Guinevere Glasfurd Worte in meiner Hand

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Inhaltsangabe zu „Worte in meiner Hand“ von Guinevere Glasfurd

René Descartes und Helena Jans van der Strom – eine wahre Geschichte Helena Jans van der Strom arbeitet als Magd bei einem Buchhändler in Amsterdam. Ein großes Glück für sie, denn sie liest und schreibt und kann ihrer Leidenschaft heimlich nachgehen. Der neue Hausgast ihres Herrn fasziniert sie: Er arbeitet ununterbrochen, und er zieht viele Besucher an. Sie erfährt seinen Namen: René Descartes. Sie ist zu neugierig, um Distanz zu wahren. Und auch Descartes ist schon bald von ihrem Charme und Wissensdurst eingenommen. Sie verlieben sich, was nicht sein darf. Die Geschichte einer Frau, die mehr vom Leben verlangt, als ihre Zeit ihr bereit ist zu geben.
1630: Hollands Goldenes Zeitalter, Amsterdam und seine wohlhabenden Bürger ziehen Künstler und Intellektuelle an. Auch das Haus, in dem die junge Helena als Magd beschäftigt ist, hat einen neuen Gast. Helena ist angewiesen, ihn nur »Monsieur« zu nennen. Es ist ein noch unbekannter Philosoph aus Frankreich, sein Name ist René Descartes. Von nun an ist das Haus erfüllt von der inspirierenden Präsenz des schreibenden Fremden. Er weckt in Helena einen Wissensdurst, der anderen bislang verborgen war, und er ist begeistert von ihrer Auffassungsgabe und ihrem Talent zu schreiben. Sie wiederum ist betört von seiner sanften Art und seiner oft überraschenden Sicht auf die Dinge. Sie verliebe sich, was unmöglich ist.
"In ihre Version der Helena hätten wir uns auch verliebt." Brigitte
"Worte in meiner Hand" ist auf der Shortlist für den renommierten Costa Award.

Authentische und angenehm unkitischer historischer Roman um die Affäre zwischen Descartes und einer Magd.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein berührender, ungewöhnlicher Roman, der mich immer wieder vergessen ließ, dass er zeitlich so weit weg im siebzehnten Jahrhundert spielt.

— once-upon-a-time

Eine wunderschöne, mitreißende und auch noch wahre Geschichte.

— Engelszeilen

Für Fans des Genre ziemlich lesenswert.

— Jonas1704

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  • Ruhig erzählter Roman über die Affäre zwischen Descartes und einer Magd

    Worte in meiner Hand

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. December 2016 um 13:42

    Helena arbeitet als Magd bei einem Buchhändler. Sie ist ungewöhnlich gebildet für eine Magd, da sie das Lesen und Schreiben beherrscht. Als ihr Arbeitgeber für längere Zeit einen Gast in seinem Haus aufnimmt, ist sie schnell von dem Fremden fasziniert. Es handelt sich um den zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten französischen Philosophen René Descartes, den sie nur mit „Monsieur“ anredet. Bald entwickelt sich eine Affäre zwischen den beiden. Ruhig und authentisch erzählt Als ich die Beschreibung gelesen habe, war ich zwiegespalten. Da ich mich für Philosophie interessiere, hat mich die Nennung von Descartes neugierig gemacht, zugleich hatte ich aber die Befürchtung, dass die Liebesgeschichte gar zu kitschig geraten könnte. Zum Glück war dem nicht so, im Gegenteil. „Worte in meiner Hand“ ist nicht schwülstig, sondern schildert authentisch das Schicksal der Magd Helena und die Sorgen und Nöte, die ihr Stand und eine verbotene Liebschaft mit sich bringen. Guinevere Glasfurd lässt der Geschichte ausreichend Raum, sich in aller Ruhe zu entwickeln. Es ist ein eher stilles, unaufgeregtes Buch, trotz mancher tragischer Ereignisse. Mir liegt das sehr, da weder eine Freundin von Überdramatisierung noch von Romantisierung bin, die in diesem Genre häufig vorkommen und es mir eine Weile verleidet haben. Gelungene Mischung aus Historie und Fiktion Im Nachwort betont die Autorin, dass es sich bei diesem Buch um einen Roman und nicht etwa eine Biographie handelt, erläutert aber auch, welche Fakten es zu der Magd Helena Jans van der Strom gibt und welche Anhaltspunkte sie für die Entwicklung der Handlung hatte. Wie viel Wahrheit in „Worte in meiner Hand“ steckt, wird wohl niemand so genau sagen können, aber es erscheint zumindest plausibel, dass sich die Geschichte so oder so ähnlich abgespielt hat.

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  • Die Holländerin und der Franzose

    Worte in meiner Hand

    Giorgo

    30. November 2016 um 12:11

    Amsterdam 1635: Helena Jans van der Strom ist eine Magd beim Mr. Sergeant. Er ist ein alter Buchhändler, was für Helena gut geeignet ist, den sie kann lesen und schreiben, was in diesen Jahren sehr selten war, das Frauen lesen und schreiben konnten. Doch Helena ist ganz anders als andere Frauen. Sie will alles wissen und lernen, aber als Magd ist es nicht einfach. Mr. Sergeant wohnt alleine, aber sie hat trotzdem viel zu tun. An einem Tag erkundigt Mr. Sergeant dass sie einen speziellen Gast bekommen und für einige Zeit hier leben wird. Helena fragt sich warum dieser Mann so oft in sein Zimmer ist und auch dort isst. Dann erfährt sie seinem Namen nämlich Renè Desscarte. Sie ist viel zu neugierig um ihm nicht in ruhe zu lassen. Desscarte bemerkt sofort die Fähigkeiten von Helena und ihr wissen. Er bringt ihr das schreiben mit der Feder bei und sie verbringen ganz viel Zeit zusammen, dass sie sich am Schluss verlieben. Doch das ist verboten, den er ist ein Philosoph und schreibt Bücher und sie ist nur eine Magd. Aber die Liebe ist viel zu stark zwischen ihnen... Die Geschichte gefiel mir sehr. Das Schreibstil war fliessend, einfach zu verstehen und gab auch witzige Zeilen. Der Titel passt sehr gut zum Buch. Ich konnte fast nicht mehr aufhören mit dem lesen, die Worte, die Guinevre benutzen berührten sehr. Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter!

