Gregory David Roberts

 4.3 Sterne bei 220 Bewertungen
Autor von Shantaram, Shantaram und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Gregory David Roberts

Shantaram

Shantaram

 (179)
Erschienen am 12.04.2010
Im Schatten des Berges

Im Schatten des Berges

 (11)
Erschienen am 16.07.2018
Shantaram und Im Schatten des Berges

Shantaram und Im Schatten des Berges

 (3)
Erschienen am 17.10.2016
Im Schatten des Berges

Im Schatten des Berges

 (0)
Erschienen am 17.10.2016
Shantaram

Shantaram

 (23)
Erschienen am 05.10.2006
The Mountain Shadow

The Mountain Shadow

 (2)
Erschienen am 13.10.2015
Shantaram

Shantaram

 (2)
Erschienen am 24.02.2012

Neue Rezensionen zu Gregory David Roberts

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EmmaZeckas avatar

Rezension zu "Shantaram" von Gregory David Roberts

Eine Reise durch Indien...
EmmaZeckavor 6 Monaten

Gestaltung
Bei Shantaram handelt es sich um den ersten Band einer Dilogie, also einer Reihe, die aus zwei Teilen besteht. Beide Hörbücher sind in einer CD Box untergebracht. Ihr kennt diese CD Boxen mit Sicherheit: Meist sind die Hörbücher hineingepresst und man bekommt die einzelnen Bände kaum aus der Box. Bei Shantaram hingegen bin ich von der CD Box sehr angetan. Ich muss sogar etwas aufpassen, dass mir die Hörbücher nicht aus Versehen herausfallen. Es ist aber unglaublich angenehm, eine CD Box zu haben, bei der man die Hörbücher entnehmen kann, ohne Angst haben zu müssen, die Hörbuch Hülle oder die CD Box zu zerstören.

Kommen wir nun zum Sprecher: Das Hörbuch wird von Jürgen Holdorf gelesen. Er hat eine tiefe Stimme, die auch etwas älter klingt. Zu Beginn hat es mich etwas verwirrt, weil ich so nicht recht wusste, wie alt unser Protagonist, den alle nur Lin Baba nennen, wirklich ist.
Ich hatte mich aber schnell an Holdorfs Interpretation der Geschichte gewöhnt. Besonders gut gefallen haben mir die Darstellungen mancher Charaktere, denen er den indischen Akzent gegeben hat. Außerdem hat er Lins Einsamkeit stimmlich gut herausgearbeitet.
Bei der Gestaltung gibt es also eine volle Punktzahl.

Inhalt
Der Inhalt von Shantaram verwirrte mich etwas. Einerseits fand ich den Anfang unglaublich stark. Normalerweise lernen wir einen Protagonisten ja am Anfang der Geschichte oder während der Krise kennen, die er in der Geschichte durchleben und verarbeiten muss. Unser Protagonist Lin Baba hat hier das erste und wichtigste Kapitel seines Lebens aber schon hinter sich: Er ist aus einem australischen Gefängnis ausgebrochen. Dort saß er wegen mehrer Raubüberfälle eine lange Haftstrafe ab. Diese hatte er begangen, um seine Heroinsucht zu finanzieren. Von seiner ersten Krise bekommen wir also überhaupt nichts mit.

Was mich also verwirrte war Folgendes: Ich wusste lange nicht, worauf die Handlung in Shantaram hinausläuft. Wir begleiten Lin wie er sich in Indiens Hauptstadt orientiert und erste Kontakte knüpft. Dann scheint sich die Geschichte in zwei Handlungsstränge aufzuteilen, die fließend ineinander übergehen, aber nacheinander abgearbeitet werden.

Lin freundet sich schnell mit dem einheimischen Prabaker an. Prabaker ist Stadtführer und zeigt Lin nicht nur die beliebten Plätze der Touristen, sondern auch Plätze von Indien, die den Touristen eher verborgen bleiben. So lernen wir als Leser die indische Kultur etwas besser kennen, beginnen Verhaltensweisen zu verstehen und vielleicht im Ansatz auch besser nachvollziehen zu können. Dieser Handlungsstrang zeigt uns das alltägliche Leben in Prabakers Heimat. Mir hat dieser Teil der Geschichte sehr gut gefallen, weil wir hier in eine fremde Kultur eingeführt werden und scheinbar banale Erlebnisse für viel Bewegung innerhalb der Handlung sorgen und die Eigenschaften unserer Charaktere auch gut hervorheben.

