Gregor Gysi Ein Leben ist zu wenig

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Inhaltsangabe zu „Ein Leben ist zu wenig“ von Gregor Gysi

So offen und persönlich wie noch nie: die Autobiographie

Gregor Gysi hat linkes Denken geprägt und wurde zu einem seiner wichtigsten Protagonisten. Hier erzählt er von seinen zahlreichen Leben: als Familienvater, Anwalt, Politiker, Autor und Moderator. Seine Autobiographie ist ein Geschichts-Buch, das die Erschütterungen und Extreme, die Entwürfe und Enttäuschungen des 20. Jahrhunderts auf sehr persönliche Weise erlebbar macht.

„Erstaunlich, was sich alles ereignen muss, damit irgendwann das eigene Leben entstehen kann.“ Gregor Gysi

Guter Rhetoriker. Mit Privatem sehr zurückhaltend. Das Buch ist Geschichtsunterricht aus linker Perspektive. Nicht mehr. Nicht weniger.

— wandablue

Eine absolut lesenswerte Biographie eines deutsches Politikers und spitzfindigen Wortakrobaten, die mitreißt, fasziniert und bildet.

— seschat

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  • Spannend, humorvoll, bereichernd, sehr lesenswert!

    Ein Leben ist zu wenig

    Wedma

    Die Autobiographie von Gregor Gysi (GG) habe ich sehr gern gelesen. Sie hat mir seltene wie bereichernde Sichtweisen geöffnet, die man woanders kaum finden kann. Ich habe mich auf gutem Niveau und in vielerlei Hinsicht prima unterhalten gefühlt. GG erwies sich als ein vorzüglicher Erzähler, ein starker wie wohl geübter Entertainer. Mal saß ich bis ein Uhr morgens lachend, als es um die Schuljahre und Berufsausbildung ging. GG hat einen tollen Humor, kluger, elaborierter Natur, und gute Prise Selbstironie, die bis zum Schluss erhalten bleiben und einen hier und da zum Schmunzeln und Auflachen verleiten. Die spannenden Ausführungen zu seinen Ahnen ganz zu Anfang stimmten mich nachdenklich, wie die später geschilderten Geschehnisse im Bundestag der 90-ger Jahre, oder auch manche Sätze wie: „Denkpause. Ist es eine Pause zum oder vom Denken?“ Es gibt noch mehr davon, gleichmäßig im Buch verteilt, die jedes Zitatenheft zieren können. Die Kapitelübergänge sind prima: man kann nicht anders, als doch noch nächstes Kapitel anzufangen und noch paar Seiten dranghängen usw. Selbst wenn eine Pause mal zustande kam, war ich bald wieder gedanklich beim Buch: Und wie geht es da weiter? In dieser Autobio wurde ein Stück deutscher Geschichte erzählt: das Ende der DDR, deren Übernahme vom Westen, v.a. die Art, wie das getan wurde, GG benennt konkrete Fehlerbeispiele, die anschließenden Diskussionen um die Auflösung der Partei, das Verhalten der Mitglieder anderer Parteien im Bundestag, die Arroganz des Westens, und als Kontrastprogramm, wie GG und seine Parteifreunde im Ausland, in Israel,  aufgenommen wurden: „Neu und fremd war für mich, dass vor dem Hotel unseretwegen eine bundesdeutsche Flagge gehisst wurde. In Deutschland selbst wurden wie unter der Flagge, die über dem Bundestag wehte, wie Leute behandelt, die nicht dazugehörten.“ Auch weitere, krassere Beispiele, wie mit Gerhard Riege, gibt es hier. Da ist sehr klar, wie nicht einfach es für ihn war, seine polit. Arbeit fortzuführen. Ein dickes Fell und viel Durchhaltevermögen gehören dazu. GG geht auch ausführlich auf die Unterstellungen der westlichen Medien ein, die ihm vorgeworfen haben, er hätte im Auftrag der StaSi gehandelt, und klärt alles lückenlos auf. Seine Kommentare bestimmter politischer Ereignisse, seine Sicht, wie er das eine oder andere erlebt hat, die Schlussfolgerungen sind spannend und auf jeden Fall wert, sie kennenzulernen: Ein ganz anderer Blickwinkel, interessante Argumentation, alles wirkt sehr erfrischend im Vergleich zu dem, was man in Massenmedien tagein tagaus serviert bekommt. Von seinen Weggefährten und Parteifreunden hört man einiges Interessantes, nur Gutes. Auch von der privaten Seite erzählt er, gerade so viel, wie man wissen mag. Der Schwerpunkt liegt aber deutlich auf seinem Beruf. GG ist der Mann der Politik, daher ist es logisch, dass es in seiner Bio um die polit. Ereignisse geht. Auch über Jugoslawienkrieg findet GG klare Worte und erklärt, warum dieser Krieg direkten Einfluss auf die Ukraine-Krise von 2014 hat. Manches wirkt als düstere Prophezeiung, die heute eingetroffen ist, s. Kap. 39. Bildhaft schildert er auch, was für Sachen SPD/Grüne-Regierung beschlossen hat, uvm. Fazit: Diese Bio ist wie ein gutes, reichhaltiges Gespräch aufgebaut und ich war sehr gern dabei. Sie ist schon deshalb lesenswert, weil sie GGs Meinung zu vielen Ereignissen darstellt, die so erfrischend und bereichernd ist, dass man definitiv vieles verpasst, wenn man sie nicht kennt. Gleichzeitig konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier nur ein Teil der Geschichte erzählt wurde, vermutlich nur das, was dem antizipierten Leser ohne Weiteres zugemutet werden konnte. Aber auch dieser Teil ist sehr interessant: Tolle Sprüche, Gedankengänge, Schlussfolgerungen, insb. Kap. 48-50, Fragen, Interpretationen, insg. die Sicht der Dinge. Sehr lesenswert.  

