Griet Op de Beeck

 4.1 Sterne bei 8 Bewertungen

Alle Bücher von Griet Op de Beeck

Griet Op de BeeckKomm her und lass dich küssen
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Komm her und lass dich küssen
Komm her und lass dich küssen
 (8)
Erschienen am 11.10.2016
Griet Op de BeeckViele Himmel über dem Siebten
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Viele Himmel über dem Siebten
Viele Himmel über dem Siebten
 (0)
Erschienen am 13.05.2019
Griet Op de BeeckVele hemels boven de zevende / druk 21
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Vele hemels boven de zevende / druk 21
Vele hemels boven de zevende / druk 21
 (0)
Erschienen am 01.10.2014

Neue Rezensionen zu Griet Op de Beeck

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aileenpls avatar

Rezension zu "Komm her und lass dich küssen" von Griet Op de Beeck

5/5 Einhörnern
aileenplvor einem Jahr

Das Cover und die Innengestaltung des Buches sind schlicht und eher unauffällig.
Der Schreibstil des Buches war grandios. Es war super emotional und direkt geschrieben und hatte eine klare Message an den Leser. Es war so gut geschrieben, dass alles reell wirkte und nicht unrealistisch.
Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, die aufeinander aufbauen, sich allerdings in Schreibstil (aufgrund der verschiedenen Lebensphasen) unterscheiden. 
Ich konnte mich in die Protagonistin Mona allgemein sehr gut hineinversetzten und mitfühlen.Im ersten Teil ist Mona um die 10 Jahre. Man merkt dies auch am Schreibstil, es wirkt wirklich, als ob es ein Kind erzählt. Man kriegt einen sehr guten Einblick in ihre Kindheit und ihre Gedanken und Gefühle. Es ist emotional und ich konnte mich gut in sie hinein versetzen.
Der zweite Teil erzählt Monas Leben als junge Frau (Mitte zwanzig). Es wirkt authentisch und man hat eine gute Verbindung zum ersten Teil. Ihre Handlungen basieren auf ihrer Erziehung und ihren Erfahrungen aus der Kindheit und waren für den Leser verständlich. Sie wirkt verschlossen und distanziert, da sie es nicht immer leicht hatte.
Schon hier kristallisiert sich eine klare Message raus:

"Wenn du dich traust, darüber nachzudenken, wieso du geworden bist, kannst du's auch verändern." (S.208)

Im dritten Teil ist Mona erwachsen und wird noch einmal mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Aufgrund der Situation setzt sie sich jedoch mit ihr auseinander. Für mich geht sie als (charakter-)starke Person aus der Geschichte raus.

Das Ende ist sowohl emotional als auch wunderschön. Auch jetzt noch muss ich daran denken und bin echt dankbar, dass ich das Buch gelesen habe.

Zum Abschluss noch ein längeres Zitat zum Nachdenken:

"Wir stehen jeden Tag auf, tun, was von uns erwartet wird, und gehen dann wieder schlafen, und das nennen wir dann Leben. Wir sabotieren uns selbst, ohne uns dessen bewusst zu sein, weil wir nachmachen, was man uns früher vorgelebt hat, und denken dann, das müsse eben so sein. Und in der Zwischenzeit richten wir es so ein, dass wir keine Zeit haben, darüber nachzudenken, was wir tief im Inneren fühlen. Wir vergessen was wir wert sind, und glauben einfach nicht, dass wir das Gute auch tatsächlich verdienen. Wir finden es einfacher, in unserem Unglück zu verharren und uns nach dem Schmerz zu trösten, als uns für das zu entscheiden, was uns wirklich glücklich machen würde." (S.382)

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katharoses avatar

Rezension zu "Komm her und lass dich küssen" von Griet Op de Beeck

Vom Mädchen zur Frau - Ein merkwürdiges Portrait
katharosevor einem Jahr

Achtung: Diese Rezension enthält am Ende einen kleinen Spoiler

Mona ist gerade erst neun, als ihre Mutter bei einem Autounfall stirbt und kaum ein Jahr später heiratet ihr Vater eine jüngere Frau, Marie. Für Mona und ihren Bruder Alexander beginnt ein neues Familienleben. In drei Teilen wird Monas Verlauf von einem Mädchen Ende der 70er, zu einer jungen Frau Anfang der 90er, die sich versucht als Dramaturgin zu etablieren und einer Erwachsenen in ihren in den 2000ern.