Doch leider deutete sich schnell ein anderer Handlungsstrang an. Lin lässt sich mit zwielichtigen Gestalten ein. Hier kommt es zu verschiedenen Machtkämpfen innerhalb und außerhalb Indiens. Zum einen erstaunte mich hier, wie naiv Lin an die Sache heranging. Da er bereits im Gefängnis war, wunderte es mich, dass er die Machtstrukturen von Banden nicht zu durchschauen schien oder nicht wahrnahm, wann die Gruppen begannen, ihn zu vereinnahmen. Teilweise war er von Intrigen betroffen, brauchte aber - übertragen auf das Hörbuch - Stunden um dahinterzukommen, während ich schnell wusste, wer ihm hier Böses wollte. Ich ertappte mich auch dabei, wie er mir als Protagonist stellenweise auf die Nerven ging, weil ich eine völlig andere Herangehensweise bzw. Vorstellung davon hätte, wie ich seine Probleme lösen würde, wenn ich in einer ähnlichen Situation wäre. So bin ich davon ausgegangen, dass er froh ist, es aus dem Gefängnis heraus geschafft zu haben und das sein Interesse daher sehr gering ist, sich wieder mit kriminellen Leuten einzulassen. Hingegen schien das für ihn kein großes Problem darzustellen.

Zudem begann ich etwas über das Buch zu recherchieren und fand heraus, dass Gregory David Roberts selbst über mehrere Jahre in Indien gelebt hat und ebenfalls aus dem Gefängnis ausgebrochen war. Shantaram ist vermutlich also eine Art Autobiografie. Allerdings bin ich mir unsicher, ob es sich wirklich um eine Autobiografie handelt, oder Fiktion und Wahrheit hier miteinander vermischt werden.

Wenn wir also mal davon ausgehen, dass das Buch größtenteils fiktiv ist, könnte ich anmerken, dass es den kriminellen Handlungsstrang für die Geschichte meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte. Außerdem enthielt Shantaram ein paar Längen, die man aber schlecht kürzen konnte, da sie für den Gesamtzusammenhang der Geschichte wichtig sind.

Wenn es sich hier aber wirklich um eine Autobiografie handelt, kann ich diese Punkte nur bedingt kritisieren, weil er ja nur sekundär etwas dafür kann, wie sein Leben verlaufen ist. Er hat es schließlich so niedergeschrieben, wie es war. Und wenn ich diese Theorie zu Ende denke, gibt uns Shantaram sehr spannende Einblicke in sein Leben bzw. in das Leben von Lin Baba. An entscheidenden Stellen beginnt er häufig zu zweifeln und man merkt hier, dass ihm Ressourcen fehlen. Und diese Aspekte fand ich ebenfalls gut herausgearbeitet.

Spannung
Der Spannungsbogen war hier durchaus gemischt. Es gab Phasen, die ich als ruhig und teilweise langatmig empfand und dann gab es Momente, in denen ich unbedingt wissen wollte, wie es bei Shantaram weitergeht.

Gegen Ende gab es auch Szenen, die wahrscheinlich dazu dienen sollten, den Höhepunkt des Spannungsbogens darzustellen. Diese Szenen betrachtete ich etwas augenrollend, weil ich das Gefühl hatte, dass sie sich vom eigentlichen Inhalt der Geschichte entfernten und eine Wiederholung von vorangegangener Szenen waren.

Schreibstil
In der ersten Hälfte des Buches gefiel mir Gregory David Roberts Schreibstil wirklich gut. Er tritt während der ganzen Handlung als allwissender Erzähler auf und berichtet immer wieder von seiner Vergangenheit oder deutet an, dass Ereignisse in der Gegenwart schwierige Auswirkungen auf seine Zukunt haben. Mich machte das ziemlich neugierig auf die Geschichte des Lin Babas.

