmten Dichter entwickelt. Doch er kann diese Erwartungen nicht erfüllen,auch nicht die seiner Freundin und späteren Ehefrau Monique, die in ihm einen erfolgreichen Buchautor sehen will. Er ist und bleibt ein Verlorener, Getriebener, ständig fremd bestimmt und unglücklich, die Vorstellungen seiner Familie nicht wahr machen zu können. Zu diesem schon freudlosen Leben kommen noch die Trennung seiner Eltern und der behinderte Bruder. Insgesamt strahlt der ganze Roman eine andauernde Trostlosigkeit und Melancholie aus. Sogar die sich einstellenden beruflichen Erfolge Edouards als Webetexter und die Geburt seiner Tochter, werden nicht als glückliche Ereignisse dargestellt, die depressive Grundstimmung bleibt. Einige Abschnitte des Romans, insbesondere eine Affäre Edouards mit einer Kollegin, werden zudem in einem recht vulgären Sprachstil beschrieben, was mich, besonders nach den früheren Büchern des Autors negativ überraschte. Erst das Ende des Romans bringt hoffnungsfrohe Aspekte sowohl für Edouard als auch für seine Eltern und versöhnte mich etwas mit dem sonst durchgehend „Tristesse“ ausstrahlenden Roman.

    Mehr
  • keine leichte Lesekost

    Der Dichter der Familie

    Simi159

    15. August 2017 um 21:12

    Von Grégoire Delacourt hatte ich im vergangenen Jahr sein Buch „ Die vier Jahreszeiten des Sommers“ gelesen. Seine Sprache, die Bilder, die in meinem Kopf entstanden, seine Charaktere haben mich verzaubert. Denn so klar und und sich verspielt berührten seine Worte und ich war dementsprechend neugierig, wie sein neues Buch ist. „Der Dichter der Familie“ geht es um  Édouard, der in Dekaden, 70er-80er-90er Jahre, sein Leben und das seiner Familie erzählt.  Als kleiner Junge schrieb er lustige Reimgedichte, wurde von allen in der Familie dafür gelobt und bekam im Zuge dessen den „Stempel“ Dichter. Seine Eltern sahen in ihm einen großen Dichter - Geschichtenerzähler -Schriftsteller. Und fortan versucht an diesen Erfolg anzuknüpfen und erreicht ihn doch nie… Fazit: Schade, so recht anknüpfen an „Die vier Jahreszeiten des Sommers“ und die gleichen Gefühle entstehen lassen kann dieses neue Buch des Autors leider nicht.  Dafür ist die Erzählweise, die abgehakte in den Zusammenhängen ist, und die Sprache zu nüchtern und schnörckelos. Man sieht dem Erzähler immer wieder beim Scheitern zu, bei seiner Suche, die nie zu Enden scheint. Obwohl Édouard Talent hat, einen Blick für Personen und Zusammenhänge, was sich im Erfolg bei seinen Werbesprüchen zeigt, doch sein Traum Schriftsteller zu sein, ein eigenes Buch zu schreiben, erfüllt sich nie. Er ist ein Suchender, der geliebt werden möchte und nie diese Liebe zu bekommen scheint, weder von seinen Eltern noch von seinen Frauen. Als Leser hat man es schwer, zum Einen in den Text hinein zu kommen und zum Anderen mit den Figuren warm zu werden. Denn die Charaktere erschließen sich einem erst am Ende, wenn man den Buchdeckel schließt. Alles in allem keine leichte Sommerlektüre, sondern schwer lesbare Herbst - Winter-Ware. Von mit gibt es 3 STERNE.

    Mehr
  • Anders als erwartet. Dramatisch & trotzdem gut ...