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  • Von der Liebe zu einem Mann und zum geschriebenen Wort

    Worte in meiner Hand

    Dreamworx

    18. November 2016 um 18:31

    Amsterdam 1630. Die junge Helena Jans van der Storm kommt aus ärmlichen Verhältnissen, der Vater vermisst auf See, der Bruder heuert auf einem Schiff an. So bleibt sie zurück mit ihrer Mutter und muss für das gemeinsame Auskommen sorgen. Da sie immer schon wissbegierig war und auch etwas lesen und schreiben kann, bekommt sie eine Anstellung bei dem reichen Buchhändler Sergeant als Magd und in aller Heimlichkeit liest sie Bücher. Als eines Tages der bekannte Philosoph René Descartes als Gast im Hause Sergeant einzieht, verändert sich das Leben von Helena. Sie fühlt sich zu René hingezogen, aber auch Descartes erkennt in der jungen Frau Eigenschaften, die ihn erstaunen und faszinieren und ihn veranlassen, Helena zu fördern. Dabei verlieben sich die beiden und bald darauf wird Helena schwanger. Damit es kein Gerede gibt, verlässt Helena Amsterdam und bringt ihre Tochter Francine in Utrecht zur Welt, René sorgt aus der Ferne für die beiden, doch Helena fühlt sich einsam und verlassen, sie sehnt sich nach dem Mann ihres Herzens. Und dann stirbt Francine…Guinevere Glasfurd hat mit ihrem Buch „Worte in meiner Hand“ ihr Debüt vorgestellt, einen wunderschönen, poetischen historischen Roman über die halbbiografische Beziehung zwischen Descartes und Helena Jans van der Storm. Der Schreibstil ist wunderschön zu lesen, der Leser wird regelrecht in das Buch hineingesogen, begleitet staunend das Leben von Helena und ist emotional gefangen von der Aussichtslosigkeit dieser Beziehungsgeschichte. Die Autorin hat sowohl den historischen Hintergrund akribisch recherchiert als auch das Leben der beiden Hauptcharaktere genau studiert und verpackt dies auf wundervolle Art und Weise in diesem Roman zu einer sehr anrührenden und gefühlvollen fiktiven Geschichte basierend auf wahren Begebenheiten. Die Charaktere sind so wunderbar gezeichnet, dass man gar nicht anders kann als mit zu fiebern und zu leiden. Sie wirken so lebendig und authentisch. In Anbetracht der Tatsache, dass eine Beziehung zwischen einer Magd und einem angesehenen Wissenschaftler gesellschaftlich unmöglich war, kann man als Leser gar nicht anders, als dieser Amour fou zu folgen und sich zu wünschen, es würde enden wie im Märchen. Helena ist zwar in ärmlichen Verhältnissen geboren, doch die junge Frau ist voller Tatendrang und Wissensdurst, sie hört nie auf, sich neues Wissen anzueignen und bewegt sich in Gesprächen gewandt und mutig. Sie verlässt ausgetretene Pfade, denn sie sieht die Welt mit offenen Augen, auch wenn das Schicksal es von Geburt an anders mit ihr meint. René ist zwar in einen anderen Stand geboren, allerdings ist er von Helena gleich fasziniert und erkennt in ihr seine Muse, sein passendes Gegenstück, seine Inspiration. Auch wenn er sich nicht öffentlich zu ihr bekennt, kann er doch nicht von ihr lassen. Mit „Worte in meiner Hand“ ist Guinevere Glasfurd ein poetisches Meisterwerk gelungen, sie hat den Figuren eine Lebendigkeit verliehen, wie man sie selten in Büchern findet. Durch ihre berührende Erzählweise schleicht sie sich in das Herz des Lesers, der die bittersüße Liebe zwischen Helena und René miterlebt und noch lange in sich trägt. Ein wundervoller historischer Roman, der seinesgleichen sucht. Absolute Leseempfehlung – Chapeau!!!  

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  • Worte in meiner Hand

    Worte in meiner Hand

    Jonas1704

    04. July 2016 um 22:14

    Wir schreiben Amsterdam im 17. Jahrhundert: Helena arbeitet als Magd in Mr. Sergeants Haushalt, der eine Buchhandlung betreibt. Obwohl sie aus ärmlichen Verhältnissen stamm, kann sie lesen und schreiben. Als Rene Descartes, der Philosoph, Gast bei dem Hause ist, ist Helena von seiner Bildung fasziniert. Und so kommt es, dass sich Helena und Descartes ineinander verlieben. Bald wird sie unerwünscht schwanger und weil Descartes der Karrierebruch droht, da ihre Beziehung wegen des unterschiedlichen Sozialen Standes unmöglich ist, beschliessen sie die Beziehung geheim zu halten und somit wird Helena geheim untergebracht. Die Beziehung überwindet Höhen und Tiefen, da sie als Familie nicht öffentlich zusammen leben können, zudem sind sie auch verschiedener Religionen. Die Liebe zwischen ihnen besteht und Descartes kümmert sich auch soviel er kann um seine Tochter, doch von Zeit zu Zeit übernehmen die Differenzen einfach die Mehrheit. Als dann noch ein Unglück kommt, scheint ihre Liebe keine Chance zu haben.. Eine berührende Geschichte, die uns nochmal klar macht wie gross die soziallen Differenzen zwischen Männern und Frauen damals waren und wie schwierig solche Liebesgeschichten überhaupt eine Chance hatten. Nach dem Lesen war ich erstmal froh im hier und jetzt zu leben. Die Äussere Gestaltung des Buches fand ich sehr schön und nostalgisch in dunkelblau. Vier Sterne von mir im Ganzen. Ein paar Mal konnte ich mit Helena nicht so gut mitkommen. Fazit: für Fans des Genre ziemlich lesenswert.

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  • Eine Großartige Geschichte über eine wahre Liebe die nicht sein darf