Schon in der Inhaltsangabe zeigt sich, dass dieses Buch definitiv kein leichter Happen ist, sondern ein sehr beklemmendes Portrait von der Entwicklung eines Mädchens zu einer jungen und schließlich erwachsenen Frau und ihrer Familie. Dabei werden schmerzhafte Themen ausgegraben und beobachtet, wie der Verlust von Monas leiblicher Mutter und dem späteren Schweigen über die Verstorbene, was erschreckend authentisch ist.

Als problematisch und entsprechend enttäuschend fand ich, dass das Buch oft an der Oberfläche blieb, doch gerade da, wo die Familie so still scheint von außen, gerade dort brodelt es doch meistens. Dabei sind die Eindrücke und Probleme, die geschildert werden durchaus sehr lebensnah und realistisch. Erfahrungen, wie das Glück des anderen, den man beneidet und eine stagnierende Karriere, die viele Menschen in ihrem Leben früher oder später durchmachen. So gesehen ist „Komm her und lass dich küssen“ mit seinem wunderbar provokanten Titel ein sehr realistisches Buch- Die Erzählerin geht jedoch leider nicht ins Innere des Geschehens, sondern bleibt beobachtend, nie erörternd, mit einem recht nüchternen Blick, was für ein schweres Gefühl im Bauch sorgt, denn die Tiefe, emotional und inhaltlich fehlt.

Sprachlich gesehen habe ich ein ambivalentes Gefühl, zum einen habe ich den ersten Teil des Buches sehr geschätzt: Mona, um die 9 Jahre, geschrieben wie von einem Kind persönlich, jemanden dieses Alters. Man war ihr nah in der Verwirrtheit ihrer Kindheit und ihrer Gefühle zu den Geschehnissen und ward Teil ihrer Gedanken. Wichtige Konflikte dieses Alters aber auch dieser Zeit – Ende der 70er – wurden aufgeworfen und thematisiert und auch, wenn es eher traurig war, gefiel mir diese Authentizität. An dieser Stelle habe ich auch das Buch wahrlich verschlungen. Schade nur, dass es so nicht in den beiden anderen Teilen verläuft, es gibt mehr Stillstand als Bewegung. Und ich sehe, dass gerade dieser Stillstand im Leben so beeinträchtigend und deprimierend der Kern dieses Buches ist, aber dennoch gefällt mir diese klaustrophobische Umsetzung nicht. Statt mich mitzureißen, war ich eher beunruhigt und manchmal verstört und wartete darauf, was mir diese Geschichte eigentlich sagen möchte, denn meiner Meinung nach ist der Kern eines Entwicklungsromans, mit lernen zu können.

Das Buch ließ sich flott lesen, was mir gut gefallen hat. Das Tempo war zum Ende etwas langsamer, aber insgesamt war es ein recht schneller Roman nicht gutem Lesefluss, was den dritten teil, mit dem ich mich leider nicht anfreunden konnte, erträglicher gemacht hat.

Es gefällt mir, wie wichtige Themen bezüglich der Entwicklung in der Kindheit besprochen werden, das auch schwere und harte Themen zu Tage kommen.  Später wird es zunehmend grausamer: Verwirklichung von einem Selbst, Verlust, Angst, Neid, dem Gefühl nicht zu wissen, wo man hingehört, in einer schwierigen Partnerschaft zu stecken, sich selbst etwas vormachen. Es ist beeindruckend, wie diese Themen fast schon grausam gewählt und behandelt werden und definitiv zum Nachdenken anregen, aber – ob es nun an der Übersetzung liegt oder generell an dem Stil der Autorin – es konnte mich nicht wirklich treffen. Oft wirkten die Beschreibungen falsch gewählt, eine missglückte Wortwahl dämpfte die eigentliche Emotionalität, hinderte an Tiefgang und machte manche Momente fast schon lächerlich. Leider hat dies für mich das Lesen dieser bedrückenden Geschichte in Teil 2 und 3 eher unangenehm gemacht, was mich enttäuscht, da der Anfang so vielversprechend war.

ACHTUNG SPOILER! Zu guter letzt möchte ich anmerken, dass ich große Probleme mit den letzten Seiten hatte, da sie auf eine sehr detaillierte Weise – was sonst im Buch mir gefehlt hat – das langsame Ableben eines Menschen beschreiben, vom Todesröcheln übers langsam Blau anlaufen, was für mich einfach zu viel war, da es doch gruselig; zu detailliert und schrecklich zu lesen war und es mir dabei nicht gut ging. Ich würde mit Bauchschmerzen und einem mulmigen Gefühl hinterlassen. ENDE SPOILER!

