Grace McCleen Wo Milch und Honig fließen

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Inhaltsangabe zu „Wo Milch und Honig fließen“ von Grace McCleen

Ein Roman, so großherzig und unwiderstehlich, dass er nur ein Wunder sein kann!

Menschen aus Pfeifenputzern, Häuser aus Keksschachteln, Wattewolken und ein Spiegelsee. Die zehnjährige Judith hat sich in ihrem Zimmer eine kleine Welt geschaffen, ganz für sich allein. In der Schule wird sie gehänselt, weil sie anders ist, sich von der sündigen Welt fernhalten muss. Ihr streng religiöser Vater hat kein Ohr für ihre Nöte, die Mutter hat sie nie kennengelernt. Vielleicht, denkt Judith, wenn ich es hier drinnen schneien lasse, mit Rasierschaum, Watte und Daunenfedern, fällt am Montag die Schule aus. Als sie am nächsten Tag die Vorhänge öffnet, ist tatsächlich alles weiß. Judith hat ihr erstes Wunder bewirkt. Und damit fangen ihre Probleme erst richtig an … Grace McCleen hat einen herzzerreißenden Roman über Gut und Böse, Glaube und Zweifel, über Liebe, Verlust und Erlösung geschrieben, mit einer bezaubernden jungen Heldin. Ein Schicksal, das tief bewegt.

Puuhh, ich habe das Buch letztendlich doch abgebrochen.

— Johannisbeerchen

Ein zum Teil verwirrendes und nicht sehr berührendes Buch.

— Schonillebeerkeks

Gut, aber leider nicht umwerfend.

— BelleBurtonesque

3+ Sterne für diesen Roman. Traurige Geschichte, am Anfang und Mittelteil 4 Sterne Buch, jedoch zum Ende hin nahm es etwas ab.

— MissKiaraFunny

berührende Geschichte über ein Mädchen, dass versucht, mit ihrer Einsamkeit klarzukommen...!

— Sterrenhemel

bis jetzt unglaublich laaaangweiiiillliigg...........

— Linahoney

Ein Schicksal, das mich sehr bewegte und eine bezaubernde Protagonistin, die mich unglaublich faszinierte und die absolut mein Herz berührte

— Alexandra_vom_Buecherkaffee

Judiths Schicksal hat mich berührt. Insgesamt nimmt die Religion in diesem Buch aber zu viel Platz ein, wie ich finde.

— safido

Die Idee an sich ist ja wirklich wunderschön. Die Umsatzung fand ich aber furchtbar. Der nötige Tiefgang fehlte völlig.

— Kreisrundes_Quadrat

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  • Eine sehr intensive Geschichte

    Wo Milch und Honig fließen

    monerl

    14. June 2016 um 14:54

    Dieses Buch hat ziemlich lange in meinem RuB (Regal ungelesener Bücher) verweilen müssen, weil ich mich nicht so richtig an die Geschichte getraut habe. Es gab viele negative Stimmen dazu, was meine erste Vorfreude gebremst hatte. Nun endlich war die Zeit gekommen, das Buch zu erlösen und ich bin froh, dass ich der Geschichte eine echte Chance gegeben habe. Ich dachte erst, dass es sich hierbei um eine religiöse Geschichte handelt, die sich mal wieder eine bestimmte Religion herausgepickt hat und dann verbal darauf herumreitet. Aber - Gott sei Dank - weit gefehlt! Ja, das Thema Religion ist hier präsent, aber im Sinne eines religiösen Wahns. Die kleine Judith lebt alleine mit ihrem Vater zusammen und ihr Alltag beinhaltet, außer dem Gang zur Schule, quasi ausschließlich das Befolgen von religiösen Vorschriften, Bibelkunde und das (An)Werben von neuen Mitgliedern. Dadurch wird sie zu einer Aussenseiterin in der Schule. Ein leichtes Opfer, das insbesondere von einem ihrer Klassenkameraden, Neil Lewis, gehänselt und gemobbt wird. Sie erfährt keine Unterstützung, denn sie hat keine Freunde, der Lehrer interessiert sich nicht für seine Schüler und auch ihr Vater hört ihr nicht zu. Es fehlt ihm an Empathie und Aufmerksamkeit seiner Tochter gegenüber. Als Leser leidet man mit Judith, da man die ganze Geschichte aus ihrer Ich-Sicht erfährt. Eines Tages droht Neil Judith damit, ihren Kopf in die Toilette zu stecken und Judith ist sich sicher, dass sie dabei sterben wird. Durch ihre große Angst davor und durch ihren großen und festen Glauben an Gott stellt Judith unerwartet endlich die direkte Verbindung zu Gott her. Endlich spricht er mit ihr, wie sie es sich schon so lange gewünscht hat und Judith entdeckt ihre Gabe Wunder zu wirken! Doch - ist es wirklich Gott? Was sind das für Wunder? Die Autorin hat eine sehr schöne Geschichte über ein Mädchen geschrieben, das in vielerlei Hinsicht einiges zu ertragen hat. Sehr einfühlsam wird auf verschiedene Problematiken eingegangen wie Mobbing, streng religiöser Glaube, seelische Vernachlässigung eines Kindes mit der Verbindung des Sich-selbst-Überlassens. Dies alles ist eine schlimme Mischung und führt zu einer immensen seelischen Belastung für das arme Kind. Kaum ein Erwachsener könnte damit fertig werden, wie soll das dann ein zehnjähriges Kind ertragen? Diese Frage stellte ich mir im Laufe des Lesens und hatte schon leichte Bauchschmerzen, wenn ich an das Ende dachte. Wie kann so eine Geschichte enden? Doch Grace McCleen hat es geschafft mich zu überraschen! Es spitzte sich dramatisch zu und dann kamen Wendungen, die ich nicht erwartet hatte und die ich mir vorab auch so nicht hatte vorstellen können. Das Buch ist inhaltlich schwere Kost, die durch schöne Sprache und Sensibilität (auch den Protagonisten gegenüber) sehr lesbar und verdaulich präsentiert wird. 4,5 Sterne: Zu einem halben Stern Abzug von der vollkommenen Sternenzahl führte das für mein Gefühl etwas überhastete Ende. Dieses hätte ich mir ein bisschen langsamer und ausdrucksstärker gewünscht. Ein paar Seiten mehr, hätten dem Buch auf keinen Fall geschadet.__________________________________________________________________ http://monerls-bunte-welt.blogspot.de/2016/06/buchvorstellung-wo-milch-und-honig.html

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  • Wo Milch und Honig fließen

    Wo Milch und Honig fließen

    Claudia-Marina

    09. January 2016 um 16:09

    Judith ist zehn und ziemlich einsam. Sie lebt alleine mit ihrem Vater, schon immer, denn ihre Mutter ist bei ihrer Geburt gestorben, doch der kümmert sich lieber darum, die Menschen vom nahenden Ende der Welt zu unterrichten. Und Judith muss mit. Immer. Sie trägt merkwürdig altmodische Klamotten – und ja, auch sie glaubt daran, was ihr Vater ihr erzählt. Jeden Abend lesen sie in der Bibel. Sie haben keinen Fernseher und feiern keinen Geburtstag und kein Weihnachten. Judith und ihr Vater sind Zeugen Jehovas. Und Judith so ziemlich die krasseste Außenseiterin, die es gibt. Sie hat keine Freunde. Sie hat nur das Land der Zierde. Für Außenstehende mag es ein Haufen Müll sein, den Judith da in ihrem Zimmer angehäuft hat, doch für sie werden Folie zu Seen und Flüssen, Bonbonpapiere zu Blumen und Pfeifenputzer zu Menschen. Und eines Tages wird aus Watte und Rasierschaum Schnee, denn es soll schneien. Judith hat Angst vor der Schule, Angst vor den anderen Kindern, die sie hänseln und drangsalieren. Bitte lieber Gott, lass es schneien! Am nächsten Tag liegt die Welt vor Judiths Fenster unter einer weißen Decke. Das hat sie ganz allein gemacht! Wenn das so einfach ist, ein wenig Gott zu spielen, dann könnte man doch noch ein wenig mehr geschehen lassen. Dummerweise kann man das dann aber nicht mehr rückgängig machen. Weiterlesen

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  • Schwieriger Fall ...

