Gudrún Eva Mínervudóttir Der Schöpfer

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Inhaltsangabe zu „Der Schöpfer“ von Gudrún Eva Mínervudóttir

Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs. Sveinn hat sich der Kunst verschrieben, lebensgroße Sexpuppen aus Silikon herzustellen, und darüber fast sein Leben vergessen. Da bleibt eines Tages Lóa mit einer Reifenpanne direkt vor seiner Haustür liegen. Er bietet ihr seine Hilfe an und bittet sie herein. Lóa ist alleinerziehende Mutter zweier Töchter und hat eigentlich nur einen Gedanken: möglichst schnell wieder nach Hause zu kommen. Vorher höchstens noch ein Gläschen Wein. Völlig erschöpft schläft sie wenig später auf Sveinns Sofa ein. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, stößt sie zufällig auf Sveinns Werkstatt und die Puppen. Seltsam fasziniert, packt sie eine davon in ihr Auto und setzt damit eine Kette unvorhergesehener Ereignisse in Gang …

Vielschichtig und ungeschoent. Eine sehr sehr subtile Liebesgeschichte! Oder eher der Beginn dieser.

— birdotheweirdo
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  • Abgefahrenes aus dem literarischen Wunderland

    Der Schöpfer
    AnnaChi

    AnnaChi

    Wieder einmal überrascht mich eine isländische Autorin mit einer überaus originellen Geschichte. Hauptfiguren sind ein Hersteller lebensgroßer und lebensechter Sexpuppen und die verzweifelte alleinerziehende Mutter einer anorektischen Tochter. Was als zufällige Begegnung aufgrund einer Reifenpanne beginnt, entwickelt sich als komplexes Beziehungsgeflecht zwischen zwei Menschen, die an ihrer Einsamkeit zu Grunde zu gehen drohen. Zudem vermag die Autorin großartig zu erzählen, schnörkellos und ungeschwätzig und mit feiner Ironie. Schon erstaunlich, wie viele gute Schriftsteller ein so kleines Land wie Island hervorzubringen mag. Die Bücher aus diesem literarischen Wunderland haben für mich in den letzten Jahren viele funkelnde Kostbarkeiten bereit gehalten.

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  • Der Schöpfer

    Der Schöpfer
    Fischfilet

    Fischfilet

    07. September 2013 um 23:08

    Als Loa in dem kleinen Ort Akranes mit Ihrem Wagen liegenbleibt, hat sie Glück, dass ein Anwohner, Sveinn, sich bereit erklärt ihr mit dem Wagen zu helfen. Doch als sie dann bei Sveinn in der Küche sitzt, beginnen die beiden sich zu betrinken und so kommt es, dass Loa nicht mehr nach Hause fährt.  Erst am nächsten Morgen wird ihr bewusst, was für einen Fehler sie da gemacht hat, da sie ihre Töchter, Ina und die magersüchtige Margret, allein zuhause gelassen hatte. Als sie sich auf die Suche nach einer Toilette machte, entdeckte sie in einem Raum lebensnahe Frauenpuppen. Sie schwankt zwischen Angewidertsein und Faszination und es kommt ihr der Gedanke, dass eine dieser Puppen ihrer Tochter Margret helfen könnte ihre Krankheit zu besiegen. So kommt es, dass sie die schwere Puppe herausschleppt, während der Hausherr noch schläft, und stiehlt.  Als Sveinn den Diebstahl bemerkt, ist er zunächst verärgert und weiß nicht so recht, was er machen soll. Als ein Freund ihm die Adresse von Loa beschafft, macht er sich auf den Weg zu ihr und gerät dort in eine aufgebrachte Situation. Erst nach einiger Zeit begreift er, dass Loas Tochter Margret verschwunden ist. --- An sich ist die Story recht interessant, leider ist diese dann aber doch in jeder Hinsicht nur oberflächlich. Man hat das Gefühl, dass kein Handlungsstrang wirklich ausgearbeitet wurde, die Charaktere sind oft nicht gerade glaubwürdig und die Geschichte hat im Allgemeinen nur wenig Tiefgang. Dafür lässt sich das Buch aber sehr gut lesen. Spannung ist durchgehend vorhanden und man erwartet stets den Höhepunkt, der bleibt dann aber aus. Im Horrorfilm kommt es immer darauf an wie oft etwas fast passiert. Wenn aber immer nur fast etwas passiert und das tatsächliche Geschehnis ausbleibt, dann verlässt der Besucher enttäuscht das Kino. So ist es mit diesem Buch. Es wird oberflächlich Spannung aufgebaut, aber es passiert nicht wirklich etwas. Störend ist an diesem Buch außerdem die Erzählung aus zwei Perspektiven. Ist es anfangs noch eine schöne Abwechslung die Geschehnisse um Sveinn und die um Loa jeweils aus deren Perspektive zu erfahren, so ist es spätestens dann störend, als beide sich im selben Haus aufhalten und jeweils in zwei aufeinanderfolgenden Kapiteln fast dieselbe Handlung wiedergegeben wird... Trotz der vielen Kritikpunkte ist mir das Buch dennoch drei Sterne wert, da mir die Idee gefällt und die erste Hälfte des Buches im Vergleich zur zweiten recht gut war. 

