Wicked

von Gregory Maguire 
4,0 Sterne bei9 Bewertungen
Wicked
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Wunderbarer Schreibstil, jedoch nichts für Romantiker

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Eher ein Buch zum Nachdenken als zum Entspannen. Wer sich darauf einlässt, hat eine interessante Reise vor sich.

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Inhaltsangabe zu "Wicked"

Was hat es mit der geheimnisvollen Hexe des Westens auf sich? Von wem stammt sie ab?
Wie wurde sie so böse? »Wicked« erzählt die aufregende Vorgeschichte des »Zauberer von Oz«.

»Halten Sie einen Platz im Regal frei zwischen »Alice im Wunderland« und »Der Hobbit«, es lohnt sich.«
Kirkus Review

Elphaba ist als junge Hexe ein ernsthaftes, intelligentes und unglücklicherweise grünhäutiges Mädchen. Ihr Vater ist ein sittenstrenger Prediger, ihre Mutter eine leichtfertige Schönheit. An der Universität studiert sie Biologie und forscht besonders über grundlegende Ähnlichkeiten zwischen Menschen und Tieren. Unterdessen ist aber der Zauberer von Oz dabei, die Rechte der Tiere grausam einzuschränken. Kaum jemand scheint sich daran zu stören – bis auf Elphaba. Die etwas linkische und leuchtend grüne Studentenhexe bereitet radikale Aktionen vor, um den tyrannischen Zauberer von Oz aus dem Amt zu jagen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608962109
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:544 Seiten
Verlag:Klett-Cotta
Erscheinungsdatum:10.02.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 30.08.2005 bei Harperaudio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    LenaSilbernaglvor einem Monat
    Kurzmeinung: Wunderbarer Schreibstil, jedoch nichts für Romantiker
    Die böse Hexe des Westens

    Darum geht's:
    Es ist die Geschichte der bösen Hexe des Westens aus dem Zauberer von Oz. 

    Das Buch:
    Das Buch hat mich schon immer interessiert. Ich bin damals durch das gleichnamige Musical darauf gestoßen. Vor kurzem habe ich mir also die Neuausgabe gegönnt und es endlich gelesen.
    Ich kann nur alle vor diesem Buch warnen. Es ist nicht die süße, romantische Geschichte über Gleichheit und Freundschaft, die im Musical erzählt wird. Wer also eine Nacherzählung oder etwas ähnliches erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein.
    Das Buch erzählt nichts über das wunderbare, freudestrahlende Oz, welches im "Der Zauberer von Oz" vermittelt wird. Diese Geschichte vermittelt eher den Eindruck etwas düsterer zu sein. 
    Erzählt wird die Geschichte von Elphaba, die später zur bösen Hexe des Westens wird. 
    Der Autor möchte scheinbar herausstellen, warum Elphaba böse wurde.
    Das Land Oz wird aus einer komplett anderen Perspektive dargestellt. Und auch die Bewohner werden anders dargestellt als wie man sie kennt. 
    Es geht in diesem Buch um Gesellschaftskritik und auch um Religionskritik. Mit Hintergrund Oz.
    Der Zauberer wird hier auch anders dargestellt. Er ist nicht der liebevolle alte Mann. Sondern ein Despot, der den eigentlichen Regenten verstoßen hat und nun dabei ist, die Rechte der TIERE massiv einzuschränken.
    Die Geschichte beginnt mit den Eltern Elphabas, die beide nicht wirklich liebenswert sind. Der Vater Frex wird als ständig abwesender Vater inszeniert. Melena - die Mutter - wird als Alkoholikerin mit ambivalentem Sexleben geschildert. 
    Als Elphaba zur Welt kommt ist sie grün. Von da an muss sie gegen Vorurteile, Gerüchte und Hänseleien kämpfen. 
    Von ihrer Mutter wird sie scheinbar nicht geliebt. Diese versucht auch sie zu ertränken - schafft das im Endeffekt trotzdem nicht. Dabei stellt sich auch heraus, dass Elphaba eine enorme Furcht vor dem Wasser hat. Warum wird jedoch nicht erklärt.
    Alles in allem erscheinen Elphabas Eltern als wenig liebenswerte Charaktere. 
    Im nächsten Kapitel erlebet man Elphaba dann als junge Erwachsene, die in Shiz studiert. Dort lernt sie auch einige TIERE kennen und auch einige Kollegen - darunter Glinda. 
    Glinda erscheint zunächst etwas unsympathisch, da man sie in einer Episode mit Dr. Dillamond - einem GEISSBOCK - erlebt und sie nicht sehr freundlich zu ihm ist. 
    Durch seltsame Umstände gelangen dann Glinda und Elphaba in ein Zimmer, welches sie sich teilen müssen.
    Dabei erfährt der Leser mehr über Glinda, die nicht sehr schlau zu sein scheint. Ihr einziges Ziel im Leben scheint eine gute Heirat zu sein. Für politische Dinge interessiert sie sich nicht.
    Unterdes ist der Zauberer zu einem Diktator geworden, den nicht alle Ozianer sympathisch finden. 
    Auch Elphaba ist gegen diese Diktatur, spricht das jedoch auch offen aus. 
    Später wird sie zu einer Rebellin. Die Untergrundbewegung versucht den Zauberer zu stürzen und das Land zu befreien. Es folgt eine Episode, in der Elphaba zu dieser Bewegung gehört.
    Leider muss ich dazu sagen, dass sie nicht wirklich an der Sache beteiligt scheint. 
    Am Ende versucht Elphaba die Schuld, die sie auf sich geladen hat zu begleichen. Wer den "Zauberer von Oz'" kennt, ahnt bereits wie dieses Buch enden wird. Obwohl das Ende doch etwas anders ist. 
       
