Grit Poppe Schuld

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Inhaltsangabe zu „Schuld“ von Grit Poppe

Liebe und Verrat im Schatten der Mauer. Jana ist fünfzehn, lebt mit ihren linientreuen Eltern in der DDR und ist zum ersten Mal verliebt. In Jakob. Aber ihre Eltern verbieten ihr den Umgang mit Jakob. Sie nennen ihn einen Staatsfeind. Außerdem hat Jakobs Familie einen Ausreiseantrag gestellt. Sieht Jana ihren Freund vielleicht bald nie wieder? Und dann verschwindet Jakob wirklich. Er landet im Gefängnis, weil es in seinem Land gefährlich ist, Kritik am System zu üben. Jana vermisst Jakob so sehr und macht sich schreckliche Vorwürfe. Hätte sie besser auf ihn aufpassen müssen? Wurde Jakob verraten? Und war das vielleicht sogar ihre Schuld? Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls: ein brisantes Stück der DDR-Geschichte erstmals in literarischer Umsetzung, von der preisgekrönten Autorin des Erfolgsromans "Weggesperrt".

Sollte man gelesen haben !

— alex_buecherliebe

Hat mich bewegt!

— Miri-Mondi

Interessant, aber kurzweilig und konnte mich deswegen nicht überzeugen ...

— GanzesBuch

Zeigt die DDR aus einer Perspektive, die wenige Jugendbücher bieten

— Rockyrockt

Ein wirklich wunderbares Buch inmitten der Kulisse der ehemaligen DDR. Lehrreich, schmerzhaft, authentisch und bewegend.

— MelE

Ein wundervolles Buch, so interessant und ergreifend. Unsere jüngste Zeitgeschichte ist unfassbar.

— Michaela11

Ein Buch über die Schatten der DDR, das durch die realistische Darstellungsweise mitreißt und große Emotionen weckt ohne zu dick aufzutragen

— ColourfulMind

Realistischer Jugendroman über eine Jugendliebe, die am Unrechtssystem der DDR zu zerbrechen droht. Erschütternd, mitreißend, wichtig.

— SinjeB

Eine eindrucksvolle Liebesgeschichte, die in den letzten Monaten der DDR spielt. Absolut empfehlenswert!

— Buchfan276

Liebe und Leben in der DDR. Ein emotionales Buch, das einem die DDR ein wenig näher bringt. Wühlt auf und regt zum Nachdenken an!

— leselea

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Dieses Ende... Und dann dieses Nachwort. Ich konnte nicht mehr! Unbedingt lesen!!!

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  • Ein großes Stück "Geschichte"

    Schuld

    Adlerauge

    02. February 2015 um 17:17

    Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls :ein brisantes Stück der DDR-Geschichte erstmals in literarischer Umsetzung, von der Autorin (Grit Poppe ) des Erfolgsromans "Weggesperrt" Meine Meinung: Ein wirklich, grandioses Jugendbuch ( aber auch für Erwachsene lesenswert ! ) über die Zeit des Mauerfalls ( 1989 ) verbunden mit einer bittersüßen Liebesgeschichte zweier Jugendlichen . Gute Charaktere und eine spannende Handlung ,die auch sehr nachdenklich stimmt ! Fazit : Ein lohnenswertes und überzeugendes Buch für jung und alt !

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  • Ein interessanter Einblick in das Leben in der DDR, vermischt mit einer schönen Liebesgeschichte

    Schuld

    Anneblogt

    Inhalt: Jana ist neu an ihrer Schule und lernt dort am ersten Tag gleich Jakob kennen. Jakob, der sich nicht an Regeln hält und das System der DDR und des Sozialismus öfters kritisiert. Jakob, dessen Eltern einen Ausreiseantrag beantragt haben und den ihre Eltern als Staatsfeind bezeichnen. Doch Jana und Jakob verlieben sich ineinander und die sonst so linientreue Jana beginnt ebenfalls langsam, das System zu hinterfragen. Ihr Vater verbietet ihr sogar den Umgang mit Jakob, als dieser plötzlich verhaftet wird. Aber wie ist es dazu gekommen. Ist Jana vielleicht Schuld daran? Meine Meinung: Das Cover gefällt mir eigentlich nicht so gut, jedoch passt es super zum Inhalt des Buches, es ist schließlich eine Szene aus dem Buch dargestellt, und durch die dunklen Wolken im Hintergrund kommt auch eine leicht bedrohliche Stimmung auf, die sich durch das ganze Buch zieht. Nur wegen dem Cover würde ich das Buch allerdings nicht kaufen.  Vom Inhalt her ist das Buch aber sehr interessant. Grit Poppe stellt das Zeitgeschehen gut dar und beleuchtet Pro und Kontra des Sozialismus, besonders gut beschrieben fand ich außerdem die Friedliche Revolution. Durch den Perspektivenwechsel lernt man sowohl Janas als auch Jakobs Leben in der DDR sehr gut kennen, die sich sehr unterscheiden. Janas Eltern, vor allem ihr Vater, sind strenge Anhänger der Partei und wollen Jana so auch mit allen Mitteln von Jakob, den sie als Staatsfeind ansehen, fernhalten. Dazu schreckt Janas Vater vor nichts zurück und bringt Jakob in eine wirklich schreckliche Lage. Die Hintergründe, wie es dazu kam, dass Jakob inhaftiert wurde, erfährt man erst gegen Ende des Buches, diese hatten es aber wirklich in sich, auch wenn sie für mich nicht ganz so überraschend kamen. Hier hat man jedoch sehr gut das Misstrauen gemerkt, das unter den Bürgern der DDR wohl weitverbreitet war.  Die Charaktere fand ich insgesamt sehr gut ausgearbeitet und der jugendliche Schreibstil hat gut zu Jana und Jakob gepasst, insbesondere in Janas Tagebucheinträgen. Jana ist erst das angepasste Mädchen, das ohne Hinterfragen dem von ihren Eltern vorgegebenen Weg folgt. Als sie in ihrer neuen Schule dann Jakob, dessen Eltern einen Ausreiseantrag gestellt haben und der selbst dem System der DDR sehr kritisch gegenübersteht, kennenlernt, beginnt auch sie, unabhängiger zu denken. Sie lernt durch ihn eine völlig neue Welt kennen und die Liebe, die sich zwischen Beiden entspinnt, gönnt man ihnen total. Der Wandel von Jana hat mir jedenfalls sehr gut gefallen, Jakob hingegen verändert sich kaum. Im Jugendhaus bleibt er seinen Prinzipien treu und lässt sich nicht unterkriegen-ein richtiger Kämpfer! Richtig gut gefallen hat mir auch Henriette, die Jana stark unterstützt, als Jakob schließlich weg ist. Sie ist eine echte Freidenkerin und mit ihren bunten Kleidern stelle ich mir sie echt außergewöhnlich und lebensfroh vor. Einziger Kritikpunkt sind die für mich am Anfang oft unzureichend beschriebenen Szenen. Hier hätte die Autorin länger bei einer Szene verweilen und sie ausführlicher beschrieben können. Gegen Ende legt sich dies jedoch auch, und vor allem Jakob neues Leben im Jugendhaus fand ich sehr gut beschrieben, auch wenn es sehr hart und brutal geschildert wurde. Entsetzlich, wie die Jugendlichen dort behandelt und schikaniert wurden! Das Ende hat dann richtig gut getan, auch wenn man ja noch einige schockierende Details erfahren hat! Fazit: Ein schönes Buch für Jugendliche und auch junge Erwachsene, die sich für das Leben in der DDR interessieren, verbunden mit einer Liebesgeschichte, die jedoch nicht zu präsent im Vordergrund steht. Ich kann Euch „Schuld“ nur empfehlen, da besonders das Zeitgeschehen gut dargestellt und die Charaktere gut ausgearbeitet wurden. Von mir gibt es trotz einem kleinen Kritikpunkt 5 von 5 Punkten.

