Ein Festtag

von Graham Swift 
4,0 Sterne bei27 Bewertungen
Ein Festtag
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Positiv (21):
A

Eine sehr leise Novelle, die von der Kunst spricht, sich dem Beglückendem hinzugeben, ohne ein unerrreichbares Mehr einzufordern.

Kritisch (2):
Golondrinas avatar

Ein Großteil des schmalen Bändchens ergeht sich in Mutmaßungen, was alles hätte passieren können, der Rest hat wenig Tiefe. Schade.

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Inhaltsangabe zu "Ein Festtag"

Graham Swifts Meisterwerk

Jane, das junge Dienstmädchen von Beechwood, und Paul, der Spross aus begütertem Haus, haben ein Verhältnis. Heimliche Botschaften, verschwiegene Treffen, doch heute, an diesem sonnigen Märzsonntag 1924, darf Jane – Familie und Dienerschaft sind ausgeflogen – ihr Fahrrad einfach an die Hausmauer des Anwesens lehnen, durchs Hauptportal herein und ins Bett ihres Geliebten kommen. Ein erstes und ein letztes Mal, denn Paul wird bald – standesgemäß – heiraten. Später, gegen Mittag, wird sie leichtfüßig und nackt durch das weitläufige Haus streifen, beseelt von der rauschhaften Innigkeit dieses herausgehobenen Morgens und nicht ahnend, dass ihr Leben am Ende dieses Tages zu zerbrechen droht.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423146777
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:144 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:20.07.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 05.05.2017 bei Der Audio Verlag erschienen.

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    Barbara62s avatar
    Barbara62vor 10 Monaten
    Eine, die doch zum Ball geht

    Das hätte es unter den strengen Augen von Mr Carson, Butler auf Downton Abbey, nicht gegeben: ein sieben Jahre währendes Verhältnis zwischen einem jungen Dienstmädchen und dem Erben des Nachbarguts. Doch erstens sind wir bei Ein Festtag, dem Roman oder besser der Novelle von Graham Swift, in der Grafschaft Berkshire und nicht in Yorkshire, und zweitens sind nach dem Ende des Ersten Weltkrieges die Regeln der englischen Klassengesellschaft tief erschüttert. Auf drei benachbarten Gütern sind die meisten Söhne im Krieg geblieben und das Personal in Upleigh bzw. Beechwood House ist auf je eine Köchin und ein Dienstmädchen zusammengeschrumpft. So kann das Dienstmädchen Jane Fairchild von Beechwood, wo Mr und Mrs Niven seit dem Tod ihrer Söhne alleine leben, sich jahrelang heimlich mit dem einzig verbliebenen Erben von Upleigh, Paul Sheringham, an verschwiegenen Orten treffen, zunächst für Geld, doch als es „ernst“ wird nur noch als Freundin und Geliebte.


    Der 30. März 1924 soll der krönende Höhe- und Schlusspunkt werden. Traditionell haben an diesem Muttertag alle Dienstboten einige Stunden frei, um sie mit ihren Müttern zu verbringen. Ihre Herrschaft trifft sich derweil in der Stadt, um die bevorstehende arrangierte Ehe Pauls zu bereden. Upleigh steht daher leer und Paul kann Jane, die als Findelkind keine familiären Verpflichtungen hat, zu sich einladen, um sich anschließend mit seiner Verlobten zu treffen. Zum ersten Mal kann Jane ihr Rad vor dem Haus abstellen und durch das Hauptportal eintreten, das Paul ihr wie ein Butler öffnet. Und nicht nur das: Als Paul schließlich das Haus nach dem erotischen Spiel verlässt, kann sie nackt durch die Räume streifen und eine Freiheit genießen, die sie nie hatte, nun aber auch nicht so leicht wieder aufgeben wird.