    Wo Milch und Honig fließen

    Selene87

    In der Geschichte geht es meiner Meinung nach um Glauben (speziell um die Zeugen Jehovas) und Mobbing. Es ist aus der Sichtweise eines Kindes bzw. eines Mädchens geschrieben - was eigentlich ein recht interessanter Blickwinkel ist. Der Anfang des Buches war ganz in Ordnung, aber dann stagnierte die Geschichte fast durchweg bis zum Schluss. Das Thema an sich ist ernst - gerade gen Ende hin, aber ich habe mich dennoch leider sehr gelangweilt beim Lesen und war froh, als ich gestern die letzte Seite gelesen habe. Es lässt sich prinzipiell schnell Lesen durch die leicht zugängliche Sprache u sehr kurzen Kapitel (oftmals 2-4 Seiten). Es ist einfach total schade, weil es mich so gar nicht richtig berührt hat. Ich konnte weder lachen, noch weinen...

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    • 3
  • Das perfekte Winterbuch...

    Wo Milch und Honig fließen

    WildRose

    18. November 2013 um 18:34

    Grace McLeen hat mich mit ihrem Roman wirklich verzaubert. Ihre Geschichte der zehnjährigen Judith, die mit ihrem schweigsamen, streng religiösen Vater zusammenlebt und ein Außenseiterdasein führt, ist einfach nur bewegend, berührend und sehr authentisch. Man kann sich so gut in die kleine Judith hineinversetzen, die ständig von Mitschülern aufgezogen und wegen ihres Glaubens schief angeschaut wird. Als Leser fiebert man richtig mit und hofft, dass für das Mädchen alles gut ausgeht. Die Autorin hat hier ein echtes Juwel von einem Roman geschrieben; ein Buch, das mit so schlichten Worten so tief berührt, findet man nicht allzu oft. Für lange, kuschelige Winterabende ist dieses Buch meiner Meinung nach perfekt geeignet. "Durch die Augen eines Kindes" - es gelingt nur wenigen Autoren, aus Sicht eines Kindes so überzeugend und fesselnd zu schreiben. Hut ab!

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  • Sehr tiefgründig!

    Wo Milch und Honig fließen

    Jessi2011

    29. May 2013 um 14:53

    Das Cover gefällt mir sehr gut und es passt zum Buch. Darauf befinden sich einige Gegenstände, die einem im Laufe des Buches auch begegnen. Judith ist zehn Jahre und hat es nicht leicht. In der Schule wird sie gehänselt und ihr Vater ist streng, erzieht sie sehr religiös und hat oft kein Verständnis für sie. Und so baut sie eine Welt ganz alleine für sich in ihrem Zimmer. Eine Welt aus Alltagsmaterialien mit Häusern, Menschen und Tieren – eine Welt, in der es schneit. Als sie jedoch am nächsten Tag aufsteht, ist wirklich alles weiß – Judith hat ein Wunder geschaffen. Und damit fängt das Abenteuer erst an... Auf den Schreibstil konnte ich mich nicht richtig einlassen – manchmal spannend und sehr flüssig, dann wieder schleppend und relativ uninteressant für mich. Das wechselte sich häufig ab, weshalb ich für das Buch einige Zeit brauchte – was ja auch nicht schlecht ist, es hätte nur ein bisschen mehr Spannung vertragen können. Das Buch ist in Kapitel aufgeteilt, die alle eine kurze Überschrift tragen. Zu diesen Überschriften habe ich am Ende des Kapitels noch einmal zurück geblättert und ich finde, sie passen sehr gut. Judith als Protagonistin fand ich in Ordnung. Oft hätte ich beim Lesen schreien können, weil ihr so viel Ungerechtes widerfahren ist und man als Leser einfach nichts dagegen machen kann. Umso besser, dass Judith sich in ihre Fantasiewelt in ihrem Zimmer flüchten kann. Sehr interessant war es zu lesen, aus welchen Materialien und wie Judith ihre Welten gebaut hat. Man konnte sich alles sehr gut vorstellen. Außerdem fand ich es sehr spannend zu erfahren, ob am nächsten Tag wirklich eintreten würde, was Judith gebaut hat. Der Vater war mir recht unsympathisch, da er wirklich sehr streng mit Judith umgegangen ist. Jeden Tag Bibel lesen und zur Kirche gehen, das gehört für Judith und ihren Vater zum Alltag. Das Judith aber mit diesem Anders leben auch auf Gegner stößt, merkt sie sehr bald. In der Schule wird sie von den anderen gehänselt und richtige Freunde hat sie auch nicht. Häufig kommt das Thema Gott zum Vorschein. Judith fragt sich sehr oft etwas, was mit Gott zu tun hat. So wird das Buch sehr tiefgründig und über manche Fragen musste ich länger nachdenken, da es auf sie gar keine richtigen Antworten gibt. Außerdem gelingt es der Autorin sehr gut, sich in die Lage eines Kindes hineinzuversetzen. Judiths Gefühle, Wünsche und Ängste konnte ich sehr gut nachvollziehen. Wer also mal Lust auf ein Buch hat, was etwas tiefgründig ist und sich auch mit Gott beschäftigt, dem empfehle ich „Wo Milch und Honig fließen“!

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  • Anfangs sehr poetisch und spannend, gegen Ende aber leider ziemlich langweilig

