Grace McCleen

 3.7 Sterne bei 42 Bewertungen
Autorin von Wo Milch und Honig fließen, The Land of Decoration und weiteren Büchern.
Grace McCleen

Lebenslauf von Grace McCleen

Die britische Autorin Grace McCleen wurde in Wales geboren und studierte Englische Literatur an der Universität in Oxford. Heute lebt sie als Sängerin, Songwriterin, Künstlerin und Autorin in London. "Wo Milch und Honig fließen" ist ihr erster Roman, er wurde mit dem Desmond Elliot Prize ausgezeichnet und erscheint in über zwanzig Ländern. Ihr zweiter Roman ist bereits in Arbeit.

Alle Bücher von Grace McCleen

Wo Milch und Honig fließen

Wo Milch und Honig fließen

 (41)
Erschienen am 04.03.2013
Wo Milch und Honig fließen: Roman

Wo Milch und Honig fließen: Roman

 (0)
Erschienen am 04.03.2013
The Land of Decoration

The Land of Decoration

 (1)
Erschienen am 01.01.2013
The Professor of Poetry

The Professor of Poetry

 (0)
Erschienen am 13.03.2014

Neue Rezensionen zu Grace McCleen

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monerls avatar

Rezension zu "Wo Milch und Honig fließen" von Grace McCleen

Eine sehr intensive Geschichte
monerlvor 2 Jahren

Dieses Buch hat ziemlich lange in meinem RuB (Regal ungelesener Bücher) verweilen müssen, weil ich mich nicht so richtig an die Geschichte getraut habe. Es gab viele negative Stimmen dazu, was meine erste Vorfreude gebremst hatte. Nun endlich war die Zeit gekommen, das Buch zu erlösen und ich bin froh, dass ich der Geschichte eine echte Chance gegeben habe.

Ich dachte erst, dass es sich hierbei um eine religiöse Geschichte handelt, die sich mal wieder eine bestimmte Religion herausgepickt hat und dann verbal darauf herumreitet. Aber - Gott sei Dank - weit gefehlt!
Ja, das Thema Religion ist hier präsent, aber im Sinne eines religiösen Wahns.

Die kleine Judith lebt alleine mit ihrem Vater zusammen und ihr Alltag beinhaltet, außer dem Gang zur Schule, quasi ausschließlich das Befolgen von religiösen Vorschriften, Bibelkunde und das (An)Werben von neuen Mitgliedern. Dadurch wird sie zu einer Aussenseiterin in der Schule. Ein leichtes Opfer, das insbesondere von einem ihrer Klassenkameraden, Neil Lewis, gehänselt und gemobbt wird. Sie erfährt keine Unterstützung, denn sie hat keine Freunde, der Lehrer interessiert sich nicht für seine Schüler und auch ihr Vater hört ihr nicht zu. Es fehlt ihm an Empathie und Aufmerksamkeit seiner Tochter gegenüber. Als Leser leidet man mit Judith, da man die ganze Geschichte aus ihrer Ich-Sicht erfährt.

Eines Tages droht Neil Judith damit, ihren Kopf in die Toilette zu stecken und Judith ist sich sicher, dass sie dabei sterben wird. Durch ihre große Angst davor und durch ihren großen und festen Glauben an Gott stellt Judith unerwartet endlich die direkte Verbindung zu Gott her. Endlich spricht er mit ihr, wie sie es sich schon so lange gewünscht hat und Judith entdeckt ihre Gabe Wunder zu wirken! Doch - ist es wirklich Gott? Was sind das für Wunder?

Die Autorin hat eine sehr schöne Geschichte über ein Mädchen geschrieben, das in vielerlei Hinsicht einiges zu ertragen hat. Sehr einfühlsam wird auf verschiedene Problematiken eingegangen wie Mobbing, streng religiöser Glaube, seelische Vernachlässigung eines Kindes mit der Verbindung des Sich-selbst-Überlassens. Dies alles ist eine schlimme Mischung und führt zu einer immensen seelischen Belastung für das arme Kind. Kaum ein Erwachsener könnte damit fertig werden, wie soll das dann ein zehnjähriges Kind ertragen? 
Diese Frage stellte ich mir im Laufe des Lesens und hatte schon leichte Bauchschmerzen, wenn ich an das Ende dachte. Wie kann so eine Geschichte enden? 