    Jane Fairchild, geboren 1901, wird am Ende fast 100 Jahre alt werden, wird 19 Bücher schreiben, darunter unverblümt sexuelle, eine gefeierte Schriftstellerin werden, aber sie wird sich von den fragenden Reportern nie entlocken lassen, was wir Leser erfahren: wann genau sie zur Schriftstellerin wurde. Als Findelkind im Waisenhaus aufgewachsen, hat sie nur eine elementare Schulbildung genossen und mit 14 ihre erste Stelle als Dienstmädchen angetreten. Doch ihr Interesse für Bücher, vor allem Abenteuerromane für Jungen, darf sie dank der Großzügigkeit ihres Dienstherrn in der Bibliothek des Herrenhauses stillen und Bücher werden ihr zur „Grundfeste ihres Lebens“. Der ebenso furiose wie tragische Tag im März 1924 wird zum Wendepunkt ihres Lebens.


    Das Aschenputtel-Motiv „Und du sollst doch zum Ball gehen“ hat Graham Swift, einer der großen zeitgenössischen englischen Autoren, seinem kleinen Roman, den ich weniger als Liebes-, denn als Emanzipations- und Bildungsgeschichte gelesen habe, als Motto vorangestellt. Die Episode am Muttertag 1924 ist der Dreh- und Angelpunkt, in Wiederholungen erzählt, darum herum wird in kurzen Sequenzen das komplette Leben Janes und der Wandel der englischen Gesellschaft in den 1920er-Jahren zusammengefasst. Obwohl ich mir letzteres noch etwas ausführlicher gewünscht hätte, kann ich das elegant geschriebene Buch mit der wunderschönen Ausstattung und dem passenden Cover sehr empfehlen.


    http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/graham-swift-ein-festtag/

     

    Kommentare: 1
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    fuxlis avatar
    fuxlivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Leise Literatur mit Tiefgang
    Leise Literatur mit Tiefgang

    Eines gleich vorweg: Wer Action erwartet oder seine Bücher nur auf Handlung liest, sollte die Finger von diesem Buch lassen.
    Dieses Buch lässt sich Zeit. Dem Autor ist es viel wichtiger, den Moment auszukosten und zu beschreiben, als die Handlung voranzutreiben. Das ganze kleine Buch - es ist ein relativ kurzer Text - ist ein einziger innerer Monolog von Jane Fairschild. Dementsprechend springt die Handlung hin und her, dreht sich im Kreis, kehrt immer wieder zu früher gesagtem (gedachtem?) zurück. Dafür findet Swift eine sehr schöne Sprache. Bei der Gelegenheit sei gleich auch ein großes Lob an Susanne Höbel ausgesprochen, die den Text so wunderbar und behutsam ins Deutsche übersetzte. Einzig in den erotischen Szenen hätte ich mir mehr Einfühlsamkeit gewünscht. Wobei ich zugegebenermaßen nicht weiß, ob nicht auch im Original die Begriffe ins Plumpe abrutschen, sobald es aufreizend wird. Um so verwunderlicher ist das Ganze, weil die Handlung nicht von der jungen Jane erzählt wird, die damals ein einfaches Dienstmädchen war und die Welt der Bücher gerade erst für sich entdeckte. Es ist vielmehr die neunzigjährige Jane, die inzwischen eine gefeierte Autorin erotischer Bücher ist.
    Schade ist auch, dass das Buch einfach plötzlich endet. Zugegeben, Gedanken plätschern vor sich hin und finden nie ein wirkliches Ende - niemand kann plötzlich aufhören zu denken. Ein etwas bewußterer Schlusspunkt wäre jedoch schön gewesen.

    Aber mal abgesehen davon: Dies ist leise Literatur mit viel Tiefgang. Literatur ohne große Höhepunkte und nervenaufreibende Spannung, aber das hat der Autor so auch nicht gewollt.
    Ein Wohlfühlbuch, das den Leser nachdenklich zurücklässt.

