Gudrun Kugler

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Niemand ist eine Insel

Niemand ist eine Insel

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Erschienen am 02.04.2012
Entdeckung der Freundschaft

Entdeckung der Freundschaft

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Erschienen am 28.01.2010

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Rezension zu "Niemand ist eine Insel" von Gudrun Kugler

Rezension zu "Niemand ist eine Insel" von Gudrun Kugler
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

Die Zahl der Partnerbörsen im Internet nimmt jedes Jahr zu, auch die Zahl derer, die, oft auf mehreren Plattformen angemeldet, meist vergeblich versuchen, ihr Singledasein zu beenden und endlich einen Partner zu finden, vielleicht sogar fürs Leben.

Es sind, wie mir Freunde berichtet haben, die dort unterwegs sind, meistens sehr äußerliche Kriterien, die über Gefallen und Nichtgefallen bestimmen. Oft ist schon kurz nach dem Freischalten des persönlichen Bildes Schluss mit dem zuvor noch vertieften Mailaustausch. Und immer, selbst wenn man dann mal jemand getroffen hat, bleibt in einer Welt der unzähligen Möglichkeiten die Option, dass es vielleicht irgendwo da draußen noch jemand gibt, der besser, schöner, erfolgreicher etc. ist, als der Mensch, dem ich gerade gegenüber sitze.
Eva Illouz hat 2011 in ihrem Buch „Warum Liebe weh tut“ darüber geschrieben und dabei viele Schneisen durch das Dickicht moderner Liebe geschlagen und überzeugende Erklärungen für die Verunsicherung und Orientierungslosigkeit der hochreflektierten und autonomen Individuen spätmoderner Prägung gegeben.

Die Autorin des vorliegenden Buches wählt einen komplett anderen Weg. Gudrun Kugler, Theologin und Juristin betreibt seit einigen Jahren in Wien eine katholische Partnervermittlung im Internet und hat seit dieser Zeit schon Hunderte von Ehen vermittelt.

Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass sie in ihrem ganzen Ansatz davon ausgeht, dass es weniger die Romantik und die vordergründige Attraktivität eines Menschen sind, die den Erfolg einer auf Dauer angelegten Beziehung ausmachen, sondern eine „grundlegende Übereinstimmung in allen wichtigen Fragen des Lebens und eine gemeinsame Wertebasis“.

Doch nicht nur das. Gudrun Kugler zeigt überzeugend, dass man als Single zunächst einmal mit sich selbst ins Reine kommen muss, sich mit sich selbst, mit allem, was mich ausmacht, mit meiner ganzen Geschichte, auch meinen Enttäuschungen, aussöhnen muss. Dann gilt es, eine realistische Sicht von Partnerschaft zu entwickeln, das heißt von den ganzen Träumen nach dem perfekten Partner wegzukommen, und sich auf das besinnen, was man sich für ein dauerhaftes gemeinsames Leben wünscht.

Tragendes Fundament sind dabei für die gläubige Katholikin die im christlichen Glauben fundierten Werte, d.h. auch bedingungslose Treue.
Das alles klingt konservativ, und wird sicher auch viele davon abhalten, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen. Doch dann verpassen viele Singles eine einzigartige Gelegenheit, sich selbst und dem, was ihnen wirklich wichtig ist, endlich einmal auf die Spur zu kommen. Man muss kein gläubiger oder katholischer Mensch sein, um von den Ratschlägen, Vorschlägen, Übungen und Anregungen dieses Buches zu profitieren. Man muss auch nicht alle Einstellungen von Gudrun Kugler akzeptieren. Ich halte etwa ihre Auffassung zur Selbstbefriedigung für äußert fragwürdig.

Doch wer sich auf den kritischen Weg der langsamen und selbstreflektierten Lektüre dieses Buches macht, wird am Ende anders herauskommen. Er wird herausgefunden haben, warum alle bisherigen Versuche in den Partnerbörsen scheitern mussten und, wenn es ihm wirklich ernst ist mit einem gemeinsamem Leben mit einem anderen Menschen, in Zukunft Menschen, die er kennenlernt, anders anschauen, auf andere Dinge achten als bisher.

Und ich bin sicher: Beziehungen und Ehen, die von Anfang an über die wichtigen Fragen des Lebens gegründet wurden, haben festeren Bestand als die, die aufgrund von vergänglichen Äußerlichkeiten geschlossen wurden.

