Bei diesem Band aus der Edition Poeticon vom hochgeschätzten Verlagshaus Berlin hat mich sowohl das Thema als auch die Autorin angesprochen. Von Sandra Gugić hatte ich zuerst „Astronauten“ 2015 gelesen und war beeindruckt. 2019 las ich dann ihre Lyrik aus der Edition Belletristik vom Verlagshaus Berlin „Protokolle der Gegenwart“. Mit „Zorn und Stille“ hat Gugić 2019 einen noch überzeugteren Roman als ihr Debüt von 2015 hingelegt.
„Flüstern“ ist ein Essay welches sich eben mit diesem tonlosen Sprechen auseinandersetzt. „Was sagen wir, wenn die Stimme versagt Wie schreiben wir, wenn wir eine neue Stimme suchen müssen? Was, wenn die Gegenwart schreit, die Vergangenheit (ver)schweigt? Ist unsere Zukunft dann im Flüstern zu finden?“ Wann flüstern wir und warum? Flüstern ist verortet im Schutzraum zwischen Theater, Schreibtisch und Gezischel im Club. Zwischen Pussy Riot, Twin Peaks und Walking Dead. Und wer kennt nicht Tracy Chapmans „Don`t you know Talking about a revolution It sonds like a whisper?“ Vermeintlich wird es als Schwäche ausgelegt und missverstanden, aber es ist ein Aufruf zum Hinhören und Zuhören! „Was für großartige Dinge können unserem Denken passieren, wenn wir den flüsternden Fährten folgen, die scheinbar nirgendwohin führen.“
Essay über das Flüstern im kompakter Form


