Graeme Macrae Burnet Sein blutiges Projekt

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Inhaltsangabe zu „Sein blutiges Projekt“ von Graeme Macrae Burnet

August 1869: Ein verschlafenes Bauerndorf an der Westküste Schottlands wird von einem brutalen Dreifachmord erschüttert. Der Täter ist rasch gefunden. Doch was trieb den 17-jährigen Roderick Macrae, Sohn eines armen Pächters, dazu, drei Menschen auf bestialische Weise zu erschlagen? Während Roddy im Gefängnis auf seinen Prozess wartet, stellen die scharfsinnigsten Ärzte und Ermittler des Landes Nachforschungen an, um seine Beweggründe aufzudecken. Ist der eigenbrötlerische Bauernjunge geisteskrank? Roddys Schicksal hängt nun einzig und allein von den Überzeugungskünsten seines Rechtsbeistandes ab, der in einem spektakulären Prozess alles daransetzt, Roderick vor dem Galgen zu bewahren. Sein brillanter Spannungsroman offenbart Graeme Macrae Burnet als außergewöhnliche neue Stimme im Genre des psychologischen Thrillers. Mühelos versetzt er den Leser mitten ins Schottland des 19. Jahrhunderts und zu den Anfängen der Kriminalpsychologie. Kunstvoll verquickt er dabei Rodericks eigene Aufzeichnungen mit Gerichtsunterlagen, medizinischen Gutachten und der Prozessberichterstattung. Während er die Annahmen der Leser über die eigentlichen Tathintergründe immer wieder raffiniert ins Leere laufen lässt, enthüllt sich die dunkle Wahrheit erst in einem fulminanten Gerichtsdrama.

Eines der spannendsten und besten Bücher die ich gelesen hab! Wahnsinnig tiefgründig und psychologisch. Nicht nach wahren Begebenheiten

— Vanii
Vanii

Einer der tiefgreifensten Thriller, den ich je gelesen habe

— Crimiwonderwoman
Crimiwonderwoman

Ein faszinierender Fake-True-Crime-Roman. Ungewöhnlicher Aufbau, aber starke Umsetzung.

— Gulan
Gulan

Ein ungewöhnlicher Thriller, authentisch, historisch, spannend.

— Buchina
Buchina

Ein hervorragender Thriller etwas anderer Art!

— Danion
Danion

Basiert nicht auf einer wahren Begebenheit

— yana27
yana27

Ehrlicher könnte eine Kriminalgeschichte nicht sein. Ein wahres Fundament, eine Tragödie der leisen Töne, die laut hallen.

— Floh
Floh

In meinen Augen kein Thriller. Es wird nüchtern ein dreifachmord erläutert, sachlich ohne Spannung.

— natalietothsiveri
natalietothsiveri

Die Mischung aus Tagebuchaufzeichnungen, Presseartikeln und fiktionalen Passagen ergeben ein fesselndes, authentisches Buch.

— kubine
kubine

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— tardy
tardy

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    Sein blutiges Projekt
    Crimiwonderwoman

    Crimiwonderwoman

    30. June 2017 um 17:51

    Alleine schon der Anfang ist anderst als bei "normalen" Thrillern, denn der Mörder, der auf grausame Weise eine ganze Familie getötet hat, sitzt bereits im Gefängnis, nachdem er seine Tat sofort gestanden hat.Auf Rat seines Anwalts hin, verfasst der Mörder Roderick Macrae seine Lebensgeschichte, die auch die Tötung der drei Menschen beinhaltet.Doch nicht nur dieser subjektive Bericht ist Teil der Lektüre, sondern auch Zeugenaussagen, Obduktionsberichte und zuletzt auch das Urteil sind Teil davon, was dem Leser ein objektives Bild ermöglicht.Der Charakter Rodericks ist voller Tiefe und man erlebt ihn als wäre er eine reale Person in Jedermans Leben. Man bekommt Einblicke in seine Gedanken, demzufolge auch in sein Träume, Wünsche und Ängst und verliert sich am Ende doch nicht in der Subjektivität, wegen den anderen objektiven Berichte, die zu einem Gesamtbild Rodericks verhelfen.Ich war von der Lektüre gefesselt und konnte diese gar nicht aus der Hand legen. Alleine schon, weil es ganz anders aufgebaut ist als gewönliche Thrilller, fällt es einem sofort ins Auge, wengleich auch das Cover etwas schlicht gehalten ist.Sehr gut finde ich auch den Ort des Geschehens. Ein kleines Bauerndorf in der Nordwestküste Schottlands was einen starken Kontrast zu der brutalten Tat, die dort verübt wurde, bildet.Der Spannungsbogen zog sich durch die ganze Lektüre hindurch.Mich hat das Buch von vorne bis hinten überzeugt, und ich würde es sofort weiter empfehlen.

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  • Fake True Crime.

