In erster Linie wählte Guerel Sahin seinen Weg nach seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen, gegen Widerstände und verdeckten Spott. Deshalb muss ihm sein Erfolg als Fotograf eine enorme Genugtuung sein, denn er gibt ihm Recht. Sich als Amateur in der Fotografie selbständig zu machen, zeugt entweder von Mut und Überzeugung oder von Selbstüberschätzung. Im Angesicht dieses Bandes weiß man, dass es eine starke innere Überzeugung gewesen sein musste, die Sahin auf seinen Weg brachte.
Landschaftsfotografie ist ein Spiel mit Farben und Formen. Wie so etwas in Perfektion gemacht wird, kann man in diesem Band sehen. Natürlich hat eine solche Sammlung faszinierender Fotografien auch noch einen Nebeneffekt: Sie macht Lust auf das, was man sieht. Und Sahin befeuert diese Lust bewusst noch dadurch, dass er immer wieder erklärt, wie wohl er sich dort fühlt, wo seine Bilder entstanden. Was so leicht aussieht, ist harte Arbeit, denn diese Art von Fotografie erfordert nicht nur den Blick für das perfekte Motiv, sondern auch Anwesenheit zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Viel hängt vom Licht ab, wie man unschwer auf einigen Bildern sehen kann. Nur muss man das erst einmal herausfinden und dann auch umsetzen können.
Er möge doch erst einmal was Seriöses machen, wurde Sahin geraten, als er Leuten von seinem Traum erzählte. Seine Arbeit ist etwas höchst Seriöses, etwas von Seltenheitswert. Und weil das so ist, kann man auch die Ratschläge verstehen, die Sahin erteilt wurden: Was den Horizont von Menschen übersteigt – und das ist keineswegs abfällig gemeint – führt meistens zu Ablehnung, auch zu gutgemeinter, denn dahinter steht die Vermutung des eigenen Scheiterns. Wenn man hingegen spürt, dass man etwas unbedingt machen muss, dann nimmt man auch ein Scheitern in Kauf. Nur so entsteht Außergewöhnliches.
Im Buch gibt es auch jede Menge mehrsprachigen Text, in dem man nachlesen kann, wie sich Sahins Weg ergab. Denn so merkwürdig das auch immer wieder ist – wenn man seinen Weg gefunden hat, öffnen sich immer wieder neue Türen. Manchmal muss man vielleicht etwas länger anklopfen, aber irgendwann wird Hartnäckigkeit auch belohnt. So ergab sich eine Zusammenarbeit mit Jack Wolfskin. Und so fand Sahin auch einen Experten für die Vermarktung seiner Bilder. Kunst allein macht nicht satt, man muss sie auch verkaufen können.
Was gibt es Schöneres als die Verwirklichung eines tollen Traumes, an dem teilhaben zu können auch anderen Menschen Inspiration gibt?
"Wer zuletzt lacht, schießt die besten Bilder"










