Gudrun Riefer

 4 Sterne bei 8 Bewertungen
Gudrun Riefer

Lebenslauf von Gudrun Riefer

Gudrun Riefer wurde 1963 im hessischen Gelnhausen geboren. Nach der Hauptschule besuchte sie die kaufmännische Berufsfachschule- 1983 verließ sie ihr Elternhaus und bezog im Laufe der Jahre im Rhein-Main-Gebiet einige Wohnsitze. Sie arbeitete in verschiedenen Berufszweigen und bildete sich auch schulisch weiter. Seit 1999 wohnt sie in Frankfurt/Main und arbeitet seitdem im Sicherheitsgewerbe. . Das Schreiben ist seit ihrer Jugend ihr Hobby und sie kann auf zahlreiche Veröffentlichungen von Kurzgeschichten im Rahmen von Schreibwettbewerben zurückblicken.

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Gudrun RieferÜber den Tellerrand
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Über den Tellerrand
Über den Tellerrand
 (8)
Erschienen am 15.08.2016

Neue Rezensionen zu Gudrun Riefer

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Engelmels avatar

Rezension zu "Über den Tellerrand" von Gudrun Riefer

Unfassbare Geschichte
Engelmelvor einem Jahr

Eva erzählt aus ihrer Sicht von ihrem Leben, von dem Aufwachsen in einer so schweren Familie. Ein Leben, welches eigentlich kein Leben ist, v.a. nicht für ein Kind - so wird sie gemobbt und psychisch immer wieder stark angegriffen, und das von ihrer eigenen Familie.
Sie wächst mit Oma, Eltern und Bruder zusammen auf in den 60erJahren. in der Welt gibt es viele Neuerungen und Entdeckungen, die Eva so gern erleben möchte, wozu sie jedoch keine Gelegenheit bekommt, denn die einhellige Meinung der Damen des Hauses :"Die spiiiiiint" Mutter und Oma verteilen tagtäglich aufs Neue brisante Schlagworte, hänseln, demütigen und drangsalieren Eva immer wieder aufs Neue., den Vater kümmert es eher wenig, man hat das Gefühl, er duckt sich hinter den Frauen. 


Der Schreibstil ist okay, man kann die einzelnen Kapitel gut lesen. Jedoch hatte ich manchmal Probleme mit den vielen Wiederholungen, die das Buch immer wieder in die Länge zogen.
Beim Lesen selbst machte sich oft Wut in mir breit, Wut über Eltern, die so mit ihren Kindern umgehen - unbegreiflich, aber dennoch realitätsnah.


Dieses Buch lädt ein zum Nach-/Überdenken eigenen Handelns und Redens - gerade für Eltern!

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Anteks avatar

Rezension zu "Über den Tellerrand" von Gudrun Riefer

Mobbing von allen Seiten - nur mit der Hoffnung auf Freiheit am Ende zu ertragen
Antekvor einem Jahr

„Andere Kinder wären froh, wenn sie solche Eltern hätten, die ihnen eine solche Zukunft bieten.“ – Ist das wirklich so?

Eva wächst im dem kleinen Örtchen Großtalbach, in dem Neid und Missgunst die Bewohner prägt, auf. Ihr Vater ist Kaufmann und durch beruflichen Erfolg wird er um sein Leben in Wohlstand von allen beneidet. Da Eva das Geschäft später übernehmen soll, missgönnen ihr alle diese rosigen Zukunftsaussichten. Hat sie es doch völlig unverdient so gut, eine umsichtige, kluge Mutter, ein Vater, der alle Wünsche finanzieren kann. Aber das ist nur der Blick von außen. Mit einem Blick über den Tellerrand wird deutlich, wie es hinter der Fassade wirklich aussieht.

Eva erleidet tagtäglich einen Albtraum, wie er schlimmer nicht sein könnte. Es beginnt schon mit der Einschulung, laut ihrer Mutter zu dumm für mehr als die Hauptschule, bekommt sie bei den Hausaufgaben schon in der ersten Klasse Prügel mit dem Kochlöffel. Aber viel mehr als die körperlichen Schmerzen sind die, die die Worte ihr zufügen. Wie schrecklich muss es sein, täglich hören zu müssen man sei dumm, man spinne, man sei dick und hässlich oder gar eine Nutte und das von der eigenen Mutter, noch dazu von der Großmutter bestätigt und vom Vater lachend abgewinkt. Dass sie einen Hass auf ihre Eltern entwickelt und Gedanken, wie „Lieber Gott, lass die dumme Kuh sterben“ aufkommen, kann ich mehr als nachvollziehen. Ich bin sprachlos, wenn ich an die Mutter denke, die den Titel eigentlich gar nicht verdient. Das Zitat „Was sie von sich geben, ist skurril absurd, verrückt, einfältig, grotesk, unlogisch und völlig ohne Verstand“ trifft ziemlich genau, was sie und ihre Schwiegermutter Eva tagtäglich entgegen schleudern. Sätze wie was man in der Schule lernt ist dumm, „Janshosen“ braucht man nicht, die sind nicht gut, früher hat man nur alle vier Wochen Haare gewaschen, einmal in der Woche muss reichen“, „Kosmetikerin- das ist das Gesicht vollschmieren! Es hat doch jeder ein Gesicht! Warum soll man sich da noch was hineinschmieren?“ haben mich tatsächlich an deren Verstand zweifeln lassen, dass sie kein Herz haben können, versteht sich von selbst. Auch der Vater verdient diesen Namen nicht, außer über die abfälligen Äußerungen lachen und Eva keine Antworten geben, kann er nichts. Wie oft sie ihn gefragt hat, warum er nicht hilft. Erziehung ist Frauensache, er muss einfach lachen, wenn die Mutti solche Sachen sagt oder ich würde dir ja helfen „wenn du in Not bist. Aber das ist doch keine Not. Das sind nur Worte. Worte tun doch nicht weh.“ haben mich mehr als sprachlos und wütend gemacht. Man merkt mit zunehmendem Verlauf der Geschichte, mit zunehmendem Alter auch eine Veränderung mit Eva. Wenn anfangs noch von Mutter und Vater die Rede ist, wird dies zunehmend zu Schwiegermutter, Schwiegertochter, ihr Mann, ebenso unpersönlich wie sie in ihrer Anwesenheit von einer „die“ reden. Mit der zunehmenden Distanz nehmen auch die auflehnenden Worte zu, die ihr jedoch nur noch mehr Ärger einhandeln.