    Sein blutiges Projekt
    Gulan

    Gulan

    Wenn es das Schicksal wollte, dass Lachlan Broad durch meine Hand starb, dann würde es so geschehen. Erfolg und Ausgang meines Unternehmens lagen außerhalb meiner Kontrolle. So kam ich zu dem Schluss, wenn ich Lachlan Broad töten wollte, müsste ich zunächst einmal zu seinem Haus gehen. Außerdem brauchte ich eine Waffe, mit ich die Tat vollbringen konnte. Und was wäre dazu besser geeignet als die Feldhacke, die die Vorsehung mir in die Hand gegeben hatte? Als ich am oberen Teil des Feldes ankam, sah ich einen Spitzspaten, der an der Hauswand lehnte, und den nahm ich noch dazu. Dann machte ich mich auf den Weg zum anderen Ende des Dorfes. Ich redete mir ein, dass ich nicht vorhatte, Lachlan Broad zu ermorden, sondern lediglich herausfinden wollte, was passieren würde, wenn ich seinem Haus derart bewaffnet einen Besuch abstattete. (S. 184-185) Ein kleines, küstennahes schottisches Bauerndorf wird im August des Jahres 1869 Schauplatz eines dreifachen Mordes. Der Dorfvorsteher Lachlan Mackenzie, seine 15jährige Tochter und sein dreijähriger Sohn werden in ihrem Haus brutal ermordet. Der Täter stellt sich selbst unmittelbar nach der Tat. Es ist der 17jährige Nachbarssohn Roderick Macrae. Er wird inhaftiert und angeklagt. Doch sein Anwalt verfolgt eine Strategie: Er will Rodericks Unzurechnungsfähigkeit beweisen, um ihn vor dem Galgen zu bewahren. Wenn man das Buch unvoreingenommen beginnt, wird man vom Autor direkt mal ganz schön hinters Licht geführt. In einem Vorwort behauptet Graeme Macrae Burnet nämlich, dass diese Geschichte auf wahren Ereignissen und echten Dokumenten beruht, herausgefunden im Rahmen von Familienrecherchen. Das zieht er dann auch konsequent durch. Er löst es eigentlich (etwas halbherzig) erst in der Danksagung auf, als er erwähnt, dass es lediglich zwei Figuren gibt, die realen Personen nachempfunden sind. Die Konsequenz aus der True-Crime-Behauptung ist der sehr ungewöhnliche Aufbau des Buches. Nach dem Vorwort folgen zunächst Aussagen der Einwohner von Culduie zur Tat und zu Roderick Macrae. Danach kommen die Aufzeichnungen des Angeklagten, in der Haft verfasst, in denen er seine Sicht der Ereignisse schildert. Dies nimmt ungefähr die Hälfte des Buches ein. Es folgen die medizinische Gutachten und eine Schilderung des Psychologen Thomson. Abschließend kommt dann die Darstellung des Prozesses. Dieser sachbuchartige Aufbau bietet aber erheblichen Reiz. Dies sahen wohl auch die Juroren des Man Booker Prize, die diesen ungewöhnlichen Roman 2016 auf die Shortlist setzten. Für einen Kriminalroman immer noch eine außergewöhnliche Auszeichnung. Die Aufzeichnungen des Roderick Macrae geben einen Einblick in das harte Leben zur damaligen Zeit im Nordwesten Schottlands. Die Familie bewirtschaftet ein karges Stück Land in Culduie. Roderick hat eine jüngere Schwester, der Vater ist ein gefühlskalter Stoiker, die Mutter lebensfroh und das Herz der Familie. Allerdings stirbt sie zwei Jahre vor den Ereignissen bei der Geburt von Zwillingen. Danach geht es nur noch bergab mit der Familie. Begünstigt wird dies dadurch, dass Lachlan Mackenzie, genannt Lachlan Broad, neuer Constable, so etwas wie ein Dorfvorsteher und Handlanger des Gutsverwalters, wird. Er hat die Familie und besonders Roderick auf dem Kieker, schikaniert und benachteiligt sie. Dies wird auch als primäres Motiv präsentiert, auch von Roderick selbst. Der Anwalt von Roderick sieht jedoch eine Chance für den Jungen, dem Todesurteil zu entkommen. Die Tat ist ungeheuer brutal, völlig untypisch für den ansonsten harmlosen Jungen. War er womöglich gar nicht Herr seiner Sinne, obwohl er die Tat bewusst erlebt hat und sie auch nicht leugnet? Das Trauma des Todes der geliebten Mutter, die zunehmende Verwahrlosung der Familie – sind dies Zeichen für eine psychologische Störung? Fast ist man als Leser geneigt, dieser Linie zu folgen. Doch dann holt der Autor ziemlich zum Schluss ein ganz anderes mögliches Motiv hervor und das ist schon ein Paukenschlag. Allerdings wird einem hinterher bewusst, dass zwischendurch immer wieder Hinweise gelegt wurden. Raffiniert. „Sein blutiges Projekt“ bietet einigen Stoff für Liebhaber ganz verschiedener Gattungen der Kriminalliteratur: Historisches mit der Darstellung der sozialen Verhältnisse im ländlichen Schottland des 19.Jahrhunderts, Psychologisches mit den Beziehungen der Figuren und der entscheidenden Frage nach dem Motiv und auch ein spannendes Justizdrama. All das hervorragend komponiert in einem Fake-True-Crime-Gewand. Ein wirklich hervorragender Roman, von mir gibt es eine klare Empfehlung.

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  • Gute Unterhaltung

    Sein blutiges Projekt
    kuechenqueen

    kuechenqueen

    08. May 2017 um 15:00

    Im Jahre 1869 tötet der 17jährige Roderick seinen Nachbarn mit Spaten und Hacke. Im Gefängnis schreibt er die Gründe für seine Tat nieder. In diesem Buch werden die Erklärungen von Roderick, Zeugenaussagen, Prozessniederschriften und die Protokolle der Ärzte niedergeschrieben. Es ergibt sich ein Bild des Täters und seiner Gründe, die man auf normale Art wohl nicht so intensiv erlebt hätte. Man bekommt Eindrücke von Dingen, die sonst eher verschwiegen werden und merkt schnell, daß Roderick eigentlich selbst ein Opfer sit. Trotz dieser verschiedenen Blickwinkel wirkt der Text flüssig und nicht auseinandergehackt. Das Buch liest sich zumeist spannend, hat jedoch immer wieder mal ein paar Längen zwischendurch.

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  • Zeitreise des Grauens

    Sein blutiges Projekt
    misery3103

    misery3103

    11. April 2017 um 07:30

    Im August 1869 tötet der junge Roderick Macrae drei seiner Nachbarn. Was veranlasste ihn zu dieser Tat? Das Buch gibt durch Zeugenaussagen und ein durch den Angeklagten verfasstes Manuskript Einblick in das Leben des jungen Mannes in dem kleinen schottischen Dorf.Es ist spannend, Rockericks Aufzeichnungen zu lesen und zu erfahren, was die Familie durch eins der Opfer erleiden musste. Das ärmliche Leben und der Umgang mit den einzelnen Familienmitgliedern werden anschaulich beschrieben. Man bekommt einen guten Einblick in das ärmliche Leben der Familie. Rockerick erscheint nett und seine Schilderung der Ereignisse nachvollziehbar. Die Geschichte liest sich gut und ist fesselnd erzählt. Einzig einige Passagen während des Prozesses waren mir etwas zu ausführlich und wenig interessant, so z. B. die Aussage des Arztes, der der Spezialist für Geisteskrankheiten bei Schwerverbrechern war.Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und mich gut unterhalten. Eine lehrreiche Reise in eine längst vergangene Zeit!

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  • Sehr gut!

