Guido Knopp

 4.1 Sterne bei 297 Bewertungen
Autor von Hitlers Helfer, Holokaust und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Guido Knopp

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Holokaust

Holokaust

 (17)
Die SS

Die SS

 (15)
Erschienen am 01.11.2003
Die Deutschen

Die Deutschen

 (13)
Erschienen am 14.10.2009
Die Gefangenen

Die Gefangenen

 (11)
Erschienen am 01.04.2005
Das Bernsteinzimmer

Das Bernsteinzimmer

 (7)
Erschienen am 01.03.2003
Geheimnisse des Zweiten Weltkriegs

Geheimnisse des Zweiten Weltkriegs

 (5)
Erschienen am 11.11.2013

Neue Rezensionen zu Guido Knopp

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Viv29s avatar

Rezension zu "Weltenbrand" von Guido Knopp

Betrachtet auch die Menschen hinter der Geschichte
Viv29vor 3 Monaten

In acht Kapiteln verschiedener Autoren wird hier sehr gut über verschiedene Aspekte der beiden Weltkriege berichtet. Es ist also keine chronologische Geschichte (ein chronologischer Überblick findet sich am Ende des Buches), auch wenn die Kapitel der zeitlichen Entwicklungen im Großen und Ganzen folgen.

Viele Fotografien aus der Zeit ebenso wie zahlreiche Zitate aus Briefen und Tagebüchern tragen ebenso zu einem abgerundeten Bild bei wie einige Auszüge aus zeitgenössischen offiziellen Dokumenten. Die Kapitel selbst sind alle in einem flüssigen, gut zu lesenden Stil gehalten, die Betrachtungsweise durchweg differenziert. Wie ein blutroter Faden zieht sich das entsetzliche Motto dieser Zeit durch die Seiten: die völlige Mißachtung von Menschenleben auf allen Seiten. "Die Zivilisten blieben eine Verfügungsmasse, mit der man nach Gutdünken zu verfahren dachte", steht sehr treffend im Kapitel Verbrannte Erde. In Fegefeuer ist ein weiteres treffendes Zitat aus der Zeit des Ersten Weltkrieges zu lesen: "Krieg sei die 'rücksichtsloseste Despotie gegen wehrlos gemachte Massen, denen die Verfügung über ihr eigenes Leben entzogen ist.'"

Diese Einbeziehung der Originalstimmen der damals betroffenen Menschen ist eine der Stärken des Buches und verleiht ihm eine besondere Eindringlichkeit. In jedem Kapitel werden die geschichtlichen Geschehnisse vorgestellt, und immer wird darauf eingegangen, was die Entscheidungen weniger Mächtiger für die breite Masse der Menschen bedeuteten. Die Grausamkeit, Ausweglosigkeit, die Angst, die unvorstellbaren Infernos von Stalingrad, der Flammenhölle in den bombardierten Städten, all dies bekommt durch die persönlichen Perspektiven eine erschreckende Deutlichkeit.

Es wird versucht zu erklären, wie diese Dinge möglich waren, wird gut dargestellt, wie der Erste Weltkrieg zum Zweiten führte; wie Wehrmachtsgeneräle gegen alle militärische Vernunft durch falsch verstandenen Heldenethos oder schlicht Angst Soldaten opferten. Die Grausamkeit des Bombenkrieges gegen Zivilisten sowohl auf deutscher wie auch auf englischer Seite erhält durch eiskalte Aussagen der militärischen Führer beider Seiten eine weitere grausige Komponente. Auf jeder Seite erkennt man wieder auf's Neue, wie ausgeliefert die Menschen waren und es läuft einem kalt den Rücken hinunter.

So ist dieses Buch eine gelungene Mischung aus geschichtlicher Information und der Berücksichtigung menschlicher Schicksale, Motivationen und Ängste. Dadurch wird es lebendig und verdeutlicht, daß Geschichte von den ganz normalen Menschen gelebt und erlitten wird.

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Das Bernsteinzimmer" von Guido Knopp

Immer noch für Schlagzeilen gut ....
Bellis-Perennisvor 8 Monaten

Journalist und Historiker Guido Knopp widmet sich in diesem Buch einem Mythos, der nach wie vor für Schlagzeilen sorgt: Dem Mythos Bernsteinzimmer, jenem Kunstschatz, der einst vom preußischen König dem russischen Zaren geschenkt wurde und in den Wirren des Zweiten Weltkrieges verschollen ist.

 

Guido Knopp gelingt es, in seiner bewährten Erzählkunst, komplexe historische Sachverhalte gut verständlich zu vermitteln. 

Er spannt in dem Buch den Bogen von der Entstehung des Bernsteinzimmers bis zum Verschwinden. Der interessierte Leser erhält einen sehr guter Überblick zum Thema, der in die historischen Ereignisse eingebettet ist. Zeit- und Ortsangaben sind präzise angegeben. Akribisch gräbt sich der Autor durch Briefe, Protokolle und diverse Listen sowie durch Aussagen von echten oder angeblichen Augenzeugen, die das Auftauchen und Verschwinden der ominösen Transportkisten, in denen sich die wertvolle Fracht befunden haben soll, beobachtet haben wollen.

