Graham Greene

 3.8 Sterne bei 442 Bewertungen
Autor von Der dritte Mann, Unser Mann in Havanna und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Graham Greene

Henry Graham Greene hat fünf weitere Geschwister und wuchs in einer Großfamilie auf. Seine Eltern sind Cousin und Cousine ersten Grades. Zu seinem Vater hatte Greene eine schweres Verhältnis, was auch daran lag, dass er der Direktor der Schule war, an der er selbst unterrichtete. Nach der Schule studierte er Geschichte in Oxford. Nah dem Studium arbeitete er zunächst als Journalist. Für seine große Liebe Vivien Dayrell-Browning konvertierte er extra zum Katholismus und heiratete Vivien. Gemeinsam haben sie zwei Töchter, Francis und Caroline. Nach dem zweiten Weltkrieg trennte sich das Paar zwar, wegen Greenes zahlreichen Affären und Bordellbesuchen, blieb aber weiterhin verheiratet. Obwohl Greene extra für Vivienne konvertiert, bleibt er ein Kirchenkritiker. Vor allem sein Buch "Die Kraft und die Herrlichkeit" geht sehr kritisch mit der Kirche um, 1953 wird es sogar mit einem Bannspruch belegt. Einige zeit arbeitete er auch als Spion in Westafrika. Aus dieser Zeit nimmt er sehr viele Erfahrungen mit, die auch in seinen Büchern vorkommen. Wie auch bei vielen Personen in seinen Büchern, war Alkohol ein häufiger Begleiter von ihm. Er wurde mehrmals für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen, hat ihn aber nie erhalten. Greene liebte das reisen und trat deswegen sogar in die Kommunistische Partei ein, um kostenlos nach Russland reisen zu dürfen. Er starb am 3. April 1991 in Vevey, Schweiz.

Alle Bücher von Graham Greene

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Graham GreeneDer dritte Mann
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Der dritte Mann
Der dritte Mann
 (96)
Erschienen am 16.03.2017
Graham GreeneUnser Mann in Havanna
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Unser Mann in Havanna
Unser Mann in Havanna
 (52)
Erschienen am 08.04.2006
Graham GreeneDer stille Amerikaner
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Der stille Amerikaner
Der stille Amerikaner
 (41)
Erschienen am 01.05.2003
Graham GreeneDas Ende einer Affäre
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Das Ende einer Affäre
Das Ende einer Affäre
 (22)
Erschienen am 01.02.2000
Graham GreeneOrient-Expreß
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Orient-Expreß
Orient-Expreß
 (22)
Erschienen am 01.03.1999
Graham GreeneDas Herz aller Dinge
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Das Herz aller Dinge
Das Herz aller Dinge
 (14)
Erschienen am 19.02.2016
Graham GreeneHeirate nie in Monte Carlo
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Heirate nie in Monte Carlo
Heirate nie in Monte Carlo
 (14)
Erschienen am 03.03.2015
Graham GreeneDie Reisen mit meiner Tante
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Die Reisen mit meiner Tante
Die Reisen mit meiner Tante
 (13)
Erschienen am 19.09.2000

Neue Rezensionen zu Graham Greene

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walli007s avatar

Rezension zu "Der dritte Mann" von Graham Greene

Wiener Untergrund
walli007vor 10 Monaten

Auf eine Einladung seines Freundes Harry Lime kommt Rollo Martins ins Wien der ersten Nachkriegsjahre. Als Autor von Western verdient Rollo nicht so besonders gut und deshalb ist er sehr froh über das Angebot. Doch Harry taucht nicht am Flughafen auf. Und auch seine Wohnung scheint verlassen. Entsetzt muss Martins von einem Nachbarn erfahren, dass Harry Lime bei einem Unfall ums Leben gekommen ist und dass gerade seine Beerdigung stattfindet. Auf dem Friedhof trifft Martins auf den britischen Militärpolizisten Calloway. Natürlich stellt Rollo sich die Frage, was dieser auf der Bestattung seines Jugendfreundes zu suchen hat.


Ein Buch zu sehen, sagte der Autor Graham Greene, über sein Werk „Der dritte Mann“. Eigentlich sollte er ein Drehbuch verfassen. Um ein gutes Drehbuch zu erstellen, benötigte er seiner Meinung nach eine ordentliche Grundlage und so verfasste er einen Roman, der zunächst nicht zwingend zur Veröffentlichung bestimmt war. 