    Sein blutiges Projekt
    Danion

    Danion

    26. March 2017 um 19:01

    Dieser Thriller ist etwas ganz besonderes, was ich bisher nicht kannte. Darin wird die Geschichte eines Mörders erzählt, wobei diese aus verschiedenen Perspektiven dargestellt wird: durch die Zeugenaussagen, medizinische Gutachten und Protokolle einer psychologischen Untersuchung, aber auch aus der Perspektive des Mörders. Von Anfang an stellte ich fest, dass dieses Bcuh einfach besonders ist - die Stimmung wird vom Autor wunderbar in Worte gefasst bzw. durch seine Worte geschaffen, die Sprache erweckt den Eindruck, man lese einen Klassiker der Weltliteratur. Anfangs war die Geschichte für mich ein wenig zu langwierig, zu detailliert und ich konnte es kaum erwarten, bis es zum eigentlichen Verbrechen von Rody kommt. Man bekommt eine sehr ausführliche Vorgeschichte, erzählt durch den Täter, und dann passiert alles so schnell, auf 2 Seiten, dass der Leser einfach verblüfft ist von der Intensität... Sehr interessant fand ich die Analysen des kriminologischen Antropologen, der seine Schlüsse zieht, ohne auf solches wichtige Dokument, wie die schriftlichen Ausführungen des Täters zum Fall zu beachten. Ohne diese zu lesen, schreibt er: "Ich zweifle keine Sekunde daran, dass die Seiten /.../ lediglich wirres, sinnloses Gefasel enthielten..." Eine faszinierende Geschichte!

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  • Düster und mysteriös

    Sein blutiges Projekt
    92libero

    92libero

    19. March 2017 um 14:55

    Cover und Gestaltung:Die Farb-, Schrift-, und Bildgestaltung finde ich sehr gelungen und passend zum Inhalt.Auch der Stil der „Risse“, macht das Cover noch düsterer und mysteriöser.Inhalt und eigene Meinung:1869 - Der 17-jährige Roderick ermordet drei Menschen aus seiner Nachbarschaft - alle aus einer Familie. Er kommt ins Gefängnis und schreibt dort seine Geschichte nieder. Sein blutiges Projekt von Graeme Macrae Burnet ist ein ganz besonderer Thriller - es wird die Geschichte eines Mörders erzählt und geschildert, allerdings aus verschiedenen Sichten und Perspektiven: Protokolle, Zeugenaussagen und verschiedene Gutachten.Diese Art der Erzählung ist besonders detailliert und spannend und schafft eine gelungene und passende Atmosphäre.Die Geschichte ist interessant und sehr gut beschrieben und wird im weiteren Verlauf spannender - man möchte einfach erfahren, wie diese Geschichte ausgeht.Was ganz anderes und damit sehr abwechslungsreich. Nur zu empfehlen.

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  • Ein ungewöhnlicher Thriller

    Sein blutiges Projekt
    Buchina

    Buchina

    16. March 2017 um 12:31

    Dies ist ein ungewöhnlicher Thriller und das hat mich neugierig gemacht.  Schon das Cover hat meine volle Aufmerksamkeit bekommen. Es sieht aus wie ein zerknittertes Foto eines alten Hauses in Schottland oder Irland. Es wirkt düster und traurig, nur das eine beleuchtete Fenster nimmt etwas von der Trostlosigkeit. Der Autor selbst wurde auf die Geschichte aufmerksam, als er über seine eigene Familiengeschichte recherchierte. Er stieß auf Papiere, die sich mit dem Prozess von Roderick Macrae beschäftigten. Seine Neugier war gepackt und er suchte nach mehr Informationen. Daraus entwickelte er diesen Roman, der damit auf einem wahren Fall beruht, was es für mich noch interessanter macht. Ein Dorf im Nirgendwo von Schottland 1869, Roderick Macrae, ein 17 jähriger erschlägt äußerst brutal seinen Nachbarn, die junge Tochter und ihren 3jährigen Sohn. Dieser brutale Mord erschüttert die kleine Gemeinde, wo jeder jeden kennt. Roderick gibt den Mord auch noch stolz zu. Die Frage ist hier also nicht wer verübte den Mord, sondern warum? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Ermittler und die Menschen, die ihn kennen, sondern auch mich als Leserin. Auf Rat seines Verteidigers beginnt Roderick seine Beweggründe aufzuschreiben und das Bild eines vielschichtigen Charakters entsteht. Neben diesem spannenden Fall, zeigt der Roman auch die historischen Hintergründe. Das harte Leben der Landbevölkerung, das hierarchische System, dem sie unterworfen sind. Daneben erhält man als Leser Einblick in die jungen Jahre der Kriminalpsychologie. Insgesamt eine besondere Mischung von historischen Elementen, intensiven Charakteren und einer spannenden Thrillerhandlung. Dazu kommt ein authentischer Erzählstil, der sich der Zeit mit historischen Begriffen angenähert hat. Die Geschichte wird realistisch nacherzählt in Form der Aufzeichnungen Rodericks, Zeugenaussagen, medizinischer Gutachten. Ein ungewöhnlicher und intensiver Roman.

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  • Basiert nicht auf einer wahre Begebenheit

    Sein blutiges Projekt
    yana27

    yana27

    03. March 2017 um 10:03

    Im Buch " Sein blutiges Projekt" handelt von Roderick Macrae, Sohn eines kleinen Landpächters in Schottland im 19. Jahrhundert. Roderick hatte neben den Constable auch noch zwei weitere Menschen getötet. Ich habe mich beim Lesen die ganze Zeit gefragt, warum das Buch den Titel "Sein blutiges Projekt" trägt. Irgendwie paßte es nicht zum Inhalt. Erst gegen Ende des Buches ergab es einen Sinn. Das Leben eines armen Landpächters und seiner Familie ist im 19. Jahrhundert nicht einfach. Man ist dem Willkür der Obrigkeit ausgeliefert und die Kinder des Pächters haben  selten die Chance, zu etwas höherem zu streben. Ich kann verstehen, daß nach der Schikane, die die Familie Macrae erdulden mußte, bei Roderick irgendwann mal die Sicherung durchgebrannt ist und er den verhassten Constable umbringt. Aber ich konnte nicht nachvollziehen, warum er die anderen zwei umgebracht hatte. Die Figur Roderick Macrae blieb mir beim Lesen irgendwie fremd. Ich konnte weder Empathie noch Sympathie für ihn empfinden. Gleich am Anfang schrieb der Autor, daß der Fall Roderick Macrae nach einer wahren Begebenheit basierIm Buch " Sein blutiges Projekt" handelt von Roderick Macrae, Sohn eines kleinen Landpächters in Schottland im 19. Jahrhundert. Roderick hatte neben den Constable auch noch zwei weitere Menschen getötet. Ich habe mich beim Lesen die ganze Zeit gefragt, warum das Buch den Titel "Sein blutiges Projekt" trägt. Irgendwie paßte es nicht zum Inhalt. Erst gegen Ende des Buches ergab es einen Sinn. Das Leben eines armen Landpächters und seiner Familie ist im 19. Jahrhundert nicht einfach. Man ist dem Willkür der Obrigkeit ausgeliefert und die Kinder des Pächters haben  selten die Chance, zu etwas höherem zu streben. Ich kann verstehen, daß nach der Schikane, die die Familie Macrae erdulden mußte, bei Roderick irgendwann mal die Sicherung durchgebrannt ist und er den verhassten Constable umbringt. Aber ich konnte nicht nachvollziehen, warum er die anderen zwei umgebracht hatte. Die Figur Roderick Macrae blieb mir beim Lesen irgendwie fremd. Ich konnte weder Empathie noch Sympathiefür ihn empfinden. Der Autor schreibt gleich am Anfang, daß diese Geschichte auf einer wahren Begenheit basiert. Dem ist nach meinen Recherchen im internet nicht so. Es  gab weder Roderick Macrae noch seine persönlich aufgeschriebene Bekenntnisse, welches der Autor uns glauben läßt. Ich empfinde so eine Strategie, um das Buch besser zu vermarkten, wie eine Mogelpackung und aus diesen beiden Gründen vergebe ich für dieses Buch nur 3 Sterne.

