Gregor Eisenhauer

 3,2 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf

Gregor Eisenhauer, geboren 1960, studierte in Berlin und Heidelberg, promovierte über Arno Schmidt. Er schrieb über „Scharlatane“ in der Anderen Bibliothek, über die „Zehn wichtigsten Fragen des Lebens“, über das Altern, die Angst, die Liebe und einige andere Geschichten. Für den Berliner „Tagesspiegel“ verfasst er seit mehr als zwanzig Jahren Nachrufe auf Menschen, die nicht berühmt sind. Zuletzt erschien seine Biografie „Emigrant des Lebens. Erich Kästners letzte Jahre“ (Mitteldeutscher Verlag 2024).

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Wie werde ich unsterblich? (ISBN: 9783949749346)

Wie werde ich unsterblich?

Neu erschienen am 27.07.2026 als Taschenbuch bei Morio.

Alle Bücher von Gregor Eisenhauer

Cover des Buches Emigrant des Lebens (ISBN: 9783963119576)

Emigrant des Lebens

(2)
Erschienen am 05.08.2024
Cover des Buches Mein Jahr als Single (ISBN: 9783548269122)

Mein Jahr als Single

(2)
Erschienen am 11.03.2009
Cover des Buches Wie wir alt werden, ohne zu altern (ISBN: 9783832164331)

Wie wir alt werden, ohne zu altern

(2)
Erschienen am 12.10.2017
Cover des Buches Scharlatane (ISBN: 9783821843124)

Scharlatane

(1)
Erschienen am 01.02.1997
Cover des Buches Wie werde ich unsterblich? (ISBN: 9783949749346)

Wie werde ich unsterblich?

(0)
Erschienen am 27.07.2026

Neue Rezensionen zu Gregor Eisenhauer

Cover des Buches Wie wir alt werden, ohne zu altern (ISBN: 9783832164331)
porte-bonheurs avatar

Rezension zu "Wie wir alt werden, ohne zu altern" von Gregor Eisenhauer

porte-bonheur
(Geistig) Altern oder nicht Altern? Das ist hier die Frage!

Gregor Eisenhauer weist schon in seiner Einleitung darauf hin, dass er uns mit seinem Buch das physische Altwerden nicht "ersparen" kann. Wenn wir freilich einigermaßen gesund sind und dies dank besonnener und bewusster Lebensführung auch bleiben, können wir gut achtzig, neunzig Jahre alt werden. Körperlich gebrechlich werden wir unaufhaltsam werden, der eine mehr der andere weniger. Wie aber sieht es mit unserem mentalen Altwerden aus? Können wir bis ins hohe Alter geistig fit und beweglich bleiben und wenn ja, wie soll das gehen? In sieben Kapiteln geht Eisenhauer diesen Fragen nach und bittet etwa Shakespeare und seinen König Lear, Miss Marple, König Salomon, Oscar Wilde oder Anna Karenina um Antworten. Und die fallen klug, weise, aber auch verschroben und spitzfindig aus. Für jeden sollte darunter etwas dabei sein, was den eigenen geistigen Alterungsprozesse verlangsamt, ihm entgegenwirkt und ihn am Ende bisweilen auch austrickst und zu einem gestiegenen mentalen Wohlbefinden führt.

Irgendwie hatte ich mir beim schnellen Reinblättern und mit der Lektüre des Klappentextes etwas anderes erwartet. Auch wenn diese Erwartungen nicht erfüllt wurden, enttäuscht hat mich die Lektüre aber auch nicht - ganz im Gegenteil. Ich wurde mehr als angeregt, auch mit zunehmendem Alter interessiert zu bleiben und mich mit neuen Ideen(welten) zu beschäftigen. Sich eben nicht durch das Leben und Gewohnheiten immer mehr betäuben zu lassen, sondern über und mit Hilfe von Literatur immer wieder Neues zu entdecken und auch selbst auszuprobieren. Ganz sicher keine neue Idee, aber die lebend gemachten Figuren der Weltliteratur sind dann doch abstoßende Gegen-Entwürfe, fordernde Coaches oder anfeuernde Trainer. Freude an der Literatur sollte der Leser aber auf jeden Fall schon mal grundsätzlich mitbringen.

