Gregory Benford Zeitschaft

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Inhaltsangabe zu „Zeitschaft“ von Gregory Benford

Wohin führt uns die Technik? Die nahe Zukunft: Die Welt steht vor dem ökologischen Kollaps. Eine Gruppe von Wissenschaftlern versucht, eine Botschaft in die Vergangenheit zu senden, damit dort die Ursachen der Katastrophe beseitigt werden können. Doch das gewagte Unterfangen hat verheerende Folgen …

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  • Rezension zu "Zeitschaft" von Gregory Benford

    Zeitschaft
    Cibo95

    Cibo95

    15. August 2011 um 19:31

    puh, theoretische Physik ist nichts für mich ... nach rund 150 Seiten abgebrochen. Vielleicht ein anderes Mal ... ich habe Knoten im Gehirn von den Dialogen der Physiker. Aber das Thema ist super spannend und zwischendurch auch gut erzählt. Leider zu viel Physik und das ist echt nicht meins ... vielleicht für Professoren, die SF mögen 8-)

  • Rezension zu "Zeitschaft" von Gregory Benford

    Zeitschaft
    Wonnefried

    Wonnefried

    30. May 2011 um 09:08

    Die Story: Die Welt steht vor dem ökologischen Kollaps, eine immense Algenblüte breitet sich aus und droht alles Leben, nicht nur in den Ozeanen zu vernichten. Die Wirtschaft gerät ins Taumeln, Nahrungsmittel werden knapp und die soziale Schere geht gewaltig auseinander, da denkt sich eine Gruppe von Wissenschaftlern einen genialen Plan aus. Mittels überlichtschneller Tachyonen will man Botschaften in die Vergangenheit schicken, um die Ursachen der Katastrophe zu beseitigen. Die Botschaften kommen an, werden jedoch anders interpretiert als erhofft. Soweit so gut, aber was dann kommt, ist einfach ein atemberaubendes kosmologisches Gedankenexperiment. Dies Fiction beinhaltet jede Menge Science und das mag nicht jedermanns Sache sein. Benford ist Physiker und ist damit in der glücklichen Lage, die Zusammenhänge wissenschaftlich, wenn auch nicht immer leicht verständlich darzustellen (Was jedoch nicht an ihm sondern wahrscheinlich an mir mathematischer Niete liegt). Nebenbei zeichnet er auch ein realistisches Bild des Wissenschaftsbetriebes, der oft mehr Politik als Forschung zu sein scheint, wo Jobs, Karrieren und Eitelkeiten oft eine Größere Rolle spielen als die Forschung selbst. Benford zeigt uns, dass es keine Zeitreisenden braucht um ein Paradox zu erzeugen. Eine Botschaft in die Vergangenheit genügt und schon beginnen sich kausale Ketten zu verändern. Die Art, wie sie das tun ist bemerkenswert und so unspektakulär, dass es schon wieder genial ist. Das beste Buch zur Problematik der Zeitparadoxe, das ich je gelesen habe, ein Roman, der regelrecht die Weltsicht des Lesers verändert. Bei mir hinterlässte er dazu noch das schöne Gefühl, bei der Auflösung der durch Zeitreisen entstandenen Paradoxe in meinem eigenen Roman gar nicht so falsch zu liegen. Ich liebe dieses Buch!!!

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  • Rezension zu "Zeitschaft" von Gregory Benford

    Zeitschaft
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. April 2011 um 14:34