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    • 4
  • Die Frage nach der Schuld

    Schuld

    MelE

    28. November 2014 um 09:04

    "Schuld" ist mittlerweile das 3. Buch der Autorin Grit Pope, welches ich gelesen habe. Für mich ist es wirklich interessant und faszinierend zu erfahren, was sich hinter den Kulissen der ehemaligen DDR abgespielt hat. Ich war zu jung und sicherlich auch zu desinteressiert, um all das zu begreifen, was geschah. Ich habe es als unfair empfunden, seine Meinung nicht ehrlich sagen zu dürfen. Für mich als Mensch, der redet wie ihm der Schnabel gewachsen ist ein Graus. Wo hätte ich mir Hilfe geholt? Wäre ich innerlich vereinsamt? Wenn meine Eltern einen Ausreiseantrag gestellt hätten, wäre ich dann automatisch zur Außenseiterin geworden? Nicht jede/r war zufrieden mit dem System der DDR, der kompletten Überwachung durch Big Brother sozusagen. Ich empfand "Schuld" als sehr beklemmend, denn letztendlich konnte Jana niemanden trauen.  Wie schon in den Büchern "Weggesperrt" und "Abgehauen" wird das Leben eines jungen Mädchens beleuchtet. Ein Mädchen, welches sich verliebt und dieser Junge einfach nicht der Richtige für sie zu sein scheint, zumindest in den Augen ihrer Eltern. Letztendlich kommt heraus, dass nicht nur Janas Vater gegen die Verbindung ist, sondern noch viel Größeres dahintersteckt. Nun ist die Frage tatsächlich, wem kannst du vertrauen?  Ich empfand gerade das Ende des Buches als äußerst schmerzlich, als die Schuldfrage geklärt zu sein scheint. Jakob, der ins Gefängnis kommt, da er sich dagegen wehrt, was das System mit den Menschen macht. Freie Meinungsäußerungen? Unerwünscht und mit harten Strafen belegt. Entsetzlich dieses zu verfolgen, wenn man bedenkt, das es noch nicht lange her ist, als der Nachbar oder die Nachbarin dich belauscht hat, vielleicht sogar verfolgt und dann an die Stasi verpfiffen hat, da du nicht Regelkonform gelebt hast.  Wir lesen hier eine ganz besondere Liebesgeschichte, in der zwei junge Menschen ihre Träume verfolgen wollen und durch den Staat daran gehindert werden. Jakob verhält sich auffällig und muss dafür teuer bezahlen. Kann ihre Liebe dem standhalten? Jana macht sich schwere Vorwürfe, denn vielleicht ist es ihre Schuld, das Jakob ins Gefängnis muss, da er Kritik am Leben in der DDR äußert. Waren sie zu unvorsichtig?  Die vielen Eindrücke und Wahrheiten empfand ich wie gesagt als sehr beklemmend, aber eben auch lehrreich. Die Bücher von Grit Pope zeigen auf, was oft immer noch verschwiegen wird. Sie wirken auf mich äußerst authentisch, vielleicht geht es mir deshalb so nah? Definitiv eine Leseempfehlung, denn in keinen anderen Büchern wird schonungslos offenbart, was sich gerade unter Jugendlichen der DDR abgespielt hat. Diejenigen, die wirklich zu allem nur genickt haben und diejenigen, die versuchten sich zu wehren. Ein sehr strenges Regime in denen Störenfriede, die den Wunsch nach mehr hatten einfach eingesperrt oder anders hart bestraft wurden. Mich macht es immer wieder fassungslos. Definitiv besser als jeder Deutschunterricht, da "Schuld" auf mich sehr viel lebendiger gewirkt hat.

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  • Eine schöne Jugendgeschichte, die die Geschehnisse die in der DDR stattfanden gut veranschaulicht..

