Graham Swift Letzte Runde

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Inhaltsangabe zu „Letzte Runde“ von Graham Swift

Ein Frühlingsmorgen Ende der achtziger Jahre. Jack ist tot, und seine Freunde Ray, der Versicherungen verkauft, obwohl er lieber Jockey geworden wäre, Vic, der Leichenbestatter, der Gemüsehändler Lenny sowie Jacks angenommener Sohn Vince treffen sich in ihrer Stammkneipe im Süden Londons: Sie wollen Jack seinen letzten Wunsch erfüllen. In Vinces Mercedes fahren sie nach Margate, um dort vom Pier Jacks Asche ins Meer zu streuen. Der Ausflug durch Kent wird für die Männer zu einer Reise in die Vergangenheit. Swifts bewegtes Hologramm einer Freundschaft ist zugleich ein subtiles Zeit- und Gesellschaftsporträt.

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  • Der lange Weg nach Margate

    Letzte Runde

    Duffy

    05. July 2016 um 17:16

    Von ihrem Stammpub in Bermondsey/London nach Margate, an die Südostküste Englands. Das ist der Weg, den vier Freunde fahren und gehen werden, zusammen mit Jack Dodds, dem fünften im Bunde, der jetzt allerdings in einer Urne ruht und nach seinem letzten Willen vom Pier dieses Seebads in alle Richtungen verstreut werden soll. Aus dieser Fahrt macht Graham Swift eine Reise in die Vergangenheit und wechselt immer wieder in die Gegenwart. Stilistisch wählte er kurze Kapitel, die jeweils aus der Warte der Einzelnen berichten. So kommt es bei den Retrospektiven zu Verknüpfungen, der Leser wird erst etwas verwirrt, doch dann fügen sich die Teile wie ein Puzzle zusammen und herauskommt ein Füllhorn von menschlichen Erlebnissen und Gefühlen, ein Gemälde, so nuanciert, das man die zusammengesetzten Teile als Gesamtexistenz sehen kann, die viel an sensiblen Momenten offenbart, die in einem Leben auftauchen können. Generationskonflikte, Eheprobleme, Berufswahl und deren Auswirkungen genauso wie Romantik, noch in einer Form, die zu Gedichten anregen konnte. Das alles versieht Swift mit einem hintergründigen Humor, wie man ihn wohl nur bei den Briten nachlesen kann. Der Autor, auf der Insel in einem Atemzug mit Größen wie Julian Barnes genannt, ist hierzulande noch relativ unbekannt. Eine Entdeckung lohnt sich allemal.

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  • Rezension zu "Letzte Runde" von Graham Swift

