Shantaram

von Gregory David Roberts 
4,3 Sterne bei178 Bewertungen
Shantaram
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Positiv (141):
Moorteufels avatar

Er ist auf der Flucht, und versucht in Indien unterzutauchen.Und erlebt dort viele Stufen der Gesellschaft und Kultur

Kritisch (9):
Arthaniss avatar

Ich bin zwar erst gut zur Hälfte durch (knapp 700 Seiten), aber langsam beginnt es mich zu nerven... es gibt da einige Ungereimheiten...

Alle 178 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Shantaram"

Eine ebenso tollkühne wie bewegende Reise ohne Rückfahrkarte in das Indien abseits der touristischen Routen
Als der Australier Lindsay in Bombay strandet, hat er zwei Jahre Gefängnis hinter sich und ist auf der Flucht vor Interpol. Zu seinem großen Glück begegnet er dem jungen Inder Prabaker, der ihn unter seine Fittiche nimmt. Auf ihren Streifzügen durch die exotische Metropole schließen die beiden eine innige Freundschaft, und Lindsay lernt nicht nur die Landessprache, sondern auch, mit sich ins Reine zu kommen: Er wird zu „Shantaram“, einem „Mann des Friedens“, und kämpft für die Ärmsten der Armen. Doch dann verfällt Lindsay einer Deutsch-Amerikanerin mit dubiosen Kontakten zur Unterwelt …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442473083
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:1088 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:12.04.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 21.09.2011 bei Der Hörverlag erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Moorteufels avatar
    Moorteufelvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Er ist auf der Flucht, und versucht in Indien unterzutauchen.Und erlebt dort viele Stufen der Gesellschaft und Kultur
    Ein neuer Anfang?

    Er ist auf der Flucht,nachdem er aus dem Australischen Hochsicherheitsgefängniss ausgebrochen ist.
    Lindsay landet in Bombay,wo er er rasch den Inder Prabaker kennenlernt.Prabaker zeigt ihm alle Seiten von Indien,von dem Slums bis hin zur exotischen ,schillernden .
    Die beiden verbindet eine besondere Freundschaft, und von ihm lernst er nicht nur die Landessprache sondern auch Verantwortung zu übernehmen.

    Die Geschichte,die auf wahren Begebenheiten ,basieren soll, hat mich sehr beschäftigt.Öfters mußte ich erstmal pausieren um alles sacken zu lassen was Lindsay so alles erlebt.
    Es ist eine riiiiiiiiiiieeesenmange an schönen, ja auch Momenten wo ich grinsen mußte.
    Aber auch sehr grauenvolle Momente und Ereignisse haben mich schon stark schlucken lassen.
    Es ist nicht nur eine Geschichte über einen Mann der auf der Flucht vor Interpol war und sich in einen Fremden Land ,versucht ein neues Leben aufzubauen.
    Er hat auch mit der Sprache,der Gewalt,der Schönheit, der Kultur und vielen mehr zutun.
    Und doch trifft er auch liebe Leute ,die einen sehr ans Herz wachsen,und welche wo mann sich denkt, na denen möchte ich besser nicht über den Weg laufen.
    Ein Buch das man sich unbedingt mal schnappen sollte,wer mehr über das Land,die Leute und was hinter der schillernden Fassade Indiens alles passiert,wissen möchte.

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    L
    LiLaLauraLandvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Philosophisches Buch über einen "Indien-Aussteiger"
    Faszinierendes Indien

    Da ich schon immer nach Indien reisen wollte, hat Shantaram sofort mein Interesse geweckt. Man lernt Bombay und das Leben in Indien mit all seinen Tücken sehr gut kennen. Die Hauptfigur Shantaram macht im Verlauf des Buchs eine faszinierende Reise und Verwandlung durch. Sprachlich hat mir das Buch sehr gut gefallen und auch die Charaktere haben mein Interesse geweckt. Manchmal war mir das Buch leider etwas zu philosophisch. Daher 4/5 Sternen.

