Der Einstieg war nicht leicht – die technische Tiefe rund um KI und futuristische Strukturen wirkt zunächst fast überwältigend, und einiges erscheint anfangs schlicht unrealistisch. Was hilft: Die Geschichte ist mehrere Jahrhunderte in der Zukunft angesiedelt, und mit dieser Einordnung wird vieles plötzlich glaubwürdig. Meine anfängliche Skepsis wich einer echten Sogwirkung.
Was Guido M. Breuer besonders gut gelingt, ist der Einsatz unterschiedlicher Sprachstile für die vier Zeitebenen. Die Mittelalter-Passagen sind atmosphärisch dicht und überzeugend. Die genderneutrale Sprache der Zukunftsebene ist konzeptionell interessant, wirkt aber durch kleine Unstimmigkeiten – altmodische Formulierungen im futuristischen Kontext – manchmal etwas uneinheitlich.
Die Jägerinnen sind starke, klischeefreie Figuren, die man gerne begleitet. Die vielschichtige Handlung verzichtet weitgehend auf Action um der Action willen und führt am Ende die Stränge schlüssig zusammen. Wo der Lesefluss stockt, sind die teils überladenen Erklärungen zur Quantenphysik, die die emotionale Ebene der Geschichte gelegentlich in den Hintergrund drängen.
Praktisch war außerdem das Format des Buches unglücklich gewählt – es war wirklich schwer zu halten. Und Cover sowie Text hätten ein sorgfältigeres Lektorat verdient: Das Cover ist verpixelt, im Text finden sich Tippfehler.
Ein anspruchsvolles Werk, das volle Aufmerksamkeit belohnt – aber mit mehr handwerklicher Sorgfalt noch deutlich stärker hätte sein können.

