    Wo Milch und Honig fließen

    bücherelfe

    14. May 2013 um 22:09

    Die zehnjährige Judith ist ein einsames Kind. Sie lebt alleine mit ihrem streng religiösen Vater. Judith’s Mutter starb bei ihrer Geburt. Auch wenn es nicht explizit erwähnt wird, ist bald ersichtlich, dass die Geschichte im Umfeld der Zeugen Jehovas spielt. Die Mission ihres Vaters ist klar: Die Menschheit vor dem drohenden Weltuntergang zu bekehren. Dass Judith in der Schule eine Aussenseiterin ist, wundert nicht. Sie wird gemobbt und ist mit ihren Sorgen vollkommen allein. Um dem öden Alltag zu entfliehen, bastelt sich Judith in ihrem Zimmer aus Fundstücken sehr fantasievoll eine eigene kleine Welt und nennt sie das Land der Zierde. "Vom Glauben verstehe ich etwas. Die Welt in meinem Zimmer ist daraus gemacht. Aus Glauben habe ich die Wolken genäht. Aus Glauben habe ich den Mond und die Sterne ausgeschnitten. Mit Glauben habe ich alles zusammengeklebt und zum Leben erweckt. Weil der Glaube wie Fantasie ist. Er sieht etwas, wo nichts ist, er macht einen Sprung, und plötzlich fliegt man." Als ein Mitschüler sie am Freitag so sehr bedroht, dass sie panische Angst davor hat, am Montag zur Schule zu gehen, passiert etwas Unglaubliches. Sie betet um Schnee; viel Schnee. So viel, dass am Montag die Schule ausfällt. Um ihren sehnlichsten Wunsch zu visualisieren, lässt sie es auf ihre Fantasiewelt schneien. Kurz darauf fällt Schnee und das in solchen Mengen, dass das normale Leben erst einmal still steht. Judith ist überzeugt davon, dass sie selbst es war, die es hat schneien lassen. Scheinbar hat sie die Büchse der Pandora geöffnet denn von da an lässt sie immer wieder Dinge geschehen. Allmachtsgefühle entwickeln sich. Das ist beängstigend und faszinierend zugleich. Wem soll sie davon erzählen, wo doch niemand da ist, der ihr zuhört? Wer würde ihr glauben. Die Autorin lässt einen sehr rasch Zugang finden zu diesem besonderen Kind, das versucht, seine Schwierigkeiten alleine zu bewältigen. Ihr Glaube wirkt unerschütterlich. Die Geschichte entwickelt einen Sog, der das Buch nur schwer weglegen lässt. Unhörbar scheint im Hintergrund eine Bombe zu ticken. Äusserst spannend. Die erwartete Explosion tritt aber nicht ein. Das ist es auch, was ich am Ende des Buchs bemängle. Die Autorin hat in diesem Punkt meiner Meinung nach die Kurve zu einem stimmigen Ende nicht gekriegt. Das letzte Drittel der Geschichte hat mich regelrecht gelangweilt. Das allerdings wird mich nicht davon abhalten, die Autorin im Auge zu behalten. Denn ihre plastische Erzählweise macht Lust auf mehr. Grace McCleen's zweiter Roman ist in Arbeit. Ich werde ihn bestimmt lesen. Fazit: Anfangs sehr poetisch und spannend, gegen Ende aber leider ziemlich langweilig.

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  • Anders als erwartet, man muss nur dran bleiben

    Wo Milch und Honig fließen

    Linahoney

    13. April 2013 um 23:39

    Ich habe mich versöhnt. Und zwar mit diesem Buch, was ich NIE gedacht hätte, ich fand es anfangs ziemlich langweilig und wusste nichts mit der Geschichte anzufangen. Dann kam Seite 178 und da wurde mir erst bewusst, was die Autorin sagen wollte. Bevor ich jetzt zuviel verrate kurz zum Buchinhalt: Die 10-jährige Judith lebt alleine mit ihrem Vater in einer Kleinstadt. Sie wächst als Mitglied der Zeugen Jehovas auf und wird sehr streng erzogen. Es gibt keinen Fernseher und jeden Abend wird nach dem Bibel lesen dem Inhalt nachgesonnen, außerdem muss Sie mit ihrem Vater sämtliche Häuser der Stadt ablaufen und den Bewohnern die frohe Botschaft verkünden. Deshalb ist sie auch in der Schule ein ziemlicher Außenseiter, vor allem Neil, der in Judith`s Klasse geht, hat es auf sie abgesehen. Doch Judith hat in ihrem Zimmer ihre eigene kleine Welt gebastelt, nämlich das Land der Zierde, wo Milch und Honig fließen. Jeden Tag bastelt sie dort alles mögliche aus Abfall und spielt mit ihren selbstgemachten Figuren. Doch eines Tages geschieht das Unfassbare, denn als Neil ihr droht sie nach dem Wochenende in der Schultoilette zu ertränken, wünscht sie sich dass es so stark schneit, dass die Schule ausfällt, dafür lässt sie es über dem Land der Zierde schneien. Am nächsten Morgen schneit es so stark, dass die Schule ausfällt und damit weiß Judith, dass sie Wunder bewirken kann, hatte sie das doch in der Kirche gelernt. Judith bewirkt immer mehr angebliche Wunder, bis sie sie nicht mehr unter Kontrolle hat......außerdem fängt Judith an nachts Stimmen zu hören, die Gott gehören sollen....... Mein Fazit: Wie schon gesagt, bis zur Hälfte des Buches musste ich mich richtig durchquälen, denn für diese Seitenanzahl ist nicht genügend passiert. Die Buchidee an sich ist total kreativ und selten. Und im Endeffekt auch garnicht mal schlecht umgesetzt. Aber die Aussage der Geschichte habe ich sehr lange nicht verstanden, ich dachte dort geht es jetzt nur um die Zeugen Jehovas und ihre Kirche. Natürlich hatte ich die ganze Zeit Mitleid mit Judith und mochte sie auch total gerne, aber das reicht ja nicht. Bis Dinge passiert sind, die ich nicht erwartet hätte...denn die Stimme die Judith hört gibt ihr Tipps die nicht wirklich gut für sie sind...... das Ende aber ist schön :-) Kann man durchaus lesen und ich habe mich mit der Punkteverteilung sehr schwer getan. Aber es gibt ja auch nicht nur Punkte sondern auch Rezensionen, deshalb kann sich ja jeder vorab informieren, was ihn erwartet und das ist bei dem Buch anders als gedacht. Also es geht unglaublich viel um die Zeugen Jehovas und das nervt nach einer Zeit ( war zumindest bei mir so), aber es geht um ein kleines Mädchen, dass abgeschottet lebt und einsam ist und in ihrer eigenen Fantasiewelt lebt, was aber zur Gefahr wird.... Entscheidet selbst ;-) Von mir gibt es 3 Punkte

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  • Berührend, erschütternd. Empfehlenswert, lesenswert