    Der Dichter der Familie

    SharonBaker

    12. August 2017 um 13:54

    Édouard ist sieben, als er sein erstes Gedicht schreibt und der Familie vorträgt. Begeistert, mit viel Lob und Applaus nehmen sie es auf und in dem Augenblick steht fest, er wird später Schriftsteller. Doch so leicht sind vorformulierte Träume nicht. Édouard scheitert, in der Liebe, als Schriftsteller und irgendwie scheint ihn dieses Schicksal, in die Wiege gelegt, denn seine Umgebung zerbricht, in viele Einzelstücke. Wie soll er da nur ans Schreiben denken und warum, wird das immer von ihm verlangt? Sein Vater meinte mal zu ihm, „Schreiben heilt“, davon hat er bis jetzt nichts gemerkt und fühlt sich in seinem eigenen Leben als Versager. Was macht dieser Traum aus ihn? Findet er wirklich nie die richtigen Worte? Und folgt nicht nach einem Abstieg auch wieder der Aufstieg? Letztes Jahr habe ich mein erstes Buch von diesem Autor gelesen und mit „Die vier Jahreszeiten des Sommers“ konnte er mich total überzeugen. Ein richtiges Sommerbuch, zum entspannen und genießen. Natürlich wünschte ich mir dieses gleiche Wohlgefühl bei dieser Geschichte und der Klappentext sorgte für Vorfreude und liess auf großes Lesevergnügen hoffen. Ob mich der Autor auch dieses mal begeistern konnte, erzähle ich euch jetzt.Im Mittelpunkt des Buches steht Édouard, der älteste Sohn von drei Kindern. Auf dem ersten Blick scheint es eine ganz normale Familie zu sein, aber der Schein trügt. Es ist alles andere als leicht. Der Vater war im Krieg, und als er wieder nach Hause zurückkehrte, wurde er sofort mit seiner Jugendliebe verheiratet. Sein wohl bedeutendster Satz im Leben, ist wohl „Mach den Mund auf, sonst entscheiden andere dein Leben“ und das, zieht sich durch die ganze Geschichte. Verpasste Chancen, schlechte Planung, unerfüllte Sehnsüchte und Depressionen beschreiben diese Familie. Das Drama schleicht sich leise an und wütet dann Schlag auf Schlag. Tja, und Édouard mittendrin. Er ist da leider wie sein Vater, lässt vieles geschehen, was er gar nicht möchte, weil er nicht die richtigen Worte findet. Überhaupt sucht er die richtigen Buchstaben und statt diese zu finden, ist er der gutmütige Tropf, der dann die Verantwortung trägt. Dabei könnte sein Leben gar nicht so schlecht verlaufen, statt Schriftsteller, ist er nämlich Werbetexter geworden und das ziemlich erfolgreich. Aber trotzdem fühlt er sich als Versager, da er das Buch, von dem alle reden, immer noch nicht veröffentlicht hat.Die ganze Geschichte handelt eigentlich von Träumen, Hoffnung und Sehnsüchte, die sich alle nicht erfüllen und einige dran zerbrechen. Es sind die Wünsche, die man sich im Leben ersinnt und an denen man zerbricht. So wünscht sich die Mutter Liebe, der Vater sein Leben und eine Tochter, einen Märchenprinzen oder Édouard sein Buch. Oft sind es eigene ersponnene Träume, oder die in die Wiege gelegten. Allerdings haben beide was gemeinsam, sie machen das Leben nicht einfach und manche sollen eben nie in Erfüllung gehen. Grégoire Delacourt nimmt sich hier einer traurigen Geschichte an, und obwohl ich sein Blick in das realistische Leben mag, war die Melancholie und die dramatische Steigerung schon recht überraschend und machte beim Lesen unglaublich wehmütig. Er erzählt nämlich nicht allein die Geschichte dieses jungen Mannes, sondern einer ganzen Familie und diese ist einfach schrecklich traurig. Der Anfang ist noch recht beschwingt, aber schnell kommt die Wende, Internat, Klinik, Scheidung, ungewollte Heirat, und wenn man aus dieser hinabschleife, ausbrechen möchte, schlägt auch noch das Schicksal zu. Édouard‘s Geschichte lehrt uns einfach, nicht immer an allen fest zuhalten, auch mal auf den Tisch zu hauen und statt die richtigen Worte zu suchen, einfach überhaupt was zu sagen. Dabei benutzt der Autor leichte, sogar fast zarte Töne. Er haucht seinen Figuren Liebe ein und so leidet man, einfach schrecklich mit. Dabei verwendet er auch ganz gern gezielte Kosenamen, die einen manchmal etwas verwirren, es aber mit jeder weiteren Seite charmanter machten. Tja, und obwohl es recht schwermütig ist, habe ich es gern gelesen. Die Art des Erzählens und seine Figuren wachsen einen einfach ans Herz. Man leidet zwar furchtbar mit und möchte gern eingreifen, gibt aber auch nicht auf zu hoffen. Ich fand es wieder toll zu lesen, wünschte mir aber, dass er uns noch ein bis zwei Kapitel mehr gegönnt hätte, um die aufgewühlte Seele wieder träumen zu lassen.Der Dichter der Familie ist eine ruhige und dramatische Familiengeschichte, die sehr sensibel, aber auch mit vielen Schicksalsschlägen erzählt wird und uns zeigt, dass Träume zwar wichtig sind, wir sie aber nicht immer einhalten können im Leben. Es ist nämlich immer Zeit, Neue zu erträumen.