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  • Ehrlicher könnte eine Kriminalgeschichte nicht sein. Eine wahre Fallstudie, ein Meilenstein...

    Sein blutiges Projekt
    Floh

    Floh

    03. March 2017 um 04:34

    Auf dieses Buch wurde ich aufmerksam durch die großartigen Rezensionen und differenzierten Kritiken, die es erhält. Die Schauplätze, das Setting, die Epoche, der kriminalpsychologische Aspekt, die Gerichtbarkeit, das Cover und natürlich der Klapptext und der Hintergrund eines wahren Prozesses, haben mich mehr als neugierig gemacht und das verlangen erzeugt, diesen Thriller unbedingt lesen zu müssen. So zog „Sein blutiges Projekt“ unweigerlich bei mir ein und bereits die ersten Erläuterungen, Stellungnahmen und Erklärungen, die der Autor Graeme Macrae Burnet in seinem Vorwort des Ausnahme-Thrillers beschreibt, haben mich gefesselt und in seinen Bann gezogen… Nach den ersten gelesenen Zeilen gab es für mich kein Halten mehr… Nach dem Beenden der letzten Zeilen musste ich zunächst einmal in mich gehen und all diese verstörenden Wahrheiten des Falls auf mich wirken lassen. Ja, dieser Spannungsroman des schottischen Erfolgsautors G. Macrae Burnet stellt eine ganz neue Dimension der Spannungsliteratur da und bietet ein Panorama aus verblüffenden Stilrichtungen und Berichtserstattung. Weniger Nervenkitzel an sich, dafür die Darlegung der ersten kriminalpsychologischen Anthropologien. „Sein blutiges Projekt“ ist ein Roman, der provoziert, mahnt, wachrüttelt, erschüttert und auf sonderbarer Weise vordringt und sich in den Überlegungen und Reflektionen der Leser festsetzt. Ja, so habe ich dieses Buch erlebt. Historisch angehaucht und bis in unsere Gegenwart präsent. Erschienen im Europa Verlag (http://www.europa-verlag.com/)„Ich verstand, dass ich anders war als meine Mitschüler, und ich pflegte genau diese Eigenschaften, die mich von ihnen unterschieden.“ (Seite 33)Inhalt / Beschreibung:„August 1869: Ein verschlafenes Bauerndorf an der Westküste Schottlands wird von einem brutalen Dreifachmord erschüttert. Der Täter ist rasch gefunden. Doch was trieb den 17-jährigen Roderick Macrae, Sohn eines armen Pächters, dazu, drei Menschen auf bestialische Weise zu erschlagen? Während Roddy im Gefängnis auf seinen Prozess wartet, stellen die scharfsinnigsten Ärzte und Ermittler des Landes Nachforschungen an, um seine Beweggründe aufzudecken. Ist der eigenbrötlerische Bauernjunge geisteskrank? Roddys Schicksal hängt nun einzig und allein von den Überzeugungskünsten seines Rechtsbeistandes ab, der in einem spektakulären Prozess alles daransetzt, Roderick vor dem Galgen zu bewahren. Sein brillanter Spannungsroman offenbart Graeme Macrae Burnet als außergewöhnliche neue Stimme im Genre des psychologischen Thrillers. Mühelos versetzt er den Leser mitten ins Schottland des 19. Jahrhunderts und zu den Anfängen der Kriminalpsychologie. Kunstvoll verquickt er dabei Rodericks eigene Aufzeichnungen mit Gerichtsunterlagen, medizinischen Gutachten und der Prozessberichterstattung. Während er die Annahmen der Leser über die eigentlichen Tathintergründe immer wieder raffiniert ins Leere laufen lässt, enthüllt sich die dunkle Wahrheit erst in einem fulminanten Gerichtsdrama.“„Ein Insekt landete auf meinem Gesicht, und es lenkte mich von meinen Gedanken ab. Ich verscheuchte es mit der Hand, stützte mich auf meinen Unterarm und blinzelte ins Sonnenlicht. Dann landete das Insekt – es war eine Hornisse – auf meinem Unterarm. Ich zog den Arm nicht weg, sondern hob ihn langsam auf Höhe meiner Augen, sodass dieses kleine Wesen größer wirkte als das Vieh in der Ferne. Mr Gillies hatte uns einmal mithilfe eines Diagramms, das er an die Tafel malte, die Namen für die einzelnen Körperteile eines Insekts beigebracht, und diese wohlklingenden Wörter sagte ich nun auf: Thorax, Trachee, Funiculus, Ovipositor, Mandibel. …. Dann schlug ich instinktiv mit der Hand darauf und wischte den toten Körper von meinem Arm.“ (Seite 43)Handlung:Ein wahrer Dreifachmord, der ganz Schottland bis heute vor große Rätsel stellt und ein ganzes Land bewegte und bewegt. Nicht zuletzt scheitert die wahre Aufklärung, bzw. Darstellung dieses Ereignisses an Manipulationen, Fehlinterpretationen, Geltungssucht, eine gespaltenen Gesellschaft, der Auffassungsgabe bestimmter Betrauter und natürlich Roderick Macraes Niederschrift und sein Plädoyer. Der Uneinigkeit des Landes und den Konflikten des Glaubens. Der Autor Graeme Macrae Burnet merkt an, dass er seine Recherche und seine Belege nicht fiktiv aufarbeiten wollte, sondern einen Thriller erzählen, eher gesagt, wiedergeben wollte, wie er in den Dokumenten, die ihm vorliegen berichtet werden. Nah, real und nahezu unverändert. In diesem Thriller finden wir eine gesellschaftskritische Präsentation der Rechtschaffenheit, des eigenen Ich und der Frage nach Schuld und Unschuld. Familie, Obrigkeit, Hierarchie, Ausbeute, Rache, Verdruss, Überzeugung, Rechtsmedizin, Gerichtsmedizin und Psychoanalyse, Politik, Kirche und Moral reichen sich die Hand oder schlagen sich gegenseitig aus… Diese Einflüsse in guter Struktur und Organisation in seinen Teilen, die das Inhaltsverzeichnis aufzeigt, stricken diesen unglaublichen Thriller, der die Schroffheit und Verletzlichkeit der Crofter, Gutsherren und eines Landes zeigt und diesen Fall erst möglich macht. Der Rechtsbeistand Mr Sinclair gerät an seine eigenen Grenzen. Der angesehene Arzt und Wissenschaftler Dr. Thomson gräbt tief und durchleuchtet das ganze Dorf und das Gesamtumfeld von Roddy mit Argusaugen und immer auf der Suche nach Merkmalen der Verbrecherrasse… Der 17jährige Roderick Macrae, Roddy, begeht einen Dreifachmord, ein Blutbad bei seinem Nachbarn, dem Constable Lachlan Mackanzie, Lachlan Broad, der seine Macht als rechte Hand der Obrigkeit ausnutzt und die Familie Macrae