Graham Swift Ein Festtag

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Inhaltsangabe zu „Ein Festtag“ von Graham Swift

England, 1924: Jane und Paul sind seit Jahren ein Liebespaar, aber im Verborgenen. Denn Paul kommt aus gutem Hause und Jane ist das Dienstmädchen vom Nachbaranwesen. An einem sonnigen Märzsonntag kommt es zu einem letzten Rendezvous. Schon bald wird Paul eine andere heiraten. Es ist Muttertag, Familie und Dienerschaft sind ausgeflogen und sie sind allein. Erstmals darf Jane das Gebäude durch das Hauptportal betreten, darf ihr Fahrrad einfach an die Hausmauer lehnen. Jane ahnt noch nicht, dass ihr Leben am Ende dieses Tages zu zerbrechen droht. Viele Jahrzehnte später blickt sie zurück und erzählt von dem Tag, ab dem alle Grenzen bedeutungslos wurden. Ungekürzte Lesung mit Iris Berben 3 CDs | ca. 3 h 57 min

Wunderbare Geschichte eines Dienstmädchens in schöner Sprache erzählt und einfühlsam gelesen von Iris Berben. Ein Hörgenuss!

— FrolleinJott
FrolleinJott

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    Ein Festtag
    Clari

    Clari

    06. June 2017 um 11:31

    An einem schönen Maitag im Jahr 1924 bestellt Paul seine Geliebte, das Dienstmädchen einer befreundeten Familie, in sein Elternhaus. Die beiden verleben einen lustvollen Morgen, während die gut situierte Familie von Paul einer Einladung zum Muttertag gefolgt ist. Paul und Jane genießen die Zweisamkeit einer stillen Stunde. Dann muss Paul fort, denn er wird in 14 Tagen heiraten. Er hat sich mit der Braut zum Mittagessen verabredet.Jane darf sich noch eine Weile in dem Herrenhaus vergnügen.Graham Swift lässt sie beschaulich durch das Haus schlendern, wo sie besonders an der Bibliothek hängen bleibt. Denn Jane liest für ihr Leben gerne!Graham Swift benutzt knappe Sätze, mit denen er die Szenen der sexuellen Vereinigung beschreibt. Sie sind eingebettet in ganz eigene Betrachtungen über das Leben und das Sein.Der Handlungsstrang ist kurz und übersichtlich. Jane lässt ihrer Fantasie freien Lauf und versucht sich das Treffen von Paul und seiner Braut vorzustellen. Der erste Teil der Erzählung ist ganz auf die sinnliche Begegnung der beiden Hauptprotagonisten ausgerichtet. Die Atmosphäre wirkt lebensnah und wird nahezu perfekt eingefangen. Die Schilderung von Herrschaft und Personal in den zwanziger Jahren in England ist eingebettet in die Begegnung von Paul und Jane.Man ahnt, wie Familien sich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs fühlen, in dem zwei Söhne einer der befreundeten Ehepaare ihr Leben verloren. Die Nachkriegsschmerzen sind nicht überwunden.Das akute Geschehen ist in zwei kurze Tage gepresst. Es ist der Muttertag im Mai, an dem Personal und Arbeitgeber sich zu Ausflügen aufgemacht haben. Die linde Luft und das sommerliche Klima finden sich in poetischen Aussagen wieder. Sätze wie diese: „Primeln schossen aus dem Boden, Kaninchen hoppelten über das Feld“ ( S.125) versinnbildlichen in wenigen Worten, wie der Tag sich zeigt.Mit steter Steigerung beginnt eine subversive Geschichte, deren tragische Auswirkungen alle Beteiligten schwer trifft. Erst im letzten Drittel des schmalen Bändchens wird Jane als anerkannte Dichterin gefeiert.Mit klarer Sprache und flüchtigen Beschreibungen präsentiert uns G. Swift die andere Jane, die mit einem klugen Mann verheiratet war.Allmählich verwischt die Struktur, und es erscheinen Erzählstränge, von denen man nicht weiß, sind sie schon Ausdruck von Janes schriftstellerischer Arbeit oder betreffen sie ihre Biographie. Über der ganzen Erzählung hängt ein Schatten von Melancholie und eine Stimmung des Abschieds. Einzig Jane übersteht alle Unbilden und entwickelt sich zu einer außerordentlichen Persönlichkeit voller Witz und Humor. Von J. Conrads Romanen ist sie hingerissen. Er mag ihr Vorbild für ihre Wandlung zu Schriftstellerin sein.Graham Swift weiß seine Geschichte hinreißend und stringent zu erzählen. Wenngleich nur 140 Seiten lang ist die Erzählung voller intensiver Gedankenspiele und tiefschürfender Eindrücke, so dass man bis zur letzten Seite gebannt bleibt. Es gilt „der Tatsache treu zu sein, dass viele Dinge im Leben nie erklärt werden können.“ Eine rare und lesenswerte Lektüre erwartet den anspruchsvollen Leser.