    Mehr
  • Leserunde zu "Der Dichter der Familie" von Grégoire Delacourt

    Der Dichter der Familie

    AtlantikVerlag

    Nach dem Bestseller »Die vier Jahreszeiten des Sommers«, der zeitgleich im Taschenbuch erscheint, freuen wir uns über eine neue Geschichte von Grégoire Delacourt!Der Dichter der Familie ist ein sinnliches Buch über die heilende Kraft der Wörter und steckt wie alle Geschichten des Autors voller unverwechselbarer Emotion.»Ein wundervoller, zarter Roman über die Schwierigkeit, sich von den Träumen zu lösen, die andere für uns formuliert haben, und unser Leben selbst in die Hand zu nehmen.« Le Monde Zum Buch: Mit sieben Jahren schreibt Édouard sein erstes Gedicht. Wie charmant! Die Familie ist entzückt, von jetzt an steht fest: Édouard ist der Dichter der Familie. Doch für ihn beginnt damit der unaufhaltsame Abstieg: Die Jahre vergehen, und vergebens versucht er diesen einen Moment reiner Liebe und Bewunderung wiederauferstehen zu lassen. Nichts will ihm gelingen: Er wählt die falsche Frau und muss machtlos zusehen, wie seine Familie zerbricht. Statt Schriftsteller wird er Werbetexter, trotz seiner Erfolge fühlt er sich als Versager. »Schreiben heilt«, hat sein Vater immer gesagt -wird Édouard schließlich die Worte finden, die ihn und seine Liebsten zu heilen vermögen? Zum Autor: Grégoire Delacourt wurde 1960 im nordfranzösischen Valenciennes geboren und lebt mit seiner Familie in Paris. Sein Bestseller Alle meine Wünsche wurde in fünfunddreißig Ländern veröffentlicht. Im Atlantik Verlag ist von ihm zuletzt Die vier Jahreszeiten des Sommers (2016) erscheinen. www.delacourt.deWir möchten mit euch gemeinsam exklusiv vor der Veröffentlichung den Roman Der Dichter der Familie lesen und diskutieren. Dafür stellen wir 20 Exemplare zur Verfügung. Ihr könnt euch bewerben, indem ihr uns in einem Kommentar folgende Frage beantwortet:Welche Wörter, Sprüche oder Zeilen haben euch in bestimmten Situationen schon Kraft, Trost und Mut gespendet?Wir wünschen viel Glück und freuen uns auf eine schöne Leserunde!

