Graham Swift Im Labyrinth der Nacht

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Inhaltsangabe zu „Im Labyrinth der Nacht“ von Graham Swift

Eine Sommernacht. Die Zwillinge Kate und Nick schlafen den unbeschwerten Schlaf der Ahnungslosen, während Paula, ihre Mutter, in einem anhaltenden, angstvollen Monolog die Geschichte der Familie heraufbeschwört. Mit dem nächsten Morgen, erfahren wir, bricht ein Tag des Gerichts an: Wenn sie sechzehn sind, so haben die Eltern beschlossen, werden die Kinder eine Wahrheit erfahren, die das Glück, die Zärtlichkeit, die Vollkommenheit ihres gemeinsamen Lebens zunichtemachen wird. Die Schatten der Nacht verwischen für Paula die Grenze zwischen Furcht und Intuition, und auch als es endlich Tag wird, ist Swifts raffiniertes Spiel um Fiktion und Wahrheit noch nicht zu Ende.

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  • Rezension zu "Im Labyrinth der Nacht" von Graham Swift

    Im Labyrinth der Nacht
    Eisnelke

    Eisnelke

    16. November 2012 um 08:36

    Eine regnerische Sommernacht und kreisende Gedanken: Paula Hook lässt ihr Leben sowie das Leben der ganzen Familie Revue passieren. Während der Regen an die Fensterscheiben prasselt, erinnert sich die Protagonistin Schritt für Schritt zurück. Graham Swift lässt Paula in einem Monolog erzählen. Detailiert, tiefgründig und gefühlvoll nimmt der Leser an der Familiengeschichte teil. Die Mutter von Zwillingen stellt sich Ängsten, durchlebt schwierige Phasen des Lebens erneut. Am Morgen “danach” wird ein Geheimnis gelüftet und ausgesprochen werden, welches das Leben der Hook-Zwillinge Kate und Nick mächtig durcheinander wirbeln wird. Die Angst davor, dass der Monolog langatmig sein könnte nehme ich euch: Der Autor schreibt mitreißend – als Leser wird man in den Strudel der Ereignisse buchstäblich hineingezogen. "Anderseits waren wir von einer wundervollen, langsamen, wogenden Bewegungen in Anspruch genommen, mit der keiner von uns aufhören wollte. Wir liebten uns, aber gleichzeitig gegannen wir, einander wirklich zu lieben. Es war wie ein Fallen. Ich versichere euch, es ist möglich, dass beides gleichzeitig geschieht." Während des lesens habe ich mitgelitten, mitgetrauert und vorall mitgefühlt.

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  • Rezension zu "Im Labyrinth der Nacht" von Graham Swift

    Im Labyrinth der Nacht
    la_bouquineur

    la_bouquineur

    26. July 2011 um 13:00

    Ich habe Graham Swift im Studium kennengelernt und fand ihn eigentlich immer sehr lesenswert. Leider hat dieses Buch nicht meinem Anspruch standgehalten. Ich fand es unglaublich langweilig. Schade.

  • Rezension zu "Im Labyrinth der Nacht" von Graham Swift

    Im Labyrinth der Nacht
    Karin1970

    Karin1970

    24. July 2011 um 12:24

    Ihr schlaft, meine Engel, nehme ich an. Zu meiner Verwunderung und Erleichterung tut das auch euer Vater, wie jemand, der es fertigbringt, am Vorabend seiner Hinrichtung zu schlafen. Morgen wird er all seine Kraft brauchen. In dieser Nacht vor dem Tag, der unser aller Leben verändern wird, bin ich die Einzige, die wachliegt. Vor dem Tag, als das Familiengeheimnis gelüftet werden soll liegt Paula wach im Bett. Ihr Mann Mike liegt schlafend neben ihr und die 16jährigen Zwillinge schlummern in ihren Zimmern. Sie führt einen einsamen Monolog und spricht in Gedanken zu ihren Kindern. Es soll ein Probelauf für die Urteilsverkündung sein, ein sich beruhigen und um Verständnis ringen. Der nächste Tag soll der Tag des Jüngsten Gerichts werden. Die Zwillinge Kate und Nick werden in das Geheimnis der Eltern eingeweiht. Das Geheimnis, dass sich eigentlich im Laufe des Monologs entfalten soll, wird von den ständigen Wiederholungen und Andeutungen kaputt gemacht. Schon nach 20 Seiten hat der Bogen an Spannung verloren, und das Thema ist bereits völlig ausgereizt. Nervenzerreibend sind die ständigen Wiederholungen und die häufige Ansprache der Kinder. Allein auf Seite 64 können wir ganze neun Mal das Wort „Geburtstag“ zählen. Und das Kinder, heute mit 16 Jahren schon so wie 18 sind, ist keine Entdeckung des Autoren. Aber Graham Swifft scheint davon so beeindruckt, dass er uns auf allen paar Seiten davon erzählen muss. Das Bitten, beschwören und jammern ist ausschweifend und völlig Irrelevant für die Geschichte. So hören wir immer wieder „damit ihr versteht“, Versteht doch, „habt nachsicht“. Der Handlungsverlauf ist völlig wirr und man bekommt viel zu viele unnötige Informationen. Schonungslos konfrontiert sie uns und ihre Kinder mit ihren Sexphantasien und lässt kein Detail aus. Graham Swifft hat versucht, die Innenansichten einer 49jährigen Frau darzustellen. Diese hat er aber leider nicht zu greifen bekommen. Er verstrickt sich in seiner Konstruktion und verliert sich im eigenen Labyrinth. Die Protagonistin ist mir mehr als unsympathisch und wirkt sehr Weltfremd. Ich frage mich nun also, ob der Lektor hier geschlafen hat, oder einfach nur die Übersetzung so schlecht ist. Mich hat das Buch leider nicht berührt, vielmehr lässt es mich wütend zurück.