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    BrittaRoeders avatar
    BrittaRoedervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine Lesefest, dem durch die Gesamtkomposition am Ende leider etwas Glanz fehlt.
    Bis kurz vor Schluss ein gelungenes Fest


     

    Festtag – im Original Mothering Sunday – hat Swift seinen Roman betitelt, in deren Mittelpunkt der Autor die Erinnerungen seiner Protagonistin Anne stellt. Die junge Frau, Vollwaise ohne jegliche Verwandtschaft und daher im England Anfang des letzten Jahrhunderts zwangsläufig zu einem Leben auf der untersten sozialen Stufe verurteilt, verdient sich ihren Lebensunterhalt als Dienstmädchen in einer Upperclass-Familie.
    Mit Anne begegnet den Lesern eine Protagonistin, die von Anfang an über der gesellschaftlichen Klasseneinteilung steht. Die auffallend kluge und wissbegierige Zwanzigjährige, die durch ihren sozialen Status von jeder höheren Bildung abgeschnitten ist, unterhält seit Jahren ein heimliches Verhältnis mit dem Sohn einer befreundeten Familie ihres Dienstherrn.

    Mit der Erinnerung an diesen einen besonderen Tag im Jahre 1924, den Muttertag, nimmt die Erzählung ihren Anfang. Der Feiertag bietet Anne und ihrem Geliebten die letzte Gelegenheit zu einem heimlichen erotischen Treffen bevor der junge Mann standesgemäß heiraten wird.
    Wohltuend langsam fließt die Erzählung voran, voller Details stattet Swift alles aus. Eine sehr authentische Momentaufnahme entsteht. Wunderbar nuanciert stellt der Autor die gesellschaftlichen Gegensätze dar. Die Ungerechtigkeit, die in der zufälligen Verteilung von Geld und Titeln ihren Ausdruck findet, thematisiert er dabei ganz ohne aufdringlichen sozialkritischen Impetus.
    Dann findet der Festtag ein ebenso abruptes wie tragisches Ende – aber Swift setzt seine Erzählung fort. Wie im Zeitraffer lässt er Anne ihren weiteren Werdegang beschreiben. Das Erlebnis aus dem Jahre 1924 wird für sie zum Auftakt für ein neues Leben, zum Muttertag, der eine ganz andere Art der Mutterschaft feiert: Anne wird Schriftstellerin, sie wird zur Mutter ihres literarischen Werks, steigt sozial auf, wird berühmt.

    So ausführlich der erste zeitlich an den Festtag gebundene Teil der Erzählung auch ist, so unpräzise verliert sich der folgende deutlich kürzere Abschnitt in Andeutungen und spielerischen Gedankenvariationen.

    Zwar verleiht dieser angehängte Abschluss des Buches seiner Protagonistin noch mehr Tiefe, aber gleichzeitig kommt er doch seltsam oberflächig daher. Viel zu oberflächig, wenn man die Opulenz der vorangegangenen Seiten genossen hat. Mehr Ausführlichkeit, mehr Geschlossenheit des Ganzen, hätte Swifts Erzählung sehr gut getan. Das kunstvoll angefertigte Mosaik, das er zu Beginn auslegt, fällt am Ende auseinander wie ein Puzzle, dem ein paar wenige Teile fehlen.



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    cosima73s avatar
    cosima73vor einem Jahr
    Dichtung und Wahrheit

    Jane, eine Waise, arbeitet als Dienstmädchen bei einer reichen Familie. Dass sie daneben eine Beziehung zu Paul hat, dem Sohn einer mit ihren Arbeitgebern befreundeten, ebenso wohlhabenden Familie, ist ihr Geheimnis. Sie wird es nie jemandem erzählen. Am 30. März 1924 wird sie das letzte Mal mit Paul zusammen sein, denn Paul heiratet bald standesgemäss. Es ist nochmals eine Chance, für eine kurze Zeit ein Glück zu geniessen, das nachher blosse Erinnerung ist. Danach wird alles anders sein. Wie sehr, ahnt sie mittags um 12 noch nicht, erst gegen Abend ist ihr klar: Es wird nie mehr sein, wie es mal war.

    Graham Swift schreibt in einer wunderbar flüssigen, klaren, poetischen Sprache über die Geschichte der jungen Jane, die allein in der Welt, sich ihren Ort darin sucht. Jane ist belesen, tiefgründig. Sie hat ein Faible für Wörter, hinterfragt diese – was läge näher, als dass sie später Schriftstellerin wird? Mit 90 blickt Jane auf ihr Leben zurück und erzählt ihre Geschichte.