     

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    Emma.Woodhouses avatar
    Emma.Woodhousevor 5 Monaten
    Oz erscheint in einem ganz anderen Licht

    Inhalt:
    Dies ist die Geschichte der Hexe des Westens.
    War sie von Anfang an böse? Warum ist sie so grün? Wie war Elphaba als Kind?
    Wir lernen ihre Familie kennen, wie sie zur Schule geht, was sie bewegt und wie es zu den Umständen mit Dorothy kommt.

    Meinung:
    Das Cover wird einem Buch über Oz absolut gerecht. Es ist magisch und hat alles was Oz ausmacht. Genial! Am besten gefällt mir dabei Elphaba - die Hexe des Westens. Genau so hätte ich sie mir vorgestellt.
    Tja und zur Geschichte? Ich bin noch immer ganz sprachlos. Gerade bei einem Buch wie Wicked, geht man einfach mit bestimmten Erwartungen in die Geschichte. Wir alle kennen Dorothy und den Zauberer von Oz und natürlich die böse Hexe des Westens. Aber wie wurde sie zu diesem Gegenspieler? Das hat man sich nur am Rande gefragt.
    Umso faszinierender fand ich, das dass Buch komplett aus der Sicht von Elphaba geschrieben ist. Es ist unerwartet und man taucht sehr viel tiefer in die Welt von Oz.
    Und wenn ich ehrlich bin, mag ich Elphaba sehr gern. Ich hätte nie erwartet das mich das Buch dahin führen würde.
    Dieses Buch zeigt einem die tiefsten Abgründe der Seele von Oz und von Elphaba. Ich weiß gar nicht wie oft ich gern an Elphabas Seite geeilt wäre. Ich hätte mir so gerne ein anderes Ende für sie gewünscht weil ich sie mit ganz anderen Augen sehe. Es ist so bedrückend zu wissen wer sie ist und wie es dazu kam.
    Das Buch veranlasst einen nachzudenken und immer wieder inne zu halten. Was ist böse? Was ist gut? Das ganze Buch hindurch haben mich diese Fragen begleitet.
    Mit jeder Seite die ich las, wurde es immer schwieriger sie zu beantworten. Umso deutlicher wurde, das es nicht ausreicht etwas nur aus einer Perspektive zu betrachten. Oz hat so viel Tiefe und Kontur bekommen. Ich habe in dem Buch ein ganz anderes Oz kennen gelernt. Ich habe nicht nur die einzelnen Völker und ihre Eigenheiten gesehen. Ich bin mit Elphaba auf die Suche nach dem Unterschied von einem Tier und einem TIER gegangen. Ich habe mich in die politischen Verflechtungen des Landes mit hinein ziehen lassen und mit ansehen müssen wie Leute instrumentalisiert wurden ohne es zu wollen oder zu merken. Und immer war ich an Elphabas Seite und konnte nicht fassen warum ausgerechnet sie zum Bösen erklärt werden soll. Ich habe so viel Böses in dem Buch gelesen und letztendlich soll Elphaba es sein. Ich bin noch immer erschüttert und kann Oz nie wieder so sehen wie früher.