    Schuld

    minicaspi

    Schuld von Grit Poppe 365 Seiten- Dressler Verlag ISBN: 978-3-7915-1634-9 Inhalt: Jakob lebt in der DDR. Doch dies würde er und seine Familie am liebsten ändern. Sie haben einen Ausreiseantrag gestellt, der jedoch abgelehnt wurde. Daraufhin haben sie erneut einen Antrag gestellt. Er und seine Familie sind mit dem System der DDR und des Sozialismus nicht zufrieden und können sich damit nicht identifizieren. Als die fünfzehn Jährige Jana in seine Klasse kommt spürt er zu ihr eine Verbundenheit. Jana ist in seinen Augen eine "Bonzentochter". Sie wird stark von ihren Eltern beeinflusst und kontrolliert. Jana ist Mitglied in der Freien Deutschen Jugend und soll, wenn es nach ihren Eltern geht, später in die Partei eintreten, in der ihre Eltern Mitglied sind. Jakob und Jana freunden sich an. Sie sitzen in der Schule nebeneinander und Jakob hilft ihr beim Aufbauen von Janas Schrank. Als Janas Eltern Jakob jedoch bei sich zuhause antreffen, sind diese nicht sehr begeistert von dem Umgang ihrer Tochter. Janas Vater ahnt schon von der staatsfeindlichen Haltung Jakobs. Doch Jana lässt sich von ihrem Vater zunächst nicht beirren. Doch als Jakob schließlich Flugblätter mit illegalen Inhalten an der Schule verteilt, kommt Jana in einen Zwiespalt. Ihre heile Welt und Sichtweise der DDR fängt an ins Wanken zu geraten. Wird Jana sich gegen ihre Eltern durchsetzen können und ihren eigenen Willen finden ? Und wird sie in die Machenschaften von Jakob hineingezogen? Meine Empfehlung: Der Roman "Schuld" von Grit Poppe ist ein Buch, das mich sehr überrascht hat. Schon das Cover hat mich sehr neugierig auf das Buch gemacht. Er passt meiner Meinung nach sehr gut zum Inhalt des Romans und spiegel diesen sehr gut wieder. Das Cover stimmt einen gleich auf das Buch ein, da es sehr düster und trist dargestellt ist. Die Charaktere im Buch haben mir größten Teils ganz gut beschrieben. Die Naivität von Jana wurde sehr gut verdeutlicht und auch ihre Tagebuch Einträge wirkten auf mich sehr echt. An ihren Charakterzügen wurde sehr klar deutlich, wie sehr sie schon von klein auf von ihren Eltern beeinflusst wurde und wie wenig sie deshalb über die schlechten Seiten der DDR wusste. Auch Jakob wurde sehr authentisch beschrieben. Ich konnte ihn mir immer sehr gut vorstellen wie er sich gegen alle und jeden Verteidigt der ihm etwas schlechtes wollte und wie einfühlsam und hilfsbereit er anderen gegen über war. Auch die Liebe zwischen Jana und Jakob wurde sehr echt und real dargestellt. Sie wurde nicht zu übertrieben beschrieben aber kam auch nicht zu kurz in den Beschreibungen. Generell waren alle Nebenfiguren ebenfalls gut beschrieben und in dem Maß ausgeschmückt, wie es für die Geschichte wichtig war. Außer bei dem Vater von Jana hätte ich mir noch etwas mehr Tiefgang gewünscht. Ich hätte gerne erfahren, was er von Beruf genau macht und hätte ihn gerne mehr aktiv erlebt. Auch der Schreibstil der Autorin war sehr schön und flüssig zu lesen. Der Roman wurde sehr spannend und anregend verfasst, sodass man das Buch nicht gerne aus der Hand legen wollte. Für mich war der Roman eine schöne Jugendgeschichte, die die Geschehnisse die in der DDR stattfanden gut veranschaulicht. Man bekam einen guten Einblick in den geschichtlichen Hintergrund und hat teilweise einen etwas anderen Blick auf bekommen zum Beispiel auf den Fall der Mauer. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der gerne beim Lesen auch mal etwas über das Zeitgeschehen erfahren möchte und nebenbei noch eine schöne Liebesgeschichte mit erleben mag.  http://minicaspi-bucherwelt.blogspot.de/

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    • 2
  • Leserunde zu "Schuld" von Grit Poppe

    Schuld

    katja78

    Liebe und Verrat im Schatten der Mauer Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls: ein brisantes Stück der DDR-Geschichte erstmals in literarischer Umsetzung, von der preisgekrönten Autorin des Erfolgsromans »Weggesperrt« Jana ist fünfzehn, lebt mit ihren linientreuen Eltern in der DDR und ist zum ersten Mal verliebt. In Jakob. Aber ihre Eltern verbieten ihr den Umgang mit Jakob. Sie nennen ihn einen Staatsfeind. Außerdem hat Jakobs Familie einen Ausreiseantrag gestellt. Sieht Jana ihren Freund vielleicht bald nie wieder? Und dann verschwindet Jakob wirklich. Er landet im Gefängnis, weil es in seinem Land gefährlich ist, Kritik am System zu üben. Jana vermisst Jakob so sehr und macht sich schreckliche Vorwürfe. Hätte sie besser auf ihn aufpassen müssen? Wurde Jakob verraten? Und war das vielleicht sogar ihre Schuld? Weitere Titel  von Grit Poppe zum Thema Weggesperrt Abgehauen Zur Autorin Grit Poppe wurde 1964 in Boltenhagen an der Ostsee geboren. Sie studierte am Literaturinstitut in Leipzig. Von 1989 bis 1992 engagierte sie sich in der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“. Heute schreibt sie Bücher für Kinder und Jugendliche. Für ihren ersten Jugendroman „Weggesperrt“, der 2009 im Dressler Verlag erschien, wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendliteratur“. Grit Poppe lebt mit ihrer Familie in Potsdam. Ich suche für dieses anspruchsvolle Buch 20 Leser für eine Leserunde. Blogger können sich gerne mit Bloglink bewerben. Bewerbungsfrage: Welche Erinnerungen habt ihr noch an den Mauerfall? Wir freuen uns auf eure Bewerbungen!                         Katja von Ka-Sas Buchfinder Schaut doch mal ins aktuelle Programm vom Dressler Verlag, vielleicht findet ihr dort die Lektüre, um den Sommer einzuleiten . *** Wichtig *** Ihr solltet Minimum 2-3 Rezension in eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie ihr eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Nehmt doch einfach euer zuletzt gelesenes Buch und schreibt darüber. Ein Leitfaden, wie eine Rezension aufgebaut ist, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/Leitfaden_Rezensionen.pdf *Der Erhalt des Rezensionsexemplares verpflichtet zur Teilnahme in der Leserunde (posten und den Leseabschnitten und das anschließende Rezensieren des Buches) Es werden nur Bewerber mit aussagekräftigen Rezensionen berücksichtigt

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    • 274
  • Ein gut recherchiertes Jugendbuch mit fundiertem geschichtlichem Bezug zur Wendezeit.