Cover des Buches Emigrant des Lebens (ISBN: 9783963119576)
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Rezension zu "Emigrant des Lebens" von Gregor Eisenhauer

HEIDIZ
Prima Herangehensweise und komplexe Betrachtungen


Man könnte das Buch auch: "Der unglückliche Kästner" untertiteln. Ich fand die Herangehensweise an das Buch und seinen Inhalt sehr gelungen - mal eine andere Sichtweise auf diesen so bekannten Autor, von man meinen könnte, er könne nur glücklich sein, aber das war er nicht .... Warum das so war bzw. so gewesen sein könnte - das hinterfragt der Autor auf eine Art und Weise, die mir sehr gut gefallen hat. Sie hat mich mitgenommen, hat mir erklärt und hat sich gut lesen lassen, hat aber auch Freiraum gelassen, eigene Gedankengänge zuzulassen.
Das Buch ist in fünf Kapitel gegliedert. In diesem Jahr jährt sich Kästners Todestag zum 50. Mal. Der Kinderbuchautor ist für seine zahlreichen Bücher bekannt, die allesamt zu Klassikern wurden, verfilmt und immer wieder gelesen. Anfangs verdiente er sehr viel Geld, wurde bekannt, vor allem durch Emil und die Detektive. In seinen letzten Jahren war er allerdings traurig, konnte das Leben nicht mehr genießen. Wie kam es dazu? Es kommt Licht ins Dunkel, wenn man dieses Buch liest.


Cover des Buches Emigrant des Lebens (ISBN: 9783963119576)
L

Rezension zu "Emigrant des Lebens" von Gregor Eisenhauer

Lustaufbuch
»Und wo bleibt das Positive, Herr Kästner?«

»Und wo bleibt das Positive, Herr Kästner?«

Eigentlich hatte Erich Kästner alles, um glücklich zu sein. Er war ein erfolgreicher Autor, beliebt bei Jung und Alt. Eigentlich. 

Doch wirklich glücklich konnte er nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr werden, ganz im Gegenteil. Kästner vegetierte in München vor sich hin, ertrank sich im Alkohol und zelebrierte seinen ganz persönlichen Gang vor die Hunde.

Doch warum war Kästner in seinen letzten Lebensjahren so unglücklich? 

Schuld daran trug insbesondere sein übermäßiger Alkoholkonsum, wobei dieser eher eine Folge von Vorangegangenem war.

Verantwortlich für seinen Zustand war zuvorderst seine nicht ausgelebte Kindheit, unter seiner besitzergreifenden Mutter, für die er ihr alleiniger Lebensinn war. Dabei erdrückte sie ihren einzigen Sohn mit zu viel Liebe und verwehrte ihm das eigene Lieben zu lernen, woran er sein ganzes Leben litt. 

Folglich konnte er keinen Schlussstrich unter die Jahrzehnte andauernde Beziehung zu Luiselotte Enderle setzen, betrog sie ständig mit Affären und belog sie bezüglich seinem Sohn mit der viel jüngeren Friedel Siebert. 

Daneben prägten ihn die Jahre der Inneren Emigration nachhaltig. Sein angekündigter großer Roman über das Dritte Reich blieb schließlich ungeschrieben. Zu schwer lastete die Vergangenheit, zu tief waren die Wunden und zu grausam das persönliche Eingestehen, zu welchen Taten Menschen wirklich im Stande waren und immer noch sind. 

Kästner hatte alles und war dennoch – anders als seine Romane es auf den ersten Blick vermuten lassen – ein von Kind auf unglücklicher und von der Zeit geprägter Mensch.

Auch wenn der Autor Gregor Eisenhauer für begeisterte Kästner-Leser nicht wirklich etwas Neues zu erzählen weiß, ist sein Buch eine ganz ungewohnte Annäherung an Kästner. Eisenhauer begibt sich auf eine biografische Suche nach Kästners Unglück und verfolgt mehrere mögliche Ansätze, deren Summe Kästners endgültigen Zustand nach sich zog. 

Ein grandioses Buch, das bei keinem Kästner-Fan im Bücherregal fehlen darf!

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