    Ein Festtag ist ein Buch über die Gesellschaftsverhältnisse im England der 20er Jahre, ein Buch über Literatur, das Schreiben, Wörter. Es ist ein Buch über die Liebe und ein Buch über den Weg einer Frau, die sich ihren Weg von ganz unten nach ganz oben erarbeitet hat. Es ist ein Buch über Geheimnisse und Geschichten, ein Buch darüber, wo Dichtung anfängt und Wahrheit aufhört – und umgekehrt. Es ist ein wunderbares Buch!

    Fazit:
    Ein wunderbar berührendes, tiefgründiges, poetisches Buch über eine junge Waise, die als alte Schriftstellerin über ihr Leben erzählt. Absolute Leseempfehlung!

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    M
    Minoovor einem Jahr
    Ein Festtag von Graham Swift

    Die Geschichte beginnt mit dem Dienstmädchen Jane, dass in dem Bett ihres Liebhabers Paul liegt. Paul ist der Sohn einer angesehenen Familie und wird in Kürze heiraten. Die beiden verbinden einige Momente der geheimen Zweisamkeit, doch in den 20ern des 19. Jahrhunderts, darf solch eine Liebe nicht sein. Als Paul sich auf den Weg zu seiner Verlobten macht, bleibt Jane allein im Haus zurück. Nackt bleibt sie zunächst in seinem Bett, streift dann jedoch durchs Haus und hängt ihren Gedanken nach. Sie spinnt Szenen. Szenen, wie Paul sein Zuspätkommen erklärt. Szenen, wie seine Verlobte darauf reagiert.

    "Ich kenne weder meinen Vater noch meine Mutter. Auch meinen wirklichen Namen nicht. Falls ich je einen hatte. Und das schien mir die beste Voraussetzung für den Beruf des Schriftstellers - besonders für einen Geschichtenerzähler. Ohne Empfehlung zu kommen. Ein leeres Blatt zu sein. Ein Niemand. Wie soll man ein Jemand werden, wenn man nicht erst ein niemand war?" (S. 95)
    Im groben ist dies bereits die Handlung von "Ein Festtag". Doch die Geschichte geht viel tiefer. Der Leser erhält Einblicke in Janes früheres sowie in Janes späteres Leben. Als Waisenkind aufgewachsen, später als Schriftstellerin gefeiert. Wir erfahren, wie der Schicksalsschlag, der in dem Klappentext angekündigt wird Jane und deren Leben nachhaltig verändert. Wir verfolgen ihre Gedanken zu der Sprache, ihre Gedanken zu ihrer Herkunft und zugleich entwirft Graham Swift ein treffendes und genaues Bild der damaligen Gesellschaft. 
    "Die Dienenden dienten und die Bedienten lebten. Aber manchmal schien es ehrlich gesagt genau andersherum zu sein. Das Dienstpersonal hatte ein Leben, und das war hart, während die Bedienten oft nicht zu wissen schienen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollten." (S. 98)
    Insbesondere die Gedanken der Protagonistin Jane und deren Entwürfe von Szenen konnten mich begeistern. Ebenso der Schreibstil des Autors Graham Swift, der so leicht und direkt und dennoch voller Intensität ist. Die Poesie seiner Sprache, steigert Graham Swift im Laufe des Buches und so intensivieren wundervolle Gedankenkonstrukte und atmosphärische Beschreibungen die vorliegende Geschichte.

    "Und wenn Waisenkinder jetzt tatsächlich Weißenkinder genannt wurden? Und der Himmel Erde hieß. Und wenn Bäume Osterglocken hießen. Würde das an der Natur der Dinge etwas ändern? Oder an ihrem Geheimnis?" (S. 105)
    "Wir sind alle Brennstoff. Wir werden geboren, und wir brennen, manche schneller als andere. nd es gibt unterschiedliche Zündstoffe. Aber nicht zu brennen, nie zu entflammen, das wäre wahrhaftig ein trauriges Leben." (S. 112)
    Fazit: "Ein Festtag" hat mir in vielerlei Hinsicht gefallen. Die anderen Werke von Graham Swift werden von mir nicht unbeachtet bleiben!