    Schuld

    JDaizy

    „Warum? Warum war ich so dumm? │…│ Ich sitze auf der Bank, mit dem Geruch des ranzigen Fetts in der Nase und der Übelkeit im Bauch. Meine nicht gerade sauberen Füße kreisen über der Pfütze. Schmutzig. Du hast dich schmutzig gemacht. Ich will das nicht denken. Aber ich denke es.“ Jana ist 15 und lebt in der DDR. Sie wächst, bei ihren linientreuen Eltern, wohlbehütet auf dem Land auf. Durch ihren Umzug nach Berlin lernt sie auf der neuen Schule Jakob kennen und verliebt sich Hals über Kopf. Ihr Lichtblick in einer Zeit ohne bekanntes Umfeld und ohne Freunde. Doch Jakob bringt Jana – gewollt oder ungewollt?! - in einen Gewissenskonflikt. Denn seine Familie hat einen Ausreiseantrag gestellt und steht unter ständiger staatlicher Beobachtung. Janas Vater verbietet ihr deshalb den Kontakt zum „Klassenfeind“. Doch Jana möchte das erste Mal in ihrem Leben frei entscheiden. Gibt sie ihrer jungen Liebe zu Jakob eine Chance? Und was wird passieren, wenn sie allein zurückbleiben muss, wenn Jakob wirklich ausreist? Wird sie eine gemeinsame Lösung mit ihren Eltern finden können oder wird sie sich am Ende sogar gegen sie stellen müssen? Jana hat nichts in ihrem Leben bisher hinterfragen müssen. Deshalb wirkt sie auf den ersten Blick gutgläubig und etwas naiv. Jakob dagegen ist ein Freigeist. Er möchte sich nicht einsperren lassen, selbst denken und entscheiden dürfen. Und er möchte nicht abwarten was passiert. Gegensätzlicher könnten zwei junge Menschen in dieser Zeit, 1988 in der DDR, nicht sein. Und doch verbindet sie etwas … die erste große Liebe und das Bedürfnis, vom Anderen akzeptiert, verstanden und wahrgenommen zu werden. Als Jakob Jana erklärt, warum er so ist wie er ist, warum er tut was er tut, kommen ihr erste Zweifel. „Die DDR war der bessere deutsche Staat – das sagten auch ihre Eltern. Nur: Wieso liefen dann so viele davon?“ Jana beginnt zuzuhören, nachzufragen und möchte verstehen. Und sie hat Angst. Angst davor Jakob nie wieder zu sehen, wenn er tatsächlich irgendwann ausreist. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und Jakob landet im Gefängnis. Auf ihrer Suche nach dem „warum“ gerät Jana zwischen die Fronten und muss sich die Frage stellen: Hat sie sich schuldig gemacht? Wem kann sie noch vertrauen? Und wer hat sie verraten? Wer sich für die (Wende-) Zeit der DDR interessiert, findet hier ein authentisches, gut recherchiertes Jugendbuch, dass kein Blatt vor den Mund nimmt. Es bedient einige kleine Klischees, was ältere Leser, die diese Zeit miterlebt haben, sicher schmunzeln lässt. So treffen wir auf die „rote Socke“ Frenzel, das „Bonzenkind“ Jana, auf die damals beliebte Bambina und auf Knusperflocken, auf ein „Stillgestanden und Sport frei!“ im Schulunterricht und noch einige andere DDR – typische Besonderheiten. Im Anhang findet sich zudem ein Glossar, was die wichtigsten Begriffe noch einmal genauer erklärt und eine kurze geschichtliche Chronik über die Geschehnisse 1988 / 89. Für mich wirkt dieses Jugendbuch, deshalb ein bisschen wie ein Schulbuch, wie Schullektüre – was dem Lesen aber keinen Abbruch tut. Fazit: Ein gut recherchiertes Jugendbuch mit fundiertem geschichtlichem Bezug zur Wendezeit. Beklemmend und berührend … und doch voller Hoffnung, setzt es ein Zeichen und zeigt wie wichtig Menschenwürde und Freiheit sind. Nicht nur gestern, sondern auch heute! 

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    • 3
  • Von der Suche nach Freiheit

    Schuld

    ColourfulMind

    10. September 2014 um 19:40

    "Wenn man zu sich selbst und seiner Meinung steht, lassen sich Schwierigkeiten mit anderen nicht vermeiden [...] Doch ... wenn du nicht das sagst oder tust, was du für richtig hälst, bekommst du auch Probleme: nämlich mit dir selbst. Mit deinem Spiegelbild, verstehst du?"   - S.43 Von der Suche nach Freiheit. Grit Poppe beschreibt mit ihrem Roman "Schuld" die realistischen Zustände damals in der DDR. Das ganze geschieht dabei aus zwei Perspektiven, die mit der Zeit immer mehr verwischen. Einmal aus der Sicht der jungen Jana, die behütet aufwächst und gar nicht daran denkt gegen das Regime zu rebellieren, mit dem sie aufgewachsen ist und deren Richtigkeit sie jeden Tag aufs Neue eingebläut bekommt. Und dann noch aus der Sicht von Jakob. Einem idealistischen jungen Mann, der überzeugt davon ist, dass jeder Mensch das Recht hat für das einzustehen, was er selbst für richtig hält und der erst lernen muss, dass die Realität ganz anders aussieht. Diese beiden Charaktere schildern eindrucksvoll das Leben in der DDR kurz vorm Mauerfall und schaffen es zu bewegen ohne große Gefühlsduselei. Sie führen uns durch ihre Welt, zeigen uns ihre Grausamkeiten auf, aber auch wie einfach es ist für den Moment in der Sicherheit dessen zu leben, was einem vorgegeben wird. Jana und Jakob sind zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, in jeglicher Hinsicht. Und während vor allem Jana mir anfangs nicht wirklich sympathisch war, passen sie doch beide perfekt in diese Geschichte hinein. Denn beide entwickeln sich weiter, werden von dem politischen Geschehen um sie herum so nachvollziehbar beeinflusst und verändert, dass sie mit jeder Seite ein Stück authentischer werden und mir mit der Zeit auch immer mehr ans Herz gewachsen sind. Die Tatsache, dass sowohl sie als auch die Geschichte so schmucklos sind und damit sehr echt wirken, bringt den Leser dazu mitzufiebern, mit ihnen zu leiden und zu hoffen, auch wenn es auswegslos erscheint. Die Geschichte ist spannend und mitreißend, aber auch bedrückend und abschreckend. Doch diese Kombi sorgt dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Vor allem eine Szene hat mich unglaublich berührt und ich denke, ich kann diese erwähnen, ohne viel zu spoilern, denn wir alle wissen ja, wie das Ganze abgelaufen ist. Der Mauerfall. Ich selbst war damals noch nicht auf der Welt, kann also nicht aus erster Hand sagen, wie die Menschen damals empfunden haben oder wie sich dieser Moment angefühlt hat. Doch Grit Poppe fängt dieses Lebensgefühl, diese Euphorie und die Einzigartigkeit dieses Moments so unglaublich ein, dass ich wirklich Gänsehaut bekommen habe und das Gefühl hatte, selbst dabei zu sein. Und das muss ein Autor erst einmal schaffen. Alles in Allem ist "Schuld" von Grit Poppe eine bewegende Geschichte über das Streben nach Freiheit in der DDR und der harten Realität, die jene erwartet, die es gewagt haben genau dies zu tun.