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    skyrells avatar
    skyrellvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ich bin hin- und hergerissen.
    Faszinierend und teilweise unglaublich

    Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits haben mich die Beschreibungen des Lebens in Indien total fasziniert - das einfache Leben auf dem Dorf und das schwierige Leben im Slum von Bombay. Die menschlichen Schicksale und der Mut der Ärmsten der Armen sind ganz tief in mein Herz vorgedrungen und haben mich an manch eine Begegnung auf meinen Reisen erinnert. Andererseits beschreibt der Autor über viele Seiten die Gespräche mit Khader Khan, in denen es um die Weltanschauung dieses Mafia-Bosses geht. Für meinen Geschmack viel zu viel Philosophie, ermüdend und langweilig. Trotzdem spreche ich eine Leseempfehlung aus für alle, die sich für dieses riesige und faszinierende Land interessieren. Die langatmigen Passagen kann man einfach überblättern und sich an den vielen Geschichten über die Menschen erfreuen.

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    jackdecks avatar
    jackdeckvor 2 Jahren
    Shantaram

    In seinem autobiografischen Roman „Shantaram“ erzählt Gregory David Roberts von seinem wilden Leben auf der Flucht. Nachdem Roberts nur zwei Jahre seiner Strafe in einem australischen Gefängnis abgesessen hat, flieht er und begibt sich, unter dem Namen Lindsay, nach Indien. Dort beginnt ein neuer Abschnitt für ihn. Aber auch hier hat er es alles andere als einfach. Als Fremder in einem unbekannten Land ist er vollständig auf sich alleine gestellt. Glücklicherweise lernt er den Inder Prabaker kennen, der ihm schnell ein guter Freund wird. Prabaker zeigt Lin all die schönen Seiten von seiner neuen Heimat, aber auch vor Armut und Krankheit schreckt er nicht zurück. Als Lin selbst ein Bewohner des Slums wird beschließt er den Menschen zu helfen und kümmert sich um eine medizinische Versorgung. Freundschaften werden geschlossen und Lin beginnt seine neue Heimat aus einer völlig anderen Perspektive zu sehen. Doch auch in Indien scheint das Verbrechen ihn zu finden und Lin lässt sich mit einem einflussreichen Mafiaboss ein, wird Teil des Schwarzmarkts und begibt sich in gefährliches Terrain. Erst zu spät merkt er, dass er sein Handeln schwer bezahlen wird.
    Das Buch zeichnet sich durch faszinierend detaillierte Beschreibungen des Autors aus, welche umgehend die Fantasie anregen, fesselt durch eine Story, die das ganze Spektrum an Emotionen weckt, und ist zudem informativ mit treffenden Weisheiten und Erkenntnissen, die die Gedanken kreisen lassen.

    Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der dafür offen ist in eine andere Welt abzutauchen und die nie vorauszusehende (Lebens-) Geschichte eines aussergewöhnlichen Mannes zu verfolgen.

    Am Ende des Buches angekommen hätte mir durchaus noch weitere 1000 Seiten gewünscht.


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    Sarunas avatar
    Sarunavor 2 Jahren
    Fazit: Eine tolle Geschichte über alle Facetten des Lebens.

    Zum Inhalt

    Als der Australier Lindsay in Bombay strandet, hat er zwei Jahre Gefängnis hinter sich und ist auf der Flucht vor Interpol. Zu seinem grossen Glück begegnet er dem jungen Inder Prabaker, der ihn unter seine Fittiche nimmt. Auf ihren Streifzügen durch die exotische Metropole schliessen die beiden eine innige Freundschaft, und Lindsay lernt nicht nur die Landessprache, sondern auch, mit sich ins Reine zu kommen: Er wird zu „Shantaram“, einem „Mann des Friedens“, und kämpft für die Ärmsten der Armen. Doch dann verfällt Lindsay einer Deutsch-Amerikanerin mit dubiosen Kontakten zur Unterwelt …

     

    Zum Schreibstil

    Etwas schwer und voll, aber passend zu dem Buch. Man taucht richtig in diese, für uns eher fremde Welt ein, mit all diesen Gerüchen und Farben.