    Worte in meiner Hand

    Arietta

    Zur Autorin: Ein sehr gefühlvoller und poetischer Roman den die Autorin Guinevere Glasfurd geschrieben hat. Ihre Sprache ist klar , Kraftvoll und voller knisternder Spannung. Eine Geschichte über eine verbotene und schicksalhafte Liebe die nicht sein darf. Es geht um die wahre Beziehung zwischen dem Philosophen Renè Descartes und der Magd Helena Jans van der Storm. Sie hat die einzelnen Charaktere, deren Gefühle und Emotionen sehr gut heraus kristallisiert. Ihre Protagonisten kommen sehr real und lebendig herüber , man konnte sich spielend in jeden hineinversetzen, deren Sorgen, Nöte, Freude und Trauer mitfühlen. Die zarte aufblühende Liebe und die Hoffnung auf Erfüllung. Die Jahre in Amsterdam , Utrecht und die Zeit in dem kleinen Haus am Meer in Saintpoort, eigentlich ihre Glücklichste Zeit. Der Tod der geliebten Tochter Francine. Ein aufwühlende Geschichte in der sie uns das Leben und wirken dieser zweier Menschen näher gebracht hat . Ein Meisterwerk ! Meine Meinung zum Inhalt: Helena Jans van der Strom war für ihre Zeit in der sie lebte und ihrer Herkunft eine ungewöhnliche Junge und Wissensdurstige Frau mit einem enormen Durchsetzungsvermögen. Das sie schreiben und Lesen konnte verschaffte ihr die Stelle bei dem Buchhändler Mr. Sergenant in Amsterdam. Sie brauchte diese Stelle , den ihr Vater war auf See vermisst und ihr Bruder hatte gerade auf einem Schiff angeheuert , von den kargen Einkünften ihrer Mutter konnten sie nicht Leben. Helena traf es gut mit ihrer Stelle , sie hatte frei Hand , ein Bett zu essen und ein kleines Gehalt, im Gegensatz zu vielen Mägden. Bertje eine Magd aus der Nachbarschaft mit der sie sich anfreundete hatte es nicht so gut, sie brachte ihr Lesen und Schreiben bei. Eines Tages bekam Mr. Sergant einen Logiergast Monsieur Renè Descartes einen aufsteigenden Philosophen und seinen Diener Limousine . Helena, ist von Monsieur hin und her gerissen, von seinem Wissen und seiner Schreiberei der er sich Widmet. Aber auch Descartes ist von Helenas Wissendurst und schnellem Auffassungs vermögen begeistert. Er ist so fasziniert das er sich ihr nähert und ihr den letzten Schliff , das Schreiben mit der Feder beibringt. So langsam tasten sich die zwei näher heran. Es lodert ein ganz schönes Feuer zwischen den beiden, einer Liebe die nicht sein darf und die nicht ohne Folgen bleibt. Er versteckt Helena in Utrecht, bei Frau Anholts, dort bringt sie ihre gemeinsame Tochter Francine zur Welt und verfasst ein Buch für ihr Kind mit einem Alphapet . Renè kehrt eine Tages zurück und als die Gerüchte Küche brodelt , nimmt er sie und ihre Tochter mit nach Saintpoort , in ein kleines abgelegenes Haus am Meer. Das Versteckspiel hört nicht auf, obwohl es eigentlich ihre Glücklichste Zeit dort war , schlägt das Schicksal mal wieder zu, in Form eines verliebten Mannes, der sich eines Tages an Helena Recht. Renè bringt sie zurück nach Utrecht, wo sie sich langsam erholt , gerade als die Welt wieder hell erscheint, möchte Renè das ihre Tochter Francine ihr Sonnenschein, nach Frankreich zu seiner Tante geht, um dort eine angemessene Erziehung zu erlangen. Aber dazu kommt es nicht die kleine Francine erkrankt an Scharlach und stirbt. Die Welt der beiden ist aus den Fugen geraten, beide sind verzweifelt ihre Francine ihr Liebstes verloren zu haben. Beide trennen sich, Helena heiratet einen Witwer und doch können beide nicht von einander lassen, Rene braucht seine Helena, sie ist seine Muse sein Motor der ihn antreibt. Auch diese Treffen bleiben nicht ohne Folgen, Helena schenkt ihm einen Sohn Justinus. Die Jahre vergehen , Descartes geht nach Schweden , von wo aus er nicht mehr zurückkehrt... " Eine wundervolle und bewegende wahre Geschichte , einmal angefangen zu lesen lässt einem das Buch nicht mehr los" Es wäre wundervoll noch mehr von der Schriftstellerin zu hören, ihr ist ein kleines und Poetisches Meisterwerk gelungen !

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    • 3
  • Der harte Weg einer Frau

    Worte in meiner Hand

    kirara

    04. April 2016 um 10:32

    Inhalt: Helena kommt aus sehr einfachen Verhältnissen, hat aber durch Zufall bzw. Wissensdurst als Kind lesen und schreiben gelernt. Dennoch bleibt für sie keine andere Zukunft als als Magd bei einem Buchhändler in Amsterdam. Ihr Chef hat einen interessanten Gast, der bei ihm logiert - René Descartes, der zu dieser Zeit zwar ein brillianter Mann auf dem Gebiet der Naturwissenschaft war, aber weder ausreichende gesellschaftlcihe Anerkennung noch Verantwortungsbewusstsein hat. Helena, jung und naiv, findet den deutlich älteren Gast beinahe sofort faszinierend. Es kommt wie es kommen muss - sie wird schwanger und muss ihren Arbeitsplatz verlassen. Es beginnt eine Odysee, ständig neue Orte, immer versteckt, nie darf sie die Identität des Vaters des Kindes sagen, da Descartes nicht nur aus gehobeneren Verhältnissen kommt, sondern ausreichend Kritiker an seinen Werken nur darauf warten ihn diskreditieren zu können. Helena lernt auf hartem Wege erwachsen zu werden und Verantwortung für sich und das Kind zu tragen, da weder Descartes noch die Gesellschaft ausreichend daran interessiert ist ihr ein anerkanntes Leben zu ermöglichen. Bis die Hölle über Helena hereinbricht... Cover und Layout: Schlicht, aber schön und passend. Meinung zum Schreibstil: Einfach und verständlich aber dennoch kein Schreibstil von Trivialliteratur. Sehr angenehm zu lesen und der Geschichte angemessen. Ich lege auf so etwas wert. Der Erzählstil ist aus Helenas Sicht als Ich-Erzähler. Manchmal gibt es sogar stellen, in der der beschreibende Stil durch einen direkten Gedankenstil ersetzt wird d.h. es werden direkt Helenas Gedanken wiedergegeben. Das waren interessante Augenblicke. Es ist also kein außergewöhnlicher und besonderer Schreibstil, aber angenehm und gut. Meinung zur Geschichte: Es ist wirklich eine Liebesgeschichte aus der Zeit, in der die schlimmsten mittelalterlichen Verhältnisse zwar abklingen, aber noch immer extreme Verhältnisse zwischen den Klassen herschen und Frauen noch immer keinen Wert haben. Helenas Geschichte ist die Geschichte von vielen jungen Frauen ihrer Zeit. Wider aller Vernunft und Ängste verliebt sie sich und lässt sich auf eine Liebesbeziehung ein, die im Geheimen bleiben muss, damit der Liebhalber ja keine Nachteile davonträgt. Natürlich aber passiert es, sie wird schwanger, das schlimmste, dass einem Mädchen wie ihr passieren kann. Eine einfache Magd, jung, unverheiratet, aus armen Verhältnissen stammend, auf Arbeit angewiesen, keine Zukunftsperspektive. Sie hat Glück, dass Descartes doch etwas für sie zu empfinden schient, oder immerhin so sehr das schlechte Gewissen plagt, dass er nicht zulässt, dass sie einfach auf die Straße geworfen wird, seinen gesellschaftlichen Ruf will er für sie und das gemeinsame Kind aber nicht aufgeben. Aber gerade dadurch lernt Helena, kann ihr Wissen und ihre Schreib- und Lesekunst und vor allem ihre Zeichenkunst ausbauen, verfasst Bücher und Abschriften, die sie sogar anonym (sie ist schließlich eine Frau) verkaufen kann. Sie geht als die selbt- und verantwortungsbewusste Person aus dieser komischen Beziehung hervor und holt für sich und das Kind das bestmöglichste heraus. Ich fand dies besonders schön am Roman. Schade finde ich allerdings, dass der Fokus alleine auf der Liebesgeschichte liegt. Helenas Gedanken, ob nun selbstbewusst oder unterwürfig, drehen sich fast ausschließlich um Descartes. Ihr Leben bleibt ziel- und bedeutungslos, und auch ereignisarm, aber genau das spiegelt die Echtheit und die Recherchearbeit der Autorin wieder. Es ist nicht die Geschichte einer Kämpferin, die durch ihre Willenskraft eine Gesellschaft ändern kann, sondern es ist die Geschichte einer realen Person, die in ungerechten Verhältnissen gelebt hat. Die Autorin hat nach dem Ende auch kurz einiges über ihre Recherchen erklärt, was ich interessant und ergänzend fand. Fazit: Es ist ein echter historischer Roman, mit realen Hintergründen und beleuchtet eine wissenschaftliche Koryphäe, der selbst ebenfalls im gesellschaftlichen Zusammenspiel seiner Zeit gefangen war und als Mann mit vielen Privilegien immer den einfachsten Weg gesucht hat, was ihn schon deutlich weniger billiant macht. Dementsprechend bleibt die Geschichte handlungsarm und stecken in der schweren Liebesbeziehung, aber nicht minder interessant und lehrreich. Für Leser von Romanen mit echten Personen wirklich empfehlenswert.

