Gravity Assist

 4,7 Sterne bei 19 Bewertungen
Autor*in von Die Schwarze Harfe.

Lebenslauf

„Die Schwarze Harfe“ wurde von Stefan Bommeli konzipiert und geschrieben, ist jedoch das Erzeugnis des Autoren-Kollektivs Gravity Assist. Denn Stefan war von Beginn weg klar, dass er die breit angelegte Geschichte nicht alleine entwickeln wollte: Zum einen waren unzählige Planeten, Technologien und Handlungsvarianten zu erfinden und aufeinander abzustimmen; zum anderen brauchte er ein Gegenüber, um die Dramaturgie zu prüfen, und um jenen Facettenreichtum zu entwickeln, den er sich für das Projekt wünschte. Gravity Assist sind: Stefan Bommeli – Studium Philosophie, Leiter Human Resources, naturwissenschaftlich-mathematische Lehrerausbildung. Selbständiger Berater von Führungskräften an der Spitze von Organisationen in Wirtschaft und Verwaltung. Tobias Bangerter – Naturwissenschaftlich-mathematische Lehrerausbildung. Senior Account Manager in der Finanzbranche. Sven Hirsch-Hoffmann – Mediziner, internationale Fachausbildung zum Augenarzt. Tätig in eigener Praxis. Berenice Bommeli – Psychologin, Hochschuldozentin für Arbeits- und Organisationspsychologie. Zuvor Hotelfachausbildung sowie Tätigkeiten in der Industrie. Matea Zosak – Studium Organisationskommunikation. Tätig im Bereich Marketing und Kommunikation in der Finanzbranche.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Die Schwarze Harfe (ISBN: 9783952428764)

Die Schwarze Harfe

 (18)
Erschienen am 06.03.2017

Neue Rezensionen zu Gravity Assist

Cover des Buches Die Schwarze Harfe (ISBN: 9783952428764)
Schmiesens avatar

Rezension zu "Die Schwarze Harfe" von Gravity Assist

Durchhalten lohnt sich.
Schmiesenvor 7 Jahren

"Friede verlangt nicht nach Konfrontation, sondern Friede ist Konfrontation - als Ausdruck lebendiger Bewegung und Begegnung."

Ein außergewöhnliches Werk hält man mit "Die Schwarze Harfe" in den Händen. Allein die hochwertige Aufmachung und die Schwere des fast 800 Seiten langen Buchs lassen Leserherzen höher schlagen. Ein Blick auf den Autor sorgt erst einmal für Staunen: Es handelt sich um ein fünfköpfiges Autorenkollektiv. Wer mehr über Entstehung und "MIttäterschaft" erfahren will, dem empfehle ich dringend die zugehörige Website dieschwarzeharfe.ch. Ein Blick auf diese Seite hat mich nämlich motiviert weiterzulesen. Meine Rezension möchte ich etwas anders aufbauen als sonst und auf einzelne Aspekte gezielt eingehen.

Der Einstieg...
fiel mir recht schwer. Laar, Pentaar, Senjasantii? Bromen, Shikani, Ja'en? Sarrakadan, Drial-Vehazzi, Rollm'edo? Um Gottes Willen, dachte ich, Namen über Namen, Bezeichnungen über Bezeichnungen, wie soll ich da jemals durchblicken? Doch tatsächlich lichtet sich der Nebel nach dem ersten Teil - nämlich dann, wenn man mit den beiden Ich-Erzählern in die Handlung einsteigt. Attribut: nicht mehr weglegbar.

Die Welt...
besteht eigentlich aus vielen, vielen Welten, Völkern und Mächten. Die Beziehungen sind komplex, insbesondere auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Jedes Detail ist ausgearbeitet, ich hatte oft das Gefühl, besser über die Elawaia (Ring der Sterne) Bescheid zu wissen, als über die Vorgänge auf dem Planeten Erde. Und es hat mir dort auch wesentlich mehr Spaß gemacht. Zudem sind die physikalischen, mathematischen und raumfahrerischen Aspekte mit einer Präzision erklärt, dass man sich als Leser fragt, wer der fünf Autoren wohl den Physik-Nobelpreis erhalten wird. Zu Beginn mögen Details wie Geschwindigkeiten und Abstände langweilig und überfrachtend wirken, aber im Laufe des Lesens fügen sie sich unabdingbar ins Gesamtbild und machen "Die Schwarze Harfe" zu einem Kunstwerk.