     

    Persönliche Meinung

    Ich hatte ehrlich gesagt, irgendwie etwas Anderes erwartet. Aber was ich bekam hat mich trotzdem überzeugt. Die Geschichte hat eine unglaubliche Tiefe und Intensität. Obwohl das Buch eher lang ist, habe ich zu keiner Zeit Langeweile oder Langatmigkeit verspürt.

     

    Fazit: Eine tolle Geschichte über alle Facetten des Lebens.

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    A
    Alex_Amvvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Interessant, aber es sieht ab und zu wie Zitat-Enzyklopädie aus.
    Zu bruchstückhaft

     

    Das Buch macht die Leser auf viele wichtige Gedanken aufmerksam. Die Grundgedanken setzen sich mit Themen Liebe, Hasse, Krieg, Frieden, Freiheit, Leben und Tod auseinander. Jeder kann etwas Wertvolles dort finden. Trotzdem ist es ab und zu langweilig „Shantaram“ zu lesen. Vor allem sind einige Philosophische Dialoge zu lang und diskussionsreich. Es gibt viele interessante lebensnahe Ideen im Buch, aber für mich war es zu viel. Ich hatte Gespür, dass es eine Sammlung von Zitaten ist.

    Allerdings ist „Shantaram“ mit Sprüche und Ereignisse so reich, dass jemand kann hier etwas Hochwertiges finden.

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    Isa1996s avatar
    Isa1996vor 2 Jahren
    Spirituelles Abenteuer im Herzen Indiens

    Heroinabhängigkeit, bewaffneter Raubüberfall und Verurteilung zu 19 Jahren Haft, die nie vollständig abgesessen wurden, führen in zu seinem neuen Leben in der Ferne. In seinem autobiografischen Roman „Shantaram“ erzählt Gregory David Roberts von seinem wilden Leben auf der Flucht. Nachdem Roberts nur zwei Jahre seiner Strafe in einem australischen Gefängnis abgesessen hat, flieht er und begibt sich, unter dem Namen Lindsay, nach Indien. Dort beginnt ein neuer Abschnitt für ihn. Aber auch hier hat er es alles andere als einfach. Als Fremder in einem unbekannten Land ist er vollständig auf sich alleine gestellt. Glücklicherweise lernt er den Inder Prabaker kennen, der ihm schnell ein guter Freund wird. Prabaker zeigt Lin all die schönen Seiten von seiner neuen Heimat, aber auch vor Armut und Krankheit schreckt er nicht zurück. Als Lin selbst ein Bewohner des Slums wird beschließt er den Menschen zu helfen und kümmert sich um eine medizinische Versorgung. Freundschaften werden geschlossen und Lin beginnt seine neue Heimat aus einer völlig anderen Perspektive zu sehen. Doch auch in Indien scheint das Verbrechen ihn zu finden und Lin lässt sich mit einem einflussreichen Mafiaboss ein, wird  Teil des Schwarzmarkts und begibt sich in gefährliches Terrain. Erst zu spät merkt er, dass er sein Handeln schwer bezahlen wird.Manchmal liest man ein Buch und spürt, wie dieses Buch einen selbst verändert, wie es Vorstellungen, Gedanken und Wünsche entstehen lässt und wie man danach einen anderen Blick auf die Welt hat. So ein Buch ist Shantaram. Die Lebensgeschichte von Gregory David Roberts, oder eher von Lin in diesem Fall, ist absolut beeindruckend. Das Buch beginnt mit Lins Ankunft in Bombay, doch auch die vorherige Zeit im Gefängnis und der Ausbruch werden in Rückblicken, die sich durch das gesamte Buch ziehen, geschildert. Durch Prabaker werden Lin und auch dem Leser völlig neue Perspektiven eröffnet, die sehr viel über das Leben in Armut aus der Sicht eines Slumbewohners aussagen. Man [weiterlesen]