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    • 2
  • Worte in meiner Hand!

    Worte in meiner Hand

    tardy

    27. January 2016 um 16:36

    Helena Jans van der Strom arbeitet als Magd bei einem reichen Buchhändler in Amsterdam. Begierig nach Wissen verschlingt sie heimlich die Bücher ihres Herrn. Eines Tages kommt ein geheimnisvoller Gast zu Besuch, um dessen Belange sie sich kümmern soll. Es ist der berühmte Philosoph Rene Descartes. Anfangs ist Helena irritiert von diesem Mann, aber bald schon übt er eine faszinierende Anziehungskraft auf sie aus und auch Descartes fühlt sich schon bald hingezogen zu der jungen Magd. Und so passiert, was eigentlich nicht sein darf, die beiden verlieben sich ineinander und zeugen sogar ein Kind. Man ist schnell mitten drin in diesem Roman, der auf einer wahren Begebenheit beruht. In Amsterdam, im Jahre 1630, herrscht das sogenannte "Goldene Zeitalter". Die Blütezeit der holländischen Kunst und Kultur. Eine Zeit in der strenge Konventionen herrschen, eine Verbindung zwischem Mann und Frau war nur innerhalb ihrer Stände möglich, alles andere war verpönt und nicht akzeptabel. Und genau in dieser Zeit passiert das Unmögliche, eine junge, schöne Magd verliebt sich in einen aufstrebenden Philosophen. Allein eine Frau hatte es schon schwer zu dieser Zeit, deshalb finde ich es bewundernswert und mutig, was Helena sich traut und was sie erreicht. Das Buch ist in einer wunderschönen, wortgewaltigen und poetischen Sprache verfasst und ich konnte es kaum mehr aus der Hand legen. Auch die Umgebung ist sehr detailliert beschrieben und man fühlt sich sofort in die Vergangenheit versetzt. Die Geschichte von Helena und ihrer Liebe hat mich sehr berührt. Guinevere Glasfurd ist ein Meisterwerk gelungen, ein einfühlsames Bild einer jungen Frau, die sich mutig den Konventionen in den Weg stellt. Eines der besten Bücher in diesem Genre, absolute Leseempfehlung.

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  • Worte in meiner Hand

    Worte in meiner Hand

    Ela1989

    08. November 2015 um 17:39

    Helena kommt bereits in jungen Jahren nach Amsterdam, um als Magd zu arbeiten. Da sie bereits ein paar Buchstaben kennt, was in damaliger Zeit für Frauen sehr untypisch war, findet sie schnell eine Stelle als Magd bei einem Buchhändler. Als sich der berühmte Descartes in diesem Hause als Gast einquartiert, wird ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt... Eine schöne Geschichte über die Liebe, die Macht der Wörter und die Vergangenheit. Bei diesem Buch handelt es sich nicht, um einen zu 100% den Tatsachen entsprechenden historischen Roman, aber die Geschichte baut auf wahren Ereignissen und Tatsachen auf, so dass man sich sehr gut vorstellen kann, dass sich die Geschichte in Wirklichkeit auch genauso abgespielt hat.

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  • Eine zarte Liebesgeschichte

    Worte in meiner Hand

    HarIequin

    "Wir alle fangen irgendwo an [...] Ein Anstoß, eine zufällige Begegnung, eine Unterhaltung - so viele Möglichkeiten, um ein Leben in Bewegung zu setzen." Helena Jans van der Strom wird als junges Mädchen nach Amsterdam geschickt, um bei dem Buchhändler Sergeant als Magd zu arbeiten. Ungewöhnlich für ihre Zeit und ihren Stand, kann Helena sowohl lesen, als auch schreiben. Als Mr. Sergeant einen neuen Hausgast bekommt, ist Helena schnell beeindruckt von ihm und seiner Art. Es ist kein geringerer als der Philosoph René Descartes in seinen Anfängen, der später Weltruhm erlangen sollte. Auch er fühlt sich zu Helena und ihrem Verstand hingezogen und so entwickelt sich entgegen der vorherrschenden Konvention eine zarte Liebesgeschichte, die eigentlich nicht sein darf. Das Buch ist in größere Abschnitte unterteilt, die je für eine Jahreszahl, sowie einen Ort stehen. Die Kapitel in den Abschnitten sind relativ kurz und so sehr gut zu lesen. Was „Worte in meiner Hand“ sehr heraussticht, sind die Worte selbst – wunderschön aneinandergereiht mit einem sehr ruhigen und eleganten Schreibstil. Hilfreich fand ich im übrigen auch die kurze Anmerkung der Autorin am Ende, was von dieser Geschichte wahr und was erfunden, bzw. dazugedichtet wurde. Helena als Protagonistin ist eine sehr angenehme Persönlichkeit. Sie ist für ihre Zeit eine sehr gebildete, neugierige und starke Frau, ohne jedoch zu übertrieben als „Powerfrau“ dargestellt zu werden. Descartes schneidet mal mehr, mal weniger gut ab was seine Persönlichkeit betrifft. Allerdings ist er auch nicht dauerhaft präsent und wer Einsicht in seine Theorien, Methoden etc. erhofft, wird hier leider enttäuscht. Es geht eigentlich nur um das Leben von Helena und der Beziehung zwischen ihr und Descartes als Person. Das und einige französische Sätze, die nirgends übersetzt oder erklärt werden, sind meine einzigen Kritikpunkte. Allerdings sind diese für mich eher irrelevant für die Wertung, weil das Buch mich trotzdem restlos überzeugen konnte. Wegen meinem mangelnden Interesse am Genre selbst, habe ich leider keinen Vergleich zu anderen historische Romanen. Ich kann also nicht wirklich Authentizität etc. beurteilen und sagen ob es ein verhältnismäßig guter oder schlechter historischer Roman ist. Aber für mich hat sich das Ausprobieren des Genres hier sehr gelohnt, denn „Worte in meiner Hand“ war für mich ein großes Vergnügen und zählt nun zu meinen Highlights in diesem Jahr. Die Worte, Charaktere und Geschichte haben mich sehr berührt und ich hoffe in Zukunft noch mehr von Guinevere Glasfurd zu lesen.