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    • 11
  • Streitbarer Politiker mit unterhaltsamer Autobiographie

    Ein Leben ist zu wenig

    Silkchen2909

    01. December 2017 um 16:22

    Gregor Gysi, ehemaliger Vorsitzender der Linken, hat seine Autobigraphie geschrieben. Als Politiker mag er streitbar sein, aber als Autor hat er sein Leben wunderbar geschildert: kurzweilig, selbstkritisch und spannend.Geboren 1948 hat Gysi das Nachkriegsdeutschland, die DDR, die Wiedervereinigung und die Bundesrepublik im neuen Jahrtausend erlebt und zu jedem Abschnitt weiß er spannende Geschichten aus seinem privaten und politischen Leben zu erzählen.Genau diese Mischung macht das Buch so unterhaltsam. So erfährt man die Hintergründe seines politischen Lebens, Dinge über den Politzirkus im wiedervereinigten Deutschland, die man ansonsten kaum erfahren hätte.Der Leser erfährt, wie aus dem jungen Rechtsanwalt Gysi der Politiker wurde und wie dieser sich dann durch die bisweilen harten Stürme des Politiklebens schlägt.Besonders beeindruckt hat mich, dass Gysi Fehler offen zugibt - berufliche und private, denn seine Familie hat es mit dem immer arbeitenden Politiker nicht leicht gehabt.Der Stil ist toll, denn Gysi hat einen trockenen Humor, der mich prima durch die 583 Seiten getragen hat. An den angebrachten Stellen bleibt der Ton aber sachlich und das ist auch gut so.Empfehlenswerte Lektüre für alle, die sich für Politik und deren besondere Menschen interessieren.

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  • Geschichte mit Gregor!