in die Existenzlosigkeit und in den Ruin treibt. Was trieb den jungen Erwachsenen dazu, diese kaltblütige Tat zu begehen? Und wie schafft er so klar und nüchtern darüber zu erzählen und keinerlei Reue zu zeigen?... Nagend, eindringlich, überwältigend und definitiv ein blutiges, sein blutiges Projekt… Vor dem Leser breitet sich das Panorama eines speziellen Krimis, aber auch einer zerrissenen Kultur und der eigenen Identität aus, die mitten in Schottland und den Hochlands, die Weltanschauung zeigt. Der Mordprozess und die Schuldfrage im 19. Jahrhundert in Inverness. „Der Kopf des Spatens hatte ein gutes Gewicht. Der Schafbock sah mich an. Ich blickte mich um, doch es war niemand zu sehen. Ohne zu zögern, hob ich den Spaten über meinen Kopf und schlug damit zu, so fest ich konnte. Doch entweder hatte das Tier sich bewegt, oder ich hatte nicht genug gezielt, denn mein Schlag traf nur die Schnauze und zertrümmerte den Knochen. Das Tier schnaubte, verschluckte sich an Blut und Splittern und machte erneut einen mitleiderregenden Versuch , auf die Beine zu kommen.“ (Seite 47)Schreibstil:Dem Autor Graeme Marcrae Burnet ist ein authentischer, erlebbarer, gemalter und gesellschaftskritischer Roman der düsteren, aber auch sehr emotionalen und atmosphärischen Töne gelungen, der nicht nur aufgrund der authentischen und wahren Geschichte und der bewegenden Schicksalsschläge der Familie Macrae und der grausamen Tat, des Prozesses, der Untersuchungen und Analysen und Berichtserstattungen erschüttert, sondern auch durch seine Nüchternheit und Ursprünglichkeit. Hier stellt sich, da sich der Autor ausschließlich auf Aufzeichnungen stützt, die Frage, wessen Schreibstil man hier beschreiben solle. Der Autor hat das interessante Stilmittel gewählt, so wenig wie möglich an den Originaltexten zu verändern. Er gibt die Dokumente 1 zu 1 wieder und sorgt so für eine klare Abhandlung der Ereignisse. Besonders der geschickte Aufbau des Romans, bei dem zwischen Vergangenheit und Rückblick und Aneinanderreihung von Erzählungen und Fundamenten der Kriminalistik und dem Bezug zur Gegenwart ein schmaler Grat bewältigt wird. Der schottische Ausnahmeautor nutzt unterschiedliche Stilmittel, um seinem Roman diese Schärfe zu verleihen. Dieser „Kriminal“- Roman so greifbar und provozierend, dass er für mich zweifelsfrei in die Krimi- und Thriller-Sparte gehört und mit seiner psychologischen Note glänzt. Der Autor G. Marcrae Burnet besitzt eine besondere Sprachmelodie, seine Schilderungen und Sinnfragen sind sehr eindringlich und alarmierend, das Vorwort sehr aufschlussreich und ehrlich platziert. Der Leser ist angeleitet, Dinge in Frage zu stellen und seinen Blickwinkel zu verrücken. Dieses Stilmittel bringt eigentümliche Ruhe und Andacht in den Fall, ehe die Ereignisse wieder die gewohnte Schärfe und mahnende Botschaft bringen. Wow. „Davon abgesehen, war es mir unangenehm, in Gegenwart eines Gentlemans zu sein, während der Inhalt meiner Gedärme in einem Eimer zu meinen Füßen stand, und ich wünschte von ganzem Herzen, er möge mich alleine lassen.“ (Seite 106)Meinung / Eindrücke:Das Buch ist definitiv kein üblicher Thriller, oder Spannungs-Tatsachen-Real-Crime-Roman. Dieses Werk vereint Facetten und Elemente aus mehreren Meilensteinen der Presse, der Justiz, der Gesellschaft, der Darbietung, der Vorurteile und Gerichtbarkeit. Es ist nagend, eindringlich, provozierend, erschütternd, aber dennoch keinesfalls ein reißerischer oder lebhafter Roman. Am Talent des Autors mag ich gar keine Kritik äußern, genauso wenig wie an der Arbeit der Übersetzerin oder der mahnenden Signalstärke und dem Kern des Werkes. Ich bin absolut überzeugt und dankbar, endlich mal wieder so einen intensiven Roman gelesen und entdeckt zu haben. Ich werde nun, nachdem mich die Feder des schottischen Autors so sehr überzeugt hat, nach weiteren Veröffentlichungen von ihm Ausschau halten. Für mich ist dieses Buch trotz seiner Schwere und Tragik ein eher ruhiges Buch, was mich vieles hinterfragen lässt und zum Sinnieren anregt, dadurch aber umso tönender und schillernder Wirkt, sodass ruhig, wohl doch das falsche Wort für diesen Roman ist. Das Hauptaugenmerk sind für mich die sagenhaften Kulissen, das politische Geflecht, die Korruption, die familiären Belange, die tragische Jugend, das Frauenbild, der Familienclan und die harte Arbeit… Die Frage nach der eigenen Identität und der Schmach sich selbst zu belügen oder sich der Wahrheit und Schuld zu stellen. Ein stiller, perfider, teils brutaler und sehr blutiger, aber auch sehr leiser und intensiver Roman. Ein Fall, der auf wahren Säulen beruht und an dem der Autor eine Gesellschaftskritik geübt hat, die sein eigenes Land und seine eigene Kultur zeitweise an den Pranger stellt. Ein mutiger Apell, ein mutiger Schritt und eine fesselnde Story. Die ersten Eindrücke der Kriminalanthropologie und ein packendes Gerichtsdrama. Die allergrößte Besonderheit in diesem Roman, der weit mehr ist als ein Roman, sondern eher ein Thriller al la True-Crime, eine Fallanalyse, eine Charakterstudie und eine Berichtserstattung, sind die Urtümlichkeit und die Zerrissenheit eines Landes reflektiert. Man merkt beim Lesen dieses Kriminalfalls die wahren Säulen und den Wahrheitsgehalt des Falls sofort. Der Autor weiß, wovon er erzählt, denn er hat das Land, seine Heimat, so erleben können, auch wenn er die handelnde Epoche um 1869 so natürlich noch nicht erlebt hat. Doch die Narben dieser Zeit ziehen sich bis in die Gegenwart und diese Narben beginnt der Autor zu pflegen und zu betrachten. „Nun zum Gesicht: Die Augen waren, wie bereits erwähnt, klein und tief liegend, aber wach und unruhig. Die Nase war ausgeprägt, aber bewundernswert gerade; die Lippen waren schmal und blass. Die Wangenknochen waren hoch und ausgeprägt, wie es neuesten Erkenntnissen zufolge in der