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    • 3
  • Ein faszinierendes zwischenmenschliches Bild

    Worte in meiner Hand

    JessSoul

    "Ich drehte mich im Raum um mich selbst, vollzog den kleinsten Kreis. Was ich wollte, war nicht da. Seine Uhr, seine Papiere, sein Glas für die Schreibfeder - leer, aufgeräumt, verschwunden. Ich hatte dieses Zimmer vorher schon leer gesehen, und es hatte mir nichts ausgemacht; jetzt vergrößerte es mir meinen Verlust. Ich wollte keine Münze, kein Andenken, keine Erinnerung. Ich wollte Wörter, eine Notiz - aber es gab keine. Er war gegangen, ohne sich zu verabschieden. Er hatte alles, was ihm gehörte, mitgenommen." Helena Jans van der Strom, die schon immer fasziniert ist von Schrift und Sprache, arbeitet bei einem Buchhändler in Amsterdam als Magd. Eines Tages mietet sich der Philosoph René Descartes in das Gästezimmer ein und auch er merkt bald, dass diese Frau mehr ist, als nur Jemand, der sein Essen kocht und das Zimmer säubert. Die beiden verlieben sich ineinander und es passiert, was nicht passieren durfte: Helena wird schwanger. Noch bevor Descartes dies weiß, verlässt er Amsterdam ohne ein Wort des Abschieds. Und Helena bleibt zurück, mit einem Andenken, das ihr Leben von Grund auf verändern wird. Trotz der Unziemlichkeit dieser Tatsache bei Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten sorgt Descartes für sie: Er besorgt ihr ein Zimmer in dem sie wohnen und das Kind gebären kann, versorgt sie mit Papier zum Schreiben, Geld für den Lebensunterhalt und besucht sie gelegentlich. Helena verzehrt sich zeitlebens nach ihm, fragt sich, ob er jemals bereit ist, dieses Leben mit ihr zu leben und eines Tages schlägt er ihr tatsächlich vor, mit ihm zu kommen, doch auch dieses Leben wird nicht so, wie sie es sich vorgestellt hat... "Worte in meiner Hand" ist ein wortgewandter Roman über eine Frau, die stets mehr vor Augen hatte als das Leben einer Magd, die fasziniert war von Wissenschaft und Philosophie und sogar ihre eigenen Kinderbücher verlegen ließ. Dass diese beiden Menschen sich zueinander hingezogen fühlten, er, Descartes, der in einer Männerdomäne tätig war und nur selten eine Frau traf, die sein Interesse teilte, und sie, Helena, die wissbegierig nach allem schielte, was nicht mit Kochen oder Putzen zu tun hatte, ist geradezu eine natürliche Schlussfolgerung. Doch trotz der scheinbar großen Liebe konnte Descartes nie ganz über seinen Schatten springen und sich offiziell zu ihr bekennen; eine Tatsache, die Helena ihr Leben lang beschäftigte. Guinevere Glasfurd schafft hier einen wunderbaren Spagat zwischen Wahrheit und Fiktion, die erfundenen Szenen fügen sich perfekt berechnet in die belegten Tatsachen und hinterlassen beim Leser das Gefühl, Zeuge einer ganz besonderen Lebens- und Liebesgeschichte zu werden: Tragisch, schön, bewegend und bezeichnend für ein Zeitalter der Klassentrennung. Sehr empfehlenswert!

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    • 2
  • Aus Liebe zu Worten

    Worte in meiner Hand

    Skorpion5

    03. October 2015 um 09:50

    Um es vorweg zu nehmen: Ich LIEBE historische Romane. Das war einer der Gründe, warum ich angefangen hatte, dieses Buch zu lesen. Der andere Grund war der Titel, „Worte in meiner Hand“. Ich fand diesen Titel irgendwie faszinierend, auch wenn ich noch nicht wusste, worum es in diesem Roman geht. Ich fing an zu lesen, ohne vorher auf den Klappentext oder die Buchrückseite zu achten, was ich sonst immer tat. Und schon die ersten Sätze, die ersten Absätze und Seiten zogen mich in ihren Bann.   Ich LIEBE Bücher, die sich so leicht lesen lassen, dass man die Seiten beinahe verschlingt. "Worte in meiner Hand" ist so ein Buch. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so schnell las – ich tauchte in die Geschichte ein und sie hielt mich fest, sie ließ mich nicht los.   Als der Name Descartes auftauchte, machte ich eine Pause und schaute auf den Buchumschlag. Erst in dem Moment wurde mir klar, dass der Monsieur, um den es ging, Rene Descartes war. Zugegeben: Ich kannte vorhin nur seinen Namen und dass er ein Philosoph war, nichts mehr. Und ich wusste nichts von Helena van der Strom. Nun konnte ich durch dieses Buch etwas Neues lernen, auch wenn die Geschichte, die hier beschrieben wird, teilweise erfunden war, was man auf den letzten Seiten erfährt. Aber das war für mich eher unwichtig. Ich fand sie durchaus glaubwürdig. Und ich hatte das, was ich an einem Buch so mag: Ich war die ganze Zeit gespannt, wie es weiter geht. Ich konnte nicht aufhören zu lesen. Und das ist vor allem dem Schreibstil der Autorin zu verdanken. Ich weiß nicht, wie der Text in der Originalsprache rüberkommt, aber die Übersetzung fand ich einfach genial. Der Schreibstil ist sehr ansprechend, die Sprache in den meisten Sätzen berührend schön. Ein wahrer Genuss, von dem ich nicht genug haben konnte.   Das Einzige, was mich anfangs ein wenig irritierte, waren chronologische Sprünge in der Anordnung der Kapitel, aber auch mitten im Text. Manchmal musste ich aufpassen, welches Jahr am Anfang des jeweiligen Kapitels geschrieben stand. Aber als literarisches Mittel, um Spannung zu schaffen, sind diese Sprünge keine Seltenheit.   Wenn „Worte in meiner Hand“ als Debüt von Guinevere Glasfurd bezeichnet wird, dann ist das ein brillantes Debüt! Und die Förderung, die die Autorin für dieses Buch bekam, ist mehr als gerecht!

