Rezension zu "Darwins Schwestern: Porträts von Naturforscherinnen und Biologinnen" von Gudrun Fischer
toms„Darwin Schwestern“ rückt großartige Frauen der Biowissenschaften ins Licht. Die porträtierten Forscherinnen mussten enorme Hürden überwinden. Solange es gesellschaftlich noch akzeptiert war, dass Frauen dem „niederen Geschlecht“ angehören, äußerten sich männliche Kollegen teils schockierend abwertend und legten ihnen Steine in den Weg.
Besonders erfreulich ist, dass auch heutige junge Forscherinnen porträtiert werden. Ein zentrales Problem bleibt jedoch die mangelnde Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Forschung und Kindererziehung.
Einige zentrale Figuren fehlen im Buch, sie seien hier erwähnt: Nettie Stevens, die das XX/XY-Chromosomen-System entdeckte; Mary Anning, die die praktische Grundlage der modernen Paläontologie schuf; Rosalind Franklin, deren Röntgenaufnahmen die DNA-Doppelhelix belegten; und Esther Lederberg, die Bakteriophagen entdeckte. In all diesen Fällen wurden ihre Leistungen von Männern kleingeredet, die Ergebnisse aber genutzt – bei Franklin und Lederberg wurden diese Arbeiten sogar zur Grundlage von Nobelpreisen, die nicht ihnen, sondern Männern zugutekamen.
Ein Zukunftswunsch von Christina Nüsslein-Volhard fasst es treffend: „Fragen danach, wie es ihnen als Frau ergeht, wie sie überhaupt dorthin geschafft haben, versteht niemand mehr.“


