Wo Rauch ist

von Gudrun Lerchbaum 
5,0 Sterne bei2 Bewertungen
Wo Rauch ist
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Ein starkes Statement gegen jegliche Form von Intoleranz

L

Ungewöhnlich, zeitnah, einfach gut

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Inhaltsangabe zu "Wo Rauch ist"

Can Toprak, investigativer Journalist, Frauen­held und Energiebündel, schien unbesiegbar – auf einmal ist er tot.
Olga Schattenberg trauert. Zwar waren Can und sie längst nicht mehr das streitlustige Paar, das gemeinsam dem Establishment trotzte. Denn Olga hat MS, sitzt im Rollstuhl, ringt mit ihrem zunehmend unkooperativen Körper. Doch ein Leben als Aktivistin hat sie Argwohn gelehrt: Can ist häufig angeeckt, sein Tod muss jemandem genützt haben. Sie rafft sich auf, gewinnt Verbündete und geht der Sache nach.
Unterdessen wird in Wien die Stimmung aggressiver, der politische Rechtsdrall bleibt nicht ohne Folgen. Dann tauchen plötzlich Staatsdiener auf, die wissen möchten, was aus Can Topraks letzten Recherchen geworden ist …

Ein harmoniesüchtiger Grabredner. Eine psychisch instabile Straftäterin. Eine gelähmte Revoluzzerin. Aus den Perspektiven dieses ungewöhnlichen Trio infernal knüpft Gudrun Lerchbaum ihren hochdynamischen Kriminalroman. Provokant, geschmeidig und humorvoll entspinnt sich ein Plot um Freundschaft und Widerstand, Illusion und Vorurteil, ein spannendes Vexierspiel um den Mut zum Denken, Hinsehen und Hinterfragen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783867542333
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Argument Verlag mit Ariadne
Erscheinungsdatum:13.08.2018

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    KirstenDs avatar
    KirstenDvor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Ein starkes Statement gegen jegliche Form von Intoleranz
    Sprachlich ein Fest

    Ein ungleiches Trio tritt an, den Tod eines investigativen türkischstämmigen Journalisten aufzuklären, der über eine Kooperation des türkischen Geheimdienstes mit der Neuen Rechten in Österreich recherchiert hatte. Ohne hier nochmals den Plot zusammenzufassen: Der Roman ist ein starkes Statement gegen jegliche Form von Intoleranz, ob nun seitens der Neuen Rechten oder seitens eines Geheimbundes zur Überwachung von Muslimen im Ausland. Neben der spannenden und hochaktuellen Geschichte sind aus meiner Sicht die genau gezeichneten und psychologisch glaubhaften Figuren hervorzuhaben, die Gudrun Lerchbaum mit jeweils eigener Diktion ausgestattet hat. Vor allem aber durch ihren souveränen Umgang mit Sprache überzeugt die Autorin in ihrem neuen Roman.

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    L
    La_Braunvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ungewöhnlich, zeitnah, einfach gut
    Mehr als ein Krimi

    Der Journalist Can ist tot, angeblich an einem anaphylaktischen Schock gestorben. Seine Ex-Frau, die Buchhändlerin Olga Schattenberg, bezweifelt dies, schon weil Can keine Allergien hatte und gerade an einer sehr gefährlichen Story arbeitete, den Verbindungen des türkischen Geheimdienstes zu Nazigruppen in Österreich und Deutschland. Olga will mehr wissen, ist jedoch durch ihre MS-Erkrankung an den Rollstuhl gefesselt. Auf der Beerdigung trifft sie den Trauerredner Adrian und lernt durch ihn seine frühere Freundin Kiki kennen, die eine recht gewalttätige Vergangenheit und eine Psychosehat hat. Über Cans Familie versucht Olga an den Laptop des Verstorbenen zu kommen, doch die mauert. Die Eltern wollen Ruhe, die Schwester ist mittlerweile bei den Kartalar gelandet, einer islamistischen Gruppe, die unter anderen die türkischen Mitbürger im Ausland auf islamkonformes Verhalten hin überwacht. Als auch noch die Polizei sich für den Tod von Can interessiert und herauskommt, dass er auf eine sehr merkwürdige Weise zu Tode kam, wird es brenzelig. Olga, Adrian und Kiki, geraten ins Kreuzfeuer der verschiedenen Fraktionen. Doch nicht nur für sie wird es eng. 

    Um es gleich vorweg zu sagen. Gudrun Lerchbaum hat da einen Politthriller geschrieben, wie ich ihn mir wünsche. Nah am Zeitgeschehen, spannend, interessant und originell. Sie wählt nicht das klassische Ermittler*innen Team mit einer Hauptfigur und sondern lässt die Geschichte aus den Perspektiven von Olga, Adrian und Kiki erzählen, was den Lesern einen Panoramablick erlaubt. Sie schildert ihre Charaktere sensibel und mit Tiefenschärfe, zeigt sie gleichmaßen in ihrer Verletzlichkeit und Stärke, ohne sich in deren Geschichten zu verlieren und die Handlung zu vernachlässigen. In Lügenland zeigt Gudrun Lerchbaum die Mechanismen des Faschismus auf, die in der Dystopie bereits etabliert sind, in "Wo Rauch ist" zeigt, die Autorin, wie schnell dieser Umbruch gehen kann, wenn Die an den entsprechenden Schalthebeln es verstehen, gewisse Vorkommnisse zu instrumentalisieren. 

    Fazit: Unbedingt lesen!

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