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    BettinaR87s avatar
    BettinaR87vor 6 Monaten
    Kam sie je wieder hervor?

    Die Kindergeschichte "Der Zauberer von Oz" ist legendär - und doch nur eine Seite der Medaille. Hat die Böse Hexe des Westens wirklich Wölfe auf Dorothy gehetzt, um sie zu töten? Warum wollte der Zauberer von Oz sie, die grüne Schwester der Bösen Hexe des Ostens, überhaupt tot sehen? War er wirklich ein weiser Mann?

    Gregory Maguire rollt die Geschichte ganz von Anfang an auf: Elphaba wird als Tochter eines Predigers und einer gelangweilten Tochter der wohlhabenden Familie Thropp geboren. Ihre Eltern kommen Zeit ihres Lebens nicht auf ihre grüne Haut klar, sodass Elphaba, auch Fabala genannt, eine eher unamüsante Kindheit verlebt. Noch als sie jung ist, zieht die Familie in ein unwirtliches Eck in Oz und Elphaba wird von ihrem Vater für seine Bekehrungsversuche der Quadlinger benutzt - denn wenn der Namenlose Gott sie lieben kann, mussten die Quadlinger doch noch viel besser als sie dastehen, oder etwa nicht? Kein Wunder, dass die kleine Elphie sehr zurückhaltend wird und mit den anderen nicht viel anfangen kann.

    Im Kampf gegen die Entwürdigung

    Doch sie erzieht sich selbst und schafft den Absprung: Sie kann nach Shiz umziehen und an das Grattler-Kolleg gehen. Dort trifft sie eine reichlich bornierte Galinda, die mit ihr eine Stube beziehen muss. Gegensätzlicher könnten sie beide nicht sein, doch eines ist klar: Elphie hat den besseren moralischen Kompass, gibt spitzfindigere Kommentare ab und hat trotzdem ein gutes Herz.

    Als der Zauberer die Macht übernimmt, schränkt er die Bewegungsfreiheiten der TIERE ein, die sich durch emotionale Intelligenz und andere Fähigkeiten wie das Sprechen von Tieren unterscheiden. Als ihr Lehrbeauftragter, Professor Dillamond, wegen seiner Forschungen in diesem Thema brutal ermordet wird, benennt sich Galinda in Glinda um und Elphie geht in den Untergrund - sie kämpft lieber als Aktivistin für die Rechte der TIERE. Dieser Schritt der Abkapselung führt zum nächsten, bis sie nach einigen Jahrzehnten völlig auf sich allein gestellt lebt. Aber ach - sie hat ja noch das Ämmchen, Liir und die geflügelten Affen. Zusammen mit ihren Kompagnons versucht sie ein einigermaßen gutes Leben zu führen. Und dann? Dann kommt diese Dorothy daher, die bei ihrer Ankunft in Oz einfach Elphies Schwester getötet hat.

    Mehr Tiefe, ein anderes Zielpublikum

    Nachdem das Musical, das auf dem Buch basiert, mittlerweile ebenso bekannt ist wie die Kindergeschichte, eine kurze Anmerkung vorab: Der Zauberer von Oz ist eine schnuckelige Kindergeschichte - WICKED ist es nicht. Die Erzählweise ist prägnanter, weniger verspielt, anspruchsvoller und deutlich für ein erwachseneres Publikum gemacht. Genauso die Inhalte, die von Mord bis körperliche Liebe bis Gen-Experimente, moralisches und persönliches Scheitern sowie das Hadern mit Göttern alles aufs Tablett bringen.

