Gudrun Riefer

 4 Sterne bei 15 Bewertungen
Autorenbild von Gudrun Riefer (©privat)

Lebenslauf von Gudrun Riefer

Gudrun Riefer wurde 1963 im hessischen Gelnhausen geboren. Nach der Hauptschule besuchte sie die kaufmännische Berufsfachschule- 1983 verließ sie ihr Elternhaus und bezog im Laufe der Jahre im Rhein-Main-Gebiet einige Wohnsitze. Sie arbeitete in verschiedenen Berufszweigen und bildete sich auch schulisch weiter. Seit 1999 wohnt sie in Frankfurt/Main und arbeitet seitdem im Sicherheitsgewerbe. . Das Schreiben ist seit ihrer Jugend ihr Hobby und sie kann auf zahlreiche Veröffentlichungen von Kurzgeschichten im Rahmen von Schreibwettbewerben zurückblicken.

Alle Bücher von Gudrun Riefer

Cover des Buches Über den Tellerrand9783957050076

Über den Tellerrand

 (15)
Erschienen am 15.08.2016

Neue Rezensionen zu Gudrun Riefer

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Rezension zu "Über den Tellerrand" von Gudrun Riefer

Diese Familie ist der Horror
Leseratte61vor 10 Monaten

Klappentext:


Hans Bürger führt als selbstständiger Kaufmann ein Leben im Wohlstand. Zuhause bestimmt seine Frau uneingeschränkt über das Zusammenleben. Für die gemeinsame Tochter Eva sieht sie eine kaufmännische Lehre und die spätere Übernahme des Familienbetriebes vor. Das ganze Dorf beneidet Eva um ihre Zukunft – doch das ist alles nur schöner Schein.
Denn ab ihrem zwölften Lebensjahr ändert sich für Eva das Familienleben schlagartig: Ihre Mutter beginnt, sie immer mehr herabzusetzen und reißt den Rest der Familie – Großmutter, Vater und Bruder – mit. Endlich volljährig kämpft Eva um ihre Ziele und damit gegen die Wünsche ihrer Mutter an. Und doch endet alles anders, als sie es sich ausgemalt hat …

Fazit:

Von Mobbing haben viele von uns schon in Bezug auf die Arbeit gehört, in Familien halten wir es eher für unwahrscheinlich. Gerade aus diesem Grund ist dieses Buch so wichtig, um uns zu ermutigen, über den Tellerrand zu schauen. Eva wächst für die Menschen im Dorf scheinbar behütet und in Wohlstand auf. Natürlich fördert dieser Wohlstand auch den Neid der Dorfbevölkerung. Das Leid der wohlhabenden Eva wird nicht beachtet, sie wird stattdessen ausgegrenzt. Doch halt, ein Schritt nach dem anderen.

Eva erleidet in ihrer Familie den täglichen Albtraum, der kaum nachzuvollziehen ist. Schon als kleines Kind wird sie von ihrer Mutter ständig attackiert und beschimpft und gilt in ihrer Familie als dumm, da sie gerne hinterfragt. Mit ihrer Einschulung spitzt sich das Drama zu, da sie von nun an auch regelmäßig mit dem Kochlöffel verprügelt wird. Sie bekommt zusätzlich ständig zu hören, dass sie zu dick, zu hässlich, zu faul, zu dumm und obendrein eine Nutte ist. Ihre Mutter und ihre Oma behaupten, dass Eva im Krankenhaus vertauscht wurde und nicht aus dieser Familie stammt. Um sie noch kleiner zu halten, wird Eva auch immer wieder erklärt, dass sie ins Internat = Kindergefängnis gesteckt wird, weil sie sich keine Mühe geben würde. Falle Eva es wagt, sich zu wehren wird von ihrer Mutter behauptet: Die spiiiint!!! Bestärkt von Evas Oma, hält Evas Mutter ihren Erziehungsstil für korrekt und behält die demütigende Haltung bei. Der Vater von Eva hält Erziehung für Frauensache, um sich bloß nicht einmischen zu müssen. Jeden Mittag, wenn Eva verbal attackiert wird, schüttet sich ihr Vater vor Lachen aus. Dass Eva ihre Familie immer mehr hasst, ist für mich logisch und verständlich. 

Ich musste dieses Buch häufig zur Seite legen, da ich an vielen Stellen einfach sprachlos und unglaublich wütend war. Diese Art, zu behaupten, dass es nur Worte sind, die nicht wehtun, hat mich einfach schockiert. Auch die Dummheit der Eltern und der Oma hat mich sehr oft den Kopf schütteln lassen. Wie gerne wäre ich Eva zu Hilfe geeilt und hätte sie getröstet, da sie ein extrem schlimmes Martyrium durchleben musste. Da sie schon in ihrer Familie zum Opfer gewählt wurde, mag es auch nicht zu verwundern, dass sie auch außerhalb ihrer Familie immer wieder als Opfer erkannt wurde. Genau da zeigt sich dieses tiefsitzende Trauma, für das es keine Hilfe gab. Eva sieht für sich nur die Rettung, sobald sie volljährig ist, aus dieser schlimmen Familie zu fliehen. Ob jetzt alles gut für sie wird? Das müsst ihr selbst lesen, da ich schon genug verraten habe.

