Graham Greene Der dritte Mann

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Inhaltsangabe zu „Der dritte Mann“ von Graham Greene

Wien 1945. Russen, Amerikaner, Franzosen und Briten haben die zerstörte Stadt besetzt. In den Trümmern blüht der Schwarzmarkt und Rollo Martins steht vor einem Rätsel: War sein Jugendfreund Harry Lime tatsächlich der gewissenlose Kopf einer Schieberbande?

Ein Spiel mit Licht und Schatten – Annika Siems setzt den Kampf um eine alte Freundschaft im Zeichen von Korruption und Verbrechen eindrucksvoll in Szene. In den sepiafarbenen Tuschezeichnungen der Hamburger Künstlerin werden bekannte Wahrzeichen und der Untergrund der österreichischen Hauptstadt zur Kulisse eines düsteren Versteckspiels. Fast hört man beim Betrachten der Seiten das charakteristische Zither-Thema aus dem Film.

Greene selbst betrachtete die Filmversion des britischen Regisseurs Carol Reed aus dem Jahr 1949 als Endfassung seiner Erzählung. Ob auf Leinwand oder als Roman: "Der dritte Mann" ist ein beispielloses Zeitdokument der Nachkriegsgeschichte. Noch viel stärker als das gleichnamige Drehbuch fasziniert der Roman durch schwarzen Humor und erzählerische Tiefe, die Annika Siems auf den Spuren von Hans Hillmann ("Fliegenpapier") eindrucksvoll visualisiert.

Ein spannender Roman der düsteren Nachkriegszeit - hier bilden Text und Zeichnungen eine absolut stimmige Einheit. Ein Schmuckstück!

— parden

Eine ungemein liebevoll gestaltete Ausgabe eines Klassikers - lesenswert und ein Augenschmaus.

— LitteraeArtesque

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    Der dritte Mann

    walli007

    10. December 2017 um 09:09

    Auf eine Einladung seines Freundes Harry Lime kommt Rollo Martins ins Wien der ersten Nachkriegsjahre. Als Autor von Western verdient Rollo nicht so besonders gut und deshalb ist er sehr froh über das Angebot. Doch Harry taucht nicht am Flughafen auf. Und auch seine Wohnung scheint verlassen. Entsetzt muss Martins von einem Nachbarn erfahren, dass Harry Lime bei einem Unfall ums Leben gekommen ist und dass gerade seine Beerdigung stattfindet. Auf dem Friedhof trifft Martins auf den britischen Militärpolizisten Calloway. Natürlich stellt Rollo sich die Frage, was dieser auf der Bestattung seines Jugendfreundes zu suchen hat. Ein Buch zu sehen, sagte der Autor Graham Greene, über sein Werk „Der dritte Mann“. Eigentlich sollte er ein Drehbuch verfassen. Um ein gutes Drehbuch zu erstellen, benötigte er seiner Meinung nach eine ordentliche Grundlage und so verfasste er einen Roman, der zunächst nicht zwingend zur Veröffentlichung bestimmt war.  Den Film und die wohlbekannte Musik von Anton Karas im Kopf beginnt man zu lesen und vor dem Hintergrund der neuen Information, dass das Buch als Grundlage für den Film diente, für das spätere Drehbuch aber doch einige Änderungen vorgenommen wurden, sucht man nach Unterschieden, aber auch nach Gemeinsamkeiten. Grundsätzlich wird schon dieselbe Geschichte erzählt. Doch wirkt der Film in der Erinnerung, die man bald auffrischen möchte, wesentlich düsterer. Vielleicht weil gerade die beeindruckendsten Szenen, die sich im Gedächtnis festgesetzt haben, die düsteren sind. Obwohl von Schiebereien, gemeinen Verbrechen, Mord und Totschlag erzählt wird, wohnt einzelnen Szenen ein hintersinniger Humor inne, der dem Roman eine nicht so endzeitmäßige Stimmung gibt.  Die Lektüre der vorliegenden Ausgabe der Büchergilde in einer Neuübersetzung und mit herausragenden Illustrationen versehen, die eine ausgesprochen gute Verbindung zwischen Buch und Film erstellen, ist ein besonderes Erlebnis. Sie verführt zum Eintauchen ins Wien der Nachkriegszeit und zeichnet ein Bild einer schweren Zeit, in der die Menschen durch die Knappheit der Güter verführt wurden, kleine Verbrechen zu begehen. Doch was geschieht mit kleinen Verbrechen, wenn erst die Gier geweckt ist, sie werden zu großen Verbrechen, durch die der Charakter verdorben wird und die Skrupellosigkeit das Menschliche überdeckt. Eine Erfahrung, durch die Rollo Martins seine Freundschaft zu Harry Lime in einem ganz anderen Licht sieht. In der Zeit des Schenkens bietet dieses Buch eine wunderbare Gelegenheit, einem lieben und interessierten Menschen eine Freude zu machen.