 

Guido Knopp versucht die diversen Spekulationen zu ordnen, dennoch scheint auch er der Lösung des Rätsels über das Verschwinden der Bernsteintafeln nur unwesentlich näher gekommen zu sein.

 

Das Buch selbst ist spannend geschrieben. Den Leser erwartet keine trockene Fachliteratur, was aber gleichzeitig für einige Leser einen Mangel darstellt. Dieses Werk gibt einen schönen Überblick, manches interessante Detail bleibt offen.

 

Fazit:


Dieses Buch eignet für alle Leser, die sich, auch ohne Vorkenntnisse, mit dem Mythos „Bernsteinzimmer“ auseinandersetzen wollen. 4 Sterne

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seschats avatar

Rezension zu "Meine Geschichte" von Guido Knopp

Ein Leben mit und für die Zeitgeschichte
seschatvor einem Jahr

Der Aschaffenburger Guido Knopp, geb. 1948, ist aus dem deutschen Geschichtsfernsehen zeit seiner erfolgreichen „Hitler-Dokumentationen“ nicht mehr wegzudenken. Ob über Adolf Hitler bzw. über seine Helfer und Vollstrecker, Knopp macht historisches Bildungsfernsehen für jedermann. Und seine Inszenierungen kommen an und sind entgegen der damaligen harschen Kritik von Printmedien und der Historikerzunft, die ihm „Knoppismus“ vorwarfen, wissenschaftlich fundiert aufbereitet worden. Der Erfolg gibt Knopp, der Geschichte und Politik studiert hat, danach als Journalist bei Burda, WamS und FAZ arbeitete und schließlich beim ZDF landete, Recht. Unzählige Preise, von der Goldenen Kamera bis zur amerikanischen Emmy, und Kontakte zu den wichtigsten historischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts (Michael Gorbatschow, Willy Brandt, Helmut Kohl usw.) kann er sein Eigen nennen. Zudem durfte er sein Hobby zum Beruf machen und hat dies leidenschaftlich beim ZDF ausgelebt. Dort gründete er die Redaktion Zeitgeschichte und brachte frischen Wind in die damalige betuliche bis oberlehrerhafte Welt des Geschichtsfernsehens. Als erster vermochte er, Geschichte spannend und für jedermann nachvollziehbar darzustellen; was mit allerlei Neidattacken einherging. Doch seiner Vision blieb er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2013 treu.

In seiner Ende 2017 erschienenen Biografie gibt er zwar streiflichtartig manches Persönliche, wie z. B. über seine Ehrenrunde in der Oberstufe oder über seine mündliche Doktorprüfung, preis, legt den Fokus aber auf das sein ganzes Leben beherrschende Thema – die deutsche Zeitgeschichte. Jede seiner Lebensstationen war wie von Zauberhand mit einem zeithistorischen Ereignis, seien es die 68er-Bewegung, Historikerdebatten, die Wendezeit oder Kanzlerschaft von XY, verquickt. Historiker als auch Geschichtsfans werden ihre Freude an dieser besonderen Biografie haben. Ich habe mich jedenfalls gut unterhalten gefühlt und einiges Neues dazugelernt. Zudem erkennt der Leser schnell, dass sich Knopp nicht einzig auf seine Nazi-Dokumentationen beschränken lässt. Denn mit der Geschichte der Vertreibung, der DDR, der Wiedervereinigung, der Kanzlerregierungen als auch der europäischen Königshäuser hat er sich ebenso intensiv auseinandergesetzt.

Seine charmant-authentische Art, ohne professorale Arroganz, Scheu und mit Respekt auf Menschen, Zeitzeugen und historische Persönlichkeiten zuzugehen und mit ihnen über Erfahrungen wie Geschichte zu sprechen, macht ihn sympathisch und ist in der heutigen Historikerwelt alles andere als Standard. In seinem Buch berichtet er von launigen Begegnungen sowie persönlichen Treffen mit Zeitzeugen wie wichtigen Persönlichkeiten. Und dabei merkt man sofort, bei Knopp menschelt es, ohne dass dabei die Wissenschaft auf der Strecke bleibt. Mehr noch, seine Auffassung von Geschichte in Kombination mit der Methode der „Oral History“ spricht die Emotionen eines jeden sofort an und prägt sich dadurch langfristiger ein. M. E. ist seine Art der Geschichtsvermittlung wesentlich moderner und innovativer als die theorielastige wie angestaubte Unterweisung an vielen deutschen Schulen.

Lieblingszitate
S. 12: „Geschichte wird von Menschen gemacht. Und Menschen machen manchmal Fehler, die den Lauf der Geschichte verändern.“

S. 89: „Ein Fernsehfilm ist keine Doktorarbeit.“


FAZIT
Eine geschichtsgesättigte Biografie, die im gewohnt freundlichen, knoppschen Plauderton gehalten ist und an keiner Stelle Langeweile aufkommen lässt. 

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