Graham Greene

 3.8 Sterne bei 446 Bewertungen
Autor von Der dritte Mann, Unser Mann in Havanna und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Graham Greene

Henry Graham Greene hat fünf weitere Geschwister und wuchs in einer Großfamilie auf. Seine Eltern sind Cousin und Cousine ersten Grades. Zu seinem Vater hatte Greene eine schweres Verhältnis, was auch daran lag, dass er der Direktor der Schule war, an der er selbst unterrichtete. Nach der Schule studierte er Geschichte in Oxford. Nah dem Studium arbeitete er zunächst als Journalist. Für seine große Liebe Vivien Dayrell-Browning konvertierte er extra zum Katholismus und heiratete Vivien. Gemeinsam haben sie zwei Töchter, Francis und Caroline. Nach dem zweiten Weltkrieg trennte sich das Paar zwar, wegen Greenes zahlreichen Affären und Bordellbesuchen, blieb aber weiterhin verheiratet. Obwohl Greene extra für Vivienne konvertiert, bleibt er ein Kirchenkritiker. Vor allem sein Buch "Die Kraft und die Herrlichkeit" geht sehr kritisch mit der Kirche um, 1953 wird es sogar mit einem Bannspruch belegt. Einige zeit arbeitete er auch als Spion in Westafrika. Aus dieser Zeit nimmt er sehr viele Erfahrungen mit, die auch in seinen Büchern vorkommen. Wie auch bei vielen Personen in seinen Büchern, war Alkohol ein häufiger Begleiter von ihm. Er wurde mehrmals für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen, hat ihn aber nie erhalten. Greene liebte das reisen und trat deswegen sogar in die Kommunistische Partei ein, um kostenlos nach Russland reisen zu dürfen. Er starb am 3. April 1991 in Vevey, Schweiz.

Alle Bücher von Graham Greene

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Der dritte Mann

Der dritte Mann

 (97)
Erschienen am 16.03.2017
Unser Mann in Havanna

Unser Mann in Havanna

 (52)
Erschienen am 08.04.2006
Der stille Amerikaner

Der stille Amerikaner

 (42)
Erschienen am 01.05.2003
Das Ende einer Affäre

Das Ende einer Affäre

 (22)
Erschienen am 01.02.2000
Orient-Expreß

Orient-Expreß

 (22)
Erschienen am 01.03.1999
Die Reisen mit meiner Tante

Die Reisen mit meiner Tante

 (13)
Erschienen am 19.09.2000
Das Herz aller Dinge

Das Herz aller Dinge

 (14)
Erschienen am 19.02.2016
Heirate nie in Monte Carlo

Heirate nie in Monte Carlo

 (14)
Erschienen am 03.03.2015

Neue Rezensionen zu Graham Greene

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MaternaKuhns avatar

Rezension zu "Der stille Amerikaner" von Graham Greene

Spannend und zeitlos
MaternaKuhnvor einem Monat

Warum hat ein Roman, den Graham Green 1955 erstmals veröffentlichte, bis heute nichts an Aktualität eingebüsst? Und warum stand Green unter anderem auch wegen dieses Buches bis zu seinem Tod 1991 auf der Beobachtungsliste der CIA?


Die Story: ein englischer Kriegsreporter hat sich in Zeiten des Indochina-Krieges sein Leben in Saigon eingerichtet und erfüllt nahezu jedes Klischee. Abends in Bars, eine vietnamesische Geliebte, die ihm scheinbar emotionslos und devot jeden Wunsch von den Augen abliest, gelegentliche Presse-Ausflüge in den Norden rund um Hanoi, um sich im Kampfgebiet von den Franzosen auf dem Silbertablett die aktuellen Erfolge (und natürlich nur die…) präsentieren zu lassen, über die er dann zensiert nach London berichten darf. Nach etlichen Jahren dieses Lebens und durch den regelmässigen Opium-Konsum ist der Mann die wandelnde Coolness. Aber plötzlich erscheint da ein deutlich jüngerer Amerikaner auf der Bildfläche, der mit seinem jugendlichen Elan und Eifer in Vietnam etwas bewegen will. Vordergründig als Handelsattaché agierend, wird recht schnell klar, dass seine Aktionen und Absichten viel weitreichender sind und seine US-Auftraggeber tiefgreifende politische Intrigen schmieden. Da er in seiner romantischen Art mehr Gentleman ist als der alternde Engländer und zudem finanzielle Sicherheit bietet, wird seine naive Verliebtheit von der vietnamesischen Geliebten des Engländers mit ihrer Form von „Dollar-Liebe“ rasch erwidert. Zwei Männer - eine Frau. Vor der Kulisse eines untergehenden Landes ist auch eine persönliche Katastrophe vorprogrammiert.


