Gretchen Berg

 3,1 Sterne bei 17 Bewertungen

Lebenslauf von Gretchen Berg

Gretchen Berg wurde an der Ostküste der USA geboren und wuchs im Mittleren Westen auf. Sie lehrte Englisch in Südkorea und im Nordirak und bereiste alle sieben Kontinente. Heute lebt sie in Chicago, Illinois. Ihr Debutroman »Die Telefonistin. Mrs. Dalton hört mit« ist inspiriert von der Geschichte ihrer Großmutter, die in den 1950er-Jahren in einer Telefonvermittlung arbeitete.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit (ISBN: 9783453292352)

Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit

 (17)
Erschienen am 11.05.2020

Neue Rezensionen zu Gretchen Berg

Cover des Buches Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit (ISBN: 9783453292352)FranzysBuchsalons avatar

Rezension zu "Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit" von Gretchen Berg

Da ist leider viel Potenzial verschenkt worden
FranzysBuchsalonvor 9 Monaten

Buchinfo
USA 1950: Eine Kleinstadt, eine neugierige Telefonistin und ein unerhörtes Gerücht, das ihre ganze Welt verändert

Niemand kennt die Einwohner einer beschaulichen Kleinstadt in Ohio so gut wie Telefonistin Vivian Dalton. Sie verbindet Telefonleitungen und Leben. Zuhören darf sie zwar streng genommen nicht, doch sie tut es trotzdem. Eines Nachts belauscht sie ein Gespräch und erfährt, dass ihr Mann angeblich mit einer weiteren Frau verheiratet sein soll. Empört will Vivian beweisen, dass an diesem Gerücht nichts dran ist – das wäre ja ein Skandal! Schon bald merkt sie aber, dass in einer Kleinstadt immer ein Geheimnis zum nächsten führt … (Quelle: Amazon)

Anfang
Vivian Daltons alte, abgetragene Stiefeletten stapften knirschend über den festgetretenen Schnee von Freedlander's, während das helle Licht des Kaufhauses bis nach draußen auf den Gehweg fiel, wo es sich mit dem Leuchten dre Straßenlaternen vermischte. Vivian winkte kurz höflichkeitshalber mit einer Handschuhhand Betty Miller zu, die sie durch das beflockte zentrale Schaufenster hindurch entdeckt hatte.

Meine Meinung
Ich mag ja Geschichten über Frauen aus vergangenen Tagen. Das reicht von der Zeit des Mittelalters bis in die 1970er. Ich selbst bin in den 1980ern geboren, weswegen ab einem gewissen Punkt Schluss ist für mich, mit den "vergangenen Tagen".
Serien wie "High Seas", "Velvet" oder "Die Telefonistinnen" sind genau mein Ding. Wegen letzterer dachte ich, dass dieses Buch sicherlich auch nach meinem Geschmack wäre. Leider war es das nur bedingt.

Vivian Dalton arbeitet bei der Telefonvermittlung und hört bei dem ein oder anderen Gespräch mit - was natürlich strengstens verboten ist. Eines Tages belauscht sie ein Gespräch, in dem es darum geht, dass ihr Ehemann auch noch mit einer anderen Frau verheiratet sein soll. War ihr ihr Leben bis dahin zu langweilig, wird es nun aber ordentlich auf den Kopf gestellt.

Die Autorin schafft es, die 50er realistisch aufleben zu lassen. Zumindest so realistisch wie ich es mir vorstellen kann - ich selbst war ja zu der Zeit noch nicht dabei.

Ich hatte mich wirklich wahnsinnig auf dieses Buch gefreut, musste aber zügig feststellen, dass meine Euphorie einen ordentlichen Dämpfer bekommt. Vivian ist mir leider nicht wirklich sympathisch. Ziemlich egozentrisch und immer nur darauf bedacht was "die Leute" denken oder sagen könnten, lauscht sie sich durch die Leben der anderen und nutzt ihre berufliche Position dabei gehörig aus.

Durch Rückblenden erfährt man die Hintergründe zu Vivian und einigen anderen Personen - interessant gemacht hat es die Charaktere aber leider nicht. Ich habe es gelesen und zur Kenntnis genommen, aber das war es dann auch.

Das große Familiengeheimnis, welches so vollmundig im Klappentext angekündigt wurde, lässt leider sehr lange auf sich warten und wird dann nur schleppend enthüllt. Hier wäre eine etwas flottere Erzählweise definitiv von Vorteil gewesen.