    Kommentare: 1
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Entführt in das ungeschminkte Indien

    Ein interessantes Cover, es spiegelt Indien wieder und es wirkt anziehend, sodass man einfach den Klappentext lesen muss. Ich habe das Buch von einer Bekannten erhalten, die total begeistert ist von dem Buch und mich umso neugieriger auf die Geschichte gemacht hat. Ich hatte das Buch vorher noch nie bemerkt und da es schon etwas älter ist auch nie bewusst in der Buchhandlung wahrgenommen.

    Der Schreibstil ist sehr ausführlich, detailreich und bildlich, der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und alles ist durch realen Hintergrund so geschrieben, mit kleinen Abänderungen. Schon alleine wegen des Hintergrunds des Autors wirkt dieses Buch umso anziehender auf mich, denn er erzählt hier genau seine Geschichte, nur eben minimal abgeändert. Man sollte auf jeden Fall bei dem Buch keinen schönen Roman erwarten, den man einfach mal eben so durchschmökert, sondern dieses Buch ist so viel mehr, es regt vor allem zum Nachdenken an.

    Ich bin ganz ehrlich, ich lese unheimlich gern und auch ziemlich viel aber dieser "Wälzer" hat mich anfangs schon ziemlich abgeschreckt und ich war skeptisch ob ich nicht irgendwann die Lust auf die Geschichte verlieren würde, doch das war nicht der Fall. Die Geschichte ist unheimlich packend, ich finde den Blickwinkel wunderbar und man merkt das diese Geschichte mit Herzblut geschrieben wurde. Natürlich gab es bei 1000 Seiten auch mal Stellen, an denen ich dachte, jetzt könnte mal wieder etwas passieren und genau dann passierte wieder etwas spannendes. Ich hatte nicht eine Minute Langeweile und es fiel mir wieder einmal schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

    Der Autor beschreibt unheimlich anschaulich, wie das Leben in Indien ist bzw. wie er es erlebt hat, ob es nun bei den reichen war oder in den Slums. Man merkt er hat sich in Bombay verliebt und bringt diese Liebe immer wieder zum Ausdruck. Wir erhalten Einblicke in eine düstere Vergangenheit und lernen freundliche Menschen kennen. Das Buch ist ein Gesamtpaket an Emotionen und man merkt das diese Geschichte gelebt wurde. Der Autor hat sich unheimliche Mühe gegeben es so authentisch wirken zu lassen wie nur möglich und das hat er auf jeden Fall geschafft.


    Fazit:

    Für alle die ausführliche, spannende Tatsachenromane lesen möchten, sich gerne in ein fernes Land und vor allem eine so ganz andere Kultur entführen lassen, ist dieses Buch bestens geeignet. Lasst euch nicht von der Seitenzahl abschrecken, denn das Buch ist es einfach Wert!

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    Leseratte62s avatar
    Leseratte62vor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Dieses Buch entführt, wunderbar bildhaft beschrieben, in die indische Kultur!Die Geschichte ist sehr spannend. Absolut lesenswert!
    Lesen!

    Dieses Buch entführt, wunderbar bildhaft beschrieben, in die indische Kultur!
    Zuerst ist man bei der Hauptperson, und betrachtet alles aus touristischen Augen, später landet man in den Slums von Indien, und wird immer tiefer in die Kultur hineingeführt.
    Die Geschichte ist sehr spannend. Dieses Buch ist absolut lesenswert!

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    Insider2199s avatar
    Insider2199vor 4 Jahren
    Unterhaltsam, aber teilweise zu langatmig – weniger wäre mehr gewesen!