Graham Green gelingt es, in seinem Roman eine Stimmung hervorzurufen und ein Bild zu malen, das den Leser unweigerlich in das Saigon jener Zeit versetzt. Aber auch heute spürt man diese Zeit allenthalben, wenn man durch Ho Chi Minh City streift. In bester Ernest Hemingway-Manier schärft er das Profil eines coolen, abgeklärten und mit allen Wassern gewaschenen Helden inmitten eines kriegerischen Umfeldes, wobei dieser aber unter seiner rauen Schale deutlich mehr Emotionen und Empathie verbirgt als die Helden Hemingway’scher Epen. Viele Aspekte menschlicher Wesenszüge werden überraschend subtil beleuchtet, aber auch typische kulturelle Besonderheiten werden feinsinnig hinterfragt, obwohl das Buch selbst eher als spannender Kriminalroman angelegt ist. Dass die politischen Rahmenbedingungen und Machenschaften mehr oder weniger deutlich angesprochen werden, ist sehr lobenswert, da die allgemeinen Prozesse sich historisch gesehen ebenso permanent wiederholen, so wie auch die Rolle der Grossmächte (im Speziellen der USAI) bis heute zeitlose Stereotypien aufweist. 


Ein auch heute noch absolut lesenswerter, spannender und unterhaltsames Roman, der auf eine stille Art und Weise überraschend viel Tiefgang aufweist.

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walli007s avatar

Rezension zu "Der dritte Mann" von Graham Greene

Wiener Untergrund
walli007vor einem Jahr

Auf eine Einladung seines Freundes Harry Lime kommt Rollo Martins ins Wien der ersten Nachkriegsjahre. Als Autor von Western verdient Rollo nicht so besonders gut und deshalb ist er sehr froh über das Angebot. Doch Harry taucht nicht am Flughafen auf. Und auch seine Wohnung scheint verlassen. Entsetzt muss Martins von einem Nachbarn erfahren, dass Harry Lime bei einem Unfall ums Leben gekommen ist und dass gerade seine Beerdigung stattfindet. Auf dem Friedhof trifft Martins auf den britischen Militärpolizisten Calloway. Natürlich stellt Rollo sich die Frage, was dieser auf der Bestattung seines Jugendfreundes zu suchen hat.


Ein Buch zu sehen, sagte der Autor Graham Greene, über sein Werk „Der dritte Mann“. Eigentlich sollte er ein Drehbuch verfassen. Um ein gutes Drehbuch zu erstellen, benötigte er seiner Meinung nach eine ordentliche Grundlage und so verfasste er einen Roman, der zunächst nicht zwingend zur Veröffentlichung bestimmt war. 


Den Film und die wohlbekannte Musik von Anton Karas im Kopf beginnt man zu lesen und vor dem Hintergrund der neuen Information, dass das Buch als Grundlage für den Film diente, für das spätere Drehbuch aber doch einige Änderungen vorgenommen wurden, sucht man nach Unterschieden, aber auch nach Gemeinsamkeiten. Grundsätzlich wird schon dieselbe Geschichte erzählt. Doch wirkt der Film in der Erinnerung, die man bald auffrischen möchte, wesentlich düsterer. Vielleicht weil gerade die beeindruckendsten Szenen, die sich im Gedächtnis festgesetzt haben, die düsteren sind. Obwohl von Schiebereien, gemeinen Verbrechen, Mord und Totschlag erzählt wird, wohnt einzelnen Szenen ein hintersinniger Humor inne, der dem Roman eine nicht so endzeitmäßige Stimmung gibt. 


Die Lektüre der vorliegenden Ausgabe der Büchergilde in einer Neuübersetzung und mit herausragenden Illustrationen versehen, die eine ausgesprochen gute Verbindung zwischen Buch und Film erstellen, ist ein besonderes Erlebnis. Sie verführt zum Eintauchen ins Wien der Nachkriegszeit und zeichnet ein Bild einer schweren Zeit, in der die Menschen durch die Knappheit der Güter verführt wurden, kleine Verbrechen zu begehen. Doch was geschieht mit kleinen Verbrechen, wenn erst die Gier geweckt ist, sie werden zu großen Verbrechen, durch die der Charakter verdorben wird und die Skrupellosigkeit das Menschliche überdeckt. Eine Erfahrung, durch die Rollo Martins seine Freundschaft zu Harry Lime in einem ganz anderen Licht sieht.


In der Zeit des Schenkens bietet dieses Buch eine wunderbare Gelegenheit, einem lieben und interessierten Menschen eine Freude zu machen.