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    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine literarische Zeitreise- ein Tag im Jahr 1924. Ein eigener, edel wirkender Stil der Erzählung, ein kleines Buch voll englischem Flair
    Eine literarische Zeitreise- ein Tag im Jahr 1924.

    Eine literarische Zeitreise- ein Tag im Jahr 1924.  Ein eigener, edel wirkender Stil der Erzählung, ein kleines Buch voll englischem Flair.
    Das Buch entführt mich als Leser mitten hinein in die Geschichte. Mich erfasste förmlich der Flair dieses englischen Herrenhauses. Die Figur des Dienstmädchens, die zwar nicht aus der ich- Perspektive erzählt, nimmt mich gefangen in ihrer Sichtweise der Geschehnisse. Kurze Anmerkungen, die sie einfließen lässt, lassen mich vermuten, dass sie die Geschichte rückblickend erzählt, dass schon einige Jahre vergangen zu sein scheinen.
    Es ist ein Tag im März 1924. In nur wenigen Wochen wird der junge Mann heiraten. Die beiden verbringen einen Tag zusammen, allein in einem Haus. Das Besondere- sie ist ein Dienstmädchen, er der Sohn reicher Eltern.
    Sie blickt nun viele Jahre später auf diesen Tag zurück. Ich hatte zu Beginn des Buches schon so eine Art Anspannung beim Lesen, eine Art Atemanhalten, weil ich dachte mir, irgendetwas wird bestimmt passieren an diesem Tag. Ich hatte Vermutungen, Ideen, Gedanken, aber ich finde es lohnt sich, sich so vollkommen auf das Buch einzulassen, diesen Tag zu erleben.
    Es war wie eine Art Zeitreise in das frühe 19. Jahrhundert. Der Flair des englischen Herrenhauses, heimliche Liebesgeschichten, der Geruch des Abenteuers, des Verbotenen. Es ist ein ganz eigener Stil, ein wundervoller Flair in diesem Buch. Dennoch blieb der Roman ein wenig auf Distanz mit seiner Erzählung.
    Vielleicht spiegelt diese Distanz, das Empfinden der selbigen bei mir aber auch diese Beziehung der beiden wieder. Paul und Jane- Liebende- eine Art Verschwörer- Dienstmädchen und Vorgesetzter. Was sind sie? Haben sie eine Affäre- oder steckt Liebe dahinter?
    Janes Gedanken über die Beziehung sind auch immer wieder Thema in dem Buch- wie sieht sie die Beziehung im Rückblick aus der eigenen Zukunft heraus? Besonders mochte ich Jane, als Figur. Ihre Liebe zu Büchern, das Sammeln der Worte, Gedanken an die Zukunft, die Beziehung nicht zu sentimental zu sehen, sondern eher mit einem klaren Blick zu betrachten.
    Für mich wirkte der Erzählstil richtig elegant, ich denke, das Wort trifft den Stil des Buches. Es sind schöne Sätze, Beobachtungen, Gedanken, das hat mir sehr gut gefallen.
    Eine literarische Zeitreise- ein Tag im Jahr 1924.  Ein eigener, edel wirkender Stil der Erzählung, ein kleines Buch voll englischem Flair.
    4,5 Sterne

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    Golondrinas avatar
    Golondrinavor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Großteil des schmalen Bändchens ergeht sich in Mutmaßungen, was alles hätte passieren können, der Rest hat wenig Tiefe. Schade.
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    A
    Alice-33vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Eine sehr leise Novelle, die von der Kunst spricht, sich dem Beglückendem hinzugeben, ohne ein unerrreichbares Mehr einzufordern.
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    AgnesMs avatar
    AgnesMvor einem Jahr
    Kurzmeinung: An den Schreibstil muss man sich zunächst gewöhnen, aber es ist eine nette Geschichte für Zwischendurch
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    M
    maria1vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Zauberhaft und berührend - dieses Buch macht Lust darauf, weitere Werke des Autors zu entdecken...
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