    Unterhaltsam, aber teilweise zu langatmig – weniger wäre mehr gewesen!

    Obwohl der Autor in diesem Buch zum großen Teil eigene Lebenserfahrungen aufarbeitet, handelt es sich bei „Shantaram“ um keine Biografie, sondern einen fiktiven Roman. Wichtige Figuren wie Prabaker oder Karla hat es wirklich in Roberts’ Leben gegeben, aber die Namen, Charaktere oder deren Handlungen wurden aus Gründen der Dramaturgie verfremdet. In diesen Interviews des Autors, die ich mir nach der Lektüre zu Gemüte führte, erzählt Roberts z.B., dass Prabaker in Wirklichkeit ein weitaus unsympathischerer Zeitgenosse gewesen sei, ihn z.B. ständig bestohlen habe usw., aber da Roberts wollte, dass die Leser diesen Inder mochten, um so einen besseren Zugang zu Bombay zu bekommen, ließ er gewisse Vorfälle einfach weg oder fügte andere hinzu.

    Zum Inhalt: Die Story wird aus der Ich-Perspektive des aus dem Gefängnis entflohenen Australiers Lindsay erzählt, der in Bombay Unterschlupf sucht. Auf dem Weg zum Hotel begegnet er dem „Fremdenführer“ Prabaker, der ihm das andere Indien zeigt, abseits der touristischen Routen, und mit dem ihn eine jahrelange Freundschaft verbinden wird. Lindsay, kurz „Lin“ genannt, wird in Prabakers Dorf zu „Shantaram“, was „der Friedvolle“ heißt und wird – nach seiner Rückkehr nach Bombay, wo er aus finanziellen Gründen zu Prabaker in den Slum ziehen muss – zum Slum-Doktor, wo er sich für die Ärmsten der Armen einsetzt. Außerdem verliebt sich Lin in Karla, einer Halb-Amerikanerin, aus der er nie wirklich schlau wird, und erlebt zahlreiche andere Abenteuer.

    Meine Meinung: Der Roman fängt sehr interessant und actiongeladen an, verliert aber bald seinen Spannungsbogen und wird leider an der Stelle, an der Lin einen Abstecher nach Afghanistan macht – einen wie ich finde absolut unnötigen Handlungsstrang, v.a. weil der Fokus des Buches so stark auf Bombay liegt – langatmig und zäh, und spätestens hier wünscht man sich als Leser, das Buch möge bald vorbei sein. Die Gründe für die fehlende oder schlechte Dramaturgie sehe ich hpts. darin, dass der Held kein wirkliches Ziel hat – abgesehen vielleicht davon, dass er Karla für sich gewinnen will, dafür tut er aber definitiv zu wenig –, dass es keine Konflikte und keinen roten Faden gibt und somit am Schluss auch keine wirkliche Auflösung!

    Der Autor hat sich bewusst für eine fiktive Romanerzählung als Präsentation der Story entschieden – ich persönlich finde, dass eine Biografie sich besser dafür geeignet hätte. Dabei hätte Roberts tiefer in die Materie einsteigen können, hätte dem Leser etwas über seine Kindheit und Vorgeschichte erzählen können, hätte von seiner Frau und Tochter berichten können (von der er in Bombay glaubte, sie niemals wieder zu sehen) oder wie es dazu kam, dass er drogenabhängig und kriminell wurde und schließlich im Gefängnis landete. All dies fehlt in der fiktiven Story. Man spürt zwar, dass Lin im Slum versucht, seine Schuld wieder gut zu machen, aber es hätte den Charakter noch runder gemacht, hätte man als Leser Lins kriminelle Vergangenheit besser verstanden. Den großen Don Bombays, Abdel Khader Khan, einen Afghanen, sieht Lin zwar als Vaterersatz und liebt ihn bedingungslos, aber auch diese Beziehung wäre nachvollziehbarer gewesen, hätte es einen Einblick in die Beziehung zum Vater gegeben.