Fazit
Das Buch war nicht schlecht, aber leider auch nicht wirklich gut. Man kann es lesen (50er-Fans werden sicherlich ihre Freude an den ganzen kleinen Details haben), verpasst aber auch nichts, wenn man es nicht tut.

Die Protagonistin ist leider keine Sympathieträgerin und die Geschichte schleppt sich stellenweise arg quälerisch dahin.

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Cover des Buches Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit (ISBN: 9783453292352)Furbaby_Moms avatar

Rezension zu "Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit" von Gretchen Berg

Missgunst und Drama statt Kleinstadtidyll
Furbaby_Momvor 2 Jahren

Ich hatte mich so sehr auf dieses Buch gefreut! Ich liebe ja die Musik und Filme aus den 50er Jahren und versprach mir daher viel von der Geschichte, die zu eben jener Zeit in einer amerikanischen Kleinstadt spielt. Leider blieb das Werk jedoch weit hinter meinen Erwartungen zurück.


Vivian Dalton, Mutter und Ehefrau, führt ein beschauliches Leben in Wooster, Ohio und langweilt sich zu Tode. Einzig ihr Job als Telefonistin sorgt regelmäßig für etwas Abwechslung, da sie heimlich die Gespräche der Anrufer belauschen kann und somit bestens informiert ist über ihre Mitmenschen. Leider ist auch deren Leben nicht sonderlich spannend und Vivian sehnt sich nach einer dramatischen Neuigkeit. Aber schon bald bereut sie diesen Wunsch, denn zufällig belauscht sie kurz vor Weihnachten ein beunruhigendes Telefonat, in dem ihr eigener Ehemann das Hauptthema ist…


Das Fifties -Flair hat die Autorin Gretchen Berg glaubwürdig eingefangen – die damaligen gesellschaftlichen Ansichten, Modeerscheinungen, gängige Musikstücke oder umgangssprachlichen Redewendungen, all das wirkt recht glaubwürdig. Leider ist dies das einzig Positive, was ich vermerken kann.


Erzählt wird in der dritten Person; dies geschieht meist aus der Perspektive von Vivian Dalton, doch häufig (und ohne erkennbaren Grund) auch aus Sicht diverser Nebenfiguren – Vivians Tochter Charlotte, Vivian Erzfeindin Betty Miller, sowie Figuren eines Nebenplots.


Die häufigen Zeitsprünge wirkten eher zufällig, als dass sie einen Sinn ergaben. Einzig die erste Rückblende – von der Gegenwart (Dezember 1952) zu Vivians Jugend (1925) – erschien mir einleuchtend, da sie dazu diente, die Figur vorzustellen und Vivians neugierigen Charakter zu unterstreichen. Schon als kleines Mädchen hatte sie sich brennend für die Geheimnisse und Privatangelegenheiten Anderer interessiert.


Vor der Lektüre hatte ich mir Vivian ein wenig wie die Dame auf dem Cover vorgestellt – eine aufgeweckte, sympathische junge Frau, die gerne dem Kleinstadt-Tratsch frönt. Tatsächlich war die Hauptfigur allerdings alles andere als das, sondern aufgrund ihres missgünstigen, oberflächlichen, ich-bezogenen, aufmerksamkeitsheischenden Verhaltens und Denkens nervig und unerträglich. Die auf ihrer Arbeit aufgeschnappten Geheimnisse bedeuten für Vivian Macht; sie definiert sich darüber und bildet sich ein, für jedes Problem eine Lösung zu wissen. Engstirnig urteilt sie über das Leben anderer Leute, sieht sich selbst stets als Opfer, bildet sich viel ein auf ihre angebliche gute Menschenkenntnis und interessiert sich kaum für den Alltag ihrer klugen Tochter Charlotte. Stattdessen steigert sie sich in einen Kleinkrieg mit der wohlhabenden Betty Miller hinein und will um jeden Preis verhindern, dass ihre eigene Familiengeschichte zum Klatschthema Woosters wird. Ihre einzige Sorge ist, was 'die Leute' wohl über sie denken. Ich habe mich wirklich bemüht, zumindest einen liebenswerten Charakterzug an ihr zu entdecken, aber Fehlanzeige. Oh, und da Vivian aufgrund ihrer eigenen unzureichenden Schulbildung Komplexe hat, traut sie niemandem, der gerne Bücher liest… 