    Mehr
    • 294
  • Bedrückendes Intermezzo

    Der Dichter der Familie

    Patno

    10. August 2017 um 13:04

    Auch ich wollte endlich einmal einen "Grégoire Delacourt" lesen. Die Gelegenheit bot sich mit dem neuen Roman "Der Dichter der Familie", der im Juli 2017 beim Verlag Hoffmann und Campe veröffentlicht wurde.Im zarten Kindesalter von sieben Jahren schreibt Édouard ein kleines Gedicht und seine Eltern sind von ihrem talentierten Jungen ganz begeistert. Der Dichter der Familie war geboren! Doch für Édouard ist es wohl mehr Fluch als Segen. Nichts läuft glatt in seinem Leben, er heiratet die falsche Frau, die Ehe seiner Eltern zerbricht und statt Schriftsteller, wird er Werbetexter. Édouard fühlt sich als Versager und immer hört er die Worte seines Vaters "Schreiben heilt". Wird es ihm letztendlich gelingen, seinem Namen als Dichter der Familie doch noch gerecht zu werden? Der Einstieg in das Buch fiel mir echt schwer. Ich quälte mich ein wenig durch die Seiten. Eigentlich mag ich es poetisch und gefühlvoll, aber hier wirkte alles so abgehackt und gestelzt. Ab der Mitte des Buches hatte ich mich endlich an den Schreibstil gewöhnt, der dann mitunter ins Derbe und Vulgäre ausuferte. Einen solch ungewöhnlichen, von krassen Gegensätzen geprägten Schreibstil, habe ich noch nicht gelesen. Zweifelsohne beherrscht der Autor sein Handwerk und natürlich spürt man den französischen Einschlag. Es gab einige Stellen, die mir richtig gut gefallen haben.Anderseits ist Delacourts Geschichte voller Melancholie, durchzogen von falschen Erwartungen und Enttäuschungen. Das wirkte bedrückend auf mich. Spannung suchte ich vergebens.Obwohl die Figuren mit ihren Eigenheiten und Emotionen gut dargestellt sind, fand ich irgendwie keinen Bezug zu ihnen. Da waren also diese Eltern, die meinten einen Wunderknaben geschaffen zu haben und ihm schon frühzeitig falsche Träume suggerierten. Ihre Beziehung geht in die Brüche und für Édouard wird es schwierig mit der Situation umzugehen. Er ist ein phlegmatischer Typ, der sich kaum oder nur schwer aus seiner misslichen Lage befreien kann. Das Ehedrama scheint sich bei ihm zu wiederholen. Obwohl er z.B. von Anfang an weiß, dass ihn mit Monique keine wirkliche Liebe verbindet, heiratet er sie. Manchmal habe ich gedacht, er beschwört das Unglück geradezu herauf. Ich hätte ihm etwas mehr Kraft und Energie gewünscht, denn so hat mich der Roman einfach nur runtergezogen und ich habe mich gefragt, wer so etwas wirklich lesen möchte? Am Ende kann man schließlich von einer positiven Tendenz sprechen. Zumindest hat Édouard letztendlich seine Berufung gefunden und ich war zufrieden, dass der Roman nur 200 Seiten umfasste.Fazit: Sehr spezieller Lesestoff, der die Leserschaft spalten dürfte. Mein Geschmack war es leider nicht, daher empfehle ich, es mit Vorsicht zu genießen!

    Mehr
  • "Schreiben heilt!"