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  • ein nachdenklich stimmendes Jugendbuch

    Schuld

    Manja82

    05. September 2014 um 15:05

    Kurzbeschreibung: Liebe und Verrat im Schatten der Mauer. Jana ist fünfzehn, lebt mit ihren linientreuen Eltern in der DDR und ist zum ersten Mal verliebt. In Jakob. Aber ihre Eltern verbieten ihr den Umgang mit Jakob. Sie nennen ihn einen Staatsfeind. Außerdem hat Jakobs Familie einen Ausreiseantrag gestellt. Sieht Jana ihren Freund vielleicht bald nie wieder? Und dann verschwindet Jakob wirklich. Er landet im Gefängnis, weil es in seinem Land gefährlich ist, Kritik am System zu üben. Jana vermisst Jakob so sehr und macht sich schreckliche Vorwürfe. Hätte sie besser auf ihn aufpassen müssen? Wurde Jakob verraten? Und war das vielleicht sogar ihre Schuld? (Quelle: Dressler) Meine Meinung: Als Janas Vater in Berlin eine neue Stelle bekommt zieht sie zusammen mit ihren Eltern vom Land in die Hauptstadt. Doch für Jana ist dies alles andere als leicht. Sie findet in der Schule kaum Anschluss, ist sie doch für alle immer nur das Landei. Nur einer nimmt Jana in Schutz, Jakob. Das verwundert Jana, hat sie doch eigentlich gar nichts mit ihm zu tun. Außerdem seine Familie will doch eh weg, hat einen Ausreiseantrag gestellt. Janas Eltern ist Jakob ein Dorn im Auge, sind sie doch DDR treue Bürger, die nichts gegen das Regime sagen. Und doch verbringen Jana und Jakob immer mehr Zeit miteinander, er öffnet ihr mehr und mehr die Augen was wirklich in der DDR passiert. Er übt offen Kritik am Land und bekommt die Auswirkungen zu spüren, landet im Gefängnis deswegen. Haben Jana und Jakob eine Chance? Wie wird es weitergehen mit den beiden? Das Jugendbuch „Schuld“ stammt von der Autorin Grit Poppe. Sie hat bereits andere Bücher veröffentlicht, ebenfalls mit dem Thema DDR, für mich war dies das erste Buch von ihr. Aber mit großer Sicherheit war es nicht das letzte. Jana ist 15 Jahre alt und soweit ein normales junges Mädchen. Sie lebt in der ehemaligen DDR, geht dort zur Schule. In Berlin ist sie neu und tut sich schwer Anschluss zu finden. Ihre Eltern sind treue DDR Bürger, üben keine Kritik an der Regierung, eher im Gegenteil. Ihnen ist alles, was passiert recht so wie es ist. Zu Jakob fühlt sich Jana hingezogen, ihren Eltern ist er eher ein Dorn im Auge. Jakob ist Janas Klassenkamerad. Er ist ein richtiger Rebell, lehnt sich gegen das DDR-Regime auf wo er nur kann. Jakob will frei sein, reisen und nicht so eingesperrt wie in der DDR. Seine Familie hat bereits einen Ausreiseantrag gestellt. Er übt sogar öffentlich Kritik an der Regierung. Die Folge davon bekommt er hautnah zu spüren, muss sogar ins Gefängnis dafür. Die anderen im Buch vorkommenden Figuren spielen nur am Rande eine Rolle. Einzig Janas Vater nimmt eine größere Rolle ein. Diese ist gut dargestellt und seine DDR Ergebenheit kommt glaubhaft rüber. Der Schreibstil der Autorin ist jugendlich und flüssig zu lesen. Es ist alles gut zu verstehen und man kommt gut durch die Seiten. Geschildert wird das Geschehen abwechselnd aus den Perspektiven von Jana und Jakob. Zwischendrin gibt es kursive Passagen, diese spielen sich in der Gegenwart, dem heute, nach dem Mauerfall, ab und schildern Janas Erlebnisse. Die Handlung fesselt in dem Sinne, dass man sich alles was damals passiert ist sehr gut vorstellen kann. Es ist interessant zu lesen was auch hinter den Kulissen abging damals. Und gerade ich als DDR Kind, die 7 Jahre in der DDR gelebt hat, war es eine Reise in die Vergangenheit. Zwar kann ich mich nicht mehr an alles erinnern, doch die Zeit, in der das Geschehen spielt, ist mir noch geläufig. Die Geschehnisse sind wirklich gut wiedergegeben, auch wenn es sicherlich kein einfacher Inhalt ist. Es ist alles nachvollziehbar, besonders auch dadurch, dass es am Ende des Buches ein Glossar gibt, wo die wichtigsten Begriffe erläutert werden. Das Ende hat mir gefallen. Es ist zwar etwas vorhersehbar aber mich persönlich hat dies nicht gestört. Es rundet das Buch sehr gut ab und lässt den Leser zufrieden zurück. Fazit: Alles in Allem ist „Schuld“ von Grit Poppe ein Jugendbuch das die Geschehnisse der DDR sehr gut wiedergibt. Authentische Charaktere, der jugendliche Stil und eine Handlung, die fesselt aber auch nachdenklich stimmt, haben mich hier vollends überzeugt. Klar zu empfehlen!

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  • Authentische, nachhallende Geschichtsaufbereitung für Jugendliche und Zeitreisende

    Schuld

    SinjeB

    04. September 2014 um 11:58

    Zum Inhalt: DDR 1988: Die fünfzehnjährige Jana erlebt einen Wechsel - Umzug, neue Schule … und mit der neuen Schule lernt sie auch Jakob kennen. Jakob, den Unangepassten, der so gar nicht in ihre linientreue Welt passt. Doch alle Umgangsverbote von Janas Eltern können nicht verhindern, dass sich die Jugendlichen verlieben. Und Jakob, dessen Eltern einen Ausreiseantrag gestellt haben, öffnet Jana die Augen. Durch ihn lernt sie, das Land, in dem sie lebt, zu hinterfragen, kritischer zu sein. Jakob scheut sich nicht, seine Meinung zu sagen, er schwimmt gegen den Strom, wiegelt auf, und schon bald verschwindet er im Gefängnis. Jana versteht die Welt nicht mehr, und eines Tages macht sie eine erschütternde Entdeckung. Trägt sie möglicherweise die Schuld an Jakobs Schicksal? Wird sie ihn je wiedersehen? Meine Meinung: Pünktlich zum bevorstehenden 25. Jahrestag des Mauerfalls ist nach „Weggesperrt“ und „Abgehauen“ nun Grit Poppes dritter Jugendroman zum Thema DDR erschienen, und grundsätzlich ist es begrüßenswert, dass auch nach dieser Zeit Alltag und Gegebenheiten für eine Zielgruppe aufbereitet werden, die zwangsläufig nicht live dabei gewesen sein kann. Da ich, aufgewachsen in der DDR, zum Zeitpunkt des Mauerfalls gerade dreizehn Jahre alt war, habe ich natürlich mein eigenes Bild, das gerade in Bezug auf die in diesen Romanen thematisierten Schattenseiten sehr lückenhaft ist. Daher denke ich, dass Grit Poppes „Schuld“ neben der eigentlichen jugendlichen Zielgruppe auch noch uns ehemalige Jugendliche als Zielgruppe hat, die sich mithilfe ihres Romans noch einmal auf Zeitreise begeben. Beide Adressaten bedient die Autorin gut. Zu Beginn führt sie den Leser in den DDR-Alltag ein, der - nach meiner Erfahrung - authentisch beschrieben ist. Gepflogenheiten in der Schule und Nennungen von Produktnamen rufen Erinnerungen wach. Dennoch legt die Autorin auch Wert darauf, dass die Jugendliche zunächst auch mit zeitlosen Problemen konfrontiert wird, um die heutige Leserschaft nicht unterwegs zu verlieren. So hadert Jana mit dem Umzug vom Land in die Stadt, hat den Stempel des Dorftrampels weg und passt, so ohne „Action“-Make-up in ihrer Rüschenbluse erst einmal nicht so recht ins Bild. Der rebellische Jakob bietet einen typischen Gegenpart zu dem gut erzogenen, auf den ersten Blick etwas biederen Mädchen, und auch wenn eine solche Paarung in der Literatur nicht gerade brandneu ist, so gelingt es der Autorin doch sehr gut, die entstehende Beziehung zwischen den Jugendlichen glaubhaft zu gestalten. Erfreulicherweise verzichtet sie dabei auf rosarote Wölkchen und unpassendes Anschmachten. Die zum Teil nüchterne Darstellung des Verliebens erinnerte mich geringfügig an DDR-Jugendliteratur, die in dieser Beziehung mitunter etwas „unheimelig“ sein konnte. Das soll aber gar kein Makel sein, denn ich genoss dieses Hineingleiten in eine Beziehung über ernste, geradezu erwachsene Dialoge, verbunden mit Szenen, die sich buchstäblich ins Leserherz hineinspielen, ohne kitschig zu sein. Im Gegenteil, da Jakob ohne Umschweife als jemand eingeführt wird, der sich in der DDR eingesperrt fühlt und etwas bewegen möchte, schwebt von Beginn an eine Gefahr über den beiden Protagonisten, die den Leser vorsichtig werden lässt. Dennoch ist Jakobs Verhaftung ein Schock, und die darauf folgenden Darstellungen zeigen sich auf erschütternd ungeschönte Weise, dass man durchaus immer einmal einen Moment zum Durchatmen braucht. Um ihre Geschichte aus möglichst vielen Perspektiven zu beleuchten, bedient sich Grit Poppe mehrerer Zeitebenen und Erzählinstanzen. Eingeleitet wird „Schuld“ mit einer Ich-Erzählung aus dem Jahr 1992, erzählt von einer jungen Frau, die gerade ihre Stasiakte gelesen hat und sich nun auf eine Suche begibt. Die Vorgeschichte dazu - zurück im Jahr 1988 bis hin zum Mauerfall - folgt dann in personaler Erzählweise, die Janas Erlebnisse im Wechsel zu Jakobs schildert und somit hautnahe Eindrücke bietet, die nachhallen. Auf diese Weise erzählt Grit Poppe eine eindrückliche Geschichte, in der die Protagonisten eine nachvollziehbare, starke Entwicklung durchleben, eine Geschichte über großes Unrecht und Verrat an Stellen, wo man ihn nicht erwartet. Obwohl mir hier und da ein paar Graustufen fehlten und mir die Schuldfrage etwas zu absolut erscheint, konnte mich die runde Geschichte von Grit Poppes „Schuld“ nicht zuletzt auch dank des Hoffnungsschimmers, den der Roman dennoch zu entfachen weiß, überzeugen, sodass ich die beiden früheren Romane, die ich bislang noch nicht kenne, gern auf meine Wunschliste setze. Fazit: Realistischer Jugendroman über eine Jugendliebe, die am Unrechtssystem der ehemaligen DDR zu zerbrechen droht, mit glaubhaften Charakteren und authentischen Hintergründen. Erschütternd, mitreißend, wichtig. Gesamteindruck: 5 von 5 Punkten