Die große Enthüllung des Skandals bzw. der Hintergrund des zu Beginn erwähnten, geheimnisvollen Anrufs wird erst gegen Mitte des Werkes thematisiert – obwohl dieses Geheimnis bereits im Klappentext enthüllt worden ist. Diese Lösung empfand ich als sehr unvorteilhaft, da es der ohnehin spannungsarmen Handlung noch das letzte Potential geraubt hat. Der überaus detaillierte Schreibstil der Autorin ist nicht schlecht, an manchen Stellen sogar humorvoll, kann die teils langweilige, teils langatmige Handlung und die überwiegend pessimistische Grundstimmung jedoch nicht ausgleichen. Mir persönlich hätte es schon geholfen, wenn ich die Hauptfigur hätte mögen können, damit kann eine Story viel wettmachen; leider durchlebt Vivian erst ganz zum Schluss eine positive Entwicklung. 


Fazit: Tolle Idee, tolles Setting – leider recht chaotische Umsetzung mit höchst unsympathischen Figuren. Schade!

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Cover des Buches Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit (ISBN: 9783453292352)Buchbloggerins avatar

Rezension zu "Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit" von Gretchen Berg

Recht durchschnittlicher Roman über eine Familie in den 50er Jahren
Buchbloggerinvor 2 Jahren

Im Urlaub habe ich unter anderem Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit von Gretchen Berg gelesen. Die Handlung spielt sich in den 50er-Jahren ab, was das Buch für mich schon mal interessant gemacht hat, doch auch durch den vielversprechenden Klappentext wollte ich dieses Buch unbedingt lesen.

Niemand kennt die Einwohner einer beschaulichen Kleinstadt in Ohio so gut wie Telefonistin Vivian Dalton. Sie verbindet Telefonleitungen und Leben. Zuhören darf sie zwar streng genommen nicht, doch sie tut es trotzdem. Eines Nachts belauscht sie ein Gespräch und erfährt, dass ihr Mann angeblich mit einer weiteren Frau verheiratet sein soll. Empört will Vivian beweisen, dass an diesem Gerücht nichts dran ist – das wäre ja ein Skandal! Schon bald merkt sie aber, dass in einer Kleinstadt immer ein Geheimnis zum nächsten führt …

Eine 50er-Jahre-Geschichte mit Detektiv-Touch – klingt spannend, finde ich. Vor allem auch wegen des Skandals, der schon im Klappentext angesprochen wird. Ich hatte mich auf einen „krimigeren“ Roman gefasst gemacht, dem jedoch im Nachhinein nicht so war. Über die Protagonistin Vivian erfahren wir nicht nur ihre Erlebnisse und Gedanken in der Gegenwart, sondern auch Kindheitserinnerungen. Diese verhelfen dazu, Vivian besser zu verstehen und ihre Handlungen nachzuvollziehen. Einen besonderen Eindruck hat bei mir jedoch kein Charakter hinterlassen. Ich habe die Geschichte der Menschen gelesen, das Verlangen, mehr über sie zu erfahren, hatte ich aber nicht.

Ich fand es interessant, ein wenig über den damaligen Alltag einer Telefonistin zu lesen, denn es war ein sehr wichtiger Job, den man sich heute bei der digitalen Schnelligkeit und Dauererreichbarkeit kaum vorzustellen vermag. Vor allem ist es auch unheimlich, dass man die Telefongespräche damals belauscht hat (was heute ja auch möglich ist), wodurch die wildesten Gerüchte ihren Lauf nahmen.

Die Atmosphäre in dem Roman ist ziemlich „1950“. Man merkt dies durch kleine Details, die mal am Rande, mal direkt erwähnt werden. Aber insgesamt hat der Roman einen ziemlich blassen Eindruck bei mir hinterlassen. Ich bin kein großer „Fan“ von diesen Jahren, daher konnte mich die Handlung leider nicht mitreißen. Ich denke aber, dass diejenigen, die die 1950-er Jahre total toll finden, sicherlich Gefallen an dieser Geschichte finden können.

Vor kurzem hat eine Buchbloggerin über ein Buch gesagt, es sei ein 3-Sterne-Buch, da es keine/kaum Plus- als auch Minuspunkte hat. Genauso sehe ich es auch bei diesem hier. Ich habe Die Telefonistin – Mrs. Dalton hört mit mit 3 von 5 Sternen bewertet, weil es mir nicht nicht gefallen und auch nicht gefallen hat (hoffentlich habe ich hier für keine Verwirrung gesorgt ;)). Wenn euch der Roman also anspricht, lest ihn gerne, denn es muss nicht heißen, dass er euch ebenso (nicht) gefallen wird wie mir!

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