Allerdings begannen mich einige Elemente des Schreibstils zunehmend zu nerven. Ich habe ja bereits von den Längen im Roman berichtet. Diese kommen unter anderem zustande, weil uns Protagonist Lin viel über die Charaktere erzählt, denen er begegnet. Er trifft auf eine Person und schildert uns erst einmal in einem kurzen Abriss deren Biografie. So sollen die Charaktereigenschaften der Person geklärt werden. Ich hätte es schöner gefunden, wenn die Eigenschaften der Person im Kontakt mit Lin dargestellt werden. Außerdem sorgte das Element dafür, dass ich nicht wusste, welche Charaktere jetzt wichtig waren und welche nicht.

Gregory David Roberts überzeugt in Shantaram aber auch mit vielen sprachlichen Bildern, die uns Indien, seine Kultur etwas näher bringen. Gerade im ersten Teil von Shantaram hat mir die Atmosphäre sehr gut gefallen.

Gesamteindruck
Der Anfang von Shantaram hat mich sehr fasziniert und neugierig auf die Geschichte gemacht. Allerdings flachte die Handlung für mich mit der Zeit etwas ab und ich fragte mich, warum unser Protagonist so viele Umwege gehen muss. Allerdings spiegelt das natürlich auch das Leben.

Das Hörbuch ging mir fast etwas zu lang. Es hat eine Laufzeit von etwa 45 Stunden. Und ich kann wirklich nicht ganz nachvollziehen, woran das liegt, dass mich die Länge hier gestört hat. Schließlich höre ich immer wieder längere Hörbücher. Wie bereits erwähnt, lässt sich der Inhalt jedoch schlecht kürzen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Shantaram spannende Elemente enthält und ich wahrscheinlich auch in den zweiten Teil rein hören werde. Ich empfehle bei der Lektüre nicht den Mut zu verlieren und das Buch einfach zu pausieren, wenn einem die Geschichte über den Kopf wächst. 

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Moorteufels avatar

Rezension zu "Shantaram" von Gregory David Roberts

Ein neuer Anfang?
Moorteufelvor 6 Monaten

Er ist auf der Flucht,nachdem er aus dem Australischen Hochsicherheitsgefängniss ausgebrochen ist.
Lindsay landet in Bombay,wo er er rasch den Inder Prabaker kennenlernt.Prabaker zeigt ihm alle Seiten von Indien,von dem Slums bis hin zur exotischen ,schillernden .
Die beiden verbindet eine besondere Freundschaft, und von ihm lernst er nicht nur die Landessprache sondern auch Verantwortung zu übernehmen.

Die Geschichte,die auf wahren Begebenheiten ,basieren soll, hat mich sehr beschäftigt.Öfters mußte ich erstmal pausieren um alles sacken zu lassen was Lindsay so alles erlebt.
Es ist eine riiiiiiiiiiieeesenmange an schönen, ja auch Momenten wo ich grinsen mußte.
Aber auch sehr grauenvolle Momente und Ereignisse haben mich schon stark schlucken lassen.
Es ist nicht nur eine Geschichte über einen Mann der auf der Flucht vor Interpol war und sich in einen Fremden Land ,versucht ein neues Leben aufzubauen.
Er hat auch mit der Sprache,der Gewalt,der Schönheit, der Kultur und vielen mehr zutun.
Und doch trifft er auch liebe Leute ,die einen sehr ans Herz wachsen,und welche wo mann sich denkt, na denen möchte ich besser nicht über den Weg laufen.
Ein Buch das man sich unbedingt mal schnappen sollte,wer mehr über das Land,die Leute und was hinter der schillernden Fassade Indiens alles passiert,wissen möchte.

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Durga108s avatar

Rezension zu "Shantaram und Im Schatten des Berges" von Gregory David Roberts

Die etwas andere Mahabharata
Durga108vor 7 Monaten

Gregory David Roberts, Ex-Junkie, Bankräuber, Schriftsteller, betont, dass "Shantaram" und die Fortsetzung "Im Schatten des Berges" nicht autobiografisch sind.  Dennoch kann er nicht leugnen, dass er Vieles davon genauso erlebt hat. Dafür kennt er sich einfach zu gut aus und beschreibt zu präzise. 