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  • Rezension zu "Der Schöpfer" von Gudrún Eva Mínervudóttir

    Der Schöpfer
    HarryF

    HarryF

    01. June 2012 um 17:42

    Abstrus, langweilig, ohne Höhen (und ehrlicherweise) auch ohne Tiefen.

  • Rezension zu "Der Schöpfer" von Gudrún Eva Mínervudóttir

    Der Schöpfer
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    22. September 2011 um 14:40

    Nahekommen „Sveinn hängte die Letzte zum Trocknen auf, der Haken steckte in ihrem Nacken“. Was sich anhört wie der Beginn einer Serienmörder Orgie löst sich bei weiterem Lesen des Buches in eine originelle, sprachlich wunderbar erzählte Geschichte um einen Amnn und eine Frau, um Einsamkeit in der modernen Gesellschaft und um einen ganz absonderlichen Beruf auf. All dies zu Teilen angesiedelt in der ländlichen Weite Islands in der Gegend um Reykjavik. Das, was da zum Trocknen aufgehängt wird, ist eine Puppe. Eine von vielen, deren Schöpfer Sveinn ist. Und diese Puppen, lebensgroß, real und für eine Vielfalt erotischer Zwecke hergestellt, sind die Passion Sveinns, der im Herzen Künstler war und ist und bleiben wird. Heißbegehrte Puppen ob ihrer ungeheuren Lebensechtheit. Perfektion, Realität, dass ist sein Ziel. Die Welt da draußen, die anderen Menschen, die Abläufe in der Welt, kaum bis kein Interesse findet dies alles in seinen Augen. Auch das Intermezzo mit Loa, die ob einer Autopanne bei ihm Hilfe sucht, wäre in seinen Augen ein zu verschmerzendes, kurzes Einbrechen der Welt in sein Refugium gewesen, wenn Loa nicht neugierig wäre. Wenn sie nicht eine der Puppen kurzerhand mitnimmt und damit den ersten Schritt einer Beziehung in Gang setzt, die für den Rest des Buches in ihren vielfachen Verläufen Sveinn beschäftigen und den Leser mit in den Bann ziehen wird. Loa aber ist nicht einfach so eine Diebin. Als alleinerziehende Mutter sorgt sie sich intensiv um ihre magersüchtige Tochter und hofft, mit diesem Wunderwerk an Weiblichkeit ihrer Tochter Hilfe, einen Anstoß geben zu können. Da nun Sveinn auf keinen Fall auf eines seiner Werke zu verzichten gedenkt, macht er Loa in der Stadt ausfindig. Eine wunderbar und feinfühlig geschilderte Annäherung zweier einsamer und in Beziehungsdingen ungeübter Menschen setzt Miervudottir nun in den Raum, bei der sie auf jede Form von Kitsch oder tränenreicher Tragik verzichtet und stattdessen mit hintergründigem Humor und einem klaren Blick für Emotionen ihre Protagonisten einander umkreisen lässt. Protagonisten, die nicht so wirken, als hätten sie aufeinander gewartet und die ebenso mit vielem in sich selbst beschäftigt sind, als dass sie einen freien Blick dafür hätten, aneinander Wichtiges finden zu können. „Gegen Mittag schaffte sie es, sich zu ein bisschen Mitgefühl und Gastfreundschaft durchzuringen. Zu fragen, wie er sich fühlte und ihm etwas gegen die Schmerzen zu geben“. Als Loa soweit ist, ist bereits über die Hälfte der Geschichte erzählt und noch immer ist keine Lösung der vielfältigen Probleme in Sicht, mit denen sich Loa und Sveinn herumschlagen. Und doch wird mehr und spürbar, dass es hier um Liebe geht und weiter gehen wird, auch wenn Loa und Sveinn sich dessen lange Zeit nicht bewusst sind. Sprachlich flüssig und mit Tempo erzählt bietet das Buch eine schöne, leise, ganz andere Liebesgeschichte, die viel von dem mit aufnimmt, was an der modernen Zeit und den vereinsamenden Menschen alles beginnt, zu fehlen für eine gelingendes Leben miteinander. Und wie man es doch wieder entdecken kann. Erzählt abwechselnd aus Sveinns und Loas Sicht der Dinge erhält das Buch eine durchgehende und fesselnde Dynamik. Sehr empfehlenswert.

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