    Der Dichter der Familie

    SABO

    08. August 2017 um 15:03

    Grégoire Delacourt - Der Dichter der Familie "Mit sieben Jahren schreibt Édouard sein erstes Gedicht. Wie charmant! Die Familie ist entzückt, von jetzt an steht fest: Édouard ist der Dichter der Familie. Doch für ihn beginnt damit der unaufhaltsame Abstieg.."Mit sieben Jahren schreibt der kleine Édouard seinen ersten "Vierzeiler", mit acht Jahren hat er bereits die erste Schreibblockade, mit neun fliegen ihm keine Reime mehr zu, er ist wie einer, der zu früh Talent hatte und mit zehn hat er Probleme in der Schule.Das zu früh umjubelte Familiengenie scheint fast daran zu verzweifeln, es entzweit die Familie. Die Freude, die Édouard seinem Vater damals machte, wandelt sich in eine Depression, der Vater verlässt die Familie.Die Mama hingegen blüht auf, ihre Schönheit erwacht und der Auszug des traurigen Ehemannes wirkt wie ein Jungbrunnen und sie genießt das Single-Leben in vollen Zügen. Es ist, als wirke sich Édouards fallendes Geschick auf das Glückseiner Familie aus.Édouard kommt in ein Internat, dem ein strenger und verbitterter Jesuitenpater vorsteht. Immer wieder nimmt er Édouard seine Bücher weg und indiziert sie.Édouard rächt sich mit Schmähschriften.Die Psychoanalyse kommt in Mode und Édouard verpasst die ersten kurzen Röcke von Cacharel. Der Therapeut schweigt zurück und verschreibt ihm Valium, Édouard fühlt sich dumpf und motivationslos.Sechs Jahre Internat in einem Jesuitenkolleg machen aus einen ehemals fröhlichen Jungen einen gebildeten Ignoranten, der die Jahre in nie erlebten Ereignissen misst. Von Jimi Morrison, den Paten, der freizügigen Mode der 70ger bis zu den BeeGees und sogar den Tokyo Tapes der Scorpions.Er bedauert, weder die Geburt von U2 noch The Clash miterlebt zu haben, noch die Beatles "gesehn" zu haben.Édouard ist ein erwachsener Mann und die richtigen Worte haben in ihm noch immer kein Zuhause gefunden, sein Roman liest sich wie ein Irrgarten und wird abgelehnt. Er ist enttäuscht und weiß nicht, wie er den Heimweg zu seiner erwartungsvollen Familie antreten soll, er lässt sich solange in wehmütigen Nichtgedanken treiben, bis der letzte Zug einfährt..Es liest sich mit Leichtigkeit und Distanz zu den Figuren, typisch französisch, in Charakter und Handlung. Eine unbefangene Schwermut und immerwährende Sehnsucht.Wie bei jedem Delacourt, fängt man erst einmal an zu lesen, gerät man in einen Sog, der einem erst auf der letzten Seite wieder ausspuckt.Wer Delacourt mag, wird sich von Édouard und seiner Familie berührt fühlen.Ich mag ihn..

    Mehr
  • Leider nicht mein Geschmack

    Der Dichter der Familie

    Isaopera

    07. August 2017 um 12:04

    Nach dem Erfolg von "Die vier Jahreszeiten des Sommers", das mir gut gefallen hat, scheint der sonst geschmackssichere Atlantik-Verlag nach weiteren Büchern des Autors zu suchen, die bisher in Deutschland nicht veröffentlicht wurden.Die Geschichte des jungen Édouard ist tragisch, das kann man auch aus dem Klappentext bereits erahnen, allerdings war mir anfangs nicht klar, wie sehr. Das Buch ist sehr tragisch, hat mich als Leser wirklich deprimiert und auch frustriert, denn die unglaublich kurzen episodischen Kapitel erzählen kaum etwas und lassen dafür umso mehr Raum für Interpretationen. Die leichte Poesie, die diesem Buch passend zum Titel anhaftet, hat mir gefallen, ebenso zwischenzeitlich die doch an Spannung zunehmende Geschichte von Édouard. Leider kann ich sonst nicht viel Positives über das Buch sagen und muss 2,5 Sterne vergeben. Eine Leseempfehlung ist es leider nicht...