Doch Grace McCleen hat es geschafft mich zu überraschen! Es spitzte sich dramatisch zu und dann kamen Wendungen, die ich nicht erwartet hatte und die ich mir vorab auch so nicht hatte vorstellen können. 
Das Buch ist inhaltlich schwere Kost, die durch schöne Sprache und Sensibilität (auch den Protagonisten gegenüber) sehr lesbar und verdaulich präsentiert wird. 


4,5 Sterne: Zu einem halben Stern Abzug von der vollkommenen Sternenzahl führte das für mein Gefühl etwas überhastete Ende. Dieses hätte ich mir ein bisschen langsamer und ausdrucksstärker gewünscht. Ein paar Seiten mehr, hätten dem Buch auf keinen Fall geschadet.__________________________________________________________________
http://monerls-bunte-welt.blogspot.de/2016/06/buchvorstellung-wo-milch-und-honig.html

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Claudia-Marinas avatar

Rezension zu "Wo Milch und Honig fließen" von Grace McCleen

Wo Milch und Honig fließen
Claudia-Marinavor 3 Jahren

Judith ist zehn und ziemlich einsam. Sie lebt alleine mit ihrem Vater, schon immer, denn ihre Mutter ist bei ihrer Geburt gestorben, doch der kümmert sich lieber darum, die Menschen vom nahenden Ende der Welt zu unterrichten. Und Judith muss mit. Immer. Sie trägt merkwürdig altmodische Klamotten – und ja, auch sie glaubt daran, was ihr Vater ihr erzählt. Jeden Abend lesen sie in der Bibel. Sie haben keinen Fernseher und feiern keinen Geburtstag und kein Weihnachten. Judith und ihr Vater sind Zeugen Jehovas. Und Judith so ziemlich die krasseste Außenseiterin, die es gibt.

Sie hat keine Freunde. Sie hat nur das Land der Zierde. Für Außenstehende mag es ein Haufen Müll sein, den Judith da in ihrem Zimmer angehäuft hat, doch für sie werden Folie zu Seen und Flüssen, Bonbonpapiere zu Blumen und Pfeifenputzer zu Menschen.

Und eines Tages wird aus Watte und Rasierschaum Schnee, denn es soll schneien. Judith hat Angst vor der Schule, Angst vor den anderen Kindern, die sie hänseln und drangsalieren. Bitte lieber Gott, lass es schneien! Am nächsten Tag liegt die Welt vor Judiths Fenster unter einer weißen Decke. Das hat sie ganz allein gemacht! Wenn das so einfach ist, ein wenig Gott zu spielen, dann könnte man doch noch ein wenig mehr geschehen lassen. Dummerweise kann man das dann aber nicht mehr rückgängig machen.

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WildRoses avatar

Rezension zu "Wo Milch und Honig fließen" von Grace McCleen

Das perfekte Winterbuch...
WildRosevor 5 Jahren

Grace McLeen hat mich mit ihrem Roman wirklich verzaubert. Ihre Geschichte der zehnjährigen Judith, die mit ihrem schweigsamen, streng religiösen Vater zusammenlebt und ein Außenseiterdasein führt, ist einfach nur bewegend, berührend und sehr authentisch. Man kann sich so gut in die kleine Judith hineinversetzen, die ständig von Mitschülern aufgezogen und wegen ihres Glaubens schief angeschaut wird. Als Leser fiebert man richtig mit und hofft, dass für das Mädchen alles gut ausgeht.
Die Autorin hat hier ein echtes Juwel von einem Roman geschrieben; ein Buch, das mit so schlichten Worten so tief berührt, findet man nicht allzu oft. Für lange, kuschelige Winterabende ist dieses Buch meiner Meinung nach perfekt geeignet. "Durch die Augen eines Kindes" - es gelingt nur wenigen Autoren, aus Sicht eines Kindes so überzeugend und fesselnd zu schreiben. Hut ab!

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