    Wo Milch und Honig fließen

    Ati

    12. April 2013 um 13:36

    Gestern Abend begann ich ein Buch und konnte es nicht mehr aus der Hand legen, bis ich (viel zu schnell) auf der letzten Seite ankam. Viel Schlaf bekam ich in der vergangenen Nacht also nicht. Zu verdanken habe ich dies dem Debütroman von Grace McCleen, in dem sie eine ebenso wundervolle wie erschreckende Geschichte erzählt.   Die in Wales geborene Autorin lebt heute in London. Ihr Roman Wo Milch und Honig fließen erscheint in über 20 Ländern und wurde mit dem Desmond Eliot Prize ausgezeichnet. Mir hat er so gut gefallen, dass ich hoffe, dass der zweite in Arbeit befindliche Roman bald auf den Markt kommt. McCleen studierte Englische Literatur und bereits ein flüchtiger Blick auf ihre Homepage verrät ihre Vielseitigkeit. Neben dem Schreiben betätigt sie sich auch als Sängerin, Songwriterin und Malerin. Und wie Judith, ihre 10jährige Hauptfigur in Wo Milch und Honig fließen, fertigt sie kleine Figuren an.   Die von Judith leben in einer Welt, die das Mädchen aus Dingen gefertigt hat, die für andere allenfalls Müll sind. Häuser aus Keksschachteln, Wolken aus Watte, das Meer besteht aus einem alten Spiegel. Das Mädchen hat viel Fantasie. Doch trotz dieser Fantasie ist Judiths Welt wenig freudvoll. Durch den Tod ihrer Mutter muss sie nicht nur auf diese verzichten, sondern lebt von klein auf mit dem Schuldgefühl, für eben diesen Tod verantwortlich zu sein. Ihr Vater, in seinem Schmerz gefangen, scheint sie nicht lieben zu können. Viel zu sehr ist er auch mit seinem Dienst für den Glauben verwachsen. Der drohende Weltuntergang lässt ihn zusammen mit Judith und anderen Glaubensgenossen von Haustür zu Haustür ziehen, in der Hoffnung so viele Menschen wie möglich zu retten.   Bereits dabei hatte ich schwer zu schlucken, denn Judith lebt quasi von Geburt an in dem Glauben an das baldige Ende. Erschwerend hinzu kommt, dass ihre Lebensweise sie zur Außenseiterin (nicht nur) in der Schule macht. Permanent drangsaliert und zu häufig sich selbst überlassen, zieht sie sich so oft sie kann in das Land der Zierde zurück. Jene Welt, von ihr selbst erschaffen, in der sie die Kontrolle über alles hat und etwas bewirken kann. Doch bald scheint sie direkt mit Gott kommunizieren zu können und das, was sie in ihrem Land der Zierde erreicht, scheint überaus reale Auswirkungen zu haben.   Gleichermaßen faszinierend wie beklemmend offenbart sich Stück für Stück die Welt, in der Judith und ihr Vater leben. Faszinierend im Bezug auf Judiths Gedankenwelt und ihre Kreativität. Beklemmend, weil nicht nur ihr Alltag erschreckend reale Vorkommnisse beinhaltet, die überall und allzeit gleich in unserer unmittelbaren Umgebung geschehen (können). Emotionen und Schutzmechanismen treten zutage, die nicht immer hilfreich, aber absolut nachvollziehbar sind. Beklemmend auch, weil von allen Erwachsenen, die Judith umgeben, einzig eine Lehrerin willens scheint genauer hinzusehen und zu helfen. Weil Judith aufgrund ihrer Geschichte gar nicht in der Lage ist, einfach auf kindliche Weise Hilfe anzunehmen.   Judith offenbart sich als sehr tiefgründig, stellenweise auch humorvoll, dann wieder leicht ironisch, hilfsbereit und bescheiden, altklug und manchmal philosophisch. Ihre Gedanken sind einerseits sehr erwachsen, da ihr Tagesablauf ihr wenig Zeit lässt, Kind zu sein. Von einem fröhlichen Kind ganz zu schweigen. Andererseits hat McCleen einen sehr gelungenen Übergang zu Judiths naivem, kindlichen Blick geschaffen. Beispielsweise als sie beim Predigen an einer Tür klingeln und eine junge drogensüchtige Frau öffnet. Judith selbst bemerkt die Drogensucht an sich nicht. Aber durch ihre Augen bemerken sie McCleens LeserInnen sehr wohl. Etwa durch die Erwähnung von Blutspuren und Stichstellen zwischen den Zehen. Genauso gekonnt formuliert die Autorin die Repressalien, die Judith und ihr Vater bald tagtäglich erleben. Sie spricht sie an, ohne sie konkret zu erwähnen und doch kann man sich als LeserIn genau vorstellen, was in diesem Moment passiert. Ängste und Nöte spürt man ebenso deutlich wie Hilflosigkeit und Wut. Man leidet (nicht nur) mit Judith mit. Doch bei allem was sie erleben, hebt das junge Mädchen seinen Blick auch auf einfühlsame Weise. Bemerkt die eventuellen Hintergründe für bestimmte Verhaltensweisen anderer. Versucht Verständnis zu empfinden und Wutgedanken zu kontrollieren. In Wo Milch und Honig fließen ist Judiths Welt also nicht einfach nur schematisch schwarz-weiß gezeichnet, nicht willkürlich in gut und böse geteilt. Vielmehr wird sehr deutlich, dass eine Medaille immer zwei Seiten hat.   Der Glauben spielt in diesem Buch eine große Rolle. Wer bis jetzt noch nicht viel über Jehovas Zeugen weiß, wird nach der Lektüre von McCleens Roman mit Sicherheit schlauer sein. Die Autorin baut Bibelzitate ein, die Argumentations-, Sicht- und Lebensweise dieser Glaubensgemeinschaft. Was anfangs fast zu viel wirkt, bildet jedoch eine wichtige und stimmige Grundlage für die eigentliche Geschichte.   Die handelt von Mobbing und Psychoterror. Von Einsamkeit und Hilflosigkeit. Von einem tiefgläubigen Menschen, der seinen Glauben zu verlieren droht. Von täglicher Gewalt und den Verlierern moderner Gesellschaften. Gleichzeitig hält man jedoch auch einen Roman in Händen, der leisen Humor, Ironie, Fantasie und Hoffnung enthält. Der eloquent aber niemals belehrend Dinge anspricht, die wie bereits erwähnt direkt um uns herum geschehen (können). Der von Mut handelt und davon, bestimmte Vorgänge nicht einfach so hinzunehmen. Von eigenständigem Denken und was die Kraft der Gedanken bewirken kann.   Vollbringt tatsächlich Gott Wunder durch Judith? Oder kommen hier nur einige Zufälle zusammen und ihre Gespräche mit Gott entspringen einer Psyche, die unter dem Druck des Erlebten zusammenbricht? Die Interpretation bleibt McCleens LeserInnen letztlich selbst überlassen, denn das Ende der Geschichte hat sie genauso überraschend wie passend gestaltet. Fazit: Ungewöhnlich, aber empfehlenswert. Ein leicht lesbares, aber keineswegs einfaches Buch. Eine Geschichte, die berührt und überzeugt. Mit authentisch wirkenden Charakteren in einer vielleicht fremd wirkenden aber durchaus echt anmutenden Welt. Eine, die LeserInnen mitfiebern und -fühlen lässt. Eine, die nachdenklich macht. Von einer Autorin, die es versteht, vieles anzusprechen, ohne es explizit zu erwähnen. Ein sehr gelungenes Debüt, das die volle Punktzahl verdient. Copyright ©, 2013 Antje Jürgens (AJ)

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  • Wenn der Glaube Berge versetzt

    Wo Milch und Honig fließen

    Natalie77

    10. April 2013 um 22:40

    Inhalt: Judith ist zehn Jahre alt und lebt bei ihrem Vater, der sehr gläubig ist aber keine Zeit für die Probleme seiner Tochter hat. Ihre Mutter hat sie nie kennen gelernt. In ihrem Zimmer hat sie sich ihre eigene Welt aufgebaut. Als ein größerer Schüler ihr droht sie mit dem Kopf in die Toilette zu stecken hat sie Todesangst und wünscht sich nichts mehr als das es am nächsten Tag schneit. Ihre Welt in ihrem Zimmer dekoriert sie mit allem möglichen so dass es wie Schnee aussieht und als sie am nächsten Morgen aufwacht ist auch in der realen Welt alles weiß... Meine Meinung: Wo Milch und Honig fließen stand so gar nicht auf meinem Leseplan, aber als ich dann die Möglichkeit hatte es zu lesen und den Klappentext sah musste es her. Nun muss ich sagen das ich mir ein wenig was anderes vorgestellt hatte. Etwas fantastischeres obwohl es wirklich nicht schlecht war. Ich hatte gar keine Religion auf dem Schirm gehabt und bekam Anfangs schon etwas Angst das es zu viel in der Richtung sein wird. Die Geschichte wird aus Sicht von Judith geschrieben und auch in der Sprache einer zehnjährigen. Was sich nun vielleicht verschreckend anhört war gar nicht schlimm. Man merkte das kindliche, aber es war nicht kindisch. Es lässt sich leicht und flüssig lesen und ich hatte keine Textholperer oder Verständnisprobleme. Judith ist eine neugierige etwas altkluge Zehnjährige. Das mag auch daran liegen das sie ohne Mutter aufwuchs und ihr Vater sich doch recht wenig für sie interessiert. Sie ist bemitleidenswert auf der einen Seite, denn sie wird in der Schule auf Grund der Religion stark gemobbt. Auf der anderen Seite ist sie sehr mutig und bewirkt sehr viel. Manchmal mehr als ihr lieb ist. Ihr Vater dagegen war mir fast durchgehend unsympathisch. Er hat nur die Religion im Kopf. Er zeigt keine Gefühle gegenüber Judith und tut in der Beziehung der Beiden nur das Nötigste. Er kümmert sich das Geld rein kommt, das sie was zu Essen bekommt und ganz wichtig das sie im Glauben zu den Zeugen Jehovas gestärkt wird, aber er hat kein Ohr für ihre Sorgen und Nöte. Die Zeugen Jehovas waren die religiöse Grundlage dieses Buches. Erst diese Art von Glauben konnte diese Geschichte schreiben, auch wenn sie fiktiv ist. Sie zeigt die negativen Seiten. Gerade Judith hat darunter zu leiden weil sie kein Weihnachten feiert, weil sie erzogen wurde zu Glauben und da einer Minderheit angehört und auch weil sie mit ihrem Vater von Tür zu Tür geht um neue Mitglieder für die Gemeinschaft zu finden. Aber die Geschichte zeigt auch das die Mitglieder dieser Gemeinschaft zusammen halten und füreinander da sind. Nun hört sich das so an als ob die Religion überwiegt, das ist nicht unbedingt so. Ich bin nicht wirklich gläubig und habe mit Bibeltexten nichts am Hut, aber trotzdem war es mir nicht zu viel. Die Autorin hat einen guten Mix hinbekommen. Zwischen Glaube und Fiktion. Alles in allem fand ich es sehr unterhaltsam und kann es jedem empfehlen den etwas Religion nicht stört. Der bekommt hier eine schöne Geschichte in der der Glaube Berge versetzt