    Mehr
  • sperrige Geschichte

    Der Dichter der Familie

    gagamaus

    04. August 2017 um 10:07

    Gregoire Delacourt war mir bereits von seinem Vorgängerroman „Die vier Jahreszeiten des Sommers“ bekannt und ich war gespannt auf das neue Buch „Der Dichter der Familie“. Es ging mir mit dieser Geschichte leider so, dass ich doch etwas anderes erwartet hatte. Noch im Nachhall zu französischen Romanen wie z.B. „Der Hut des Präsidenten“ hatte ich auf eine Sommerlektüre gehofft. Aber die Geschichte passt viel besser in einen dunklen Herbstmonat oder zu einem Abend am Kaminfeuer. Es ist tragisch und traurig wie der „Dichter der Familie“ Edouard schon als Kind auf seine Rolle festgelegt wird und daran über die Jahre zu zerbrechen droht. Als kleiner Junge hat er ein reizendes Gedicht verfasst und Eltern und Großeltern sind begeistert und versteifen sich darauf, dass darin seine Berufung liegen würde und aus ihm ein großer Dichter und Poet werden wird. Aber Edouard kann diese Hoffnungen nie erfüllen und versteift sich nun seinerseits in Vorstellungen, wie sein Privatleben und sein beruflicher Erfolg sein sollten und trifft deshalb eine falsche Entscheidung nach der anderen, sucht nach dem Glück und der Erfüllung und findet beides nicht. Ich habe erst im Nachhinein erfahren, dass es wohl das Erstlingswerk des Autors ist, welches jetzt nachträglich ins Deutsche übersetzt wurde. Mit solchen nachträglichen Veröffentlichungen habe ich schon öfter Schwierigkeiten gehabt. Hier habe ich zwar gespürt, dass der kurze und geschliffene Schreibstil des Autors durchschimmert aber er ist noch nicht ganz ausgereift. Außerdem bin ich unschlüssig, was mir das Büchlein sagen will. Soll man seine Pläne nicht zu hoch stecken? Soll man zufriedener sein auch mit den kleinen Dingen? Oder geht es tatsächlich darum die ganz alltäglichen Tragödien zu zeigen, die in einer Familie passieren können und die verhindern können, dass man in den richtigen Tritt kommt? Ich bin ein zutiefst positiver und optimistischer Mensch. Außerdem schätze ich die von mir erreichten Ziele und traue nicht jeder verpassten Gelegenheit nach. Edouard war für mich ein sperriger und teilweise sogar unsympathischer Charakter. Seien Art ging mir gehörig gegen den Strich. Aber andererseits, auch das muss eine fiktive Person erst mal schaffen. Von mir nur eine bedingte Leseempfehlung.

    Mehr
  • Wird er der Verantwortung gerecht?

    Der Dichter der Familie

    Edelstella

    01. August 2017 um 21:52