    Außerdem nimmt der Autor das Schachbrett "Oz" und wirbelt die Perspektiven einmal gehörig durcheinander: In seiner Version wird aus der Kindergeschichte eine sehr traurige, die durch Missverständnisse geprägt ist und auch die Motive des Originals in Frage stellt: War das so alles überhaupt nötig? Warum "mussten" die Dinge so kommen, wie sie es letztlich taten? Hätte eine bewusste Entscheidung, die anfangs anders getroffen worden wäre, wirklich so tiefgreifende Unterschiede für sämtliche Beteiligte bedeutet? Vermutlich ja. Zumindest zeichnet der Autor das Bild einer von ihrer unmittelbaren Gesellschaft beeinflussten Frau, die von genau dieser abgelehnt wurde und sich so ihrer Verantwortung entzogen hat. Einer Hexe, die dennoch an das Gute geglaubt hat, halt nur nicht in Bezug auf sich. Das Ende ist leider vordiktiert durch die Kindergeschichte, ansonsten hätte hier mit Sicherheit noch mal 500 Seiten lang eine weiterhin spannende Geschichte erzählt werden können. 

    Übrigens: Man muss die Vorgeschichte nicht kennen, um das Buch zu verstehen - im Gegenteil, so kann man das Ende ganz unvoreingenommen genießen. Abgesehen davon, dass es eben in der Schreibweise und hinsichtlich der Art, wie Inhalte angesprochen werden, große Unterschiede gibt. Wer ein zweites "Der Zauberer von Oz" erwartet, findet die erwachsene Betrachtung der Vorgeschichte vor, die zum nachdenken anregt und sich absolut traumhaft und intensiv liest.

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    Tintenpoesies avatar
    Tintenpoesievor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eher ein Buch zum Nachdenken als zum Entspannen. Wer sich darauf einlässt, hat eine interessante Reise vor sich.
    Wicked - Böse oder nicht?

    ***Dieses Buch wurde mir freundlicherweiese als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.***

    Die böse Hexe des Westens ist wohl eine der bekanntesten Bösewichte der Literatur. In Lyman Frank Baums  Der Zauberer von Oz treibt sie ihr Unwesen. Doch wie ist diese Frau zu dem geworden, was Kinder in ihren Alpträumen fürchten? Gregory Maguire gibt mit Wicked - DIe Hexen von Oz eine Antwort darauf.

    Darum geht es:


    "Elphaba ist als junge Hexe ein ernsthaftes, intelligentes und unglücklicherweise grünhäutiges Mädchen. Ihr Vater ist ein sittenstrenger Prediger, ihre Mutter eine leichtfertige Schönheit. An der Universität studiert sie Biologie und forscht besonders über grundlegende Ähnlichkeiten zwischen Menschen und Tieren. Unterdessen ist aber der Zauberer von Oz dabei, die Rechte der Tiere grausam einzuschränken. Kaum jemand scheint sich daran zu stören – bis auf Elphaba. Die etwas linkische und leuchtend grüne Studentenhexe bereitet radikale Aktionen vor, um den tyrannischen Zauberer von Oz aus dem Amt zu jagen." (Zusammenfassung des Verlags)

    Der Leser begleitet Elphaba durch Kindeheit, Universtiätszeit und alles, was danach geschieht. Er wird Zeuge davon, wie ein unschuldiges Kind über die Jahre zu dem wird, was die Menschen fürchten: Die böse Hexe des Westens.

    Mit erstaunlichem Feingefühl beschreibt Gregory Maguire die Geschichte einer jungen Frau, deren Selbstbild nicht weniger mit dem übereinstimmen könnte, was die Welt in ihr sieht. Missverständnisse und Vorurteile kreieren eine Wirklichkeit, in der es keine Rolle mehr spielt, ob Elphaba gut oder böse ist, weil ein jeder bereits sein Urteil gefällt hat. Letztendlich ist es am Leser zu entscheiden, was er für gut oder böse hält und ob er das eine noch klar vom anderen unterscheiden kann.

    So ist es umgesetzt:


    An dieser Stelle sei erwähnt, dass diese Rezension aus der Feder einer jungen Frau stammt, die Wicked - Die Hexen von Oz vor langer Zeit das erste Mal als Bühnenstück gesehen und sich umgehend in die Figuren und ihre Geschichte verliebt hat. Das vorliegende Buch zu lesen, war für mich also der Sprung in halbwegs bekannte Gewässer. Dadurch habe ich vielleicht etwas mehr Geduld für etwaige Längen im Gepäck als ein unvoreingenommener Leser.