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pardens avatar

Rezension zu "Der dritte Mann" von Graham Greene

Ein beeindruckendes Zeitdokument der Nachkriegsgeschichte...
pardenvor einem Jahr

EIN BEEINDRUCKENDES ZEITDOKUMENT DER NACHKRIEGSGESCHICHTE...

Den gleichnamigen Filmklassiker aus dem Jahr 1949 werden wohl viele kennen. In ursprünglicher Form und als Novelle aufbereitet wurde die dem Film zugrunde liegende Erzählung 1950 erstmals veröffentlicht. Greene selbst betrachtete die Filmversion des britischen Regisseurs Carol Reed aus dem Jahr 1949 als Endfassung seiner Erzählung.



Die Erzählung spielt im Wien der Nachkriegzeit, unter der Regierung der vier Siegermächte. Trotz der Besetzung durch die Russen, die Amerikaner, die Franzosen und die Briten blüht in Wien der Schwarzmarkt. Unter diesen Gegenbenheiten trifft der wenig erfolgreiche Westernautor Rollo Martins in Österreichs Hauptstadt ein, ohne Geld in der Tasche und auf Einladung seines langjährigen Freundes Harry Lime, der von seinem derzeitigen Engpass erfahren hat und ihm einen Posten anbieten will.

Gleich nach seiner Ankunft erfährt Martins jedoch, dass sein Freund verstorben ist, und kommt gerade noch rechtzeitig zu dessen Beerdigung. Zunächst als Unfall deklariert, tauchen hinsichtlich des Todes von Harry Lime jedoch schon bald Widersprüche in den Zeugenaussagen auf, die Martins misstrauisch werden lassen. Ein Katz- und Mausspiel entspinnt sich alsbald, wobei niemals sicher scheint, wem zu trauen ist und wem nicht. Den Polizeigewalten der verschiedenen Nationen wird hier ebenso Rechnung getragen wie den Tätigkeiten im Untergrund, Freundschaft und Liebe werden ebenso thematisiert wie Korruption, Verrat und Menschlichkeit.

Auch wenn Greene die Erzählung im Grunde nur verfasst hat, um anschließend das Drehbuch schreiben zu können, konnte sie mich doch in vielerlei Hinsicht beeindrucken. So skizziert sie nahezu greifbar die düstere Atmosphäre der Nachkriegszeit, was in dieser ausgesprochen liebevoll gestalteten Ausgabe noch überaus eindrucksvoll unterstrichen wird durch die zahlreichen in Sepia gehaltenen Tuschezeichnungen der Hamburger Künstlerin Annika Siems. Ähnlich wie im Film findet sich in ihren Bildern ein gekonntes Spiel mit Licht und langen Schatten. Zeitweise fühlte ich mich an eine Graphic Novel erinnert, und auch wenn der Vergleich hinkt, nehmen die Illustrationen hier immerhin einen großen Raum ein und unterstreichen die düstere Atmosphäre der Erzählung ganz hervorragend! Hier bilden Text und Zeichnungen eine absolut stimmige Einheit.

Intensiver als im Film wird im Roman auf die Zusammenhänge der Ereignisse mit den spezifischen Bedingungen im Wien der Nachkriegszeit eingegangen, so dass sich mir diese eingängig erschlossen. Dadurch empfand ich diesen Roman nicht nur als eine spannende Erzählung sondern wenigstens genauso als grandioses Zeitdokument der Nachkriegsgeschichte. Während der Film sicher durch eine gelungene Regie und Kameraführung punkten kann, sowie durch seine Besetzung mit Orson Welles und das charakteristische musikalische Thema (das ich übrigens seit Tagen als Ohrwurm nicht mehr loswerde), besticht der Roman durch eine größere erzählerische Tiefe sowie zu meinem Erstaunen auch durch einen immer wieder geschickt pointierten schwarzen Humor. Roman und Film stimmen nicht in allen Punkten überein, und welche Version einem besser gefällt, ist sicher Geschmackssache. Insgesamt fand ich die Erzählung selbst versöhnlicher als den Film.

Tatsache ist: beides lohnt sich - der Film ebenso wie der Roman selbst. Und mit dieser prachtvollen Ausgabe der Editon Büchergilde holt man sich ein wahres Schmuckstück ins Regal. Wer hier alle für meine Verhältnisse ungewöhnlich häufig verwendeten Lobeshymnen zusammenzählt, der ahnt schon: von mir kann es hier nur die Höchstwertung geben...


© Parden

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Zusätzliche Informationen

Graham Greene wurde am 01. Oktober 1904 in Berkhamsted (Hertfordshire) (Vereinigtes Königreich) geboren.

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