Graham Greene Reise ohne Landkarten

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Inhaltsangabe zu „Reise ohne Landkarten“ von Graham Greene

Im Januar 1935 reiste Graham Greene von Liverpool aus nach Westafrika, um auf dem Fußweg Liberia zu durchqueren. Europa hatte er nie zuvor verlassen, und er gab unumwunden zu, ein absoluter Amateur in Sachen Reisen zu sein. Er hielt es für das Beste, im benachbarten Sierra Leone Träger und Führer anzuheuern, mit dem Zug bis zum Ende der Eisenbahnlinie in Pendembu zu reisen und von dort zur liberianischen Grenze zu marschieren. Aber schon als es gilt, die genaue Route festzulegen, gibt es Probleme. Greene kann nur zwei Landkarten auftreiben, auf denen Liberia überhaupt verzeichnet ist. Auf der einen Karte, angefertigt vom britischen Generalstab, findet sich anstelle von Liberia ein großer weißer Fleck. Die andere Karte wurde vom Kriegsministerium der Vereinigten Staaten herausgegeben. Dort, wo die englische Karte sich damit begnügt, einen Fleck zu zeigen, steht bei den Amerikanern in fetten Buchstaben das Wort 'Kannibalen' … Graham Greenes Bericht über seinen legendären Fußmarsch ins Herz der Finsternis liegt nun erstmals in vollständiger deutscher Übersetzung vor. 'Reise ohne Landkarten' ist das Porträt eines Landes jenseits aller Zivilisation und die faszinierende Geschichte eines Mannes auf der Suche nach sich selbst.

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    Reise ohne Landkarten
    Havers

    Havers

    02. August 2015 um 18:59

    In den Zeiten von Navigationsgeräten, GPS und entsprechenden Smartphone-Apps kann man es sich kaum vorstellen, eine Reise ohne diese Hilfsmittel zu unternehmen. Und wenn diese schon nicht verfügbar sind, gibt es ja immer noch Landkarten, mit deren Hilfe man sich orientieren kann. All dies hatte der englische Romancier Graham Greene nicht zur Verfügung, als er im Jahr 1935 gemeinsam mit seiner Cousine Barbara aufbricht, um Liberia zu Fuß zu durchqueren. Westafrika ist zu diesem Zeitpunkt höchst unzureichend kartographiert, sodass diese Reise ein höchst abenteuerliches Unterfangen darstellt, zumal es auf einer der beiden verfügbaren Karten als weißer Fleck gekennzeichnet, auf der anderen quer mit „Kannibalen“ beschriftet ist. Über die Motivation für diesen Trip ins Unbekannte mag man spekulieren. Einerseits ist es sicher die Faszination einer Reise zu den Ursprüngen der Zivilisation, wie bereits Jahrzehnte zuvor von Joseph Conrad beschrieben, denen Greene erliegt. Es ist die Frage nach dem „Woher?“ und „Wohin?“ der westlichen Gesellschaften, und somit schlussendlich auch eine Pilgerreise zum Innersten, zum Unbewussten des Menschen. Das Reisetempo ist verglichen mit heutiger Zeit eher gemächlich, die Anfahrt per Schiff bietet einen sanften Übergang, und nach der Ankunft in Sierra Leone gilt es zuerst einmal eine größere Anzahl Träger zu verpflichten. Diese schultern nicht nur das Gepäck, sondern ab und an auch Greene und seine Cousine, ein Umstand, der im Hinterkopf des Lesers „Kolonialismus“ aufblinken lässt. Aber man muss diesen Reisebericht natürlich im zeitlichen Kontext sehen, und damals war dies natürlich absolut üblich (heutzutage gibt es das bei Everest-Expeditionen schließlich auch noch). Greene gibt im Wesentlichen seine persönlichen Eindrücke und Erlebnisse wider, beschreibt die Natur, aber auch die Menschen, die ihm auf seinen Wegen begegnen. Politische Kommentare sind eher selten, aber wenn er diese dann einflicht, schimmern schon das eine oder andere Mal Töne durch, die man so heute nicht mehr lesen möchte. Man muss sich bei der Lektüre immer vor Augen halten, dass Greenes „Reise ohne Landkarten“ nicht nur ein autobiographischer Reisebericht sondern auch ein Zeitzeugnis ist, und als solches ist es natürlich äußerst interessant und spannend.

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