Die Charaktere...
muss man einfach lieben. Zwei Ich-Erzähler, die fremdweltliche Shikani und der junge Prinz Ja'en, führen uns durch eine Geschichte, wie ich sie noch nicht gelesen habe. Ja'ens Entwicklung vom Kind zum Gelehrten ist faszinierend und eindringlich geschildert. An Shikani habe ich mein Herz verloren, denn sie steht für mich für Besonnenheit, Fähigkeit, wahre Zuneigung, Toleranz, Öffnung für das Unbekannte, Spiritualität, Vertrauen, Weisheit. Ein unglaublicher Charakter, den ich wahnsinnig gerne begleitet habe und den ich mir manchmal an meiner Seite wünschen würde.Auch alle anderen Charaktere, die in den Berichten und im Leben der Erzähler auftauchen, sind bis in die Feinheiten ausgearbeitet und vermitteln einen Eindruck von der Vielfältigkeit der Elawaia. Besonders ans Herz gewachsen ist mir außerdem die Besatzung von Shikanis Schiff, der Schwarz-04, denn ihr Zusammenspiel war für mich an Harmonie nicht zu übertreffen. Die Fähigkeiten jedes Einzelnen wurden gewürdigt und voll zum Einsatz gebracht, nicht zuletzt wegen Bromen Cossan, der Shikani in dieser Hinsicht ausgebildet hat.Bromen bleibt während der ganzen Zeit undurchdringlich. Er ist der einzige Charakter, den ich nicht richtig begriffen habe - aber das liegt wohl daran, dass auch Ja'en und Shikani damit so ihre Probleme hatten. Diese Mystik um Bromen und das Gefühl des Fremdseins macht die Geschichte noch authentischer.

Der Plot...
ist außergewöhnlich. Viele Akteure werden durch Bromen in einen Krieg verwickelt, dessen Sinn und Zweck zunächst verborgen bleibt. Ja'en und Shikani werden mehr oder weniger direkt in diesen Krieg involviert - Shikani als Laar (Kommandant) der Königlichen Flotte, Ja'en als Thronfolger einer abgesetzten Monarchie. Ihre Reise durch den Ring nimmt den Leser mit zu jedem einzelnen Planeten, sogar ins Zentrum und zu den fremdweltlichen Senjasantii. Nie wirkt es so, als hätten die Autoren krampfhaft versucht, auch noch diese oder jene Welt schnell unterzubringen, im Gegenteil. Jede Station hatte einen Mehrwert für die Charaktere, ihre Entwicklung und die Geschichte. Das hebt "Die Schwarze Harfe" ganz entscheidend von anderen Büchern ab: Die Erkundung des Universums ist kein Selbstzweck, sondern entsteht immer aus einer Notwendigkeit heraus.Die Geschichte wird stark geformt durch die "Träume der Schwarzen Harfe", die Bromen, Shikan, Etani (Ja'ens Mutter) und einige weitere Akteure haben. Sie sind eine Art Zukunftsvision, öffnen allerdings auch den Zugang zur sogenannten "inneren Welt" (im Kontrast zur "äußeren Welt"), ein Konzept, nach dem insbesondere die Senjasantii (Shikanis Volk) leben. Dieses spirituelle Element hat mich persönlich sehr berührt, denn ich erkenne viel Wahrheit hinter dieser Vorstellung. "Die Schwarze Harfe" ist also keineswegs "nur" eine kriegerische Weltraumodysse, im Gegenteil. Hier werden zur Genüge philosophische und metaphysische Dimensionen bedient.

"Die Schwarze Harfe" lässt mich in ihrer Außergewöhnlichkeit, ihrer Komplexität und ihrer Schönheit begeistert und erstaunt zurück. Habe ich zu Anfang noch gedacht, ich würde das Buch abbrechen, möchte ich mich jetzt kaum von Shikani, Ja'en und Schwarz-04 verabschieden. Gravity Assist ist ein Monumentalwerk gelungen, das Klassikercharakter hat. Ich wünschte, aus diesem Universum gäbe es bald noch mehr zu lesen. 

Cover des Buches Die Schwarze Harfe (ISBN: 9783952428764)
H

Rezension zu "Die Schwarze Harfe" von Gravity Assist

Reise durch die Elawaia
Hikivor 7 Jahren

„Die Schwarze Harfe“ ist etwas ganz Besonderes und definitiv kein Buch für Zwischendurch. Es erfordert Aufmerksamkeit und liest sich nicht „mal eben”, wodurch ein gewisser Anspruch an den Leser gestellt wird.

Vor allem die ersten 150 Seiten (von zirka 800) waren eine Herausforderung für mich. Man lernt zunächst das fiktive Universum, seine Spielfiguren und die sich ständig verändernden Verhältnisse kennen, wodurch das Buch fast wie eine Nacherzählung bzw. ein geschichtliches Werk wirkt, was es schwierig für mich gemacht bzw. mich auch nicht wirklich angesprochen hat. Ich denke, dass es vielen so gehen wird, deswegen bitte ich diejenigen einfach durchzuhalten. Es ist es definitiv wert!

Danach ändert sich der Stil ein klein wenig, wodurch der Leser aktiver ins Geschehen eingebunden wird. Nach ungefähr 200 Seiten hat man die Charaktere liebgewonnen und man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Die Schwarze Harfe bietet viele überraschende Wendungen und interessante, bildhafte Planeten und Bewohner.