    Nach die „Vier Jahreszeiten des Sommers“ endlich wieder ein Delacourt, ein wortgewaltiger Erzähler, der die Höhen und Tiefen des Lebens auslotet. Jetzt geht es um einen jungen Dichter, die Hoffnung der ganzen Familie und wieder ist es dem Autoren herausragend gelungen, den Leser jede Nuance auf dem Stimmungsbarometer spüren zu lassen, selbst wenn es wehtut. Ich finde wieder ein Buch mit einem einfachen, aber um so eindringlicheren Cover, auf dem der junge Mann sich suchend auf einem unendlichen und hoffnungvollen Grün langsam vortastet. Es herrscht Minimalismus vor und am Horizont ist ein Haus zu sehen. Der Himmel ist blau. „Ich weiß, dass du eines Tages schreiben wirst, Edouard, dass du all das erzählen wirst.Unsere Brüche. Unsere Ängste. Du musst ja schließlich die Worte finden, die um Verzeihung bitten. Da trägt der kleine Edouard, als kleiner Junge schon eine Riesenverantwortung und das nur weil er mit 7 ein kleines Gedicht geschrieben hat, das die Familie schier entzückte und verband, wie damals der wunderbare Brief des Großvaters aus Krauthausen. Ab da war E. der Dichter der Familie und hat dem Druck kaum standgehalten. Außerdem haben Vater und Mutter sich nicht mehr viel zu sagen und der wunderbare Bruder kommt in ein Heim, weil sie Zuhause keine Kraft mehr für seine Behinderung haben. Edouard kommt ins Internat und auch hier wird es nicht leichter..... Delacourt schafft es immer zwischen krassen Beobachtungen, absolut ehrlichen Bennenungen der Umstände auch etwas zum Schmunzeln einzufügen. Als die Eltern sich zum Konklave trafen, um die Internatsentscheidung durch Rauchwölkchen bekanntzugeben. Sie sind nicht gegangen, sie verstecken sich in sich selbst, sagt die Geliebte über das Gehen von Vater und Bruder und Claire wurde lieber haben, dass sie sich im Haus verstecken, dann könnte man sie finden!“ Die kleine Schwestet ist bei der Mutter geblieben und vermisst ihre Lieben. Delacourt hat besondere Stilmittel in diesem Roman verwandt.Er gibt den Protagonisten Titel, je nach Stimmung oder Situation oder Beschützungsgrad. Er erzeugt damit Bilder, wie sie kein Film besser hergeben könnte und ich bin erstaunt, wie nah mir dadurch die Figuren sind und wie sehr sie mich berühren. Er benutzt krasse, vulgäre Sprache, um wachzurütteln und zarte sensible Sprache und aufzufangen. Gerade diese Kontraste machen dieses Buch zu einem der eindringlichsten und wortgewaltigsten Werke, in dem es um die Verantwortung der Generationen geht und dieses heikle, aber immer aktuelle Thema kann so peu a peu vom Leser getragen und verarbeitet werden. Dieses Werk ist kein Sommerbuch, um am Strand mal eben abzutauchen, in eine Wohlfühlwelt zu driften. Aber dieses Werk ist ein Buch, aus dem ich hinterher anders als vorher auftauche, es hat aufgerüttelt und bewegt und trotzdem die Zärtlichkeit und das Schmunzeln nicht vergessen lassen. Man muss sich einlassen auf Delacourt, dann kann man mit einem Lächeln daraus hervorgehen und ich habe das so gefühlt und deshalb bekommt es 5 Lesesterne und ein großes Danke an Gregoire Delacourt mit dem Wunsch nach neuem Lesestoff!