    Der Autor verwendet einfach selbst Erlebtes, um es in einen fiktiven Roman einzuflechten, vergisst aber, dass die fiktive Welt eines Romans nichts mit der Realität zu tun hat. Auch wenn man sich im wirklichen Leben in einem Restaurant stundenlang mit Freunden beim Essen unterhält, tun dies fiktive Figuren in einem Roman nicht! Dialoge tauchen in einer Erzählung nicht einfach auf, um den Leser mit Banalitäten zu unterhalten oder evtl. sogar zu langweilen, sondern sie haben eine bestimmte Funktion: sie bringen die Handlung weiter, sagen etwas über Charaktere aus oder drücken Konflikte aus. In „Shantaram“ dagegen werden die Erfahrungen des Autors in seiner ganzen ausschweifenden Art (ohne Rotstift bzw. Editing!) in die fiktive Handlung eingewoben, und das genau ist das Problem und macht den Roman langatmig. Die Geschehnisse plätschern teilweise dahin, wiederholen sich sogar, der Held wendet sich mal dahin, mal dorthin, aber ohne ein Ziel, ohne roten Faden.

    Der Leser weiß nicht, was der Held wirklich will, ja nicht einmal was der Roman letztlich eigentlich aussagen möchte. Es werden zwar am Ende jedes Kapitels irgendwelche Weisheiten eingestreut, die sich teilweise ganz nett lesen, größtenteils aber sehr kitschig wirken, v.a. wenn es um Gefühle/Liebe geht  – böse Zungen nennen sie Pseudophilosophien und mögen damit sogar Recht haben –, diese Aussagen geben dem Buch aber auch nicht wirklich einen Sinn oder entfalten eine Wirkung, größtenteils deswegen, weil der Held diese Philosophien nicht beherzigt (daher ist „pseudo“ tw. gerechtfertigt). Wenn Lin philosophiert, von Gott, der Macht der Liebe oder Demut spricht, selbst aber bis zum Schluss von Rache motiviert wird, dann mag man sich schon fragen, ob diese Philosophien nur den Zweck erfüllen, den Leser zu belehren. Eigentlich sollten diese Erkenntnisse dazu beitragen, dass der Held sich und sein Leben ändert, aber von solch einer Entwicklung ist im Roman leider nichts zu spüren. Lin ist am Schluss noch genauso verloren wie am Anfang, noch genauso selbstverliebt und von sich eingenommen und Rache bleibt sein Motivator – er lässt am Schluss von „Madame“ nur ab, weil diese bereits zerstört ist!

    Fazit: Ein biografischer Entwicklungsroman hätte mir besser gefallen, in dem alles Unwichtige/Banale gestrichen wäre, das nichts zur Sache tut (Afghanistan etc.): "Weniger ist mehr!" Positiv fand ich, dass der Roman mich neugierig auf Indien gemacht hat, einem Land, das ich niemals zu besuchen beabsichtigt hatte, und dass man sehr viel über die Mentalität der Inder erfährt, die mir durch diesen Roman sehr sympathisch geworden sind.


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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Tasmetus avatar
    Anlässlich des Welttag des Buches gibt es auf meinem Blog auch zwei Bücher zu gewinnen und eins davon ist mein absolutes Lieblingsbuch: Shantaram von Gregory David Roberts. Dieses Buch ist so wundervoll und es hat mich nachhaltig geprägt. Ich kann es nur jedem empfehlen :)
    Außerdem verlose ich noch Mayas Tagebuch von Isabel Allende ;)

    Ich würde mich freuen, wenn ihr mal vorbeischaut :)
    http://tasmetu.wordpress.com/2014/04/20/buchverlosung/
    Tasmetus avatar
    Letzter Beitrag von  Tasmetuvor 4 Jahren
    15 Stunden noch! :)
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