Willy Brandt

von Gregor Schöllgen 
4,1 Sterne bei7 Bewertungen
Willy Brandt
Bestellen bei:

Zu diesem Buch gibt es noch keine Kurzmeinung. Hilf anderen Lesern, in dem du das Buch bewertest und eine Kurzmeinung oder Rezension veröffentlichst.

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Willy Brandt"

Willy Brandt war einer der bedeutendsten und zugleich populärsten Kanzler der Bundesrepublik. Wie nur wenige hat er das politische Klima in unserem Land geprägt.§Mit dieser ersten großen Biographie gelang dem Historiker Gregor Schöllgen ein einzigartiges Porträt des Menschen und eine kritische Würdigung des Politikers Willy Brandt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548364568
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:01.09.2003

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,1 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne2
  • 4 Sterne4
  • 3 Sterne1
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    M
    michael_lehmann-papevor 5 Jahren
    Kompakt, flüssig und treffend


     

    Das „Hauptproblem“ einer Biographie Willy Brandts formuliert der Historiker und Brandt-Kenner Schöllgen ebenso treffend im Buch, wie er im Gesamten eine anregend zu lesende und fundierte Betrachtung des Lebens Brandts vorlegt:

     

    „Willy Brandt macht seinem Biographen das Leben schwer, weil er es ihm scheinbar leicht macht“.

     

    Vielfach sind die Quellen zu Willy Brandt, vielfach aus seinen eigenen Betrachtungen und Notizen einzusehen. Brandt, der selbst schon 1972 als Bonmot seiner Frau berichtet, dass wohl „zuviel über oder von ihm erscheine“. Wenig andere Politiker der Gegenwart haben sich so umfassend über sich selbst geäußert, wie Brandt. Durchaus  mit System, denn Brandt hat vielfach Niederschriften und das Schreiben an sich zur Reflektion genutzt, gerade auch nach politischen Niederlagen und  damit einen ganz eigenen Verarbeitungsprozess durchlaufen. Was natürlich auch heißt, dass vieles gerade aus seiner eigenen Feder auch gefärbt, teils hoch subjektiv in der Darstellung sich vorfindet.

     

    Aus diesen und der Vielzahl anderer Quellen einen soliden roten Faden zu stricken, aus den Gesprächen mit vielen Wegbegleitern Brandts „Fleisch“ an die Biographie Brandts zu bringen, dass ist Schöllgen durchweg gelungen, auch wenn er nicht unbedingt bahnbrechend Neues herausarbeitet (was auch kaum möglich ist bei der Vielzahl an Literatur über Brandt).

     

    Gut arbeitet Schöllgen die prägenden Zeiten Brandts heraus, zeigt die Entwicklungslinien, die Brandts introvertierte und teils „innerlich einsame“ Haltung erklären. Einer, der geprägt war durch ein „einsam gegen den Strom“ schwimmen, der Exil erlebt hat, der „das Zentrum der Macht“ späterhin gar nicht einmal, anders als so manche andere, als „Krone seiner Existenz“ verstanden hätte. Und doch daran hing.

     

    Dies ist eine Stärke dieser Biographie, dass sie die Entwicklungen des Menschen Brandt, die Entwicklung seiner Haltungen und politischen Einstellungen (auch späterhin noch konträr zu anderen Führungspersonen der SPD) verständlich nachvollzieht (wobei die fast legendäre „Parteifreundschaft“ zu Herbert Wehner natürlich im Buch nicht fehlt).

     

    Ein Bild im Buch, das Brandt 1973 zeigt, ist eine der dichtesten bildlichen Darstellungen des Textes im Buch. Einer, der eine tief ermattende Last trägt. Dieses Bild (Seite 216) sollte der Leser einfach wirken lassen. Denn dennoch gilt, was Schöllgen formuliert:

     

    „Verwunden hat er die Niederlage nie. Für den Rest seines Lebens macht Willy Brandt der Rücktritt vom Amt des Bundeskanzlers zu schaffen“.

     

    Dialektisch ist das Verhältnis von Brandt zu Öffentlichkeit und Macht. Innerer Rückzug und offensives Genießen, kämpferisch und verletzt, mal vorangehend und dann wieder tagelang im Grübeln gefangen. Widersprüche in der Person, die zu einem guten Teil die Faszination des Mannes mit ausmachen und die Schöllgen in seinem sachlichen Tonfall ebenso vor Augen führt, wie die äußeren Stationen und das politische Ringen in, um  und durch Brandt.

     

    Ein Ringen auch späterhin als „Vorsitzender mit hoher Integrationskraft“ und dennoch mit Helmut Schmidt in starker Reibung, die auch die Partei selbst vor Zerreißproben stellte.

     

    „Und Brandt? Der rührt nicht nur keinen Finger, um der Entwicklung Einhalt zu gebieten, vielmehr sieht er, gelassen und wohl auch mit einer Spur innerer Genugtuung, dem Sturz des alten Rivalen entgegen.

     

    Eine gut zu lesende, fundierte und Person und Werk erfassende Biographie.

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    P
    plotsch
    F
    finchen1983vor 2 Jahren
    T
    Theo_Gantenbeinvor 4 Jahren
    gabinskis avatar
    gabinskivor 7 Jahren
    Frannys avatar
    Frannyvor 8 Jahren
    NoirDésirs avatar
    NoirDésirvor 9 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks