Griet Op de Beeck Komm her und lass dich küssen

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Inhaltsangabe zu „Komm her und lass dich küssen“ von Griet Op de Beeck

Mona ist neun, als ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben kommt. Fortan kümmert sie sich um den kleinen Bruder und versucht, den Erwachsenen nicht im Weg zu sein. Artig und gleichzeitig unsichtbar sein, lautet ihr Überlebensmotto. Mona ist Mitte zwanzig, als sie die große Liebe trifft. Doch wie tritt man ein fürs eigene Glück? Mona ist Mitte dreißig – und will nun endlich begreifen, wie Leben wirklich geht … Dies ist die Geschichte von Mona, als Kind, als junge Frau, als Erwachsene. Eine Geschichte darüber, wie wir werden, wer wir sind. Über gebrochene Lebensläufe und die Suche nach dem Sinn. Über die Angst vor dem Starksein. Über den Mut, sich allem zum Trotz ins Leben zu stürzen. Und natürlich über die Liebe. Auch zu uns selbst.

So lebendig wie ein Film! Einfach super und nur zu empfehlen!

— annsbookworld
annsbookworld

Vom Mädchen zur Frau - ein eher beklemmender Entwicklungsroman

— schnaeppchenjaegerin
schnaeppchenjaegerin

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    Komm her und lass dich küssen
    aileenpl

    aileenpl

    30. July 2017 um 11:18

    Das Cover und die Innengestaltung des Buches sind schlicht und eher unauffällig.Der Schreibstil des Buches war grandios. Es war super emotional und direkt geschrieben und hatte eine klare Message an den Leser. Es war so gut geschrieben, dass alles reell wirkte und nicht unrealistisch.Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, die aufeinander aufbauen, sich allerdings in Schreibstil (aufgrund der verschiedenen Lebensphasen) unterscheiden. Ich konnte mich in die Protagonistin Mona allgemein sehr gut hineinversetzten und mitfühlen.Im ersten Teil ist Mona um die 10 Jahre. Man merkt dies auch am Schreibstil, es wirkt wirklich, als ob es ein Kind erzählt. Man kriegt einen sehr guten Einblick in ihre Kindheit und ihre Gedanken und Gefühle. Es ist emotional und ich konnte mich gut in sie hinein versetzen.Der zweite Teil erzählt Monas Leben als junge Frau (Mitte zwanzig). Es wirkt authentisch und man hat eine gute Verbindung zum ersten Teil. Ihre Handlungen basieren auf ihrer Erziehung und ihren Erfahrungen aus der Kindheit und waren für den Leser verständlich. Sie wirkt verschlossen und distanziert, da sie es nicht immer leicht hatte.Schon hier kristallisiert sich eine klare Message raus:"Wenn du dich traust, darüber nachzudenken, wieso du geworden bist, kannst du's auch verändern." (S.208)Im dritten Teil ist Mona erwachsen und wird noch einmal mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Aufgrund der Situation setzt sie sich jedoch mit ihr auseinander. Für mich geht sie als (charakter-)starke Person aus der Geschichte raus.Das Ende ist sowohl emotional als auch wunderschön. Auch jetzt noch muss ich daran denken und bin echt dankbar, dass ich das Buch gelesen habe.Zum Abschluss noch ein längeres Zitat zum Nachdenken:"Wir stehen jeden Tag auf, tun, was von uns erwartet wird, und gehen dann wieder schlafen, und das nennen wir dann Leben. Wir sabotieren uns selbst, ohne uns dessen bewusst zu sein, weil wir nachmachen, was man uns früher vorgelebt hat, und denken dann, das müsse eben so sein. Und in der Zwischenzeit richten wir es so ein, dass wir keine Zeit haben, darüber nachzudenken, was wir tief im Inneren fühlen. Wir vergessen was wir wert sind, und glauben einfach nicht, dass wir das Gute auch tatsächlich verdienen. Wir finden es einfacher, in unserem Unglück zu verharren und uns nach dem Schmerz zu trösten, als uns für das zu entscheiden, was uns wirklich glücklich machen würde." (S.382)

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  • Vom Mädchen zur Frau - Ein merkwürdiges Portrait

    Komm her und lass dich küssen
    katharose

    katharose

    15. July 2017 um 21:12

    Achtung: Diese Rezension enthält am Ende einen kleinen Spoiler Mona ist gerade erst neun, als ihre Mutter bei einem Autounfall stirbt und kaum ein Jahr später heiratet ihr Vater eine jüngere Frau, Marie. Für Mona und ihren Bruder Alexander beginnt ein neues Familienleben. In drei Teilen wird Monas Verlauf von einem Mädchen Ende der 70er, zu einer jungen Frau Anfang der 90er, die sich versucht als Dramaturgin zu etablieren und einer Erwachsenen in ihren in den 2000ern. Schon in der Inhaltsangabe zeigt sich, dass dieses Buch definitiv kein leichter Happen ist, sondern ein sehr beklemmendes Portrait von der Entwicklung eines Mädchens zu einer jungen und schließlich erwachsenen Frau und ihrer Familie. Dabei werden schmerzhafte Themen ausgegraben und beobachtet, wie der Verlust von Monas leiblicher Mutter und dem späteren Schweigen über die Verstorbene, was erschreckend authentisch ist. Als problematisch und entsprechend enttäuschend fand ich, dass das Buch oft an der Oberfläche blieb, doch gerade da, wo die Familie so still scheint von außen, gerade dort brodelt es doch meistens. Dabei sind die Eindrücke und Probleme, die geschildert werden durchaus sehr lebensnah und realistisch. Erfahrungen, wie das Glück des anderen, den man beneidet und eine stagnierende Karriere, die viele Menschen in ihrem Leben früher oder später durchmachen. So gesehen ist „Komm her und lass dich küssen“ mit seinem wunderbar provokanten Titel ein sehr realistisches Buch- Die Erzählerin geht jedoch leider nicht ins Innere des Geschehens, sondern bleibt beobachtend, nie erörternd, mit einem recht nüchternen Blick, was für ein schweres Gefühl im Bauch sorgt, denn die Tiefe, emotional und inhaltlich fehlt. Sprachlich gesehen habe ich ein ambivalentes Gefühl, zum einen habe ich den ersten Teil des Buches sehr geschätzt: Mona, um die 9 Jahre, geschrieben wie von einem Kind persönlich, jemanden dieses Alters. Man war ihr nah in der Verwirrtheit ihrer Kindheit und ihrer Gefühle zu den Geschehnissen und ward Teil ihrer Gedanken. Wichtige Konflikte dieses Alters aber auch dieser Zeit – Ende der 70er – wurden aufgeworfen und thematisiert und auch, wenn es eher traurig war, gefiel mir diese Authentizität. An dieser Stelle habe ich auch das Buch wahrlich verschlungen. Schade nur, dass es so nicht in den beiden anderen Teilen verläuft, es gibt mehr Stillstand als Bewegung. Und ich sehe, dass gerade dieser Stillstand im Leben so beeinträchtigend und deprimierend der Kern dieses Buches ist, aber dennoch gefällt mir diese klaustrophobische Umsetzung nicht. Statt mich mitzureißen, war ich eher beunruhigt und manchmal verstört und wartete darauf, was mir diese Geschichte eigentlich sagen möchte, denn meiner Meinung nach ist der Kern eines Entwicklungsromans, mit lernen zu können. Das Buch ließ sich flott lesen, was mir gut gefallen hat. Das Tempo war zum Ende etwas langsamer, aber insgesamt war es ein recht schneller Roman nicht gutem Lesefluss, was den dritten teil, mit dem ich mich leider nicht anfreunden konnte, erträglicher gemacht hat. Es gefällt mir, wie wichtige Themen bezüglich der Entwicklung in der Kindheit besprochen werden, das auch schwere und harte Themen zu Tage kommen.  Später wird es zunehmend grausamer: Verwirklichung von einem Selbst, Verlust, Angst, Neid, dem Gefühl nicht zu wissen, wo man hingehört, in einer schwierigen Partnerschaft zu stecken, sich selbst etwas vormachen. Es ist beeindruckend, wie diese Themen fast schon grausam gewählt und behandelt werden und definitiv zum Nachdenken anregen, aber – ob es nun an der Übersetzung liegt oder generell an dem Stil der Autorin – es konnte mich nicht wirklich treffen. Oft wirkten die Beschreibungen falsch gewählt, eine missglückte Wortwahl dämpfte die eigentliche Emotionalität, hinderte an Tiefgang und machte manche Momente fast schon lächerlich. Leider hat dies für mich das Lesen dieser bedrückenden Geschichte in Teil 2 und 3 eher unangenehm gemacht, was mich enttäuscht, da der Anfang so vielversprechend war. ACHTUNG SPOILER! Zu guter letzt möchte ich anmerken, dass ich große Probleme mit den letzten Seiten hatte, da sie auf eine sehr detaillierte Weise – was sonst im Buch mir gefehlt hat – das langsame Ableben eines Menschen beschreiben, vom Todesröcheln übers langsam Blau anlaufen, was für mich einfach zu viel war, da es doch gruselig; zu detailliert und schrecklich zu lesen war und es mir dabei nicht gut ging. Ich würde mit Bauchschmerzen und einem mulmigen Gefühl hinterlassen. ENDE SPOILER! Fazit: Ein großartiger Anfang, der leider nicht so fortgesetzt wurde und zu einem an der Oberfläche bleibenden und traurigem Buch mutiert. Wichtige Themen werden angebracht und beobachtet, können sprachlich allerdings nicht der eigentlichen Emotionalität gerecht werden, wodurch die Darstellung sich recht merkwürdig liest.  