    Mehr
  • Auch wenn sich hier die (Lese)-geister scheiden: Für mich ein ungewöhnlicher und großartiger Roman!

    Der Dichter der Familie

    SigiLovesBooks

    01. August 2017 um 14:13

    "Der Dichter der Familie" von Grégoire Delacourt erschien 2017 (HC, gebunden) im Atlantik-Verlag und hat durch seine packende, ehrliche und pointierte Sprache mein Leserherz persönlich sehr gut erreichen und auch begeistern können...."Èdouard schreibt mit sieben Jahren sein erstes Gedicht. Die Familie ist begeistert, lobt und applaudiert ihm: welch eine Begabung! Von nun an ist er der Dichter der Familie. Doch es sollte anders kommen. Mit neun muss er die Klasse wiederholen, mit zehn stecken ihn die Eltern ins Internat in Amiens. Er studiert, wird statt Dichter Werbetexter, heiratet Monique, bekommt eine Tochter, dann eine zweite... Die Jahre ziehen ins Land, die Familie zerbricht, das Leben geht weiter. Èdouard gelingt es nicht, den einen Moment der allgemeinen Liebe und Bewunderung wieder entstehen zu lassen. Und trotz großer Erfolge als Werber fühlt er sich als Versager. Doch wie hatte sein Vater gesagt: "Schreiben heilt!" (Quelle Buchinhalt: Stories Magazin)Meine Meinung:Die ersten Strecken dieses Débutromans von Delacourt lesen sich wie ein Rückblick eines 18Jährigen auf sein Leben ab 9 Jahren auf das Familienleben einer nordfranzösischen Familie, der sich selbst auf dem Weg ins Erwachsenenalter stets in Beziehung zu den Erwartungen der Eltern setzt. Obwohl Èdouard nach dem Internat und dem Studium in der Buchhaltung landet, denkt er immer wieder an die Worte des Vaters und die Geschichte eines Amoklaufs im früheren Internat inspiriert ihn dazu, zu schreiben, er will - er muss Schriftsteller werden!Die 'falsche', aber sehr dominante Frau, die er heiratet, Monique, wird ebenfalls eine Weile brauchen, um zu erkennen, dass es nicht um 'unsere' Bücher, sondern um ein Buch von Èdouard geht und immer wieder um Wörter, deren Bedeutung, deren Kraft und zuweilen auch deren Zerstörungswut...Um Wörter, die ungesagt bleiben, um unausgesprochene Wörter, um letzte Wörter und vor allen Dingen darum, dass "das Leben noch ein Wörtchen mitzureden hatte". Der Protagonist, gewissermaßen ein Antiheld, dafür jedoch mit einem sehr ehrlichen Blick nach innen wie auch nach außen, erhält einen Vertrag in der Werbebranche, stellt jedoch (auch wenn sein Verdienst enorm ist und ein luxuriöses Leben sowohl ihm als auch Monique ermöglicht) folgendes für sich fest:"Mit 29 konnte ich von meiner Feder leben. Aber ich hatte mich im Tintenfass geirrt ".Solche Passagen kennzeichnen den Stil des Autors, wie er auch seine Emotionen sehr stark, fast mit brutaler Klarheit, absoluter Authentizität formuliert, was mir persönlich sehr gut an seinen Romanen gefällt und auch hier im Dèbut zu finden sind. Unglücklich mit der Frau, die dafür sorgt, ein feudables großes Haus weit entfernt von Paris zu kaufen und sich einem mondänen Lebensstil hingibt, entflieht Èdouard zuweilen zu seiner Mutter, Claire seiner Schwester und dem kleinen Alexandre, "um jene Zeit zurückzuholen in der blassgelben Küche, in der jeder von uns einem schönen Leben entgegensah". Doch leider sieht die Realität anders aus; sein Vater, der inzwischen von der Mutter geschieden ist, fällt mehr und mehr in die Demenz und wird der jetzigen Frau an seiner Seite zur Last... Auch hier ist die harte Realität in kurzen Sätzen zu lesen, die mein Leserherz sehr berühren, da diese Beschreibungen Delacourts in packenden, pointierten Sätzen sehr authentisch sind - und gesellschaftlich real. So empfindet man auch mit Èdouard, der leider allzu oft in seinem Leben nichts sagte, jedoch sehr gut weiß, dass er hätte etwas sagen sollen, eine große Sympathie, als er weinend auf dem Parkplatz des Seniorenheims steht, die seinen verstummten Vater aufnahm...Genau dort geschieht das Wunder, eine junge Frau sitzt auf der Motorhaube eines Wagens und die beiden kommen ins Gespräch. Endlich. Endlich beginnt Èdouard, das zu tun, was er selbst tun will: Das Mädchen auf der Motorhaube wiederzusehen...Fazit:Ein außergewöhnlicher Roman in einer intensiven, sensiblen und dabei auch schonungslos offenen Sprache, wie sie dem Autor zu eigen ist. Eine Geschichte zum Nachdenken, die auch zum Verstehen des Hauptprotagonisten anregt, indem er 3 Jahrzehnte  Èdouards beschreibt (1960er bis in die frühen 1990er Jahre), die 'mitten aus dem Leben' stammen, das immer ein Wörtchen mitredet und einen emotionalen, zeitweise melancholischen, aber immer äußerst aufrichtigen Blick in das "Karussell des Lebens" schildert. Mich erfrischen solche prägnanten Sätze, besonders dieses 'zwischen den Zeilen' zu Lesende wie ein Quellwasser. Delacourt schafft es, den Leser zuweilen schmunzeln zu lassen, auch zu erschrecken, ihn staunen und hoffen zu lassen. Hier findet sich die gesamte Bandbreite menschlicher Gefühle und das untrügliche Gefühl, dass wir alle dazu tendieren, uns den Erwartungen anderer zu unterwerfen - oft widerspruchslos, wenn auch ungewollt - einzig um geliebt zu werden. Von mir eine absolute Leseempfehlung, die volle Punktzahl auf der 'Belletristik-Couch' und 5 Sterne. Ich werde auch die anderen Romane (Alle meine Wünsche) des Autors noch lesen und sage merci für sehr interessante und berührende Lesestunden!

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks