Gregor Sander Abwesend

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Inhaltsangabe zu „Abwesend“ von Gregor Sander

Der Blick hinter die Fassade einer bürgerlichen Familie in der DDR Ein Haus, ein Pool, eine schöne fremde Frau und ein nicht enden wollender Sommer. Christoph Radke, Anfang 30, hätte es schlechter treffen können. Doch das Haus ist das Haus seiner Eltern in Schwerin, der Pool – zu DDR-Zeiten Symbol des Erfolgs der bürgerlichen Existenz – ist in die Jahre gekommen und die schöne Fremde ist eigentlich nur die Pflegerin seines Vaters, der seit einem Schlaganfall im Wachkoma liegt.

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  • Rezension zu "Abwesend" von Gregor Sander

    Abwesend

    Graf Zahl

    06. October 2009 um 16:38

    In dem kurzen Roman „Abwesend“ beschreibt Gregor Sander die Geschichte einer Schweriner Familie. Auch wenn die historischen Ereignisse zur Sprache kommen geht es ihm aber hauptsächlich um die Beziehung des Ich-Erzählers Christoph Radtke zu seinem Vater. Als der gerade arbeits- und beziehungslos gewordene Christoph, während eines zweiwöchigen Urlaubs der Mutter die Pflege seines nach einem Schlaganfall im Wachkoma liegenden Vater beaufsichtigen soll – für die eigentlich Pflege ist eine junge Bulgarin vor Ort – reflektiert er sein bisheriges Leben und seine Verbindung zu seinem Vater. Wie der Titel schon nahe legt war dieser Vater in seiner Kindheit mehr oder weniger abwesend. Er war zwar körperlich sehr wohl da, aber eine echte emotionale Bindung zwischen den beiden hat es nie gegeben. Als er dann einen Brief einer ehemaligen Geliebten seines Vaters zufällig in die Hände bekommt, glaubt er seinen Vater neu sehen zu müssen, was sich aber als Trugschluss erweisen wird. Trotz der Kürze des Romans schafft es Sander eine ziemlich genaue Beschreibung des Familienlebens einer in der DDR relativ privilegierten Familie (Vater war Professor für Bauingenieurwesen) hinzulegen. Er zeigt auch ein Dilemma auf, das vermutlich viele seiner Generation, egal ob Ost oder West, kennen: die in der Vätergeneration weit verbreitete Unnahbarkeit. Die Männer hatten Schwierigkeiten ihre Vaterrolle zu übernehmen, da ihre Väter zu einem sehr großen Teil im Zweiten Weltkrieg geopfert wurden. Entweder ließen sie ihr Leben oder kamen stark traumatisiert zurück. Und durch fehlende Vorbilder wussten sie nicht, wie sie ihre Rolle ausfüllen sollten. Die fehlende Kommunikation wird in diesem Fall durch den Zustand des Vaters auf die Spitze getrieben. Der Sohn weiß nicht wirklich mit Situation umzugehen. Trotz der fehlenden emotionalen Bindung war der Vater in seinen Augen immer ein starker Mann. Ihn nun so sehen zu müssen, ist fast unmöglich für ihn. Erst am Ende des Buches gelingt es dem Sohn überhaupt die Situation zu akzeptieren. Auch die Verhältnisse derübrigen Familienmitglieder – Mutter, Schwester, Bruder – untereinander werden angerissen. Das kann auf diesen 154 Seiten natürlich nicht allzu sehr ins Detail gehen, ist aber kein Manko des Buches. Der beste Freund und ehemalige Kommilitone des Protagonisten und die bulgarische Pflegerin – ursprünglich gelernte Cellisten – kommen auch nicht zu kurz. Fazit: Gerade weil der Roman so kurz, eher schon eine lange Erzählung, ist, hat er seinen Reiz. Ohne Ausschweifungen konzentriert sich Sander auf seine Geschichte, die zwar relativ handlungsarm ist, aber trotzdem das von ihm gewählte Thema gut transportiert. Eine Erzählung, die es lohnt, gelesen zu werden.

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