Verbrecherrasse häufig vorkommt. … Somit wies R. M. eine gewisse Anzahl an Merkmalen auf, wie sie mir von zahlreichen Insassen des staatlichen Gefängnisses in Perth vertraut waren…“ (Seite 199)Kritikpunkte:Ich kann hier beim besten Willen meinerseits keinerlei große Kritik äußern. Das Buch sollte jedoch nicht als üblicher Thriller gesehen werden. Dieses beeindruckende und beklemmende Werk ist eher ein Tatsachenbericht über einen wahren Dreifachmordprozess eines 17jährigen zum Erhängen verurteilten Bauernjungen in einem Dorf in den Hochland Culduie. Dieses Werk überliefert die Niederschrift des Täters Roderick Macrae, die er in seiner Haft im Gefängnis von Inverness auf Anraten seines Verteidigers Mr Sinclair verfasst hat. Zudem wird vom Autor der dreitägige Prozessablauf samt Urteilsverkündung anhand von Zeitungsberichten, Zeugenaussagen, Fachartikeln und Analysen widergegeben. Dadurch dass sich die Zeugenbefragungen mit der Niederschrift deckeln, erfährt man kaum etwas Neues und der Prozess zieht sich enorm dahin, ohne dass man etwas liest, was man nicht zuvor ähnlich schon aus Roddys Niederschrift erfahren hätte. Diese Dopplung an Hintergründen und Schilderung, sowie erleben des Falls ist für mich ein großes Manko, da die Faszination und Begeisterung natürlich fast erstickt ist, da man wirklich wenig neues oder bahnbrechendes aus den Aussagen, Befragungen und (Kreuz-) Verhören bei Gericht durch Mr Giffort und Mr Sinclair erfährt. Nur die Darlegung durch Befragungen unterscheidet sich von der gebündelten Niederschrift von Roddy selbst. Daher lesen sich die knapp 100 Seiten des Prozesses unheimlich zäh und fast einschläfernd. Sehr schade. Abgesehen von diesem großen Manko ist und war für mich dieser Thriller so perfekt, wie er erschienen und umgesetzt ist. Doch muss ich ehrlicherweise auch anmerken, dass das Spannungsniveau eher flach ist, es wirkt sehr nüchtern und abhandelnd. Den üblichen Nervenkitzel und Thriller sollte man nicht erwarten, auch wenn das Cover zu solchen Assoziationen einlädt. Hier hält man eher einen Tatsachenbericht und eine Studie in den Händen. Die aber mindestens genauso packend und provozierend ist wie ein richtiger Thriller. „Ein Mensch kann ebenso wenig in den Kopf eines anderen Menschen hineinsehen, wie in einen Stein.“ (Seite 225)Der Autor:„Graeme Macrae Burnet, geboren 1967 in Kilmarnock, Schottland, studierte Englische Literatur in Glasgow. Er schreibt seit seiner Jugend und wurde 2013 mit dem Scottish Book Trust New Writer’s Award ausgezeichnet. Sein Debütroman “The Disappearance of Adèle Bedeau”, der in seiner schottischen Heimat zum Kulthit wurde, erscheint im Europa Verlag im Herbst 2017. Er lebt und schreibt in Glasgow.“Die Übersetzung:Gerade die Werke aus anderen Regionen, Kulturen und Jahrhunderten verdienen sorgfältige Arbeit an der Übersetzung. Hier steht und fällt der Hammer zum Erfolg einer Erstauflage in einer anderen Sprache als das Ursprungswerk. Da dieses Werk die Justiz, Politik und Gesellschaft eines gespaltenen Landes repräsentiert und hinterfragt, sehe ich es als sehr wichtig viel von der Originalität und des Ursprungs zu bewahren. Der Verlag hat hier eine sehr jungen Übersetzerin an die Ausarbeitung des Falls gesetzt. Für mich liegt tatsächlich ein lobender Pluspunkt in der Arbeit dieser Übersetzung. Ein mit Liebe und Gewissen, sowie Respekt übersetztes Buch. Die ambitionierte und erfahrene Übersetzerin Claudia Feldmann scheint sich in die Elemente, aus denen dieser Thriller besteht, hineinzuversetzen und deutsche Vorlieben, sowie Ursprünglichkeit zu vereinen. Neben dem Autor selbst, hat auch die Übersetzerin Claudia Feldmann zum Gelingen und Erfolg, sowie der Authentizität des Werks maßgeblich beigetragen. Die Übersetzerin über sich und ihre Arbeit:„Die 1966 in Bielefeld geborene freiberufliche Übersetzerin Claudia Feldmann stellt sich die Frage, Was übersetze ich?: Im Prinzip alles, was mir gefällt – ich mag die Abwechslung, die mein Beruf mir bietet, und finde es immer wieder spannend, mich an Neuem zu erproben. Wenn mir mal etwas nicht liegt, dann sage ich es auch, schließlich müssen Text und Übersetzerin zusammenpassen. Bisher habe ich rund 80 Bücher übersetzt − moderne Literatur, Unterhaltung, Krimi, Historisches, Jugendbuch und Autobiographisches − sowie mehrere Hörspiele.Wer mehr wissen will, der kann in meiner Titelliste und den Leseproben stöbern.“Das Cover / Das Buch:Das Cover ist ein sehr gutes Signal zum Inhalt und Wirken des Romans. Düster, schleierhaft, vergänglich und neblig verhangen, ein altes Gutshaus in den schottischen Highlands. Ein lockeres und offenes Schriftbild, eine gelungene Chronologie, die sich in unterschiedliche Erzählungen und Aufarbeitungen gliedert, die das Inhaltsverzeichnis schon ankünden. Eine Danksagung nach der man das Buch später sehr gern schließt und noch eine Weile zur Reflektion neigt. „Der Groll, der sich durch die jahrhundertelange schlechte Behandlung bei den Menschen des Hochlands angestaut hatte, war deutlich zu spüren, und vielleicht sahen sie in Roderick Macrae einen Mann, der es gewagt hatte, sich gegen die Obrigkeiten aufzulehnen. … Mr Philby … wandte jedoch ein, dass die Geschworenen nicht zulassen durften, dass solche Gefühle, wie berechtigt sie auch sein mochten, ihr Urteil beeinflussten.“ (Seite 329)Fazit:Ein sehr eindringlicher Roman, der mehr Tatsachenbericht und True-Crime des 19. Jahrhunderts an einem echten Fall, der ganz Schottland noch heute beschäftigt, als üblicher Thriller oder Spannungsliteratur ist. Ein wahrer Kriminalfall mit einer mahnenden Gesellschaftskritik und viel Kern. WOW. Gnadenlose 4+ Sterne Leseempfehlung! Für neugierige Rezensions-Leser biete ich hier meine einzelnen leseeindrücke und meine Lesechronologie mit Lesestatus:https://www.lovelybooks.de/bibliothek/Floh/lesestatus/1431731632/