2/5 Sternen Ein großes Dankeschön an das Blogger Portal der Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 14.04.2017: _Jassi                                           ---  38 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   83,5 Punkte Astell                                           ---    0 Punkte BeeLu                                         ---   62 Punkte Bellis-Perennis                          ---  261 Punkte Beust                                          ---   100 Punkte Bibliomania                               ---   97 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  161 Punkte ChattysBuecherblog                --- 111 Punkte CherryGraphics                     ---   62.5 Punkte Code-between-lines                ---  55 Punkte eilatan123                                 ---    5 Punkte Eldfaxi                                       ---   51 Punkte Farbwirbel                                ---   44 Punkte fasersprosse                            ---     9 PunkteFrau-Aragorn                           ---     4 Punkte Frenx51                                     ---  41 Punkte glanzente                                  ---   60 Punkte GrOtEsQuE                               ---   71 Punkte hannelore259                          ---   33 Punkte hannipalanni                           ---   71 Punkte Hortensia13                             ---   53 Punkte Igelchen                                    ---   11 Punkte Igelmanu66                              ---   95 Punkte janaka                                       ---   63 Punkte Janina84                                   ---    44 Punkte jasaju2012                               ---   16 Punkte jenvo82                                    ---   56 Punkte kalestra                                    ---   26 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   57 Punkte Katykate                                  ---   44 Punkte Kerdie                                      ---   99 Punkte Kleine1984                              ---   61 Punkte Kuhni77                                   ---   60 Punkte KymLuca                                  ---   50,5 Punkte LadyMoonlight2012               ---   26 Punkte LadySamira090162                ---   124 Punkte Larii_Mausi                              ---    24 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   30 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   36 Punkte louella2209                            ---   58 Punkte lyydja                                       ---   55 Punkte mareike91                              ---    20 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  39 Punkte MissSternchen                          ---  29 Punkte mistellor                                   ---   123 Punkte Mone97                                    ---   20 Punkte natti_Lesemaus                        ---  39 Punkte Nelebooks                               ---  160 Punkte niknak                                       ----  180 Punkte nordfrau                                   ---   74 Punkte PMelittaM                                 ---   82 Punkte PollyMaundrell                         ---   24 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   52 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   35 Punkte SaintGermain                            ---   82 Punkte samea                                           --- 28 Punkte schadow_dragon81                  ---   73 Punkte Schmiesen                                  ---   92 Punkte Schokoloko29                            ---   23 Punkte Somaya                                     ---   100 Punkte SomeBody                                ---   94,5 Punkte Sommerleser                           ---   87 Punkte StefanieFreigericht                  ---   94 Punkte tlow                                            ---   55 Punkte Veritas666                                 ---   87 Punkte vielleser18                                 ---   68 Punkte Vucha                                         ---   78 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   40 Punkte Wolly                                          ---   82 Punkte Yolande                                       --   64 Punkte