    Ich musste feststellen, dass die Romanvorlage mit dem Musical ungefähr genauso viel zu tun hat, wie ein Märchen mit seiner Disneyverfilmung. (Wer mit diesem Vergleich nichts anfangen kann, begebe sich bitte auf die hinreichend kitschige Recherche.) Gregory Maguire hat eine düstere Welt erschaffen, die ohne Magie durchaus auch in unserer Realität hätte stattfinden können. Mit einer bildlichen Sprache und treffsicheren Charakterbeschreibungen führt er den Leser ein in eine Geschichte, die mehr einer Aufarbeitung geschichtlicher Ereignisse denn einem unterhaltsamen Roman zu gleichen scheint. Das kann man mögen oder ermüdend finden. Wenn ich mich in meinem literarischen Umfeld so umschaue, trifft auf viele eher letzteres zu. Die Handlung sei zu verworren, springe zwischen endlosen Längen und zusammenhanglosen Bruchstücken hin und her. Zu allem Überfluss, seien Elphabas Beweggründe nicht wirklich nachvollziehbar. Berechtigte Kritik, keine Frage, aber wie so oft ist sie vom eigenen Standpunkt und den Erwartungen abhängig, die man im Vorfeld hatte.

    Ich mochte die Umsetzung von Wicked - Die Hexen von Oz. Das Ringen von Magie, Religion und Wissenschaft um die Aufmerksamkeit der Menschen. Die Einblicke in das Innere verschiedener Weggefährten Elphabas und schlussendlich in das Innere der bösen Hexe selbst. Ja, es gab Längen. Ja, es gab Szenen, die zu schnell aufeinander folgten und viele Fragen offen ließen. Ja, es gab eine Vielzahl von Charakteren, deren Bedeutung für den Gesamtkontext nicht immer zu erkennen war. Aber all das zusammen genommen passt für mich zu dem Mythos der Bösen Hexe des Westens. Wicked - Die Hexen von Oz ist wie ein Sammelwerk von Erinnerungen. Alles, was über Elphaba bekannt ist, wurde zusammen getragen. Es wirkt wie die Chronik eines Ozianers, der sich darum bemüht, die Geschichte einer Vorfahrin zu begreifen. Er nimmt jedes Bruchstück mit auf, in dem Versuch, ein Gesamtbild zu erhalten, das einen Sinn ergibt.

    Am Ende stehen wir Leser da und müssen gestehen, dass nicht alles einen Sinn ergibt. Aber vielleicht muss es das auch gar nicht. Vielleicht genügt es zu wissen, wie Elphaba zu ihrer Zeit erlebt wurde und dass sie trotz aller Magie nur ein Mensch war. Manchmal brilliant und manchmal so emotional und irrational wie man nur sein kann.

    Perfekte Bücher sind angenehm zu lesen, aber sie ziehen einen auch schnell in einen Sog, in dem das Nachdenken hinten angestellt wird. Wicked - Die Hexen von Oz hingegen lädt zum Nachdenken ein, zwingt es dem Leser förmlich auf. Es sind erwachsene Gedanken, die angeregt werden. In jungen Jahren die Komplexität zu durchdringen, die Maguires Werk zu Grunde liegt, halte ich für schwierig. Wer mehr auf Unterhaltung aus ist als darauf, sich den Kopf zu zerbrechen, der möge besser die Finger von diesem Buch lassen. Wer sich gern mit komplexen Themen auseinander setzt und auch nicht davor zurückscheut, ein Werk zu Ende zu lesen, das er selbst nie so aufgebaut hätte, der ist hier genau richtig. Wagt euch an Wicked - Die Hexen von Oz und sei es nur, um für euch selbst zu entscheiden, wie viel Potential Gregory Maguires Werk wirklich hat.