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  • Ein unglaublich emotionales Werk, dass mitreisst!

    Wo Milch und Honig fließen

    Alexandra_vom_Buecherkaffee

    28. March 2013 um 10:24

    Am Anfang war ein leeres Zimmer, ein bisschen Raum, ein bisschen Licht, ein bisschen Zeit... Seite 11 Ein kleiner Einblick ins Buch: Der Klappentext dieses Buch ist so gut gelungen, dass ich diesmal keine eigene Zusammenfassung schreiben möchte. Ich habe lange überlegt und ich kann es einfach nicht besser in Worte fassen, als es dieser Klappentext nicht sowieso schon tut: "Menschen aus Pfeifenputzern, Häuser aus Keksschachteln, Wattewolken und ein Spiegelsee. Die zehnjährige Judith hat sich in ihrem Zimmer eine kleine Welt geschaffen, ganz für sich allein. In der Schule wird sie gehänselt, weil sie anders ist, sich von der sündigen Welt fernhalten muss. Ihr streng religiöser Vater hat kein Ohr für ihre Nöte, die Mutter hat sie nie kennengelernt. Vielleicht, denkt Judith, wenn ich es hier drinnen schneien lasse, mit Rasierschaum, Watte und Daunenfedern, fällt am Montag die Schule aus. Als sie am nächsten Tag die Vorhänge öffnet, ist tatsächlich alles weiß. Judith hat ihr erstes Wunder bewirkt. Und damit fangen ihre Probleme erst richtig an …" Zitat: "Wenn ich meine Zimmertür zumache, weichen die Wände zurück, und ich sehe Planeten und Regenbögen und Sonnen." Seite 23 Meine Gedanken zu dem Buch: Als ich über dieses Buch zum ersten Mal hörte, war mir klar, dies muss ich unbedingt lesen. Das Cover und der Buchtitel sprachen mich an und als ich dann den Klappentext und später auch die Leseprobe zu diesem Buch las, war es um mich geschehen. Grace McCleen hat mit "Wo Milch und Honig fließen" ein hochemotionales und sehr ergreifendes Werk erschaffen, dass mich auf eine faszinierende und doch zugleich auch beklemmende und traurig Lesereise mitnahm. Diese Geschichte der kleinen zehnjährigen Judith verlangte meine vollkommene Aufmerksamkeit, sie wollte langsam und bewusst gelesen werden und sie forderte mich zum Nachdenken und Mitdenken auf. Denn so fantastisch auch die Geschichte klingt, so viel Wahres steckt doch auch dahinter. Was ist Wirklichkeit? Was ist Fiktion? Was erlebt die kleine Judith tatsächlich und was warum erlebt sie es? Den Verlust der Mutter, die sie nie hatte. De Schuldgefühle, die Mutter könnte wegen ihr nicht mehr sein. Der Vater, der nie Liebe für die übrig hat (oder es einfach nicht zeigen kann). Die schwierige Religion, die sie völlig einnimmt und die ihr größter Lebensinhalt ist und zuletzt natürlich die Feindseligkeit ihrer Mitschüler, die sie ertragen muss. Und über allem schwebt immer "Harmagedon" [1]. Wie selbstverständlich für eine Zehnjährige sein kann, dass jederzeit dass Ende der Welt bevorstehen kann. Das ist schon sehr erschütternd, und ich litt regelrecht mit Judith mit. Der Rückzug in ihre eigene Welt, "das Land der Zierde", ist für sie ein Rettungsanker, eine Flucht aus der Realität, ein Stück Freiheit - und ein Ort, den sie unter Kontrolle hat, der ihr gehört.Und ich kann sie diesbezüglich gut verstehen. Grace McCleen hat der Protagonistin Judith einen unglaublich facettenreichen Charakter verliehen. Mit viel Tiefgang und Einfühlungsvermögen eröffnet sie dem Leser die Gedankenwelt der jungen Judith, und dies in einer sprachlichen Gewandtheit, die Seinesgleichen sucht, ja die man schon fast als poetisch bezeichnen kann. Einerseits erscheint es einem fast unglaublich, dass ein zehnjähriges Mädchen so tiefgründig denkt, aber andererseits ist sie es ja auch nicht anders gewohnt, denn ihr Vater verlangt von ihr tägliches Bibelstudium, dem ein langes Nachsinnen über das Gelesene folgt. Auch der Vater erscheint in seiner Charakteristik sehr gelungen. Wo man ihm zunächst gerne in vielen Dingen beschuldigen und / oder zurechtweisen mag, kann man im im Verlauf der Geschichte doch immer wieder etwas Verständnis entgegenbringen und die Zusammenhänge verstehen. Ich möchte zur Geschichte selbst gar nicht weiter darauf eingehen, aus Angst zuviel zu verraten oder vorwegzunehmen, denn dieses Buch ist eine unglaubliche Leseerfahrung, die jeder selbst machen sollte.Aber man muss der Geschichte definitiv Zeit und Muse entgegenbringen - denn das hat sie verdient und nur dann kann sie sich dem Leser voll entfalten. "Heute ist ein großer Tag. Du bist auserwählt, ein Geschenk von unschätzbarem Wert zu empfangen." Seite 52 Kurz & gut - mein persönliches Fazit "Wo Milch und Honig fliessen" Ein Roman über das Gut und Böse, über Glaube und Zweifel, über Verlust und Erlösung. Ein Roman, der mich vollkommen gefangen nahm, der mich forderte und mich emotional völlig mitgerissen hat. Ein Roman, den ich mit einer völligen Hingabe und mit absoluter Ruhe und Zeit gelesen habe. Ein Roman, dessen poetische Sprache mich völlig verzückte. Ein Schicksal, das mich sehr bewegte und eine bezaubernde Protagonistin, die mich unglaublich faszinierte und die absolut mein Herz berührte. Ein wahres Lese-Highlight, dass mich auch sehr nachdenklich zurückgelassen hat! © Rezension: Alexandra buecherkaffee.blogspot.de

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  • Wo Milch und Honig fließen