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  • Ein emotionaler Roman über eine kluge und starke Frau im Schatten von Descartes

    Worte in meiner Hand

    Line88

    28. September 2015 um 22:34

    Nach dem Tod ihres Vater kommt Helena Jans van der Strom in den 1630er Jahren nach Amsterdam, um im Hause des alleinstehenden Buchhändlers Sergeant als Magd zu arbeiten, wo nach einiger Zeit auch ein ganz besonderer Gast einzieht: René Descartes. Der (damals noch weniger) bekannte Naturwissenschaftler und Philosoph logiert bei Mr. Sergeant und Helena ist angehalten, sich um ihn zu kümmern. Nach einiger Zeit findet er etwas heraus, was für die damalige Zeit eher ungewöhnlich war: Helena kann lesen und schreiben. Monsieur Descartes ist beeindruckt von Helenas Wissensdurst und versucht sie dahingehend zu fördern. Trotz ihrer Standesunterschiede sind beide sehr fasziniert voneinander und führen immer längere Gespräche, doch dabei bleibt es nicht: Helena wird schwanger. Im Standesdenken der damaligen Zeit sollte es jedoch keine gemeinsame Zukunft der jungen Magd und dem doppelt so alten Descartes geben. Um seinen guten Ruf nicht zu gefährden, sorgt Descartes dafür, dass Helena Amsterdam verlässt und in Deventer ihre Tochter Francine zur Welt bringt. Während dieser Zeit unterstützt Descartes Helena finanziell und steht mit ihr in vagem Briefkontakt, aber Helena fühlt sich emotional allein gelassen. Selbst Helenas Mutter wendet sich von ihr ab, sodass Helena eine schwere Zeit durchlebt. Descartes verliert jedoch nie das Interesse an seiner Tochter und Helena… Das Werk gehört zu den besten die ich bisher gelesen habe. Es hat mich tief berührt und aufgezeigt, wie schwer es Frauen zur damaligen Zeit hatten. Bildung wurde ihnen nahezu vollständig vorenthalten und von den Männern wurden sie sklavenhaft behandelt und belächelt. Ein uneheliches Kind hat die Situation in ganz besonderer Weise erschwert und es ist beeindruckend, wie die Frauen damals mit all diesen Widrigkeiten zurechtkommen konnten. Helena war ihrer Zeit enorm voraus. Ihr Wissensdurst und offener Charakter, ihr Talent zu Zeichnen und zu Lernen wurden von der Männerwelt aber leider viel zu oft unterdrückt und abgelehnt. Die Autorin hat es mit ihrer einfühlsamen und eleganten Sprache geschafft, dass ich mich als Leserin wunderbar in das Holland des 17. Jahrhunderts einfühlen konnte. Die einzelnen holländischen und französischen Passagen bzw. Wörter haben dieses Gefühl sogar noch verstärken können. Helenas Charakter ist wundervoll dargestellt und die Liebe zu ihrem Kind perfekt herausgearbeitet. Obwohl der Roman erfunden ist, stimmen doch die meisten Eckdaten mit der Realität überein, sodass ich fest daran glaube, dass sich die Liebes-/ Familiengeschichte genau so abgespielt haben könnte. Das Buch ist absolut wunderbar!!!

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  • Worte in meiner Hand

    Worte in meiner Hand

    thoresan

    27. September 2015 um 21:12

    "Um gut zu leben, muss man unsichtbar leben." (René Descartes, Brief an Mersenne, April 1634) Die Autorin Guinevere Glasfurd legt uns mit "Worte in meiner Hand" ihren Debütroman an die Hand. Erzählt wird ein literarischer Liebesroman über den berühtem Naturwissenschaftlicher, Philosophen und Mathematiker René Descartes und die junge, unbedarfte Magd Helena Jans van der Strom. Zum Inhalt: Amsterdam im Jahre 1634. Die junge Magd Helena steht im Dienst des Sergeants, einem Buchhänder, für den sie die täglichen Arbeiten verrichtet. Eines Tages wird Helena angewiesen, ein Zimmer herzurichten für einen ganz besonderen Gast. Sein Name ist René Descartes, Naturwissenschaftlicher, Philosoph und Mathematiker seines Zeichens. Er befindet sich in Begleitung des Limousin. Helena fühlt sich in den Bann von Descartes gezogen, den sie mit dem Titel "Monsieur" anzusprechen hat. Der Monsieur beschäftigt sich tagein-tagaus mit dem Schreiben, mit Büchern - und mit seinen Gedanken. Er beherrscht die Sprache in Wort und Schrift und beleuchtet das Leben mit seinem Geist, entwickelt Theorien und bringt diese zu Papier. Descartes findet heraus, dass Helena ebenfalls lesen und schreiben kann und weckt in Helena einen Wissensdurst, der anderen bislang verborgen war. Er ist begeistert von ihrer Auffassungsgabe und ihrem Talent zu schreiben und zu zeichnen. Sie widerrum fühlt sich angezogen von seiner sanften Art und seiner oft überraschenden Sicht auf die Dinge. Die beiden verlieben sich. Aber diese Liebe darf nicht sein. Zur Autorin: (übernommener Text) Die englische Schriftstellerin Guinevere Glasfurd wuchs im bergigen Norden Englands auf und hat bislang hauptsächlich Kurzgeschichten veröffentlicht, die in verschiedenen Zeitschriften und Sammlungen erschienen sind. Ihr Debütroman The Words in My Hand (dt.  Worte in meiner Hand) mit dem Philosophen René Descartes als Hauptperson wurde mithilfe der Förderung des Arts Council England verfasst und die Rechte bereits vor Erscheinen in England nach Deutschland verkauft, so dass er in Deutschland bereits 2015, in England erst 2016 erscheint. Weitere Rechte sind nach Spanien und in die Niederlande vergeben. Sie studierte Kreatives Schreiben an der Anglia Rskin University, und ihre Geschichten sind mehrfach ausgezeichnet worden, darunter auch der TLC’s Pen Factor Award. Gunievere Glasfurd lebt mit ihrem Mann, ihrer gemeinsamen Tochter und zwei Katzen am Rande der Fens bei Cambridge. Sie ist Managerin des Words and Women Twitter Feeds, einer Freiwilligenorganisation für Schriftstellerinnen in Ostengland. Mein Fazit: Historische Romane sind nicht gerade mein bevorzugtes Genre, so les ich sie auch nicht besonders häufig. "Worte in meiner Hand" hat mich jedoch gleich angesprochen. Der Schreibstil der Autorin ist modern, aber doch passend zur damaligen Zeitepoche. Ihr Wortwahl und ihre Zitate gehen mir oftmals sehr nah und zaubern mir ein zustimmendes Lächeln auf die Lippen. Sie schafft es, die beiden Hauptpersonen sowie die Handlungsorte für den Leser sehr lebendig zu gestalten. Ich bin wirklich tief in die Story eingetaucht, habe mit Helena gefühlt, gelitten, geliebt, gewütet und geweint. Wer an dieser Stelle nähere Informationen über René Descartes erwartet, sollte jedoch keine großen Hoffnungen hegen. Natürlich wird auf ihn eingegangen. Der Roman legt jedoch sein Hauptaugenmerk auf die junge Helena und auf die Liebe, die nicht sein darf. Diese finde ich auf dem Cover übrigens sehr gut getroffen. Genauso stelle ich mir Helena vor, eine junge, hübsche Frau, voller Gefühle und Wissensdurst. Man kann auf dem Cover tief in ihre Augen blicken. Einen solch tiefen Einblick gewinnt man auch in ihr Leben. "Worte in meiner Hand" ist definitiv eines meiner Lesehighlights in diesem Jahr.

