Gunda Frey

 4,1 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf

Gunda Frey ist erfolgreiche Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Traumapädagogin in eigener Praxis. Zudem ist sie Gründerin und Leiterin eines Ausbildungsinstitut für Traumatherapeuten und Traumapädagogen. Sie ist Coach und Speakerin, hält Vorträge zum Thema Kinder und Bildung und gibt Workshops in Schulen und in pädagogischen Institutionen. Ihr Podcast »Entwicklungssprünge« ist einer der beliebtesten Kanäle zu Elternfragen. Über ihre Social-media-Aktivitäten erreicht sie Tausende von Menschen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gunda Frey

Cover des Buches Kindern geben, was sie brauchen (ISBN: 9783466311408)

Kindern geben, was sie brauchen

(5)
Erschienen am 24.02.2020
Cover des Buches Das verstaatlichte Kind (ISBN: 9783864708114)

Das verstaatlichte Kind

(2)
Erschienen am 07.07.2022

Neue Rezensionen zu Gunda Frey

Cover des Buches Kindern geben, was sie brauchen (ISBN: 9783466311408)
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Rezension zu "Kindern geben, was sie brauchen" von Gunda Frey

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✎ Gunda Frey - Kindern geben, was sie brauchen

Gunda Frey eröffnet das Buch mit starkem Fokus auf die eigene Person. Das prägt den Einstieg und verschiebt den Fokus, bevor sie zum Kern kommt. Erst danach rückt sie die strukturellen Fehlentwicklungen des Schulsystems in den Vordergrund. Ihre Kritik ist zutreffend: Lehrkräfte und Eltern erkennen die Defizite längst, doch zentrale Vorgaben verhindern substanzielle Veränderungen. Der Handlungsspielraum reduziert sich auf minimale Anpassungen im Unterricht, während grundlegende Reformen ausbleiben. So entsteht eine gewisse Ohnmacht gegenüber den Rahmenbedingungen.

Klarer wird der Text, sobald Frey die Wirkung nonverbaler und unterschwelliger Botschaften auf Kinder beschreibt. Der Satz „Wir senden Signale, immer“ (65%) wirkt, weil er den blinden Fleck der Erwachsenen trifft. Er zeigt die Lücke zwischen Erwachsenenwahrnehmung und kindlichem Erleben. Ihr Beispiel aus dem Alltag verdeutlicht, wie stark Kinder auf implizite Bedeutungen reagieren. Die Distanz zwischen Absicht und Wirkung zwingt zu präzisem Beobachten und korrigierendem Verhalten.

Frey arbeitet stark mit Fallbeispielen aus Familie und Praxis. Das gibt Nähe, aber kein Werkzeug. Fachfremde Lesende könnten hier Halt erwarten, bekommen aber wenig Struktur für konkrete Veränderungen. Besonders fehlt der Blick auf Familien unter Zeitdruck, auf Alleinerziehende oder Eltern, die stark auf Bildungsinstitutionen angewiesen sind. Die Lebensrealität wirkt ausgeblendet. 

Obwohl Frey ankündigt, auf Fachterminologie zu verzichten, greift sie doch regelmäßig auf Begriffe zurück, die nicht definiert werden. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen Anspruch und Umsetzung. Die Sprache bleibt emotional und appellativ. Das erzeugt Intensität, aber keine analytische Schärfe. Für mich als Leserin war das wirksam, weil es zu Pause und Reflexion zwingt. Gleichzeitig fällt der begrenzte Nutzwert auf.

Ihr zentrales Muster ist der Ruf nach konsequenter Selbstreflexion der Erwachsenen. Das ist psychologisch nachvollziehbar, aber in der Realität begrenzt tragfähig. Frey konstruiert ein Modell, in dem Erwachsene stets reguliert, präsent und reflektiert agieren. Stress, finanzielle Belastung oder institutionelle Zwänge tauchen kaum auf. Dadurch entsteht ein theoretisches Ideal, das reale Umstände ignoriert und Schuldgefühle begünstigt. Die fehlende Einbettung in sozialpsychologische Zusammenhänge schwächt die praktische Anwendbarkeit.

Positiv bleibt der klare Appell an emotionale Verantwortung und die verständliche Vermittlung psychologischer Grundgedanken, was gerade für unerfahrene Eltern nutzbar ist. Fachlich betrachtet bleibt der Text jedoch oberflächlich, terminologisch ungenau und gesellschaftlich konservativ. 