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    • 2151
  • fesselnder Entwicklungsroman

    Komm her und lass dich küssen
    Maerchenbuch

    Maerchenbuch

    25. February 2017 um 18:47

    Im Roman „Komm her und lass dich küssen“ von Griet Op de Beeck, erzählt uns die Autorin die Geschichte von Mona und ihrer Familie und dabei begleiten wir die Protagonistin in drei verschiedenen Lebensphasen: als Kind 1976-1978, als junge Frau 1991 und als Erwachsene 2002. Der erste Teil des Romans berichtet über Monas Kindheit im Alter von 9 bis 12 Jahren. Als die Mutter des Mädchens bei einem Autounfall ums Leben kommt, kümmert sich Mona fortan um ihren kleinen Bruder Alexander, denn ihr Vater flüchtet sich von jeher in seine Arbeit als Zahnarzt und die junge Stiefmutter Marie, die den beiden Geschwistern nur wenige Wochen nach dem Tod ihrer Mutter vorgestellt wird, ist mehr mit sich selbst und ihrem Wunsch nach Perfektion beschäftigt, als sich um die Bedürfnisse ihrer Stiefkinder zu kümmern. Artig, unsichtbar und äußerst pflichtbewusst, versucht Mona nicht aufzufallen, es jedem Erwachsenen recht zu machen und ihren Vater und Marie nicht zu enttäuschen. Der zweite Teil des Romans gibt dem Leser Einblick in Monas 20er. Die junge Frau ist mit ihrer vermeintlich großen Liebe, dem älteren Schriftsteller Louis leiert, doch das Verhältnis ist geprägt von Abhängigkeit und der Angst zu Versagen. Die Beziehung zur Stiefmutter Marie gestaltet sich ebenfalls äußerst schwierig, können Mona und Alexander den Anforderungen Maries doch nie komplett gerecht werden. Nur Mona verspürt weiterhin das Bedürfnis folgsam zu sein und stellt ihre Meinung und ihre Wünsche nach wie vor in den Hintergrund. Im 3.Abschnitt des Buches begleiten wir die junge Frau im Alter von 30 Jahren, als ihr Vater erkrankt und sie viel Zeit im Krankenhaus verbringt. Ihr Wunsch, mit ihrem Vater alleine zu sein um ihm all die Fragen zu stellen die sie jahrelang unterdrückt hat, gestaltet sich äußerst schwierig, denn die dominante Marie ist stets präsent. Ob und wann es Mona endlich schafft eigene Entscheidungen zu treffen, ohne auf jemanden Rücksicht zu nehmen, und ob sie jemals begreift wie man frei und glücklich lebt, ist eine der zentralen Fragen die man sich als Leser vor allem im dritten Teil dieser Lektüre stellt. Die Autorin skizziert in ihrem Entwicklungsroman eine scheinbar behütete Kindheit, aber schafft es gleichzeitig, Monas starke aber unterdrückte Persönlichkeit und ihre tiefe Einsamkeit spürbar zu machen. Das Mädchen beschwert sich nie, doch der Leser ahnt stets, dass das Kind leidet und vor allem auf der Suche nach Liebe ist. Neben Monas Gefühlswelt, war es auch sehr spannend die Entwicklung der anderen Protagonisten mitzuverfolgen. Wie verläuft Alexanders Leben und wie gestaltet sich die Ehe zwischen dem Vater und der neuen Mutter Marie? Vor allem der erste Teil des Romans konnte mich richtig fesseln und ich habe es geschafft, schnell in die Geschichte einzutauchen. Neben dem fantastischen Einblick in Monas Entwicklung, wird dem Leser vor Augen geführt, wie vergangene Ereignisse in der Kindheit, unsere Zukunft mitgestalten können und wie schwierig es sein kann, sich von der Vergangenheit zu lösen um einen selbstbewussten Weg zu gehen. Dieses Buch ist für mich nicht nur ein feinfühliger Entwicklungsroman, sondern auch eine spannende „Auferstehungsgeschichte“, die einen besondern Platz in meinem Bücherregal bekommen wird.

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  • Über die Lebensgeschichte einer Frau

    Komm her und lass dich küssen
    skywatcher

    skywatcher

    20. January 2017 um 11:04

    Aufmerksam geworden bin ich auf "Komm her und lass dich küssen" von Griet Op de Beeck durch die Frankfurter Buchmesse 2016, bei der die Niederlande Gastland war. Unter allen Romanen, die zu dieser Zeit erschienen sind, ist mir dieser positiv aufgefallen, beschreibt er doch auf einfühlsame und authentische Weise das Leben von Mona, die früh ihre Mutter verliert (ab diesem Moment beginnt auch die Handlung), mit einer Stiefmutter klarkommen und nebenher noch ihren Bruder Alexander miterziehen muss. Das Buch ist in drei Abschnitte gegliedert, von der Kindheit, dem Erwachsenwerden und Erwachsenensein, und in dieser Hinsicht entwickelt sich auch die Sprache. Es liest sich zwar leicht, geht aber in die Tiefe und berührt mit klugen Gedanken und Beobachtungen. "Komm her und lass dich küssen" hat mir sehr gut gefallen und ich hoffe, bald mehr von der Autorin zu lesen.

