Greil Marcus

 4,1 Sterne bei 26 Bewertungen
Autor*in von Mystery Train, Bob Dylans Like a Rolling Stone und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Greil Marcus, geboren 1945, lebt in Berkeley. Er zählt zu den bedeutendsten Musikkritikern der Welt. In seinen Büchern hat er immer wieder über Rockmusik und ihr Verhältnis zur amerikanischen Kultur und Politik geschrieben. »Mystery Train« und »Lipstick Traces« und »Bob Dylans ›Like A Rolling Stone‹« (KiWi 878) machten ihn einem breiten Publikum bekannt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Greil Marcus

Neue Rezensionen zu Greil Marcus

Cover des Buches Der Mülleimer der Geschichte (ISBN: 9783807703497)
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Rezension zu "Der Mülleimer der Geschichte" von Greil Marcus

- Hypochrisy -
Hypochrisyvor 10 Jahren

"Für Euresgleichen gibt es fortan nur noch einen Platz: den Mülleimer der Geschichte!" (Trotzkis Botschaft an die Menschewiki im Oktober 1917).

Der Autor, Fachmann in Sachen Popkultur, greift das Bild auf und findet sich unversehens auf einer gigantischen kulturellen Müllkippe wieder. Seine Texte handeln davon, wie Geschichte abgewertet und zurechtgebogen wird, wie sie in Kunstwerken für immer fortlebt -- und sie handelt von längst vergessenen Künstlern. Schwerpunkte sind, wie könnte es anders sein, die Popmusik und der Film (erfreulicherweise nehmen hier Wim Wenders und Syberbergs Werke überrraschend breiten Raum ein).

Cover des Buches Mystery Train (ISBN: 9783548312132)
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Rezension zu "Mystery Train" von Greil Marcus

- Hypochrisy -
Hypochrisyvor 10 Jahren

In der komplett überarbeiteten und erweiterten Neuausgabe seines Klassikers MYSTERY TRAIN berschreibt Greil Marcus die Story von Rock'n'Roll und Amerika. 1976 erschien die erste Ausgabe von MYSTERY TRAIN, die den Ruf von Greil Marcus als "Papst des Rock'n'Roll begründete. Jetzt hat er die Geschichte dieser Musik bis ins Jahr 1999 fortgeschrieben.

Cover des Buches The Doors (ISBN: 9781586489458)
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Rezension zu "The Doors" von Greil Marcus

Das ultimative Doors-Buch
Duffyvor 11 Jahren

Wer eine Neuauflage von Schilderungen der Suff- und Drogenexzesse Morrisons erwartet, wird enttäuscht. Denn für diese Art von Büchern steht der Name Greil Marcus nicht, sondern für kompetenten und analytischen Rockjournalismus. So ist er wohl der einzige Autor, dem man 40 Jahre nach dem Tod von Morrison und dem damit verbundenen Ende der Band zutraut, ein substanzielles Buch über das Phänomen The Doors zu schreiben. Diesem Phänomen nähert sich Marcus weniger über die Personen und die Biografien, als über das Werk und seinem Kontext in der Kulturgeschichte der vielbeschworenen Sechziger. Diese Herangehensweise erfordert nicht nur detaillierte inhaltliche Kenntnis der Songs, sondern auch eine differnzierte Sichtweise. Das ist bei den Doors doppelt schwer, denn einerseits hat man den charismatischen Sänger, dessen alkohol- und drogenbedingte Aussetzer legendär sind und somit vieles von seiner Kunst willkürlich erscheinen lässt, andererseits hat man ein hochkarätig agierendes Musikerkollektiv, das für das Gesamtwerk der Gruppe genauso wichtig ist, wie die teilweise skurilen Textdarbietungen des Frontmanns. Damit das Buch gelingen und funktionieren konnte, hat sich Marcus an genau diesen Ansatz gehalten, nämlich die Gruppe als Kollektiv zu betrachten, ohne ein Mitglied in den Vordergrund zu rücken. Dadurch waren die Doors fast noch undurchlässiger als die Beatles oder Stones, denn bei ihnen konnte auf keines der vier Urmitglieder verzichtet werden (Wohin das führte, hat man bei den lächerlichen Versuchen gesehen, Ian Astbury kurzzeitig als Sänger zu installieren. Für alle Beiteilgten wohl eher eine peinliche Angelegenheit). Natürlich fragt man sich bei der Lektüre so dann und wann, wo denn Marcus dieses und jenes feinsinnige Detail gehört hat, doch an der Frage, ob denn Morrison nun ein Poet oder Scharlatan war, sind schon ganz andere gescheitert. Immerhin bewegt sich auch Marcus bei allzu sensiblen Interpretationsversuchen auf sehr dünnem Eis, aber er ist routiniert und abgeklärt genug, um nicht zu verallgemeinern. Was dem Leser bleibt, ist in seinem Plattenschrank zu stöbern, um die eine oder andere Anregung nachzuprüfen und gegebenenfalls für sich neu zu entdecken. Dieser Empfehlung ist der Rezensent gefolgt und war erstaunt, mit welcher Akribie und beachtlichem Urteilsvermögen der Autor ans Werk ging.
Das Marcus die Sechziger kulturgeschichtlich noch einmal neu beleuchtet und dabei auf Wahrheiten stößt, die so manchem Alt-Hippie nicht gefallen können, ist ein toller Nebeneffekt eines Buches, das zu den besten über Rockmusik gehört, die je geschrieben wurden. Wer mehr an der "praktischen" Seite der Doors interessiert ist, dem seien John Densmores "Riders on the storm" und Sugarmans "No one here gets out alive" empfohlen. Mehr als die drei Bücher braucht man über die Doors nicht zu lesen.

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