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    MmeBlaustrumpfvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Unterhaltende, kurzweilige Fantasy, die nicht immer überzeugen konnte.
    Unterhaltend, mit Längen

    Wie wurde Elphaba zur bösen Hexe des Westens? Diese Frage sucht Maguire durch die Erzählung ihres Lebens zu beantworten. Entsprechend ist Elphaba die Protagonistin in Wicked, ohne dabei darauf angelegt zu sein, dass der Leser mit ihr sympathisiert. Ich persönlich mochte sie von Beginn an bis zum Ende - im Gegensatz zu G(a)linda mit ihrer Oberflächlichkeit und zu Nessarose, der Schwester Elphabas, und ihrer Frömmelei. Ob sie wirklich böse ist, bleibt am Ende offen, denn ihr Verhalten kann durchaus nachvollzogen werden und ihr Titel "Böse Hexe des Westens" ist zum einen selbstgewählt und zum anderen Propaganda des Zauberers. Ich finde hier ein Zitat von Albert Einstein passend: 

    Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen. 

    Elphie, die böse Hexe des Ostens, reiht sich ein in eine lange Reihe missverstandener Bösewichte, die doch böser erscheinen, als sie sind. 

    Die Geschichte Elphabas endet mit der Konfrontation zwischen ihr und Dorothy. Leider erscheint die Darstellung sehr hektisch und überladen. Der positive Eindruck der ersten Romanhälfte, die die Kindheit Elphies und ihre Zeit in Shiz schildert, setzt sich in der zweiten Hälfte nicht fort. Die Erzählung schreitet stellenweise zu schnell voran, die Szenerie ist zu chaotisch - fast erweckt es den Anschein, als habe der Erzähler die Geschichte noch unbedingt zu Ende bringen wollen. So viel Zeit er sich zu Beginn lässt, so hektisch wird es zum Ende hin. Immerhin: Obwohl in der zweiten Hälfte sehr viel Personal eingeführt wird, ist ihre Darstellung so, dass der Leser den Überblick behält. 

    Die erste Hälfte hat mir sehr gut gefallen: Gerade die Erzählung über die Zeit in Shiz erinnerte mich ein Stück weit an die klassischen Internatsromane, die ich als Kind geliebt habe. Ich hätte mir gewünscht, dass das Erzähltempo gleichgeblieben wäre und in der Konsequenz entweder das Buch länger oder in zwei Bände aufgeteilt worden wäre. Auch werden wichtige Fragen nicht beantwortet - eine Kritik, die mir auch bei der Durchsicht anderer Rezensionen, etwa bei Goodreads, mehrfach begegnet ist. Fragen nach der grünen Hautfarbe Elphabas, nach ihrer Seelenlosigkeit, nach ihrer Allergie vor Wasser bleiben offen. Andere Handlungsstränge werden aufgegriffen und dann wieder fallengelassen, wie etwa die silbernen Schuhe, die auf keinen Fall in die Hände des Zauberers geraten dürfen (später spielt das keine Rolle mehr). So bleibt der Leser am Ende etwas unbefriedigt zurück. 

    Ich kannte vor der Lektüre weder das Original von Baum, noch das gleichnamige Musical, sodass ich hierzu keine Vergleiche ziehen kann. Mir wurde jedoch gesagt, dass sich Roman und Musical zum Teil deutlich voneinander unterscheiden. 

    Außer Wicked gibt es drei weitere Erzählungen aus Oz. 

    Insgesamt fand ich das Buch gut, wobei mir die erste Hälfte deutlich besser gefallen hat als die zweite. Der Schreibstil ist angenehm und durchaus fesselnd; anspruchsvoll, aber ohne ausschweifend oder elaboriert zu sein. Das Zitat aus der Kirkus Review (zitiert im Buchklappentext), das einen Vergleich mit Lewis Carrolls Alice im Wunderland und J.R.R. Tolkiens Hobbit zieht, ist allerdings unzutreffend. An das literarische Niveau beider Werke reicht Wicked nicht heran. 

    Es bleibt ein guter, unterhaltender Fantasyroman, der nicht immer vollends überzeugt, aber kurzweilig unterhalten konnte. Die Vorgeschichte hat mich motiviert, nun auch endlich einmal das Original zu lesen.



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    RolandBvor einem Monat
    ulrikeus avatar
    ulrikeuvor 3 Monaten
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    cHarley_Quinnvor 8 Monaten
    Elisabeth_Kwiatkowskis avatar
    Elisabeth_Kwiatkowskivor 10 Monaten

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