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  • Vom Mädchen zur Frau - ein eher beklemmender Entwicklungsroman

    Komm her und lass dich küssen
    schnaeppchenjaegerin

    schnaeppchenjaegerin

    05. November 2016 um 15:32

    Der Roman ist in drei Erzählabschnitte aus der Perspektive von Mona gegliedert. Der erste Teil spielt in den Jahren 1976 bis 1978, als Mona zwischen neun und zwölf Jahren alt ist. Von ihrer kaltherzigen Mutterm die sie schon einmal in den Keller sperrt, erfährt sie keine Liebe. Der Vater flüchtet sich in die Arbeit in seine Zahnarztpraxis und kommt abends oft so spät nach Hause, dass er seine Kinder nicht mehr sieht. Um ihre Eltern zu entlasten, kümmert sich das Mädchen um ihren jüngeren Bruder Alexander, Als ihre Mutter bei einem Verkehrsunfall stirbt, verspürt Mona keine Trauer, sondern vielmehr Erleichterung über den Tod von Agnes. Der Vater stellt den Kindern nur wenige Monate später eine neue, jüngere Frau und vor, die er bald heiratet. Marie soll Ersatzmutter für seine Kinder sein. Die junge Frau ist zwar liebevoller im Umgang mit den Kindern und sichtlich bemüht, jedoch auch im Umgang mit ihnen überfordert. Als sie selbst Mutter wird, ist es wiederum Mona, die sich um ihre kleine Schwester kümmert, sie wickelt, wäscht und beaufsichtigt. Sie leistet dies alles, als habe sie ein permanentes schlechtes Gewissen - eine unbeschwerte Kindheit kennt Mona nicht. Der zweite Abschnitt handelt im Jahr 1991. Mona ist inzwischen Dramaturgin beim Theater und lebt mit dem älteren Schriftsteller Louis zusammen. Ihr Bruder heiratet die ebenfalls ältere Charlie, mit der er früh Vater eines Sohnes wird. Stiefmutter Marie ist anstrengend und schafft es mit ihrer fordernden Art sogar ihre Tochter zu vergraulen, die nach der Schule über Jahre nach Südamerika verschwindet. Sie kehrt erst im dritten Abschnitt im Jahr 2002 zurück, als ihr Vater schwer erkrankt im Krankenhaus liegt. Er ist unheilbar an Darmkrebs erkrankt. Mona verbringt viel Zeit im Krankenhaus, auch wenn es schier unmöglich ist, mit ihrem Vater unter vier Augen zu sprechen, da die sich aufopfernde Marie stets präsent ist. Beruflich hat Mona Probleme mit ihrem Intendanten, der für Kritik nicht empfänglich ist und gegen den Mona es nicht einmal versucht, sich durchzusetzen. Die Beziehung zu Louis ist auch nicht glücklich. Er ist egozentrisch und interessiert sich nur wenig für Monas Bedürfnisse."Komm her und lass dich küssen" ist ein Entwicklungsroman über ein Mädchen bzw. junge Frau, die ein geradezu bedauernswertes Leben führt. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die sich allerdings immer hinter die anderen stellt. Sie hat nie gelernt, sich und ihre eigenen Interessen und Wünsche ernst und wichtig zu nehmen. Sie beschwert sich nie und leidet nicht, zeigt geradezu keine Gefühlsregung. Der erste Abschnitt ist beklemmend, aber authentisch beschrieben. Der Leser kann sich in das kindliche Denken der Neunjährigen wunderbar einfühlen, während Mona als Erwachsene eher distanziert bleibt. Im dritten und längsten Leseabschnitt zog sich der Roman in die Länge und wurde erst gegen Ende lebendiger, als Mona selbst mehr Initiative ergreift und endlich wagt, Entscheidungen zu treffen, ohne auf alles und jeden Rücksicht zu nehmen. Der Titel "Komm her und lass dich küssen" ist treffend und schon fast provokant gewählt. Oberflächlich betrachtet ging es Mona schließlich immer gut. Sie wuchs allem Anschein nach behütet in einer Familie auf, in der es materiell an nichts mangelte und auch die Oma und Brüder ihrer Eltern für sie da waren. Tief im Inneren war Mona jedoch ein einsamer, unglücklicher Mensch, der bereits als Kind keine Träume hatte und sich auch später scheinbar vom Leben nichts erwartete. Erst die Erkrankung ihres Vaters scheint sie wachzurütteln, dass das Leben endlich ist und bei seinem Tod kann sie dann auch zum ersten Mal in ihrem Leben weinen. Die erste deutsche Übersetzung eines Romans von Griet Op de Beeck ist vielleicht keine große Unterhaltung, regt aber zumindest zum Nachdenken über den Sinn des Lebens an.

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