Der eher lockere, eher einfache gehaltene Sprachstil der Autorin liest sich leicht und man könnte durch die relativ überschaubaren zwanzig Kapitel, die von verschiedenen Stationen in Evas Leben berichten, eigentlich geradezu fliegen. Allerdings musste ich das Buch auch immer wieder auf die Seite legen, wenn meine Wut zu groß wurde, oder ich die ständig wiederkehrenden Beschimpfungen einfach nicht mehr lesen, bzw. hören konnte. Ebenso wie Eva wohl tagtäglich beim Mittagesen die gleichen verletzenden Worte wie „Die spiiiiiiiiiinnt“, „die ist eine Nutte“ oder „die ist doch so dumm“, „die ist nicht nach uns geschlagen“ hören musste, findet man diese in zahlreichen Wiederholungen auch im Roman. Ich bin teilweise beim Lesen fast aggressiv und richtig wütend geworden. Ich hätte der Mutter am liebsten entgegen gebrüllt, ich kann dein die spinnt nicht mehr hören oder hätte dem Vater am liebsten das blöde Lachen abgedreht.

Alle in allem ein berührender Roman, der von einem fast unglaublichen Schicksal berichtet und mit großem Nachdruck deutlich macht, dass Worte mindestens genauso sehr wie Taten, weh tun und zerstören, wenn nicht sogar mehr.

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Schnuck59s avatar

Rezension zu "Über den Tellerrand" von Gudrun Riefer

Freiheit muss man sich erkämpfen
Schnuck59vor einem Jahr

In ihrem Roman „Über den Tellerrand“ schreibt Gudrun Riefer über das Leid der jungen Eva, die unter dem Mobbing ihrer Familie leidet und sich dank ihres starken Willens und mit Resilienz davon befreien kann.
Für Gudrun Riefer, geboren 1963, liefern eigene Erfahrungen mit Mobbing in ihrer Jugend die Grundlage für ihre Kurzgeschichten und ihren Roman „Über den Tellerrand“. Das Schreiben in dem Genre Epik und autobiografische Erzählungen ist ihr Hobby und ihre Leidenschaft.

„Freiheit bekommt man nicht geschenkt, man muss sie sich erkämpfen.“

Die Geschichte ist in der ich-Perspektive der jugendlichen Erzählerin geschrieben. Diese beschreibt die seelischen Verletzungen und die Boshaftigkeit innerhalb ihrer Familie. Ihr Leidensweg, aber auch ihre Widerstandsfähigkeit sind deutlich herausgearbeitet. Sie kämpft tapfer und hart für ihre eigenen Ziele.
Ihre Definition von Integration regt zum Nachdenken an. "Integration ist die Fähigkeit, sich Leuten anpassen zu können, die anders sind als man selbst".

In diesem Roman werden die nicht einfachen Themen Mobbing und Resilienz angesprochen und deutlich gemacht. Dies könnte im Klappentext noch klarer herausgestellt werden. 

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Gespräche aus der Community

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G

Der Titel meines Romans ‚Über den Tellerrand’ ist sowohl eine Anspielung auf die Mittagessen der darin beschriebenen Familie als auch auf den Blick über den Tellerrand. Bei den Mittagessen gibt es immer Krach. Es geht dabei nur um die Tochter Eva. Mobbing ist eines der Oberthemen des Romans. Gemobbt wird die jugendliche Ich-Erzählerin Eva überall. In ihrer Familie am schlimmsten und systematisch. Sie lässt sich nicht bezwingen. Resilienz ist das zweite wichtige Oberthema.

Man kann den Roman lesen, wie man will, er ist allerdings sozialkritisch gemeint und soll zum Schauen über den Tellerrand anregen.

Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Gudrun Riefer wurde am 09. November 1963 in Gelnhausen (Deutschland) geboren.

Gudrun Riefer im Netz:

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in 14 Bibliotheken

auf 3 Wunschlisten

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