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  • Mutterloser Muttertag (Hörbuchrezension)

    Ein Festtag
    Starbucks

    Starbucks

    16. May 2017 um 17:39

    Ein Dienstmädchen, ein junger Herr, eine gelegentliche Liebe, deren Ende in der bevorstehenden Hochzeit des jungen Herrn liegen wird – Graham Swift hat sich hier eines Themas gewidmet, das man schon viele Male gehört/gelesen hat. Aber der Handlungsverlauf ist hier ganz anders, als der Leser oder Zuhörer sich ausmalen konnte. Ich habe „Ein Festtag“, im Original eigentlich „Mothering Sunday“, also 'Muttertag', in einer neu erschienenen Hörbuch Version des DAV (der Audio-Verlag), gelesen von Iris Berben, gehört. Es handelt sich hier um eine ungekürzte Lesung auf 3 CDs mit einer Gesamtlaufzeit von 4 Stunden und 17 Minuten. Zum Inhalt: Jane Fairchild, ein Findelkind, ist Dienstmädchen, aber sie ist des Schreibens und Lesen gut mächtig und liebt Bücher. Im Jahr 1924, am Muttertag, ist das Haus leer und da sie keine Mutter besuchen kann, aber alle Dienstmädchen an diesem Tag frei haben, um ihre Mütter zu besuchen, kann Jane ihren Liebhaber Paul, einen feinen jungen Mann, treffen. Dieser wird bald standesgemäß heiraten. Es ist das letzte Mal, dass beide sich treffen....Der Leser lernt auch die ältere Jane kennen, die später Schriftstellerin geworden ist und auch diese Geschichte aus ihrem Leben in einem Buch verarbeitet hat. Aber der Handlungsverlauf geht einen ungewöhnlichen Weg, der nicht zu erwarten war und mich vielleicht auch nicht ganz zufrieden gestellt hat. Das Buch ist durchweg aus der Sicht der Jane Fairchild geschrieben. Bei „Ein Festtag“ handelt es sich um leise Literatur, um einen Roman, in dem eigentlich wenig passiert. Doch der Autor wählt seine Worte so kunstvoll und bedacht, und man hat hier oft das Gefühl, es handelt sich um einen älteren Roman, nicht um ein Werk aus dem 21. Jahrhundert. Der Roman ist ein schönes Spiel mit Worten und auch mit Gedanken; nur wenn es um die Erotik geht, sind die Begriffe leider sehr plump gewählt, was nicht ganz in das Gesamtbild des Werkes passt. Iris Berben scheint hierfür die perfekte Sprecherin; man kann gut zuhören, auch, wenn die Gedanken ob dieser vielen Gedanken des Dienstmädchens immer mal abschweifen. Allerdings finde ich es etwas merkwürdig, wie die Sprecherin 'Magnolienbaum' (mit nj) ausspricht, und bei „Lives of the Engineers“ hätte sie sich ja mal erkundigen können (sie spricht 'i' statt 'ei'), wie das mit diesem Wort im Englischen ist. Ansonsten handelt es sich um eine sehr gute Lesung. Dieses Buch/Hörbuch ist ganz schwierig mit Sternen zu bewerten. Die Sprache und der Anfang haben mir recht gut gefallen, aber das Buch entwickelt sich dann in eine ungewöhnliche Richtung, und ich wäre doch lieber bei der Dienstmädchen-Geschichte oder in dieser Zeit geblieben. Man muss dieses Hörbuch sicher zweimal hören, um es ganz erfassen zu können. Es gab auch Andeutungen, die mir noch nicht ganz klar sind. Vielleicht sind diese einfacher beim Lesen des Buches zu erfassen. „Ein Festtag“ ist ganz sicher gute Literatur ohne große Höhenpunkte und Spannung, aber das hat der Autor so auch nicht gewollt. Es lässt mich ein wenig unzufrieden und nachdenklich zurück, aber es hat mir beim Hören eigentlich sehr gut gefallen. Insgesamt vergebe ich daher vier Sterne, da mir noch irgendetwas fehlt. 

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