An einigen Stellen hätte man, für mein Befinden, auch etwas kürzen können. Wie beispielsweise der Abschnitt mit dem Kupran, auch wenn die Erfahrungen für Se’en und auch Ja’en wichtig gewesen sind, war es für mich etwas zu lang.Die Charaktere sind allesamt glaubhaft skizziert, auch wenn es kein genau definiertes „Gut & Böse“ gibt und man selber anfangs nicht weiß, ob man der Person trauen kann. Oft wechseln sich die Rollen und vieles ist absolut nicht vorhergesehen. Von den Charakteren sind mir ein paar sehr sympathisch, allen voran Shikani, andere natürlich weniger. Von einigen muss man sich aber leider auch verabschieden, da „beide“ Seiten Verluste einstecken müssen. Eine furchtbare Person ist allerdings dabei, die ich als komplett „böse“ einstufen würde. 

Hinter dem Buch steckt enormer Aufwand und sprachliches Talent. Dennoch glaube ich, dass das Buch nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Deswegen würde ich mir wünschen, dass jeder dem Buch eine Chance gibt. Durch die bildhaften Beschreibungen kann ich mir die Geschichte auch sehr gut filmisch umgesetzt vorstellen. 

Das schlichte Cover passt auch hervorragend zur Geschichte und spricht mich total an. Dadurch hebt es sich für mich deutlich von der Masse ab.

Fazit: Nach anfänglichem Kampf hat mir „Die schwarze Harfe“ überraschend gut gefallen. Mit viel Wortgewandtheit und Detailverliebtheit bringen uns die Autoren ihre erschaffenen Welten näher. Keine Frage, die Geschichte ist kein leichter Stoff und somit nicht jedermanns Geschmack. Aber Jemand, der anspruchsvolle Sci-Fi sucht, wird hier definitiv fündig!

Cover des Buches Die Schwarze Harfe (ISBN: 9783952428764)
MarkusNs avatar

Rezension zu "Die Schwarze Harfe" von Gravity Assist

Atemberaubend!
MarkusNvor 7 Jahren

Ich werde hier, im Gegensatz zu den anderen Rezensionen nicht über den Inhalt dieses großartigen Buches schreiben. Es ist, und das kann man ohne Übertreibung sagen, eines der besten seines Genres. Ohne Übertreibung, ohne Honig ums Maul zu schmieren!
Die Handlung, davon gehe ich aus, ist weitestgehend bekannt: erzählt wir die wirklich epische Geschichte der Elawaia durch die beiden Protagonisten Shikani und Ja'en. 


Klingt einfach … ist es aber nicht. Die Schwarze Harfe ist ein Buch für Leser. Und hier sollte sich jeder ernsthaft fragen, ob er denn einer ist. Die Geschichte geht in die Tiefe, spielt mit uns unbekannten Begriffen, Welten … lässt uns eintauchen, reißt uns raus und – ist definitiv nicht für "mal nebenbei" geeignet. Die schwarze Harfe ist ein Buch (abgesehen vom Genre) das den Begriff "Buch" wirklich verdient. Aufgrund der Kleinteiligkeit auf seine eigene Art "bekömmlich" geschrieben, verlangt es Zeit. Nicht nur zum Lesen, sondern vor allem zum Denken! Und das tut gut. 


Es ist ein Buch bei dem wirklich vieles passt. Da stimmt der Rhythmus, die Länge der Kapitel, der Aufbau, die Abschnitte. Da sitz jeder Charakter und es macht verdammt viel Spaß den Entwicklungen der verschiedenen Personen zusehen zu dürfen. Der Leser erlebt große Schlachten in denen er bei jedem Wasserstofftank, der sich löst mitfiebert – ebenso wie präzise geschriebene taktische Manöver. Im Sternenring, wie auf dem Verhandlungstischen …


Es ist ein komplexes Buch, das, bei richtiger Anwendung, dem Leser die Freude am Lesen zurückgibt. Es fesselt. Auf jeder Seite. Und zwingt den Leser aber, bei allen Cliffhangern, das Buch wegzulegen. Nachzudenken, das Gelesene zu reflektieren.


Die Schwarze Harfe skizziert eine eigentlich fremde Welt und doch gibt es viele Geschehnisse, die den Fokus dann doch wieder auf unsere eigene lenken. Es ist eine Geschichte jenseits von Gut gegen Böse. Eine Geschichte von Gut gegen/mit Gut. Eine Geschichte, die auf wunderbaren Seiten beschreibt, dass es auf einem Weg nicht immer Sieger geben kann, und dass doch so mancher in der Erinnerung als einer der Größten hervorgeht.


So schaffen es die Autoren einen Science-Fiction-Roman vorzulegen, der aus meiner Sicht seinesgleichen sucht. Ein Roman, der kein Bunt oder Allzu-Düster braucht. Ein Roman der eine Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die den Leser auf eine ganz besondere Art und Weise berührt. In der inneren, wie in der äusseren Welt!

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