    Wo Milch und Honig fließen

    safido

    26. March 2013 um 12:59

    Zum Inhalt: Bis Montag muss ein Wunder geschehen. Sonst wird Judiths Klassenkamerad Neil sie wahrscheinlich in der Schultoilette ertränken. Denn Judith ist anders als ihre Mitschüler und wird jeden Tag gehänselt und verspottet. Nicht zuletzt, weil alle in der Stadt ihren tief religiösen Vater für einen Sonderling halten – und somit auch Judith selbst als Sonderling gilt. Schnee wäre die Lösung. Viel Schnee. Dann würde vielleicht die Schule am Montag ausfallen. Aber es ist erst Oktober… Trotzdem versucht die zehnjährige Judith ihr Glück, und lässt es in ihrer selbst geschaffenen Welt, dem Land der Zierde, schneien. Und am Montag liegt draußen tatsächlich Schnee. Viel Schnee. Und die Schule fällt aus, und Judiths Probleme fangen damit erst an… Meine Meinung: Ich habe einen bewegenden, aber auch heiteren Roman über eine junge Heldin erwartet, die sich ihre eigene kleine Welt in ihrem Zimmer erschaffen hat. Irgendwie habe ich auch genau das bekommen, aber leider nicht so, wie ich es erwartet hatte. Denn ich hatte doch einige Probleme mit dem übergeordneten Thema Religion. Hätte ich schon vor dem Lesen gewusst, dass die Religion einen dermaßen großen Platz in Anspruch nimmt, hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht gelesen. “Ich heiße Judith McPherson. Ich bin zehn Jahre alt. Am Montag ist ein Wunder geschehen. So werde ich es nennen. Und das Wunder habe ich vollbracht. Weil Neil Lewis gesagt hatte, er würde meinen Kopf in die Toilette stecken. Weil ich Angst hatte. Aber auch, weil ich Glauben hatte.” (S. 16) Dies ist aber nicht die Schuld des Buches, oder der Autorin, sondern meine ganz eigene Meinung, quasi ein selbst geschaffenes Problem. So erging es mir auch schon bei anderen Büchern, die an sich nicht schlecht waren, mir aber aufgrund dieser besonderen Thematik nicht gefallen haben. Zugegebenermaßen ist aber gerade die Religion ein wichtiger Bestandteil dieser Geschichte. Ohne sie würde die Geschichte nicht funktionieren – und genau deshalb hat die Geschichte bei mir leider nicht so richtig funktioniert. Die Geschichte an sich ist eigentlich ganz schön, der Schreibstil angenehm zu lesen. Ich konnte halt nur nicht so viel damit anfangen, wie ich es mir vom Buchrücken her gewünscht hätte. “In meinem Zimmer ist eine Welt. Sie ist aus lauter Dingen gemacht, die niemand haben wollte, und sie ist aus Dingen gemacht, die meiner Mutter gehört haben, die sie mir hinterlassen hat, und ich habe fast mein ganzes Leben gebraucht, um diese Welt zu bauen.” (S. 22) Dennoch hat mich Judiths Schicksal durchaus berührt. Ich habe mit ihr gelitten, wenn sie in der Schule von Neil und den anderen Mitschülern immer wieder aufs Neue gehänselt, ausgelacht und verspottet wurde, ihr Vater ihr mal wieder nicht zuhören wollte und sie mit ihm von Haus zu Haus tingeln musste um im Namen der Zeugen Jehovas neue Jünger zu finden. Letzten Endes entscheide ich mich mit drei Herzen für eine neutrale Bewertung. http://bookwives.wordpress.com

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  • Sehr religiös, aber definitiv etwas Besonderes

    Wo Milch und Honig fließen

    Kittyzer

    26. March 2013 um 00:25

    Später sannen wir über den Sündenfall nach, der vor sechstausend Jahren passiert ist, zweitausend Jahre von uns zu Jesus, sagte Vater, und viertausend von Jesus zu Adam, und ich sann über die Frage nach, warum ich wieder Bittergemüse essen musste, und sagte gar nichts. Aber mein Gesicht schien etwas zu sagen, denn Vater sagte: "Tausende von afrikanischen Kindern wären froh um dieses Essen." Ich wollte gerade sagen: "Dann wünschte ich, wir könnten's ihnen schicken", da hörten wir im Flur Glas splittern.INHALT: Die zehnjährige Judith ist Tochter eines religiösen Zeugen Jehovas und in Sachen Sprachvermögen für ihr Alter so weit fortgeschritten, dass sie eine höhere Klasse besucht - doch beide Aspekte wirken sich wenig positiv auf ihr Leben aus: Sie und ihr Vater werden beschimpft und beleidigt, sie selbst unter ihren Schulkameraden ausgeschlossen. Zuhause baut sie sich aus weggeworfenen Dingen ein "Land der Zierde", in dem sie nicht allein ist. Als ihr ein Mitschüler etwas Schlimmes androht, wünscht Judith sich, dass die Schule wegen Schnee ausfällt, und spielt genau das in ihrer Modellwelt nach. In der Nacht schneit es tatsächlich, und das Mädchen hat sein erstes Wunder bewirkt. Doch nicht aus allem gut gemeinten entsteht auch Gutes... MEINE MEINUNG: Grace McCleens "Wo Milch und Honig fließen" ist schon von der Erzählweise her etwas besonderes. Protagonistin ist die zehnjährige Judith, die aus der Ich-Perspektive im Präsens ihre Erlebnisse mit dem Leser teilt. Dabei wird perfekt auf die naiven, unerfahrenen Gedanken eines Kindes eingegangen, sodass dieser Aspekt sehr authentisch wirkt. Gleichzeitig ist das junge Mädchen für sein Alter so weit fortgeschritten, dass Themen wie Religion, Mobbing, Schuld oder Tod nicht selten mit einfließen, auch wenn gleichzeitig ebenfalls auf eher kindliche Problematiken wie Einsamkeit oder gemeine Klassenkameraden eingegangen wird. Judith ist eine gleichwohl niedliche wie intelligente Protagonistin, die, obwohl sie durchaus philosophische Fragen stellt und recht erwachsen scheinende Gedankengänge hat, immer authentisch wirkt. Ihr Leben ist nicht einfach, besonders, weil sie sich in ihre eigene Fantasiewelt zurückgezogen hat - denn durch ihre religiös erzogene Art und ihre Wortwahl wirkt sie auf viele Menschen seltsam. Ihr Vater sorgt für sie und lehrt sie seine eigene Sichtweise im Hinblick auf Gott und die Bibel, ist dabei allerdings nicht sonderlich liebevoll. Der Grund dafür liegt in der Vergangenheit und wird später dezent thematisiert. Er macht wohl die größte Wandlung von allen durch; seine Handlungen sind nicht immer nachvollziehbar und gleichzeitig sind sie es doch, aufgrund seines schweren Schicksals kann man sich der Sympathien für ihn auf jeden Fall aber nicht erwehren. Eine Helferin in der Not wird für Judith schließlich ihre neue Lehrerin, die sich für sie einsetzt, mit ihr spricht und immer versucht, sie aufzumuntern. Man erfährt nicht viel über sie, da sie allerdings sozusagen Judiths einzige Freundin wird, schließt man sie schnell ins Herz. Sonstige Figuren wie der Mobber Neil, der dem Mädchen das Leben zur Hölle macht, oder der ungläubige Mike, der dennoch ein Freund des Vaters ist, machen das Buch aufgrund ihrer Vielschichtigkeit besonders, denn nicht alles ist, wie es scheint. Viele der Figuren entpuppen sich im Laufe der Geschichte anders als man es erwarten würde, was klasse zu beobachten ist. Das Thema Religion selbst ist sehr dominant und sowohl für Atheisten als auch für Christen auf verschiedene Art und Weise sicherlich schwer zu verdauen: Für Atheisten, weil besonders das erste Drittel aus vielen Bibelzitaten und religiösem Denken besteht, auch, wenn Judith des Öfteren humorvoll damit umgeht; für Christen, weil der letzte Teil des Buches dann doch eher sehr kritisch wird. Lässt man sich auf das Ganze allerdings erst einmal ein, erwartet einen eine fantasievolle, an manchen Stellen bedrückende, dafür aber auch in vielerlei Hinsicht schöne Geschichte von Mut, eigenem Denken, Mobbing und der Kraft der Gedanken. Ob man nun wie Judith daran glaubt, dass Gott zu ihr spricht und ihr hilft, Wunder zu vollbringen, oder ob man eher der Meinung ist, dass das alles sehr passende Zufälle sind, bleibt einem selbst überlassen. Klar ist aber, dass der Fortgang der Geschichte einen nicht unberührt lässt, denn Judiths Probleme wachsen mit ihren Wundern, so sehr, dass sich schließlich sogar ihr sonst so in die Bibel vertrauender Vater Gedanken darüber macht, ob das Leben so weitergehen kann. Die Entwicklung sowohl der Story als auch der Figuren ist wunderbar zu verfolgen und mündet in einem schönen, gut durchdachten Ende, das den gesamten Roman sehr passend ausklingen lässt. FAZIT: "Wo Milch und Honig fließen" von Grace McCleen ist von der Grundgeschichte her sehr religiös und daher anfangs etwas schwergängig. Mit der Zeit aber lernt der Leser die wunderbare junge Judith kennen, die man in ihrer kindlichen Naivität mit dem gleichzeitigen Scharfsinn nur ins Herz schließen kann, ebenso, wie die Geschichte selbst zu berühren vermag. 4 verdiente Punkte für dieses besondere Buch!