In "Shantaram" nimmt die Geschichte seinen Lauf als der Australier Lindsay mit falschen Papieren in Bombay, dem heutigen Mumbai, landet. Bis zu diesem Zeitpunkt hat er eine steile Drogenkarriere hinter sich, die er als Bankräuber finanzierte, einen darauf folgenden knallharten Gefängnisaufenthalt, dem er mit einem spektakulären Ausbruch ein Ende setzte. Lindsay, der später auch Shantaram, Mann des Friedens, genannt wird, hat großes Glück, dass er zum einen mittlerweile clean ist, zum anderen mit einer großen Offenheit und Respekt gegenüber Land und Leuten gesegnet. So lernt er auch Prabaker kennen, seinen privaten Reiseführer, der ihm viel mehr als Sehenswürdigkeiten zeigt. 

Mir hat es Shantaram v.a. deshalb angetan, weil ich in den 80er Jahren selbst in Bombay war, auch ich saß im Leopolds bei Chai, indischem Gewürztee. Sicherlich war meine Intension eine völlig andere als die von Lindsay. Auch ich habe die berühmten Bombay-Ratten, groß wie Katzen, gesehen, den größten Slum Asiens, habe mein Leben Kamikaze-Taxifahrern im jugendlichen Leichtsinn anvertraut, mich erfolgreich gegen Trickdiebe gewehrt, das Gateway of India und das (Hotel) Taj Mahal bewundert. Die Namen der Straßen und Stadtviertel, in denen sich Lindsay bewegt, klingen mir vertraut - auch ich hatte ein Zimmer in Colaba mit allem Dreck und Elend einer indischen Millionenstadt. Gleichzeitig kann man auch, wenn man so wie Lindsay durch Bombay wandert, auf eine außergewöhnliche Gastfreundschaft und Herzlichkeit  stoßen, die auf der ganzen Welt seinesgleichen suchen. Indien hasst man oder man liebt es. Es gibt nichts dazwischen. 

Mit dem Fortsetzungshörbuch "Im Schatten des Berges" nimmt der Hörer weiterhin an Lins Leben teil. Zwischen den Büchern liegen ungefähr zwei Jahre. Nach wie vor geht er illegalen Geschäften nach, taucht aber auch in die spirituelle Welt Indiens ein. Das ist eine Erfahrung, die viele "Westler" machen, die längere Zeit in Indien verbringen. Obwohl sein Leben hart und von Gewalt geprägt ist, kann man bei Lin eine positive Entwicklung wahrnehmen. Er versöhnt sich mit sich und mit anderen und wird dadurch empfänglich für die Liebe. 

Roberts streut immer wieder sehr philosophische Passagen ein, die man mögen muss, um sie nicht allzu pathetisch zu finden. Manche Situationen beschreibt er sehr detailliert, dadurch entsteht eine gewisse Länge, die man ebenfalls mögen muss. Das ganze Werk ist monumental. Mich hat dies jedoch nicht erschlagen, noch war es langweilig, auch die philosophischen Diskurse über Spiritualität haben mich sehr angesprochen. Ich könnte Typen wie Gregory David Roberts, die Außergewöhnliches erlebt haben, nonstop zuhören. 

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Tasmetus avatar
Anlässlich des Welttag des Buches gibt es auf meinem Blog auch zwei Bücher zu gewinnen und eins davon ist mein absolutes Lieblingsbuch: Shantaram von Gregory David Roberts. Dieses Buch ist so wundervoll und es hat mich nachhaltig geprägt. Ich kann es nur jedem empfehlen :)
Außerdem verlose ich noch Mayas Tagebuch von Isabel Allende ;)

Ich würde mich freuen, wenn ihr mal vorbeischaut :)
http://tasmetu.wordpress.com/2014/04/20/buchverlosung/
Tasmetus avatar
Letzter Beitrag von  Tasmetuvor 5 Jahren
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