Fazit: Ein großartiger Anfang, der leider nicht so fortgesetzt wurde und zu einem an der Oberfläche bleibenden und traurigem Buch mutiert. Wichtige Themen werden angebracht und beobachtet, können sprachlich allerdings nicht der eigentlichen Emotionalität gerecht werden, wodurch die Darstellung sich recht merkwürdig liest.  2/5 Sternen

Ein großes Dankeschön an das Blogger Portal der Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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Maerchenbuchs avatar

Rezension zu "Komm her und lass dich küssen" von Griet Op de Beeck

fesselnder Entwicklungsroman
Maerchenbuchvor 2 Jahren

Im Roman „Komm her und lass dich küssen“ von Griet Op de Beeck, erzählt uns die Autorin die Geschichte von Mona und ihrer Familie und dabei begleiten wir die Protagonistin in drei verschiedenen Lebensphasen: als Kind 1976-1978, als junge Frau 1991 und als Erwachsene 2002.

Der erste Teil des Romans berichtet über Monas Kindheit im Alter von 9 bis 12 Jahren.
Als die Mutter des Mädchens bei einem Autounfall ums Leben kommt, kümmert sich Mona fortan um ihren kleinen Bruder Alexander, denn ihr Vater flüchtet sich von jeher in seine Arbeit als Zahnarzt und die junge Stiefmutter Marie, die den beiden Geschwistern nur wenige Wochen nach dem Tod ihrer Mutter vorgestellt wird, ist mehr mit sich selbst und ihrem Wunsch nach Perfektion beschäftigt, als sich um die Bedürfnisse ihrer Stiefkinder zu kümmern.
Artig, unsichtbar und äußerst pflichtbewusst, versucht Mona nicht aufzufallen, es jedem Erwachsenen recht zu machen und ihren Vater und Marie nicht zu enttäuschen.

Der zweite Teil des Romans gibt dem Leser Einblick in Monas 20er. Die junge Frau ist mit ihrer vermeintlich großen Liebe, dem älteren Schriftsteller Louis leiert, doch das Verhältnis ist geprägt von Abhängigkeit und der Angst zu Versagen.
Die Beziehung zur Stiefmutter Marie gestaltet sich ebenfalls äußerst schwierig, können Mona und Alexander den Anforderungen Maries doch nie komplett gerecht werden.
Nur Mona verspürt weiterhin das Bedürfnis folgsam zu sein und stellt ihre Meinung und ihre Wünsche nach wie vor in den Hintergrund.

Im 3.Abschnitt des Buches begleiten wir die junge Frau im Alter von 30 Jahren, als ihr Vater erkrankt und sie viel Zeit im Krankenhaus verbringt.
Ihr Wunsch, mit ihrem Vater alleine zu sein um ihm all die Fragen zu stellen die sie jahrelang unterdrückt hat, gestaltet sich äußerst schwierig, denn die dominante Marie ist stets präsent.
Ob und wann es Mona endlich schafft eigene Entscheidungen zu treffen, ohne auf jemanden Rücksicht zu nehmen, und ob sie jemals begreift wie man frei und glücklich lebt, ist eine der zentralen Fragen die man sich als Leser vor allem im dritten Teil dieser Lektüre stellt.

Die Autorin skizziert in ihrem Entwicklungsroman eine scheinbar behütete Kindheit, aber schafft es gleichzeitig, Monas starke aber unterdrückte Persönlichkeit und ihre tiefe Einsamkeit spürbar zu machen.
Das Mädchen beschwert sich nie, doch der Leser ahnt stets, dass das Kind leidet und vor allem auf der Suche nach Liebe ist. Neben Monas Gefühlswelt, war es auch sehr spannend die Entwicklung der anderen Protagonisten mitzuverfolgen. Wie verläuft Alexanders Leben und wie gestaltet sich die Ehe zwischen dem Vater und der neuen Mutter Marie?

Vor allem der erste Teil des Romans konnte mich richtig fesseln und ich habe es geschafft, schnell in die Geschichte einzutauchen.
Neben dem fantastischen Einblick in Monas Entwicklung, wird dem Leser vor Augen geführt, wie vergangene Ereignisse in der Kindheit, unsere Zukunft mitgestalten können und wie schwierig es sein kann, sich von der Vergangenheit zu lösen um einen selbstbewussten Weg zu gehen.
Dieses Buch ist für mich nicht nur ein feinfühliger Entwicklungsroman, sondern auch eine spannende „Auferstehungsgeschichte“, die einen besondern Platz in meinem Bücherregal bekommen wird.

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