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  • Ein beeindruckendes Zeitdokument der Nachkriegsgeschichte...

    Der dritte Mann

    parden

    EIN BEEINDRUCKENDES ZEITDOKUMENT DER NACHKRIEGSGESCHICHTE...Den gleichnamigen Filmklassiker aus dem Jahr 1949 werden wohl viele kennen. In ursprünglicher Form und als Novelle aufbereitet wurde die dem Film zugrunde liegende Erzählung 1950 erstmals veröffentlicht. Greene selbst betrachtete die Filmversion des britischen Regisseurs Carol Reed aus dem Jahr 1949 als Endfassung seiner Erzählung.Die Erzählung spielt im Wien der Nachkriegzeit, unter der Regierung der vier Siegermächte. Trotz der Besetzung durch die Russen, die Amerikaner, die Franzosen und die Briten blüht in Wien der Schwarzmarkt. Unter diesen Gegenbenheiten trifft der wenig erfolgreiche Westernautor Rollo Martins in Österreichs Hauptstadt ein, ohne Geld in der Tasche und auf Einladung seines langjährigen Freundes Harry Lime, der von seinem derzeitigen Engpass erfahren hat und ihm einen Posten anbieten will.Gleich nach seiner Ankunft erfährt Martins jedoch, dass sein Freund verstorben ist, und kommt gerade noch rechtzeitig zu dessen Beerdigung. Zunächst als Unfall deklariert, tauchen hinsichtlich des Todes von Harry Lime jedoch schon bald Widersprüche in den Zeugenaussagen auf, die Martins misstrauisch werden lassen. Ein Katz- und Mausspiel entspinnt sich alsbald, wobei niemals sicher scheint, wem zu trauen ist und wem nicht. Den Polizeigewalten der verschiedenen Nationen wird hier ebenso Rechnung getragen wie den Tätigkeiten im Untergrund, Freundschaft und Liebe werden ebenso thematisiert wie Korruption, Verrat und Menschlichkeit. Auch wenn Greene die Erzählung im Grunde nur verfasst hat, um anschließend das Drehbuch schreiben zu können, konnte sie mich doch in vielerlei Hinsicht beeindrucken. So skizziert sie nahezu greifbar die düstere Atmosphäre der Nachkriegszeit, was in dieser ausgesprochen liebevoll gestalteten Ausgabe noch überaus eindrucksvoll unterstrichen wird durch die zahlreichen in Sepia gehaltenen Tuschezeichnungen der Hamburger Künstlerin Annika Siems. Ähnlich wie im Film findet sich in ihren Bildern ein gekonntes Spiel mit Licht und langen Schatten. Zeitweise fühlte ich mich an eine Graphic Novel erinnert, und auch wenn der Vergleich hinkt, nehmen die Illustrationen hier immerhin einen großen Raum ein und unterstreichen die düstere Atmosphäre der Erzählung ganz hervorragend! Hier bilden Text und Zeichnungen eine absolut stimmige Einheit.Intensiver als im Film wird im Roman auf die Zusammenhänge der Ereignisse mit den spezifischen Bedingungen im Wien der Nachkriegszeit eingegangen, so dass sich mir diese eingängig erschlossen. Dadurch empfand ich diesen Roman nicht nur als eine spannende Erzählung sondern wenigstens genauso als grandioses Zeitdokument der Nachkriegsgeschichte. Während der Film sicher durch eine gelungene Regie und Kameraführung punkten kann, sowie durch seine Besetzung mit Orson Welles und das charakteristische musikalische Thema (das ich übrigens seit Tagen als Ohrwurm nicht mehr loswerde), besticht der Roman durch eine größere erzählerische Tiefe sowie zu meinem Erstaunen auch durch einen immer wieder geschickt pointierten schwarzen Humor. Roman und Film stimmen nicht in allen Punkten überein, und welche Version einem besser gefällt, ist sicher Geschmackssache. Insgesamt fand ich die Erzählung selbst versöhnlicher als den Film.Tatsache ist: beides lohnt sich - der Film ebenso wie der Roman selbst. Und mit dieser prachtvollen Ausgabe der Editon Büchergilde holt man sich ein wahres Schmuckstück ins Regal. Wer hier alle für meine Verhältnisse ungewöhnlich häufig verwendeten Lobeshymnen zusammenzählt, der ahnt schon: von mir kann es hier nur die Höchstwertung geben...© Parden

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    • 7

    dicketilla

    07. December 2017 um 09:41
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