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  • Schuld

    Schuld

    janaka

    Die regimetreue und gutsituierte Familie Kölpin zieht 1988 nach Berlin. Ihre 15jährige Tochter Jana hat Schwierigkeiten als Landei neue Freunde zu finden, bis sie sich in Jakob verliebt. Jakobs Familie hat einen Ausreiseantrag gestellt und lebt nun mit all den unangenehmen Konsequenzen. Jana lernt hier eine völlig neue Welt kennen und Jakob versucht ihr die Augen zu öffnen. Janas Vater versucht Jana den Umgang mit dem "Staatsfeind" Jakob zu verbieten. Dann werden sie schneller getrennt als gedacht. Jakob hat mit Freunden eine Demo organisiert, bei der es um Rede- und Ausreisefreiheit geht. Auf den Weg dorthin wird er verhaftet und durchlebt anschließend eine echt grausame Zeit. In einem weiterem Erzählstrang sucht Jana 1992 Jakob, sie leidet sehr unter Schuldgefühlen. War sie für das Leiden von Jakob verantwortlich? Findet sie ihn und kann sich mit ihm aussprechen? Mit "Schuld" hat die Autorin Grit Poppe ein brisantes Thema der DDR-Geschichte aufgegriffen und in einen wunder einfühlsamen Jugendroman eingebettet. Der Schreibstil ist flüssig und sehr realitätsnah, er lässt mich nur so durch die Seiten fliegen. Die Autorin beschreibt die Geschehnisse mit so viel Emotionen ohne gefühlsduselig zu sein. Sie erzählt die Geschichte aus zwei Sichten, einmal aus Janas und dann auch aus der Sicht von Jakob. So ist man als Leser immer nach dran und kann Einblick in die Gedanken und die Gefühle der beiden Hauptprotagonisten nehmen. Jana und Jakob sind mir sehr sympathisch, die Autorin hat ihnen Leben eingehaucht und sie langsam wachsen lassen. Ich kann mich gut in beide hineinversetzen, in die unsichere, naive und wohlbehütete Jana wie auch in den rebellischen Jakob. Die Liebesgeschichte zwischen Jana und Jakob ist wunderschön und die Autorin beschreibt die innere Zerrissenheit der beiden sehr authentisch und gefühlvoll, trotzdem "zwingt" mich die Geschichte ab und zu anzuhalten und über die Geschehnisse nachzudenken. Am meisten schockiert haben mich die Grausamkeiten, die Jakob während der Haft erleben musste. Dieser Jugendroman bekommt eine klare Leseempfehlung von mir.

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    • 2
  • Schuld

    Schuld

    Buchfan276

    28. August 2014 um 13:37

    Wir befinden uns im Jahr 1988. Das Ende der DDR naht, doch die Menschen, die zu dieser Zeit dort lebten, konnten dies bestenfalls langsam erahnen. Die junge Jana zieht damals mit ihrer Familie aus der Provinz an den Stadtrand von Berlin. In ihrer neuen Schule lernt sie mit Jakob einen besonderen Jungen kennen. Er bringt ihr gewohntes Weltbild von der unfehlbaren DDR ins Wanken und animiert sie zum Nachdenken. Nur darf man sich nicht staatskonforme Meinungen zu dieser Zeit nicht öffentlich leisten und daher landet Jakob im Gefängnis, weil er eine Demonstration für mehr Meinungsfreiheit plante. Jana gibt sich die Schuld für Jakobs Situation. Aber ist sie wirklich verantwortlich? Der unverwechselbare Schreibstil von Grit Poppe hat mich schon in "Weggesperrt" und "Abgehauen" überzeugt. Auch in "Schuld" bleibt sie diesem Stil treu und regt unter anderem mit vielen rhetorischen Fragen jugendliche Leser zum Nachdenken an. Die geschichtlichen Hintergründe werden geschickt und eindrucksvoll ein eine durchweg spannende, ergreifende und zuweilen auch emotionale Liebesgeschichte eingebettet. Dies gelingt auch durch eine detailreiche und vielseitige Gestaltung der handelnden Protagonisten. Weitere Pluspunkte gibt es für die Gestaltung der Erzählzeit. Beispielsweise wird die Phase vor dem Mauerfall in Tagebucheinträgen erzählt und so wird eine Art Zeitraffer angedeutet. Die Szenen nach dem Mauerfall im Jahr 1992 tauchen immer wieder zwischendrin auf und halten so die Spannung hoch. "Schuld" ist ein absolut packendes Buch und gehört in jedes gut sortierte Buchregal.

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  • Überzeugend

    Schuld

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. August 2014 um 18:22

    "Schuld" ist ein anspruchsvolles und emotinales Buch über zwei Jungendliche die in der DDR aufwachsen. Er erzählt von ihrer Liebe, die unter keinen guten Stern steht. Den im Gegenteil zu Janas den Regime angepassten Eltern, ja sogar sehr überzeugten Vater, steht jakob anders den Staat gegenüber. Jana gerät in einen Zwiespalt und dann wird jakob inhaftiert. Die Autorin, welche selbst in der DDR aufgewachsen ist und sich politisch engagiert hat, schreibt sehr genau über das Leben und die Gefühlslage der beiden. Aber auch das System der DDR wird gut beschrieben, ebenso die erschreckenden Behandlungsmethoden und Zustände in den Gefängnissen. Die beiden Jungendlichen werden werden sehr gut in ihren Charakteren dargestellt. Jakob, der Veränderer, mutig und Jana, die erst Überzeugte, doch sie verändert sich langsam. beginnt ihre eigene Meinung zu bilden, denkt über vieles nach. Für sie ist es sehr schwer, den auf der einen Seite sind da ihre Eltern und auf der anderen Seite ist da Jakob. Auch dieser Konflikt wird überzeugend herausgearbeitet. Deshalb hat sie mich auch beeindruckt. Sehr interessantes Buch zu einen Thema, welches man nicht vergessen sollte.