    Letzte Runde

    Muskowski

    15. November 2010 um 16:17

    Heute ist kein gewöhnlicher Tag... so beginnt der Roman. Jack ist tot, und seine Freunde Ray, Vic und Lenny sowie Jacks angenommener Sohn Vince wollen ihm seinen letzten Wunsch erfüllen. Der Bestattungsunternehmer Vic legt eine braune Schachtel auf den Tresen der Stammkneipe der Freunde. In dem Pappbehälter, der den Charme eines Kartons Badezimmerfliesen aus dem Baumarkt hat, ist eine Urne mit der Asche des verstorbenen Jack Dodds. Der Schlachtermeister Jack schrieb in seinen Testament, an alle die es angeht, daß er sich wünscht, daß seine Asche vom Pier in dem kleinen Badeort Margate ins Meer gestreut wird. An alle die es angeht, wohl wissend, daß seine Frau Amy wohl nichts übrig hat für diese verspätete Reise, für sie kommt diese Reise mit ihrem Mann zu spät. Ihre Träume sind mit ihr gealtert und schon längst vom Wind weggetragen, wie bald auch Jacks Asche. Jack hat nie die gemeinsame Tochter akzeptiert, seit ihrer Geburt ist sie behindert und lebt in einem Heim, nie ist er zu ihr gefahren, Amy findet es nur gerecht, daß sie nun lieber ihre Tochter besucht anstatt ihren Mann ein letztes Mal zu begleiten. Ray und Jack waren zusammen im Krieg, in der Wüste, und haben gegen Rommel gekämpft. Dort hat Ray auch das erstemal Amy gesehen, auf einen Foto, das Jack bei sich trug. Ray hat sich damals in die künftige Mrs. Dodds verliebt. Rays Vater war Schrotthändler, er wollte aber nicht, daß sein Sohn in seine Fußstapfen tritt, stattdessen sollte er einen anständigen Beruf erlernen, Jockey wäre Ray gerne geworden, aber nun arbeitet er bei einer Versicherung. Die liebe zu Pferden ist geblieben, und zu wetten. Er hat Glück und gewinnt. Wetten ist ein wenig wie Versicherungen verkaufen, er errechnet seine Chancen, macht sich Notizen und gewinnt. Den alten Schrottplatz verkauft er an Vince. Zwar sollte Vince den Laden übernehmen, sollte Schlachter werden, wie sein Adoptivvater und dessen Vater, aber er liebt Autos und macht auf den alten Schrotplatz ein Gebrauchtwagenhandel auf. Träume und Realität sind meist weit auseinander, dieses Buch zeigt das Leben normaler Menschen. Nach und nach, in Rückblenden, erfährt man, daß Ray ein Verhältnis mit Amy hatte, daß Vic davon wusste und nichts sagte, als Leichenbestatter lernt man zu schweigen. Man erfährt, daß Jack auch einen Traum hatte, daß er Arzt werden wollte. Auf der Reise nach Margate ehren die vier die Toten, alle Toten. Sie besuchen das Marineehrenmal in Chatham, an dessen Wände auch die gefallenen Kameraden von Vic stehen. Auch er war im Krieg in einer Wüste, einer Wüste aus Wasser. Sie bringen Jacks Asche in die Kathedrale von Canterbury, einen Ort an dem Könige begraben sind, im Tod sind alle Menschen gleich. Aber es geht ohnehin nicht darum, daß die Gruppe aus einen Arbeiterviertel in London kommen, es geht nicht um Verlierer die sich aus Frust all abendlich in der Kneipe betrinken, es geht um Menschen und ihre Eigenheiten und Schwächen. Der Roman ist in der Ich-Perspektive geschrieben, jeder der vier sowie Amy und sogar Jack kommen zu Wort und erzählen über ihre Beziehungen zueinander, alles zusammen ergibt ein Bild. Die ersten Seiten sind unspektakulär, getrieben von Erwartungen, die die Presse und Kritiker geweckt haben, liest man weiter und kann nicht genug bekommen. Nach der letzten Seite fehlen einem die Charaktere, man vermisst die manchmal tragisch, komische Sprache von Ray, Vic, Lenny und Vince, die einfach, unpoetisch aber manchmal tiefgründig ist. Ein Buch für Leute die Geschichten aus dem Leben mögen, ein Buch über Umwege, ein Buch über Freundschaft.

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  • Rezension zu "Letzte Runde" von Barbara Rojahn-Deyk

    Letzte Runde

    Moni 3007

    11. February 2010 um 23:27

    Der Roman "Letzte Runde" ist die Geschichte der tragikomischen Pilgerfahrt von vier Freunden, die von London aus an die Küste fahren, um die Asche ihres verstorbenen Kumpels Jack ins Meer zu streuen. Zwischen Pubbesuchen und Pinkelpausen kommen die fundamentalen Fragen der menschlichen Existenz zur Sprache. In diesen alltäglichen Existenzen haben sich stille Dramen abgespielt, und jeder trägt eine Schuld mit sich herum. Gewiß, sie sind alle durch die Bande der Freundschaft, der Loyalität, ja sogar der Liebe miteinander verbunden, doch es zieht sich eine Unterströmung von Gier, Betrug, Zorn und Ressentiment durch ihrer aller Leben. Dieses hat Graham Swift wirklich sehr gut geschildert.

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  • Rezension zu "Letzte Runde" von Barbara Rojahn-Deyk

    Letzte Runde

    sumsidie

    03. January 2010 um 17:20

    Jeden Abend treffen sich die Jungs, die schon längst keine Jungs mehr sind, auf zahlreiche Bier im Pub. Als einer von ihnen stirbt, reflektiert jeder für sich sein bisheriges Leben. Manchmal erscheinen einem alle Figuren wie gescheiterte Tropfe, welche die Chancen ihres Lebens verpasst haben. Und im nächsten Moment sind sie bekannte Gestalten von nebenan, die man selbst schon oft getroffen hat und eigentlich nur mögen kann .

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