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  • Die "unsichtbare" Liebe des Philosophen

    Worte in meiner Hand

    RosaEmma

    27. September 2015 um 15:07

    Nach langer Zeit habe ich mal wieder einen historischen Roman gelesen, der mich sehr bewegt hat. Dieses Erstlingswerk der britischen Schriftstellerin Guinevere Glasfurd ist sehr atmosphärisch und von einer sprachlichen Ausdruckskraft, die ihresgleichen sucht. Als Protagonisten hat sich die Autorin zwei Personen ausgesucht, die real existiert haben: Den berühmten französischen Philosophen, Mathematiker und Naturwissenschaftler René Descartes und die holländische Magd Helena Jans van der Strom, seine "unsichtbare" Geliebte und Partnerin, von der aufgrund des Standesunterschiedes niemand wissen durfte. Was den Roman so besonders macht, ist die Gabe von Glasfurd, Hollands Goldenes Zeitalter, das 17. Jahrhundert, so detailgetreu und lebendig zu beschreiben, dass man als Leser das Gefühl hat, sich auf einer Zeitreise zu befinden und mitten im Geschehen zu sein. Helenas Geschichte Die Geschichte wird in der Ich-Form erzählt - mit der Stimme der Protagonistin Helena. Glasfurd legt besonderen Wert darauf, dass die zentrale Figur Helena und nicht der berühmte Descartes ist, den jeder bereits kennt.1 Zudem sollen in ihrem Roman keine altertümlichen Klischees reanimiert werden, das heißt, die Autorin hat hier bewusst die stereotypen Figuren der "mutigen Magd" und des "großen Denkers" außen vor gelassen und erzählt uns eine - wenn auch tragische - Geschichte von zwei Menschen, die ihrer Zeit weit voraus waren und dafür einen hohen Preis zahlen mussten. Glasfurd bedient sich dabei einer poetischen Sprache, die eine Klasse für sich ist. Manche Sätze waren einfach so wunderbar konzipiert und so wahrhaftig, dass ich sie mehrfach gelesen habe. Alles in allem ist dieser Roman ein echter Lesegenuß und für mich ein unumgängliches Must Read, dem man sich nicht entziehen kann. Ein unkonventioneller Gast Die Geschichte spielt im Amsterdam des Goldenen Zeitalters um 1634, als die Stadt Dreh- und Angelpunkt von Künstlern und Intellektuellen war. Nachdem ihr Vater auf See verschollen ist, muss sich Helena, die aus Leiden stammt, auf Bitten ihrer Mutter eine Stellung als Magd in der großen Stadt suchen, um Geld für die Familie zu verdienen. Über einen Agenten, der Mägde an reiche Familien vermittelt, soll sie eine Arbeit finden, doch niemand will eine Frau beschäftigen, die lesen und schreiben kann. Helena ist entmutigt und verzweifelt, doch dann hat sie Glück: Der Brite, Mr. Sergeant, der in Amsterdam eine Buchhandlung betreibt, stellt sie schließlich ein. Und schon bald wird ihr bis dahin eintöniges Leben völlig auf den Kopf gestellt, denn ihr Arbeitgeber beherbergt einen merkwürdigen Gast: Den aufstrebenden Freigeist und brillanten Denker René Descartes, den sie nur mit Monsieur anreden darf. Descartes ist jedoch zu dieser Zeit noch nicht der angesehene Philosoph, dessen Ausspruch Cogito ergo sum um die Welt geht. Er ist zwar bekannt und eine Persönlichkeit seiner Zeit, aber der Ruhm lässt noch auf sich warten. Die Welt der Worte Helena ist fasziniert von diesem Fremden, der den ganzen Tag schreibt, denn die intellektuelle Welt bleibt ihr als Frau verschlossen. Er inspiriert sie, und ihr Ehrgeiz und ihre Neugier sind schnell geweckt. Und auch der scheinbar so vergeistigte Descartes fühlt sich zu Helena hingezogen. Er ist erstaunt und beeindruckt von ihrem Wissensdurst und ihrer schnellen Auffassungsgabe und gewährt ihr schließlich Eintritt in die Welt der Worte. Bisher hatte sich Helena ganz spezielle Worte, die sie sich unbedingt merken und auch schreiben wollte, mit einer alten, in Rote-Bete-Saft getauchten Schreibfeder auf ihre Hand, Arminnenseiten etc. geschrieben, weil sie weder Tinte noch Papier besaß. Doch Descartes, der für seine Zeit eine sehr moderne Einstellung zur Rolle der Frau hat, gewährt ihr Zugang zu allem und entdeckt, dass Helena nicht nur sehr sprachaffin ist, sondern auch exzellent zeichnen kann. Ihre Begeisterung versucht sie auch auf ihre Freundin Betje, die ebenfalls als Magd arbeitet, zu übertragen und bringt ihr mit einer alten Tafel und Kreide Lesen und Schreiben bei. Gegen den Strom Descartes sucht immer häufiger Helenas Nähe und bald geschieht das Unvermeidliche: Sie verlieben sich gegen alle Konventionen und trotz des unüberbrückbaren Standesunterschiedes. Als Helenas Arbeitgeber, Mr. Sergeant, verreist, können sie ihre Beziehung unbeschwert leben, wenn auch nur hinter verschlossenen Türen. Doch dann wendet sich das Blatt: Als Helena entdeckt, dass sie schwanger ist und das Kind auf jeden Fall behalten will, erfährt sie die ganze Härte ihrer Zeit. Sie wird entlassen und sogar von ihrer eigenen Mutter verstoßen. Ihre Umgebung ächtet sie, und auch der wichtigste Mann in ihrem Leben ist auf einmal seltsam zurückhaltend. Doch Helena ist fest entschlossen, nicht klein beizugeben, aber die dominierende Männergesellschaft ihrer Zeit macht ihr immer wieder ganz deutlich klar, dass ihr als Frau klare Grenzen gesetzt sind und dass sie für ihr Leben gegen den Strom teuer bezahlen muss. Wertlose Geschöpfe Über das Goldene Zeitalter wußte ich vor Lektüre des Buches nicht sehr viel. Dieser Roman hat mir einen wirklich guten Überblick verschafft. Insbesondere die Rolle der Frau in der damaligen Zeit als wertloses, unsichtbares Geschöpf, die nur mit einem Mann an ihrer Seite eine Existenzberechtigung hat, wird von Glasfurd sehr eindringlich dargestellt. Als ihre Protagonistin Helena versucht, ihre Zeichnungen zu verkaufen, sagt man ihr unumwunden, dass man ihre Werke nur verkaufen kann, wenn sie ihren Namen entfernt, denn niemand kauft eine Zeichnung, die von einer Frau stammt. Als Leser merkt man schnell, mit wie viel Liebe zum Detail die Autorin ihren Figuren und ihrer Zeit Leben eingehaucht hat. Und dies macht das Buch in meinen Augen auch zu einer so einzigartigen Lektüre.