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    • 10
  • Historischer Mordprozess

    Sein blutiges Projekt
    MarionHue

    MarionHue

    01. March 2017 um 14:05

    Ein Siebzehnjähriger, der vor Gericht steht, angeklagt des dreifachen Mordes, und bereits gestanden. Wir sind mitten in Schottland im Jahr 1869. Nach einer wahren Begebenheit lässt der Autor diverse Menschen aus dem Umfeld des Mörders zu Wort kommen, sein Lehrer, der Dorfpfarrer, die Nachbarn, allesamt zeugen in dem Prozess, in dem es darum gehen wird, ob Roderick Macrae Herr seiner Sinne war oder womöglich geistergestört. Faszinierend an dem Krimi sind die unterschiedlichsten Betrachtungsweisen, denn jeder, der zu Wort kommt, zeichnet ein anderes Bild von dem jungen Roddy. Doch auch er selbst kommt zu Wort. Auf Anraten seines Strafverteidigers schreibt er einen Bericht, wie es sich wirklich zugetragen hat. Die Monate zuvor, die Qualen, das regelrechte Mobbing an der armen Bauernfamilie... Der Leser kann sich selbst ein Bild davon machen, ob Roderick Macrae den Tod am Galgen verdient hat...  Ein historischer Krimi, der seinesgleichen sucht und zu Recht auf der Shortlist des Man Booker Prize 2016 stand.

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  • Verzweiflungstat und ihre Aufarbeitung

    Sein blutiges Projekt
    cachingguys

    cachingguys

    28. February 2017 um 17:47

    Roderick Macrae hat zweifellos drei Menschen getötet. Diese Tatsache versucht er weder zu leugnen noch sich seiner Verantwortung durch Flucht zu entziehen. Er wird eingesperrt und ihm wird der Prozess gemacht. Eigentlich eine klare Angelegenheit. Sein Rechtsanwalt versucht mit allen Mitteln ihn vor der Höchststrafe zu bewahren und setzt all seine Hoffnung auf zeitweise Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren. Ein Vorgang wie er tagtäglich bei Gericht vorkommt. Wir sind aber nicht im Jetzt und Heute, sondern im Jahre 1869. Das Buch beruht auf den original Aufzeichnungen von Roderick Macrae und den Prozessunterlagen. Es ist interessant zu sehen mit welchen Methoden und Überlegungen die Kriminalpsychologen der damaligen Zeit, man kann sagen den Pionieren dieser Richtung, sich dem Fall widmen. Ihre Deutungen und Erklärungen sind nebulös und stark subjektiv eingefärbt und zeigen ein Dilemma vor dem heutige Kollegen auch noch oft stehen.

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  • etwas langweilig

    Sein blutiges Projekt
    brauchnix

    brauchnix

    27. February 2017 um 17:07

    Die Geschichte an sich ist schnell erzählt. Der gerade mal 17-jährige Roderick Macrae tötete 1869 im ländlichen Schottland seinen Nachbarn und dessen zwei Kinder. Er gesteht die Morde sofort und während er auf seinen Prozess wartet, schlägt ihm der Anwalt vor auf zuschreiben, wie sein Leben war und wie es zu der Tat kam. Er erhofft sich dadurch Einsichten in die Psyche des Jungen und Material, um diesen vor Gericht verteidigen zu können, denn am Anfang sieht alles nach einem brutalen sinnlosen Mord aus, für den keiner eine Erklärung hat. Darum geht es auch in diesem Roman. Darum, zu hinterfragen, warum es zu diesen Morden kam. Zu klären, ob dieses Ereignis unabdingbar war. Ob Roderick den Verstand verloren oder andere Gründe hatte. Auch seine Nachbarn und Freunde sollen zu Wort kommen. Der Autor rollt also die Tat von mehreren Seiten akribisch auf und der Leser kann sich ein gutes Bild von Land und Leuten, von Armut und Familienumständen machen. Eigentlich eine interessante Idee. Ich fand das Ganze aber etwas langweilig und ermüdend. Ich hatte mit mehr Spannung gerechnet. Vielleicht lag es aber auch am Erzählstil, der mich leider nicht wirklich fesseln konnte. Das Buch war einfach nicht mein Geschmack.