    In einer Welt, die vor dem Umweltkollaps steht, reift in einer Gruppe von Wissenschaftlern ein Plan, der phantastischer nicht sein kann. Sie wollen eine Botschaft in die Vergangenheit senden, um dies zu verhindern. Helfen sollen dabei Tachyonen, Teilchen, die sich schneller bewegen als das Licht. Diese können dadurch in die Zeit rückwärts reisen. So zumindest die Theorie. Die Praxis gestaltet sich etwas schwieriger. Um eine Botschaft in die Vergangenheit zu schicken, schießt man gezielt Tachyonen auf die Position der Erde im Jahr 1963, denn unser Planet bewegt sich bekanntlich mit der Sonne und dem Planetensystem durch die Galaxis. Doch es treten physikalische Phänomene auf, die man nur schwer überbrücken kann. Doch dann kommen die Botschaften tatsächlich im Jahr 1963 an. Doch dort lösen sie etwas aus, was die Absender nicht erwartet hatten… Den Ablauf an physikalischen Fakultäten und die Arbeit der Wissenschaftler glaubhaft darzustellen ist etwas, was gerade bei Science Fiction-Romanen nicht so gut gelingt. Meist werden die Gelehrten als verschrobene Personen dargestellt, die weit entfernt von jeglicher Realität sind. Doch, im Gegensatz zu manchem anderem Autor, kennt Gregory Benford den wissenschaftlichen Betrieb selbst ganz genau. Schließlich hat er sich auch als Physiker selbst einen Namen gemacht. Glaubhaft schildert er das Leben der Wissenschaftler auf beiden Seiten der Verbindung. Figuren wie Gordon Bernstein, John Renfrew, Gregory Markham oder Ian Peterson werden dabei sehr glaubhaft dargestellt. Kein Wunder, denn in einigen Teilen basieren sie auf real existierende Personen. Auch das Umfeld bringt Benford sehr gut herüber, dabei bei bemüht er sich Unterschiede klar herauszustellen. Gordon Bernstein und sein Team stehen im Kalifornien des Jahres 1963 vor der unglaublichen Entdeckung von Signalen aus dem All, die aus dem Sternbild Herkules kommen. Doch Bernstein weiß, dass eine Bekanntmachung nicht leicht an den Mann zu bringen ist. Seine Vorgesetzten tun die Signale als Störungen ab, bis er sie Ende 1963 definitiv nachweisen kann. Die Absender im Jahr 1998 haben da ganz andere Probleme. Sie müssen sich bemühen die Mittel für dieses ehrgeizige Projekt zusammenzukriegen, was in ihrer Zeit gar nicht so leicht ist. Eine Algenseuche breitet sich über die Meere aus, saurer Regen und Unwetter vernichten die Ernten. Rationierungen sind in England an der Tagesordnung, aber auch Plünderungen durch so genannte Squatter, die keinerlei Skrupel besitzen auch jenen den letzten Bissen Nahrung zu nehmen, der es ebenso nötig braucht. Die Regierungen sehen tatenlos zu, wie die Welt in Anarchie versinkt. Gegen Ende des Romans verschlimmert sich die Lage der Umwelt dermaßen, dass es keine Hoffnung mehr zu geben scheint. Benford gelingt es einen spannenden Roman zu liefern, der fast ohne jegliche Action auskommt. Plausibel setzt er die verschiedenen wissenschaftlichen Theorien zusammen, so dass der Leser sie auch nachvollziehen kann. Er wirkt dabei keine Sekunde wie ein mahnender Schulmeister, sondern verpackt die Informationen in eine sehr gut konzipierte Handlung, die von ihren Protagonisten lebt. Jede Person wirkt glaubwürdig, bietet also jede Menge Identifikationsmöglichkeiten für den Leser. Sei es nun der auf seine Arbeit versessene Gordon Bernstein, der seine Beziehung zu der Literaturstudentin Penny aufs Spiel setzt oder der aalglatte Ian Peterson, der mit jeder Frau ins Bett gehen muss, die er trifft und mit einer Abweisung nur schwer zurecht kommt. Hinzu kommen noch zahlreiche Auftritte von real existierenden Personen. Ja sogar Benford und sein Zwillingsbruder haben einen kleinen Cameo in dem Roman. Zeitschaft ist Hard Science in ihrer reinsten Form. Sicher ist dies nicht jedermanns Geschmack, doch wenn man einmal Zugang zu dem Roman gewonnen hat, entspinnt sein ein interessantes, sehr fesselndes Lesevergnügen, das sich auf einem hohen Niveau bewegt. Obwohl die Gegenwart des Romans im Jahr 1998 spielt und Benfords Spekulationen etwas daneben liegen (beispielsweise steht Prinz Charles kurz vor seiner Krönung), kann man gerade die Umweltprobleme durchaus nachvollziehen. Hier hat man eine Realität vor sich, wie sie durchaus auch uns noch passieren kann. Zwar ist das gezeichnete Bild etwas schwärzer als das beginnende 21. Jahrhundert, doch nur als überspannte Phantasie eines Autors kann man das nicht abtun. Ein Körnchen Wahrheit liegt tatsächlich darin. Zeitreise wird in der Science Fiction, auch in der Hard Science, sehr oft thematisiert und ist mit jeder Menge Klischees behaftet. Auch in Zeitschaft wird das Thema Paradoxon angeschnitten, wobei er sich bemüht das in dem Roman so genannte „Großvater-Paradoxon“ zu vermeiden. Interessant ist auch die Darstellung von Zeit durch Benford. In vielen ähnlichen Romanen ist von einem Zeitstrom die Rede, während sich der Autor hier mehr auf eine Zeitlandschaft bezieht. Eine Theorie, die ebenfalls ihren Reiz besitzt. Eine der in intensivsten Stellen im Roman selbst ist jene, in der Gregory Markham (der Vorname kommt nicht von ungefähr) mathematische Berechnungen anstellt und Benford diese in Vergleiche mit der Kunst dem Leser etwas näher bringt. Zum Schluss stellt sich die Frage, ob es tatsächlich gelungen ist, die Katastrophe im Jahr 1998 abzuwenden und den Verlauf der Zukunft zu verändern. Tatsächlich hat sich der Verlauf der Gegenwart des Jahres 1974 am Ende des Buches tatsächlich unmerklich verändert. Was dem Leser die Möglichkeit gibt, den Faden in seiner Phantasie weiterzuspinnen. Timescape, so der englische Originaltitel, wird dadurch zu einem sehr persönlichen Roman mit literarischem Anspruch, den so mancher SF-Roman in der Zeit der Megazyklen vermissen lässt. Genau das richtige, um die kleinen grauen Zellen anzuregen. Mitte der 80er Jahre erschien Zeitschaft bereits im Moewig Verlag, in den 90ern folgte eine weitere Ausgabe beim Goldmann Verlag. Die hier vorliegende Version aus der Reihe Meisterwerke der Science Fiction bietet zum ersten Mal die komplette Version des Romans, wobei die alte Übersetzung von Bernd W. Holzrichter beibehalten wurde und die bisher fehlenden Passagen von Erik Simon bearbeitet wurden. Das Buch selbst bietet ein sehr lesenswertes Vorwort des SF-Autors Jack McDevitt, der auf die Melange zwischen Literatur und Wissenschaft in diesem Roman eingeht. Vertieft wird das noch durch den Beitrag von Susan Stone-Blackburn, die sich noch etwas intensiver mit diesem Thema in Bezug auf den Roman auseinandersetzt.

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