Den Film und die wohlbekannte Musik von Anton Karas im Kopf beginnt man zu lesen und vor dem Hintergrund der neuen Information, dass das Buch als Grundlage für den Film diente, für das spätere Drehbuch aber doch einige Änderungen vorgenommen wurden, sucht man nach Unterschieden, aber auch nach Gemeinsamkeiten. Grundsätzlich wird schon dieselbe Geschichte erzählt. Doch wirkt der Film in der Erinnerung, die man bald auffrischen möchte, wesentlich düsterer. Vielleicht weil gerade die beeindruckendsten Szenen, die sich im Gedächtnis festgesetzt haben, die düsteren sind. Obwohl von Schiebereien, gemeinen Verbrechen, Mord und Totschlag erzählt wird, wohnt einzelnen Szenen ein hintersinniger Humor inne, der dem Roman eine nicht so endzeitmäßige Stimmung gibt. 


Die Lektüre der vorliegenden Ausgabe der Büchergilde in einer Neuübersetzung und mit herausragenden Illustrationen versehen, die eine ausgesprochen gute Verbindung zwischen Buch und Film erstellen, ist ein besonderes Erlebnis. Sie verführt zum Eintauchen ins Wien der Nachkriegszeit und zeichnet ein Bild einer schweren Zeit, in der die Menschen durch die Knappheit der Güter verführt wurden, kleine Verbrechen zu begehen. Doch was geschieht mit kleinen Verbrechen, wenn erst die Gier geweckt ist, sie werden zu großen Verbrechen, durch die der Charakter verdorben wird und die Skrupellosigkeit das Menschliche überdeckt. Eine Erfahrung, durch die Rollo Martins seine Freundschaft zu Harry Lime in einem ganz anderen Licht sieht.


In der Zeit des Schenkens bietet dieses Buch eine wunderbare Gelegenheit, einem lieben und interessierten Menschen eine Freude zu machen.

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pardens avatar

Rezension zu "Der dritte Mann" von Graham Greene

Ein beeindruckendes Zeitdokument der Nachkriegsgeschichte...
pardenvor 10 Monaten

EIN BEEINDRUCKENDES ZEITDOKUMENT DER NACHKRIEGSGESCHICHTE...

Den gleichnamigen Filmklassiker aus dem Jahr 1949 werden wohl viele kennen. In ursprünglicher Form und als Novelle aufbereitet wurde die dem Film zugrunde liegende Erzählung 1950 erstmals veröffentlicht. Greene selbst betrachtete die Filmversion des britischen Regisseurs Carol Reed aus dem Jahr 1949 als Endfassung seiner Erzählung.



Die Erzählung spielt im Wien der Nachkriegzeit, unter der Regierung der vier Siegermächte. Trotz der Besetzung durch die Russen, die Amerikaner, die Franzosen und die Briten blüht in Wien der Schwarzmarkt. Unter diesen Gegenbenheiten trifft der wenig erfolgreiche Westernautor Rollo Martins in Österreichs Hauptstadt ein, ohne Geld in der Tasche und auf Einladung seines langjährigen Freundes Harry Lime, der von seinem derzeitigen Engpass erfahren hat und ihm einen Posten anbieten will.

Gleich nach seiner Ankunft erfährt Martins jedoch, dass sein Freund verstorben ist, und kommt gerade noch rechtzeitig zu dessen Beerdigung. Zunächst als Unfall deklariert, tauchen hinsichtlich des Todes von Harry Lime jedoch schon bald Widersprüche in den Zeugenaussagen auf, die Martins misstrauisch werden lassen. Ein Katz- und Mausspiel entspinnt sich alsbald, wobei niemals sicher scheint, wem zu trauen ist und wem nicht. Den Polizeigewalten der verschiedenen Nationen wird hier ebenso Rechnung getragen wie den Tätigkeiten im Untergrund, Freundschaft und Liebe werden ebenso thematisiert wie Korruption, Verrat und Menschlichkeit.

Auch wenn Greene die Erzählung im Grunde nur verfasst hat, um anschließend das Drehbuch schreiben zu können, konnte sie mich doch in vielerlei Hinsicht beeindrucken. So skizziert sie nahezu greifbar die düstere Atmosphäre der Nachkriegszeit, was in dieser ausgesprochen liebevoll gestalteten Ausgabe noch überaus eindrucksvoll unterstrichen wird durch die zahlreichen in Sepia gehaltenen Tuschezeichnungen der Hamburger Künstlerin Annika Siems. Ähnlich wie im Film findet sich in ihren Bildern ein gekonntes Spiel mit Licht und langen Schatten. Zeitweise fühlte ich mich an eine Graphic Novel erinnert, und auch wenn der Vergleich hinkt, nehmen die Illustrationen hier immerhin einen großen Raum ein und unterstreichen die düstere Atmosphäre der Erzählung ganz hervorragend! Hier bilden Text und Zeichnungen eine absolut stimmige Einheit.

Intensiver als im Film wird im Roman auf die Zusammenhänge der Ereignisse mit den spezifischen Bedingungen im Wien der Nachkriegszeit eingegangen, so dass sich mir diese eingängig erschlossen. Dadurch empfand ich diesen Roman nicht nur als eine spannende Erzählung sondern wenigstens genauso als grandioses Zeitdokument der Nachkriegsgeschichte. Während der Film sicher durch eine gelungene Regie und Kameraführung punkten kann, sowie durch seine Besetzung mit Orson Welles und das charakteristische musikalische Thema (das ich übrigens seit Tagen als Ohrwurm nicht mehr loswerde), besticht der Roman durch eine größere erzählerische Tiefe sowie zu meinem Erstaunen auch durch einen immer wieder geschickt pointierten schwarzen Humor. Roman und Film stimmen nicht in allen Punkten überein, und welche Version einem besser gefällt, ist sicher Geschmackssache. Insgesamt fand ich die Erzählung selbst versöhnlicher als den Film.

Tatsache ist: beides lohnt sich - der Film ebenso wie der Roman selbst. Und mit dieser prachtvollen Ausgabe der Editon Büchergilde holt man sich ein wahres Schmuckstück ins Regal. Wer hier alle für meine Verhältnisse ungewöhnlich häufig verwendeten Lobeshymnen zusammenzählt, der ahnt schon: von mir kann es hier nur die Höchstwertung geben...


© Parden

Kommentare: 6
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Jaris avatar

Rezension zu "Der stille Amerikaner" von Graham Greene

Graham Greene - Der stille Amerikaner
Jarivor einem Jahr

In der Schule haben wir vor einigen Jahren im Englischunterricht Greenes "Our Man in Havanna" gelesen. Da mir das Buch sehr gut gefallen hat, vor allem auch Greenes Ausdruckskraft, nutzte ich sogleich die Chance "Der stille Amerikaner" zu lesen.

Der Name spiegelt sich auch im Buch selbst wieder: "Der stille Amerikaner" ist ein stilles Buch. Inhaltlich ist es aber umso brisanter.

Vordergründig ist eine Dreiecksbeziehung, doch beschäftigt man sich eingehender damit, zeigt sich, dass Greene hier ein sehr kluges Buch über den Ersten Indochinakrieg geschrieben hat. Dieser setzte sich als das fort, was wir gemeinhin als "Vietnamkrieg" kennen.

Es ist ein Buch über die Liebe, über den Krieg und über Entscheidungen. Wir haben alle Positionen vertreten: den Engländer, die Vietnamesin und den jungen Amerikaner. Ob Greene bereits den Vietnamkrieg vor Augen hatte, als er dieses Werk schrieb?

Dieses Buch hat eine enorme Ausstrahlung, dezent und zurückhaltend, dennoch bekommt man es nicht mehr aus dem Kopf. Fast schon asiatisch, könnte man es nennen. Mit dem eingangs erwähnten Titel kaum zu vergleichen, nur Greenes Fähigkeit, alles zu durchschauen und leicht verkleidet zu offenbaren zeigt, dass beide Bücher aus derselben Feder stammen.

"Der stille Amerikaner" läuft fast über vor Lebensweisheit und klugen Zitaten - meine Ausgabe ist ein einziges Durcheinander von Post-its und rasch hingekritzelten Notizen. Dabei wird Greene aber keineswegs lehrerhaft oder angeberisch, wie das bei anderen Autoren rasch passieren kann. Eher liest es sich, als ob Greene ganz direkt in die Köpfe seiner Protagonisten (vor allem Fowler) schaut und alles hervorzieht, was dort so von statten geht.

Das Verhalten der Figuren, vor allem das von Pyle, mag seltsam anmuten, wenn man ihre Handlungen ohne Kontext betrachtet. Doch man darf diesen hier keinesfalls ausser Acht lassen. Die Charaktere handeln vor dem Hintergrund ihrer Herkunft und der politischen Rolle, die sie in der Geschichte und auch in unserer Realität spielen.

Schade, dass der Indochina- und auch der Vietnamkrieg hierzulande im Geschichtsunterricht und im Allgemeinen eher wenig Beachtung findet. "Der stille Amerikaner" kann ich mir gut als Lektüre für die Oberstufe vorstellen, denn dieses dünne Büchlein bietet inhaltlich mehr als man auf den ersten Blick denken mag.

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Zusätzliche Informationen

Graham Greene wurde am 01. Oktober 1904 in Berkhamsted (Hertfordshire) (Vereinigtes Königreich) geboren.

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