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  • Rezension zu "Im Labyrinth der Nacht" von Graham Swift

    Im Labyrinth der Nacht
    Mendelssohn

    Mendelssohn

    „In dieser Nacht vor dem Tag, der unser aller Leben verändern wird, bin ich die Einzige, die wachliegt. Ihr schlaft den tiefen Schlaf der Teenager. Ich kann mich noch vage daran erinnern. Wie ihr wohl morgen schlafen werdet?“ Während ihr Mann und die 16jährigen Zwillinge Nick und Kate tief schlafen, liegt Paula wach und bereitet sich innerlich auf den morgigen Tag vor. Es ist beschlossene Sache, den Kindern das wohlgehütete, dunkle Familiengeheimnis endlich zu offenbaren. Die ganze Nacht lang grübelt Paula nun, erzählt von den Geschehnissen, verteidigt, erklärt. Unwissend und ängstlich, wie die beiden die Wahrheit aufnehmen werden – und ob es nicht besser wäre, die unausgesprochenen Lügen aufrecht zu erhalten. Schließlich schaden sie ja niemandem, im Gegenteil… Der Anfang des Buches ist durchaus so gestaltet, dass man neugierig wird. Man überlegt und rätselt, worin dieses Geheimnis wohl besteht, wenn es Paula den Schlaf raubt und sie derart in Angst versetzt. So, wie sie es beschreibt, hat es die Kraft, die Familie völlig zu erschüttern, ihr Glück zu zerstören. Leider muss ich sagen: Meine persönlichen Szenarien, die mir bis zur Auflösung so in den Sinn kamen, waren allesamt spannender als die tatsächliche Wahrheit. Man kann sich eines enttäuschten „Was, das war’s jetzt?“ nicht erwehren. Wohlgemerkt hat man da erst die Hälfte des Buches gelesen. Am Ende setzt Swift noch einmal nach, aber auch das kann weder schockieren noch passt es in den Handlungsverlauf. Über 300 Seiten spricht Paula. Schmachtet, jammert, bittet, erklärt, wiederholt sich. Letzteres leider so oft, dass man es irgendwann nicht mehr hören kann. Die stete Ansprache an die Kinder („Bitte versteht doch…es ist jetzt an euch…ihr müsst es ihm nachsehen…“) ist nach wenigen Kapiteln völlig ausgereizt, da ja nie etwas zurückkommt. Das richtige Wort für Paulas Erzählstil wäre vermutlich „ausschweifend“. Es ist für die Geschichte völlig irrelevant, dass der Onkel ihres Ehemannes nicht gerne Fahrrad fuhr und mit 57 beim Spaziergang mit dem Hund einfach tot umfiel. Aber über solche familiären, unwichtigen Dinge spricht Paula seitenlang, ergeht sich in Berichte darüber, dass ihr Liebesleben nach dem Verschwinden der Katze brach lag (!) oder wie sich ihre Schwiegereltern kennenlernten. Natürlich machen solche Anekdoten und Details eine Geschichte interessant, aber nicht, wenn sie dazu dienen, den recht dürftigen Plot zu kaschieren und die Auflösung eines recht schwachen Geheimnisses künstlich in die Länge zu ziehen. Kate und Nick wären vermutlich nach den ersten 20 Seiten gegangen… Ein für mich wirklich sehr enttäuschendes Buch, denn nach „Waterland“ war ich wirklich von Swift begeistert. Aber „Im Labyrinth der Nacht“ kann absolut nicht überzeugen, nach wenigen Kapiteln hat man Paulas Monolog einfach satt und kann diese dramatischen Beschreibungen nicht mehr hören, geschweige denn das allgegenwärtige „aber / bis / ab morgen…“ Der Titel allerdings passt – ein Erinnerungslabyrinth, in dem Paula an jeder Stelle mehrfach vorbeikommt und am Ende leider kein Ausgang wartet. Schade.

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