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  • Rezension zu "Wo Milch und Honig fließen" von Grace McCleen

    Wo Milch und Honig fließen

    AlineWirths

    13. March 2013 um 18:23

    Ein wirklich bezaubernder Roman, in einer wirklich tollen bildlichen Sprache. Eigentlich ist es ein sehr ernstes Thema. Nicht nur Religion, sondern auch Mobbing und ein abgesondertes Leben werden hier angesprochen. Hier erzählt ein 10-jähriges Mädchen aus ihrem Leben. Sehr schön und so detailiert, so direkt am Menschen. Ich mochte die Geschichte sehr, dabei bin ich nicht mal annähernd religiös. Und die Zeugen Jehovas, nun gut, sind auch nicht gerade meins. Aber dennoch, eine wirklich interessante Geschichte, die sehr tiefgreifend ist. Hier geht es um den Glauben und das Mädchen glaubt. Nur glaubt sie an den Richtigen? So ganz hat sich das Rätsel nicht gelöst. War es Gott, war es der Teufel, der mit dem Mädchen sprach? Wie sehr hat das Leben mit diesem strengen Glauben das Mädchen geprägt? Wie sehr hat es ihr Leben außerhalb der elternlichen Mauern beeinflusst? Viele und noch mehr Fragen tauchen hier auf. Man macht sich Gedanken, wie Kinder mit ehrlichen Glauben auch leiden können. Wie sehr ihnen das Böse ihrer Mitmenschen zu nah geht. Mobbing? Ja auch das. Ob das hier mit ihrem glauben zu tun hat, das kann man nicht sagen. Die Autorin bindet dieses Thema mit ein. Und es regt wieder zum Nachdenken an. Gewalt, weil man anders ist oder auch ausschliessen aus der Gemeinschaft. Das Leben ist für Judith nicht einfach. Schule ist nichts was sie braucht. Dort mag sie nicht gern sein, was sich erst ändert, als sich auch das Lehrpersonal ändert. Dann macht es Spaß dort zu sein, gefordert zu werden oder einfach nur verstanden. Die neue Lehrerin hält nicht viel von den bösen Attacken eines Mitschülers, der eigentlich auch nicht das vorbildliche Leben führt und selbst nicht sonderlich helle ist und der selbst nicht aus der Masse sticht. Sondern sich einfach wichtig macht und glaubt, mit allem durchzukommen, was aber natürlich nicht klappt. Das wichtigste in Judiths Leben ist "Das Land der Zierde". Hier flüchtet sie. Nicht nur von der realen Schulwelt, sondern auch vor ihrem Vater, der ihr nicht die Liebe geben kann, die sie sich wünscht. Judith gibt sich an allem, was passiert, die Schuld und die Stimme in ihrem Kopf, gibt ihr da auch noch Recht. Nur ist es so ungerecht, wenn sie sich Dinge wünscht, die auf einmal in Erfüllung gehen? Ist es nicht immer so, das Gutes auch Schlechtes nach sich zieht? Hier versteckt sich das junge Mädchen und wünscht sich verschiedene Dinge, ein anderes Leben, den Weltuntergang. Hierher flüchtet sie aus dem realen leben und baut aus Abfällen ein Land, das ihr gefällt, ein Leben, das ihres sein könnte. Das Cover hat mich gleich gereizt, denn ich bin ein Leser, der sich von schönen Covern schon überzeugen lässt. Selten war auch ein buch dabei, daß dann nicht meine Erwartungen erfüllen kann. Hier wurde ich von mir selbst überrascht. Denn so religiöse Bücher sind nicht wirklich das, was ich aussuchen würde, wenn ich den Buchladen meines Vertrauens besuche. Obwohl man sich davon nicht erschrecken lassen darf, denn es ist nicht so, wie man es erst denkt. Es ist tiefsinnig und emotional. Es birgt Themen, die oft nicht angesprochen werden und dieses Mädchen lernt uns viel mehr, als jeder sich eingestehen würde. Ein wirklich lesenswertes Buch, das in keinem Regal fehlen darf. Tiefsinnig und so bildlich beschrieben, das manch eine Situation dich rot vor Scham werden lässst. Ich muss schon sagen, mich hat das Buch sehr zum Nachdenken angeregt und ich kann es nur jedem empfehlen. Es ist ein Lesegenuss. Ein Schreibstil, das mitreisst und durch wirklich kurze Kapitel zum Lesen anregt. Ich kann dem verlag nur danken, das ich dieses außergewöhnliche Buch zu lesen.