    Ein Leben ist zu wenig

    wandablue

    14. November 2017 um 19:32

    Geschichte mit Gregor. Autobiographien sind immer etwas gefärbt, um nicht zu sagen geschönt. Das geht soweit in Ordnung, deshalb schreibt man sie ja. Trotzdem würde ich nach der Lektüre dieses Buches sehr gerne zusätzlich eine kritische Biographie über Gregor Gysi lesen. Dann rundet sich das Bild vielleicht ab! Ich höre Gregor Gysi gerne sprechen, er hat Witz, ist schlagfertig und da und dort decken sich sogar unsere politischen Meinungen. Aber dass man gut reden kann, bedeutet nicht automatisch, dass man auch richtig gut schreiben kann. Die vorliegende Autobiographie ist ziemlich beiläufig erzählt und alles andere als geschliffen. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Zeitenwende, also auf den Jahren 1988/89 bis ca. 1995. Aus dem Rechtsanwalt Gysi wurde historienbedingt und umständehalber der Parteivorsitzende der SED-PDS. Mehr und manchmal weniger hat er seine, ursprünglich kommunistische Partei begleitet bis zum heutigen Tage, wo sie als DIE LINKE bekannt ist. Wie kommunistisch ist sie heute noch? „Ein Leben ist zu wenig“ ist informationslastig, was die historischen und politischen Fakten angeht. Ein persönliches Buch ist es nicht, obwohl Privates natürlich nicht ganz ausgespart ist, ein paar Schnippselchen sind vorhanden. Warum liest man eine Autobiographie? Um einen Menschen hinter den Kulissen kennenzulernen. Nicht nur das, was eine Person getan und unterlassen hat, ist lesenswert, sondern vor allem das Warum. Welches sind die Gründe für bestimmtes Handeln und Unterlassen? Was hat jemanden zu einem bestimmten Zeitpunkt umgetrieben. Was hat er gefühlt, über was hat er gelacht und über was hat er geweint. All dies hat man in „Ein Leben ist zu wenig“ eindeutig nicht. Selbst wenn Gregor Gysi über durchlittene Krankheit spricht, tritt der Mensch Gysi in seiner Emotionalität, seinen Befindlichkeiten kaum in Erscheinung, ja, er bleibt in seiner eigenen Geschichte verborgen. So ist „Ein Leben ist zu wenig“ kaum etwas anderes als eine, teilweise durchaus unterhaltsam gestaltete Geschichtsstunde! Fazit: Ein ziemlich sachlicher, faktenlastiger Gang durch die jüngere deutsche Geschichte an der Hand und aus der politischen Sicht von Gregor Gysi. Kategorie: Auto-/BiographieAufbauverlag 2017

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    • 3
  • Fesselnde Politikerbiographie

    Ein Leben ist zu wenig

    seschat

    14. November 2017 um 08:44

    Der Linkspolitiker Gregor Gysi, Jahrgang 1948, ist ein Meister des gesprochenen Wortes, was nicht nur seine brillanten Reden, sondern auch seine 2017 erschienene Autobiographie "Ein Leben ist zu wenig" belegt. Letztere umfasst unglaubliche 583 Buchseiten. Ein Mammutwerk also, dessen Lektüre alles andere als langweilt, weil Gregor Gysi darin mit viel feinsinnigem Humor und detailreichen Polit- und Geschichtswissen Rückschau auf sein buntes Leben hält. Der Vollblutpolitiker, der trotz seines fortgeschrittenen Lebensalters noch als Präsident der Europäischen Linken agiert, handelt seit seiner Kindheit nach dem ökonomischen "Minimalprinzip". Dafür führt Gysi in seiner Biographie eine Menge amüsanter Beispiele an, die mich laut auflachen ließen. Ob in der Schule, während der Ausbildung als Rinderzüchter in der DDR oder im Jurastudium, Gysi weiß durch seine Intelligenz und Gerissenheit lange Paukerei zu vermeiden und tut nur das Nötigste, das aber mit Perfektion :-)Der Politiker Gysi ist von geradlinigem Format und versteckt sich nicht hinter Politikerfloskeln. Sein Herz schlägt links und so setzte und setzt er sich für die sozial Benachteiligten innerhalb der Gesellschaft und für mehr Gerechtigkeit zwischen Arm und Reich ein. Durch seine unverstellte, wissbegierige wie sachkundige Art erwarb er sich als ostdeutscher Politiker in der bundesdeutschen und internationalen Politik Respekt; konnte sogar Mitglieder anderer Parteien mitreißen. Zudem fällt bei der Lektüre des Buchs auf, dass er ein Arbeitstier war und ist. Davon konnten ihn auch politische Anfeindungen wie gesundheitliche Rückschläge nicht abbringen. Er ackert, um seine Ziele zu erreichen und handelt lieber sofort, als lang abzuwarten. Und wenn er nicht weiterkommt, zögert er nicht sich an Experten zu wenden. Ein Großteil seiner Erinnerungen umfasst die Wendejahre und die Herausbildung der Partei "Die LINKE". Hierbei kombiniert er persönliche Erfahrungen und historische Ereignisse vortrefflich miteinander, so dass der Leser einiges an Hintergrundwissen über diese Phase der deutschen Geschichte mitnehmen kann. Besonders für die Einblicke in die politischen Mechanismen der damaligen Zeit konnte ich mich begeistern. Die Anekdoten und kleinen Geschichten mit DDR- und BRD-Politikern sind ein wahres Kleinod.Neben seinem Vollzeitberuf als Politiker ist Gysi aber auch ein liebender Vater und Genussmensch. Auch diese Seite seines Lebens beleuchtet er offen und ehrlich und gewinnt damit Sympathiepunkte.Darüber hinaus beobachtet Gysi die gegenwärtige deutsche Innen- und Außenpolitik mit Interesse wie Sorge. Seine Bedenken und Einschätzungen der Parteien wie Parteiprogramme äußert er passend am Schluss des Buchs.Lieblingszitat, das sein Leben treffend beschreibt:"Ja, ein Leben ist zu wenig für das, was wir träumen, wünschen, wollen. Wenigstens habe ich versucht, gegen zu starke Festlegungen meine große Lust an der Vielfalt zu setzen, beweglich und neugierig zu bleiben." (S. 481)FAZITEine absolut lesenswerte Biographie eines deutsches Politikers und spitzfindigen Wortakrobaten, die mitreißt, fasziniert und bildet. 

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  • Leserunde zu "Homo Deus" von Yuval Noah Harari

    Homo Deus

    Wedma

    Einige Teilnehmer der Sachbücherchallenge haben beschlossen, Homo Deus von Harari in einer Leserunde gemeinsam zu lesen und den Stoff auszudiskutieren. Es gibt ein Exemplar zu gewinnen -> Es wurden dann aber 8! Dank der freundlichen Unterstützung von C. H. Beck Verlag 👍 Bewerben kann man sich bis einschl. 11. July. Das Exemplar wird am 12. July verschickt. Ab 15. July geht es mit der Diskussion los--> Verschoben auf 22.07, da die zusätzlichen Exemplare noch ankommen müssen. Wer möchte, kann mit eigenem Exemplar zu uns stoßen, auch wenn er bei unserer Challenge nicht angemeldet ist. Ich wünsche viel Spaß und bis bald in unserer Leserunde!

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    • 616

    Wedma

    07. October 2017 um 19:57
    Archer schreibt Um ehrlich zu sein, das war bis jetzt das schlimmste Kapitel überhaupt. Die Vorstellungen, was eigentlich jetzt schon möglich ist und umgesetzt wird, und das, was sehr wahrscheinlich noch auf uns ...

    Nunja, du musst dir das alles nicht so Herzen nehmen. Klar, wenn man zum ähnlichen Thema auch ein Buch hört, dann neigt man dazu. Lese oder höre etwas ganz anderes zur Abwechslung. Ich habe mir ...

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