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  • Jugend in der DDR

    Schuld

    gusaca

    Jana ,deren Eltern treu zum sozialistischen System der DDR stehen und Jacob, dessen ELtern einen Ausreiseantrag gestellt haben, lernen sich in der Schule kennen und entwickeln langsam GEfühle füreinander. Jana, die sich bis jetzt über Politik nicht viele GEdanken gemacht hat, lernt Jacobs staatsfeindliches Gedankengut kennen . Sie fängt an zu hinterfragen. Als JAcob eine Demo anzettelt, wird er verhaftet und kommt ins GEfängnis. Trotz aller Widrigkeiten steht Jana auch weiter zu ihm. Und dann kommt der Mauerfall und JAna erkennt ungeheuerliches. In diesem Buch verarbeitet die Autorin das Zeitgeschehen rund um den MAuerfall in dem sie das damalige Geschehen aus der PErspektive zweier sehr unterschiedlicher Jugendlicher wiedergibt. Die Schreibweise ist der beschrieben Altersgruppe angepaßt und läßt den LEser die Emotionen und Probleme von Jana und Jacob gut nachempfinden. Die Charaktere von Jacob und JAna, die aus ganz anderen politisch geprägten Elternhäusern stammen, werden klar gezeichnet. Das Schulwesen, das familiäre Umfeld, die Justiz und die unterschiedlichen Haftanstalten werden deutlich umrissen dargestellt. Die Brutalität in der Jugendhaft hat mich besonders erschreckt. Aber auch das BEobachtet werden und das GEfühl niemanden VErtrauen zu können , das zu einer inneren Einsamkeit führt, wird gut dargestellt. Und dann die Erkenntnis, dass der eigene VAter als IM gearbeitet hat und die eigene Tochter und ihren Freund ausspioniert und verraten hat, schrecklich. Ja und dann die Schuldfrage. Ein Urteil , dass sich wohl keiner erlauben kann zu treffen, der nicht selber betroffen war. Jana hatte bestimmt keine Schuld an Jacobs VErurteilung, aber durch die TAten ihres Vaters fühlt sie sich mitschuldig.

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    • 2

    Floh

    26. August 2014 um 07:26
  • Schuld

    Schuld

    nataliea

    "Schuld" ist ein Jugendbuch, welches sich mit der DDR beschäftigt. Zum Inhalt ist folgendes zu sagen: Jana und Jakob lernen sich in der Schule kennen und verlieben sich nach einiger Zeit ineinander. Allerdings sind beide ziemlich verschieden. Jana kommt aus einer treusozialistischen Familie, deren Lebensstil sich ausschließlich nach den Ansichten der DDR richtet. Jakobs Familie hat indessen einen Ausreiseantrag gestellt und ist eher in politischer Hinsicht eher staatsfeindlich eingestellt. Doch selbst als Jakob wegen einer Demonstration ins Gefängnis muss, steht Jana weiterhin zu Jakob. Doch nach dem Mauerfall kommen alle Geheimnisse ans Tageslicht... Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig geschrieben. Die Perspektiven wechseln zum einen zwischen den Hauptprotagonisten Jana und Jakob und zum anderen zwischen der Vergangenheit und Gegenwart von Jana. Dadurch kann der Leser in jede Gefühlswelt der Figuren eintauchen und die einzelnen Sichtweisen nachvollziehen. Sehr interessant werden die politischen Sichtweisen und Meinungsäußerungen dargestellt und näher gebracht. Beeindruckend werden die Haftbedingungen und die Methoden der Staatssicherheit erzählt. Dieses Buch hat mich nachdenklich gemacht, denn trotz Wissen über die DDR erschrecken die einzelnen Taten immer wieder... Ein sehr empfehlenswertes Jugendbuch!

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    • 2

    buchjunkie

    20. August 2014 um 19:48
  • Schuld

    Schuld

    Blaustern

    Im Jahre 1988 zieht Jana mit ihren Eltern von einem Dorf nach Berlin. So ist sie neu an der Schule und findet keinen rechten Anschluss. Nur mit Jacob, ihrem Banknachbarn, freundet sie sich an und eine zarte Liebe entsteht. Doch Jacob ist ein Staatsfeind in den Augen ihres Vaters, der mit der Stasi sympathisiert, und verbietet ihr schon bald den Umgang mit ihm. Dabei vertritt Jacob nur seine Meinung, dass ein jeder Mensch ein Recht auf Freiheit hat, seine Meinung äußern darf, ohne bestraft zu werden, und außerdem haben seine Eltern einen Ausreiseantrag gestellt. Jana hat Angst, ihn zu verlieren, und dann ist er plötzlich wirklich weg. Doch nicht in den Westen, sondern er wurde wegen einer geplanten Demo ins Jugendhaus, das Jugendgefängnis, abgeführt. Sie macht sich große, berechtigte Sorgen und fragt sich, ob er durch einen Verrat ausgeliefert wurde und ob sie daran die Schuld trägt. Die Geschichte ist so ergreifend und erschaudernd und kommt der Wahrheit absolut nahe, denn genau so spielte sich das Drama in der ehemaligen DDR ab. Andersdenkende Bürger wurden beschattet, ihnen alle möglichen Steine in den Weg gelegt, und passte man sich nicht wenigstens ans System an oder hielt seinen Mund, gequält bis aufs Äußerste. Jana ist anfangs sehr naiv. Sie hat sich bisher nicht um das ganze Geschehen gekümmert und nur den Worten ihrer Eltern geglaubt und vertraut, die überzeugt waren vom sozialistischen Staat, der Spitzeltätigkeit und ihren Auswirkungen. Ihre Welt schien in Ordnung, lebten sie doch gut und erhielten dafür mehr als die einfachen Bürger. Doch dann lernt sie Jacob kennen mit seiner anderen und völlig richtigen Sichtweise auf den Staat und macht sich immer mehr Gedanken darüber. Sie beginnt, sich selbst mit den Machenschaften des Staates zu befassen und beäugt vieles sehr kritisch. Eine ganz neue Welt tut sich vor ihr auf und sie ist ebenfalls bereit, für bessere Lebensbedingungen und Freiheit und natürlich auch für ihre Liebe zu kämpfen. Janas Veränderung und ihr Mut, sich gegen ihren Vater zu stellen, haben mir gut gefallen und mich zutiefst beeindruckt. Aber auch Jacobs Kampf, der so hart und ziemlich aussichtslos war. Die Zustände in den Gefängnissen für politisch Gefangene waren einfach haarsträubend und so was von brutal und leider so wahr, dass man es nicht glauben kann, wie Menschen anderen so etwas antun können. Unglaublich. Das alles wurde hier sehr authentisch geschildert, und der Schreibstil ließ einen nur so durch die Seiten fliegen.

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    • 2

    Floh

    20. August 2014 um 11:26
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