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  • Rezension zu "Wo Milch und Honig fließen" von Grace McCleen

    Wo Milch und Honig fließen

    Lesegenuss

    11. March 2013 um 16:44

    „Wo Milch und Honig fließen“, geschrieben in der Ich-Erzähl-Perspektive der zehnjährigen Judith, entführt den Leser in ihr Leben, in ihre eigens geschaffene Welt, „Das Land der Zierde“. Die Mutter hatte Judith nie kennengelernt. Judith spricht es so aus „sie ist meintwegen gestorben“. Das Mädchen wächst anders auf als die Kinder ihrer Schule, ihrem Umfeld. Die strenge Religiosität der Glaubensgemeinschaft, dessen Vorsitz als Ältester ihr Vater innehat, täglich wird die Zehnjährige auf ihre Glaubensfestigkeit durch das Lesen in der Bibel geprüft. Bibellesen und Nachsinnen gehören wie das tägliche Brot zu Judiths Leben. Sie wächst so auf, kennt es nicht anders. Dass Judith es durch ihr Andersleben nicht leicht hat, bekommt sie eines Morgens knallhart auf dem Schulhof zu spüren. Mobbing auf dem Schulplatz, drei ältere Jungen gegen ein Mädchen. Und dann dieser entscheidende Satz, der die Protagonistin das ganze Wochenende verzweifeln läßt. Zitat S. 15 „ ... Schlimmer ist aber, dass Neil Lewis am Montag meinen Kopf in die Toilette stecken wird, und wenn ich sterbe, wer macht mich dann neu?“ Was heißt das – Sterben? Ihr Vater predigt immer wieder davon, dass HARMAGEDON naht. Eine ausführliche Erklärung zu diesem Begriff findet sich = Hier (Quelle Wikipedia) = Judith, ein zehnjähriges Mädchen, hat sie jemals erlebt, was es heißt, geliebt zu werden? Immer und immer wieder dieses eintönige Dahergerede, die endlose Aufzählung „Gott liebt dich, glaube an Gott, der Glaube bewirkt Wunder“ ... Zitat S. 11 „Am Anfang war ein leeres Zimmer, ein bisschen Raum, ein bisschen Luft, ein bisschen Zeit.“ Und im Laufe der Zeit entstand Judiths eigene Welt, ihr Land „Das Land der Zierde“. Es gab Felder aus Resten von Teppichstücken, Stoffen u. a. Es gab Flüsse aus Krepp, Berge aus Alufolie. Es gab Licht, die Sonne, den Mond. Es gab Wohnstätten aus den unterschiedlichsten Materialien. Es gab Tiere ... Es gab Menschen ... Der Leser erinnert sich?! „Wo Milch und Honig fließen“, ein Buch mit einer solchen Tiefe, eine fesselnde Geschichte, (für mich) erschütterndem Bekenntnis zum Glauben, beherrscht von Disziplin. Ist Judith die von Gott Auserwählte, ist es ihr gefestigter Glaube an Gott, dass Wunder / Ereignisse in ihrem Umfeld geschehen? „Wo Milch und Honig fließen?“, der Debütroman von Grace McCleen, bekannt als Sängerin, Songwriterin, Künstlerin und nun auch Autorin. „Das Land der Zierde“, Judiths Welt, geschaffen aus einer Not heraus, weil niemand ihren inneren Schrei, ihre Not hörte, in ihrer Trauer um die nie gekannte Mutter, ihre eigene Welt, in der sie Judith McPherson ist. Judith, voller Zweifel und Trauer, weil sie glaubt, ihr Vater liebt sie nicht. Judith, voller Zweifel und Trauer, weil sie denkt, er gibt ihr die Schuld an dem Tod seiner Frau, ihrer Mutter. „Wo Milch und Honig fließen“, diesem Buch kann man nicht widerstehen. Man erliegt der Charaktere Judith, die durch den Schreibstil der Autorin, der gekonnt gewählten Worte Leben eingehaucht bekommt. Ein brillanter Pageturner, man kann wirklich nicht einfach so mitten drin aufhören zu lesen. Allerdings muss ich noch hinzufügen, dass man zu dem Glaubenseifer einen gesunden Abstand halten sollte. „Wo Milch und Honig fließen“, ein ungewöhnliches Buch, eine ungewöhnliche, aber sehr empfehlenswerte Lesereise.

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  • Rezension zu "Wo Milch und Honig fließen" von Grace McCleen

    Wo Milch und Honig fließen

    Monika58097

    11. March 2013 um 14:49

    Eine Stadt in Amerika. Die zehnjährige Judith lebt dort mit ihrem tief religiösen Vater. Judiths Muttter ist bei ihrer Geburt gestorben. Judith kennt ihren Vater nur ohne Lächeln. Alles was für ihn zählt, ist die Religion. Diese steht über alles. Judith muss ihren Vater auch regelmäßig zum "Predigen" begleiten. Sie gehen dann von Haus zu Haus, von Tür zu Tür und wollen die Menschen von ihrem Glauben überzeugen. Hamargedon, der Weltuntergang wird kommen. Das Ende ist nahe. Die kleine Familie wird deshalb angefeindet. Insbesondere Judith hat darunter zu leiden. In ihrer Klasse hat es Neil auf sie abgesehen. Immer wieder ärgert er sie und pöbelt sie an. Als Neil ihr droht, ist Judith sich sicher, dass sie Anfang der kommenden Woche sterben muss. Sie ist sich sicher, dass Neil sie in der Schultoilette ertrinken lassen wird. Das Mädchen flüchtet sich in ihre Traumwelt. Das "Land der Zierde" ist zu ihrer ganz persönlichen Welt geworden. Hier kann sie das Mädchen sein, dass sie gerne wäre. Hier kann sie ihre Träume wahr werden lassen. Das "Land der Zierde" wäre für jeden anderen nichts als ein Haufen Müll, doch für Judith werden hier Träume wahr. Rutschen aus Orangenschalen, Dampferschornsteine aus den Verschlüssen von Zahnpastatuben. Als Neil ihr so zusetzt, wünscht sich Judith, dass es schneit. Es soll so viel schneien, dass Neil nicht kommen kann. Judith lässt Watte und Mehl über ihr Traumland wehen. Schnee, nichts als Schnee. Als sie am nächsten Morgen wach wird, hat es tatsächlich geschneit - mitten im Oktober Die Welt ist tief verschneit. Die Schule fällt aus. Neil kann Judith nichts anhaben. Ist Judiths Wunsch tatsächlich in Erfüllung gegangen oder war alles nur purer Zufall? Auf einmal hört Judith Stimmen. Sie fängt an, Zwiesprache mit Gott zu halten. Gott sagt ihr, dass all ihr Tun, ihre Wünsche Folgen haben werden. Als weitere Wünsche in Erfüllung gehen, glaubt Judith ganz fest daran, dass sie Wunder bewirken kann. Sie möchte ihrem Vater davon berichten, doch wie so oft, will er nicht zuhören. Judiths Wünsche, die Wunder, ihre bisherigen Welt ändert sich. Sobald sie etwas an ihrem "Land der Zierde" verändert, ändert sich auch in der wirklichen Welt etwas. Auf einmal passieren unvorhersehbare Dinge, die sie so nicht gewollt hat. Sie bittet Gott in einem Gespräch darum, ihr zu helfen, doch sie muss allein zurecht kommen. Judith setzt alles daran, dass alles wieder gut wird. Ob es ihr gelingen wird? Ein wunderschöner Roman. Ein Roman über ein Mädchen, das sich auf der einen Seite mit der extremen Gläubigkeit des Vaters auseinandersetzen muss. Ein Mädchen, das darunter leidet, anders zu sein als die anderen. Und wer kennt sie nicht, die Zeugen Jehovas, die von Tür zu Tür ziehen und teilwwise sehr aggressiv für ihre Religion werben? Man leidet mit Judith mit, wenn sie wieder von ihren Mitschülern drangsaliert wird. wenn sie vom Vater wieder einmal nicht verstanden wird. Ob ihre in Erfüllung gegangenen Wünsche nun tatsächlich Wunder waren und obb Judith wirklich mit Gott gesprochen hat oder ob die Gespräche nur in ihren Gedanken stattgefunden haben, das bleibt der Fantasie des Lesers überlassen. Das Thema ist eigentlich eher traurig, doch in einer so wunderbaren Sprache geschrieben, dass dieser Roman einfach nur schön ist. Ich weiß jetzt schon, dass "Wo Milch und Honig fließen" eines meiner persönlichen Lese-Highlights 2013 sein wird. Unbedingt empfehlenswert!

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