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  • Ein dreifacher Mord und seine Hintergründe im Schottland des 19. Jahrhunderts

    Sein blutiges Projekt
    Gise

    Gise

    27. February 2017 um 12:19

    Im August 1869 erschlägt Roddy Macrae, Sohn eines bitterarmen Landwirts, drei Menschen auf brutale Weise. Während er im Gefängnis auf seine Verurteilung wartet, ermuntert ihn sein Rechtsbeistand, die Hintergründe zu diesen Morden aufzuschreiben. Roddy, den sein Lehrer ermutigen wollte, auf die weiterführende Schule zu gehen, macht das und schreibt seine Sicht der Dinge auf. Ergänzt wird seine Erzählungen von den Nachforschungen und Berichten von Ärzten und Kriminalern zur damaligen Untersuchung.  Gaeme Macrae Burnet schreibt wohl einen Teil seiner eigenen Familiengeschichte auf, denn der damalige Delinquent sei niemand anders als der Bruder seines Großvaters gewesen. Durch die Berichte, die er aneinanderreiht, ohne sie weiter zu kommentieren, entsteht ein Stück Zeitgeschichte aus einem Dorf an der Nordwestküste Schottlands mit dem Gutsverwalter und seinem Constable, die nach Gutdünken ihre Macht ausüben. So erscheint die Tat im Rückblick als einzig mögliche Reaktion auf die Situation, die sich nach und nach immer mehr zuspitzte und unlösbar erschien.  Durch die verschiedenen Sichtweisen schafft es der Autor, sachlich zu bleiben, obwohl man seine Sympathie für Roddy spürt. Sein Schreibstil ist der Zeit angepasst, in der die Geschichte handelt, das nötigt dem Leser erst mal etwas Geduld ab, um sich damit zurechtzufinden.  Insgesamt ist dem Autor ein authentisches und beklemmendes Stück Zeitgeschichte gelungen, das einen Blick in das Dorfleben Schottlands in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wirft und mit Sozialkritik nicht spart. Am Schluss fragt sich der Leser, wer denn nun wirklich die Schuld an diesen Morden trägt... Absolut spannend und empfehlenswert, deshalb 4 Sterne von mir.

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  • Eine Art Fallakte eines authentischen Mordfalls

    Sein blutiges Projekt
    Schugga

    Schugga

    26. February 2017 um 18:00

    Ursprünglich wollte Graeme Macrae Burnet über seinen schottischen Großvater Donald "Tramp" Macrae recherchieren, wobei er auf Aufzeichnungen zum Prozess im Mordfall Roderick "Roddy" Macraes an seinen Nachbarn stieß. Zeitungsberichte, Ermittlungsakten, medizinisches Gutachten und Aufzeichnungen von Roddy selbst während seines Gefängnisaufenthalts hat der Autor daraufhin geschickt in ihrer Ursprungsform miteinander verwoben, um den Leser letztlich durch den Prozess zu führen. Im August 1869 bringt der 17-jährige Roderick Macrae in einem kleinen, an der Nordwestküste Schottlands gelegenen Dorf brutal drei seiner Nachbarn um. Was waren die Beweggründe für diese blutige Tat? Der Leser erhält Einblicke in damals aufgenommenen Zeugenaussagen und Gutachten, bekommt Roddys angeblich eigene Aufzeichnungen zu lesen, um schließlich dem Prozess vorm Geschworenengericht beizuwohnen. Hierbei bleibt nicht aus, dass man als Leser versucht, sich selbst ein Bild von der Tat zu machen, Zeugenaussagen sowie Roddys Aufzeichnungen in Frage zu stellen und Anzeichen zu suchen, ob Roddy vielleicht geisteskrank war. Ohne weitere Details vorweg zu nehmen war es für mich sehr spannend, die Aussagen und geschilderten Geschehnisse aus verschiedenen Blickwinkeln zu verfolgen, in Frage zu stellen und zu versuchen, mir ein Bild von Roddys Geisteszustand zu machen. Vor dem Hintergrund, dass Graeme Macrae Burnet Originalaufzeichnungen für dieses Buch verwendete, ein grandioses Buch, welches mit klassischen Krimis nicht vergleichbar ist, sondern eher eine Art Fallakte.  

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  • Mord in Schottland

    Sein blutiges Projekt
    jackline88

    jackline88

    26. February 2017 um 10:47

    Inhalt: Das Buch spielt im Jahre 1869 an der Nordwestküste Schottland. Im dem kleinen Dorf Culduie sorgt ein Dreifachmord für Aufregung. Der Täter wird blutüberströmt gefasst. Er ist geständig und lässt sich ohne wiederstand festnehmen. Es handelt sich um den gerade erst siebzehnjährigen Roderick Macrae. Ist Roderick geisteskrank oder einfach nur ein brutaler Mörder? Ärzte und Kriminaler ermitteln, um diese Frage zu klären. In den Aufzeichnungen Rodericks wird schnell klar, was er in dem letzten Jahr alles durchmachen musste. Die einen bezeichnen ihn als intelligent, die anderen als schwachsinnig. Wo liegt die Wahrheit und welche Strafe muss Roderick verbüßen?   Meinung: Zunächst war ich mir nicht sicher, ob mir dieses Buch so zusagen würde, doch je mehr ich gelesen habe umso begeisterter war ich. Diejenigen, welche denken es handelt sich hier tatsächlich um einen Zusammenfassung verschiedener Berichte, muss ich leider enttäuschen. Es handelt sich hierbei nicht um eine wahre Geschichte. Ich muss sagen, dass ich selbst ein bisschen enttäuscht war, dass es sich hier um eine fiktive Geschichte handelt. Der Autor hat das Buch so geschrieben, dass man als Leser durchaus der Meinung sein könnte, das es sich wirklich so zugetragen haben könnte. Die Aufteilung des Buches gefällt mir sehr gut und passt auch chronologisch sehr gut zusammen. Der Leser empfindet Mitgefühl mit Roderick und dessen Familie. Historische Romane auch Thriller sind nicht so ganz mein Fall, dieser hat es aber geschafft, mich zu überzeugen. Das Cover hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Die Farben gefallen mir sehr gut und es hat eine düstere Grundstimmung.   Fazit: Es wundert mich nicht, dass dieses Buch in Schottland so oft verkauft wurde. Der Autor hat einen tollen Schreibstil und ein gutes Gespür für seine Figuren. Jeder der psychologische Thriller mag, kommt hier auf seine Kosten.

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