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  • Manchmal sind Worte nicht genug

    Worte in meiner Hand

    sheena01

    23. September 2015 um 11:45

    Nach dem Tod ihres Vaters ist die junge Helena Jans van der Strom im Jahre 1632 aus finanziellen Gründen gezwungen, beim Buchhändler Mr. Sergeant als Magd in Amsterdam zu arbeiten. Dort kommt sie in Kontakt mit dem Philosophen René Descartes, der sich für etliche Monate zusammen mit seinem Diener Limousin bei Mr. Sergeant einquartiert. Helena, die von ihrem Dienstherren dazu angehalten ist, Descartes mit „Monsieur“ anzusprechen- fühlt sich schon bald sehr zu diesem hingezogen und beginnt, sich für dessen Arbeiten zu interessieren. Descartes wiederum ist von Helenas Wesen und ihrem Wissensdurst fasziniert, hat sie sich doch das Lesen und Schreiben selbst beigebracht, was in der damaligen Zeit für eine Frau außergewöhnlich ist. Er erkennt in ihr quasi einen ungeschliffenen Rohdiamanten und beginnt daher, Helena auf verschiedensten Wissensgebieten zu fördern. Schon bald entdecken die beiden ihre tiefe Zuneigung zueinander, wohl wissend, dass es keine Zukunft gibt zwischen der 17jährigen Magd und dem doppelt so alten Descartes, denn das Standesdenken der damaligen Gesellschaft Zeit verbietet derartige Beziehungen. Als Helena von Descartes schwanger wird, muss sie Amsterdam verlassen, und wird gezwungen, ihre Tochter Francine in Deventer zur Welt zu bringen, um den guten Ruf des aufstrebenden Philosophen nicht zu gefährden. Obwohl Descartes sie finanziell unterstützt, fühlt sich Helena von ihm auf persönlicher Ebene im Stich gelassen, da er sich rarmacht und den Kontakt zu ihr auf einige wenige unpersönliche Briefe reduziert. Aufgrund der Tatsache, dass Helena nun ein uneheliches Kind hat, wendet sich auch ihre eigene Mutter in Leiden von ihr ab, um der Stigmatisierung durch die Gesellschaft zu entgehen. Die komplett auf sich gestellte Helena stellt sich jedoch mutig dieser Herausforderung. Ein sehr berührendes Werk, das in beklemmender Weise einen Einblick gibt, mit welchen Problemen man zu der damaligen Zeit als Frau, noch dazu mit einem unehelichen Kind, zu kämpfen hatte: Die Möglichkeiten, sich Bildung anzueignen, waren sehr beschränkt; Versuche sich weiterzubilden, wurden bestenfalls belächelt und als Zeitverschwendung abgetan. Die Zeit ist offenbar einfach noch nicht reif für einen so starken Charakter wie Helena, die sich mutig in eine Männerdomäne vorwagt, etwa als sie für Francine ein Alphabet für Kinder fertigt und mit liebevollen Illustrationen und Versen versehen bei einem Buchhändler als Kinderbuch zum Verkauf anbietet und letztlich gezwungen ist, es unter seinem Wert zu verkaufen, alleine aufgrund der Tatsache, sie eine Frau ist. Auch wenn Descartes Helena auf seine Weise liebt, leidet sie darunter, dass er nicht zu ihr steht bzw. nicht zu ihr stehen kann, ohne dabei seine gesellschaftliche Reputation aufs Spiel zu setzen. Nach außen hin wird sie nie als ebenbürtige Partnerin präsentiert, sondern immer nur als untergebene Magd, die Descartes mit „Monsieur“ anzusprechen hat. Guinevere Glasfurd versteht es in exzellenter Weise, die Emotionen des Lesers zu führen, indem sie die Geschichte aus der Sicht der Helena erzählt, mit der man sich sofort zu solidarisieren beginnt. In wunderschönen Bildern werden die einzelnen Stationen gezeichnet, man hat das Gefühl, sich wahrhaftig im Holland des 17.Jahrhunderts zu befinden. Der Eindruck wird noch verstärkt, indem Passagen einfach in Holländisch aber auch in Französisch verfasst sind, was dem Ganzen noch zusätzliche Authentizität verleiht. Hier besticht vor allem die sprachliche Umsetzung des Textes durch Julia Nachtmann, welche für die Hörbuchfassung gewonnen werden konnte. Der Erzählstil Glasfurds bietet eine Besonderheit: Sie lässt in den einzelnen Kapiteln Nebenfiguren auftreten, über deren weiteres Schicksal sich die Autorin ausschweigt, sie helfen jedoch dabei, den Charakter der Helena in besonderer Weise herauszuarbeiten und geben der Figur dadurch besondere Tiefe. Glasfurd lässt ihr fundiertes Wissen über das Leben Descartes geschickt einfließen, sodass dieses Hörbuch zu einem sehr interessanten und intensiven Hörerlebnis wird, das passagenweise sehr emotional ist ohne dabei jedoch kitschig zu werden!

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