Durch den lockeren, flüssigen Schreibstil hätte ich das Buch sehr schnell lesen können, dies war mir jedoch kaum möglich, da ich angesichts dieser schwer verdaulichen Kost öfter aufhören musste. An manchen Stellen war meine Wut auch so groß, dass ich innehalten musste. Gerade durch die immer wieder auftauchenden Wiederholungen von den Beschimpfungen, hat sich das Martyrium noch mehr eingeprägt und wurde mit jedem Mal für mich unfassbarer. Wie grausam kann eine Mutter sein und wie emotionslos und gemein der Rest der Familie? Solche Eltern haben meiner Meinung nach kein Kind verdient. Ich hatte viele Momente, da hätte ich die Eltern und die Oma am liebsten verprügelt. Wie gerne hätte ich Eva aus dieser Familie geholt, um ihr zu zeigen, dass es auch anders geht. Mir als Mutter von inzwischen erwachsenen Kindern hat das Herz geblutet. Ich wünsche mir für Eva, dass ihre wunden inzwischen abgeheilt sind und ihre Narben zur Ruhe kommen. Da die Autorin gerne autobiographische Werke verfasst gehe ich auch in diesen Fall davon aus, dass es diese Eva gibt. 

Mich hat dieses Buch sprachlos und nachdenklich gemacht und ich empfehle es voller Überzeugung an alle Leser weiter, die sich eine Erzählung über Traumata und Mobbing in der Kindheit zutrauen.  

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Rezension zu "Über den Tellerrand" von Gudrun Riefer

Wie fies können Eltern doch sein
MaxundMaggievor einem Jahr

Dieses Cover hat mich nicht wirklich angesprochen, allerdings jetzt nach dem Lesen, passt es ganz gut.
Nur im Buchladen hätte ich es wahrscheinlich "übersehen".
Ich bin etwas hin und hergerissen. Einerseits finde ich die Idee sehr gut und auch, dass es aus der Sicht von Eva als Kind sehr einfach, dadurch leicht, geschrieben ist. Andererseits gingen mir einige sich ständig wiederholende Passagen auf die Nerven, welche wiederum verdeutlichen, wie nervend diese ganze Situation ist.
Manchmal hätte ich (Maggie) am liebsten mit Eva mitgeheult, oder bin einfach furchtbar wütend geworden. Wer solche Eltern hat, ist wirklich gestraft und wird psychisch gebeutelt fürs Leben.
Das Ende hat mich enttäuscht, aber es ist wahrscheinlich das realistischste Ende.
Ich bin mir wie gesagt nicht ganz schlüssig, wie ich es fand.
Aber das Buch wirkt nach und das ist eigentlich immer etwas Gutes.

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Rezension zu "Über den Tellerrand" von Gudrun Riefer

Absolute Leseempfehlung
Dandyvor einem Jahr

Über den Tellerrand von Gudrun Riefer.


Für ein erfülltes und sorgenfreies Leben, hat Eva die besten Voraussetzungen. Sie soll die Firma ihrer wohlhabenden Eltern später einmal übernehmen. Von ihrem Umfeld wird Eva darum beneidet. Doch der schöne Schein trügt.

Als Eva zwölf Jahre alt ist , ändert sich ihr Leben schlagartig, Ihre Mutter beginnt sie immer mehr herabzusetzen und reißt Großmutter, Vater und Bruder mit.

Als Eva endlich volljährig ist, kämpft Eva für ihre Ziele und gegen ihre Mutter. Aber alles endet anders, als sie es geplant hat.


Diese Geschichte hat mich sehr mitgenommen und nachdenklich gemacht. Auf eine sehr emotionale Art und Weise hat die Autorin hier die Geschichte, aus der Sicht von Eva, niedergeschrieben. Ich konnte mich sehr gut in Eva hineinversetzen und habe mir ihr gelitten. Sehr oft war ich sprachlos , wie eine Mutter nur so sein kann.


Durch den flüssigen Schreibstil lässt sich die Geschichte sehr gut lesen und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, sodass ich es innerhalb von nur 2 Tagen verschlungen habe.


Einmal mit dem Lesen angefangen, möchte man als Leser wissen, wie das Leben von Eva weitergeht. Was sie noch alles ertragen muss, wer sie schlecht behandelt, was ihr vorgeworfen wird und wie sich die Kindheit auf ihr späteres Erwachsenenleben auswirkt.


Ich empfehle diese sehr emotionale Geschichte weiter. Kein leichter Lesestoff. Diese Geschichte hat mich wütend und traurig gemacht.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Über den TellerrandundefinedG

Der Titel meines Romans ‚Über den Tellerrand’ ist sowohl eine Anspielung auf die Mittagessen der darin beschriebenen Familie als auch auf den Blick über den Tellerrand. Bei den Mittagessen gibt es immer Krach. Es geht dabei nur um die Tochter Eva. Mobbing ist eines der Oberthemen des Romans. Gemobbt wird die jugendliche Ich-Erzählerin Eva überall. In ihrer Familie am schlimmsten und systematisch. Sie lässt sich nicht bezwingen. Resilienz ist das zweite wichtige Oberthema.

Man kann den Roman lesen, wie man will, er ist allerdings sozialkritisch gemeint und soll zum Schauen über den Tellerrand anregen.

78 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Gudrun Riefer wurde am 09. November 1963 in Gelnhausen (Deutschland) geboren.

Gudrun Riefer im Netz:

Community-Statistik

in 21 Bibliotheken

auf 4 Wunschlisten

von 2 Lesern gefolgt

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