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Rezension zu "Niemand ist eine Insel" von Gudrun Kugler

Rezension zu "Niemand ist eine Insel" von Gudrun Kugler
michael_lehmann-papevor 7 Jahren

Erfahrungen der Partnersuche und –Vermittlung

Gudrun Kugler betreibt eine katholische Partneragentur im Internet und bringt nun die Quintessenz Ihrer Erfahrungen in grundlegender Weise zu Papier. Die Theologin und Juristin sucht, das spürt man dem Buch durchaus ab, dabei einen durchaus anderen, tieferen Zugang zur „Zusammenführung“, als gemeinhin gerade von Internetportalen gewohnt. Zumindest findet sich im Buch ein breiteres Spektrum als ein oft in der professionellen Partnervermittlung anzutreffendes. Nicht nur Eigenschaften und Wünsche werden aufgenommen und abgeglichen, sondern durchaus „der ganze Mensch“ tritt in den Blick. (Und dies in den praktischen Beispielen aus der Perspektive von Männern und von Frauen.)

Am Besten ist dies in den Kapiteln über „Die Zeit als Single gut nützen“ und „Partnerschaftsfähig werden“ zu erfassen. Beides nämlich bedingt einander und beides kann im schlechtesten Fall dazu führen, dass im Umgang mit potentiellen Partnern und im Umgang mit sich selbst Verhärtungen, Eigenarten sich verfestigen, die es schwer machen, je „das Eis zu brechen“. Kuglers eindringliche Mahnung der „Vorsicht vor Zuviel ICH“ und der „Vorsicht vor überzogenen Erwartungen an den Partner“ sind hier genauso nachdenkenswert für Partnersuchende wie eben auch ganz grundlegend in der Lage zu sein, den und die anderen empathisch in den Blick zu nehmen.

Bei all dem, was einerseits an klarer Erkenntnis und durchaus auch tradierten Werten in flüssiger Sprache im Buch nachzulesen ist (und bedenkenswert im Raume verbleibt), muss dennoch auf eine gewisse „altbackene“ Ausdrucksweise in zu einfachen Postulaten hingewiesen werden. „Nächstenliebe, Güte, Beharrlichkeit, Respekt“, alles wahr und doch ein wenig verstaubt in der Sprache klingend, was noch (im Negativen) sich leider ergänzt durch einige zu undifferenziert und zu sehr als reiner Appell im Raume verbleibenden Hinweise. Wenn dann noch die „doppelte Stärke gottesfürchtiger Männer“ beschrieben wird, steht doch allzu sehr Das Postulat eines „ heimwärts zu katholisch tradierten Werten“ im Raum.

Auch, wie das z.B. geht, nicht „zuviel ICH“ ins Leben zu lassen und was man dagegen tun könnte, das findet sich in diesem kurzen Abschnitt leider nicht wirklich aufgebarbeitet. Das man ohne „Tugenden ein Stück Treibholz“ ist, ist ein schönes Bild, aber was genau wären individuelle Tugenden, die zum konkreten Single dann auch passen würden? Manches verbleibt nach starker Formulierung dann doch zu sehr im Vagen.

Dies gilt aber nicht durchgängig für das ganze Buch. In Fragen der Suche und der Gestaltung von und Begegnungen, in der Mahnung, idealtypische Vorstellungen zu erden und damit in der Grundaussage des Buches, dass es für eine erfolgreiche Partnersuche zum einen ein grundlegendes Interesse an andern Menschen braucht, eine einigermaßen versöhnte Haltung mit sich selbst und ein realistische Betrachtung dessen, was eine Partnerschaft ist und sein kann bietet Gudrun Kugler durchaus viel Nachdenkenswertes über so manch „ver-rückte“ Haltungen, Anforderungen, Fantasien, die für eine Partnersuche eher hinderlich sind.

Auf dem weiten Feld der Partnersuche in einer Gesellschaft mit zunehmend hohem Single Anteil ist dieses buch nicht der schlechteste „Wegführer“ für die Überprüfung der eigenen Haltung und die konkreten Elemente einer erfolgreichen Suche. Wenn auch in manchen Hinsichten Kuglers Postulate zu undifferenziert, tradiert und zu sehr rein als Appell wirken.

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