Hinzu kommen handwerkliche Defizite. Stellen wie „Männer haben einen Penis und Frauen eine Vagina oder Scheide. Männer und Frauen schlafen miteinander und haben so Sex, […]“ (81%) zeigen ein heteronormatives Weltbild und ein Lektorat, das grobe Vereinfachungen nicht korrigiert. Weitere Fehler wie „Bespreche […]“ wirken wie Durchrutscher. Für ein Buch dieser Reichweite ist das unzureichend. 

Der Text transportiert klare Leitgedanken zu Perspektivwechsel, Leistungsdruck Beziehungsgestaltung und Selbstabgrenzung. Sie zeigen, was Frey erreichen will: Sensibilisieren, wachrütteln, zum Umdenken animieren. Das gelingt auf der emotionalen Ebene, nicht auf der analytischen. Das Resultat ist ein engagierter, aber einseitiger Appell, der ohne strukturelle Einbindung und ohne tragfähiges Handwerkszeug stehen bleibt.

©2025 adlatb

Zitate:

»Dieses Buch ist  ein leidenschaftliches Plädoyer für den Respekt vor der Individualität und den Bedürfnissen von Kindern.« (1%)

»Warum werden in den meisten Schulen schlechte Leistungen bewertet? Es wird benotet, was Kinder nicht können, aber ihre Stärken werden nicht gestärkt. Schule erzeugt DRuck auf verschiedenen Ebenen: […]« (7%)

»Aus diesem Grund habe ich dieses Buch geschrieben: In der Hoffnung, dass sich viele Menschen dazu herausfordern lassen, die Perspektive zu wechseln und wieder mit den Augen der Kinder sehen lernen wollen.« (10%)

»Ich habe dich lieb, immer, und du bist großartig. Aber dein Verhalten kann ich gerade nicht tolerieren.« (28%)

»Du bist nicht dein Kind und dein Kind ist nicht du« (33%)

»Mit ihrem Sein spiegeln Kindern das unsere.« (34%)

Cover des Buches Das verstaatlichte Kind (ISBN: 9783864708114)
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Rezension zu "Das verstaatlichte Kind" von Gunda Frey

Schwalbe71
Wachruf zur pädagogischen Klimakrise

Dieses Buch sollten Sie all denjenigen zukommen lassen, die auch nur im entferntesten mit Kindern oder einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung zu tun haben. Und diejenigen Beschenkten sollten sich die Zeit nehmen, sich mit den Gedanken, Analysen und Ideen des Buches der fachkundigen Autorin auseinanderzusetzen. 


Gunda Frey legt hier eine gut beschriebene, erklärende emphatische, kritische  und logisch - lösungsorientierte Situationsanalyse vor, die letztendlich Hoffnung und Lust auf Veränderungen in unserer Gesellschaft macht und die zuerst einmal unseren Kindern viel Gutes bringen kann und hoffentlich auch wird. Des weiteren offenbart sich der Leserschaft auch das, worauf es bei gelingenden Veränderungen in unserem Zusammenleben und dem Streben nach Glück alles ankommt. 


Deshalb, investieren Sie Zeit und Geld in dieses Buch, in dieses Werkzeugkoffer mit Landkarte, es könnte sich für Sie, ihre Familie und Ihre Mitmenschen lohnen. 





Cover des Buches Kindern geben, was sie brauchen (ISBN: 9783466311408)
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Rezension zu "Kindern geben, was sie brauchen" von Gunda Frey

LimitLess
Ungestört aufwachsen

Wenn Kinder selbstbewusst aufwachsen sollen, dann dürfen sie in ihrer Entwicklung nicht gestört werden, so Gunda Freys These. Die größten Störfaktoren sind laut ihr die Erwachsenen, die aus Unwissenheit, eigenen Problemen, zu viel oder zu wenig des Guten Kinder oft auch unbewusst schaden. Freys Erziehungsratgeber geht von zwei großen Bausteinen aus: sich selbst verstehen und die Kinder verstehen. Wenn beides passiert, kann eine wertschätzende Beziehung und Erziehung gelingen. Die (psychischen) Grundbedürfnisse der Kinder werden kurz erklärt und stehen im weiteren Verlauf des Sachbuchs immer im Mittelpunkt. Die Autorin zeigt, wie man diese am besten erfüllen kann. 


Dies macht sie sehr anschaulich durch Fallbeispiele aus ihrer eigenen Familie mit zwei Kindern und, da die Autorin Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche ist, auch aus ihrer Praxis mit ihren Klient*innen. Die privaten und beruflichen Einblicke fand ich jedesmal sehr spannend, weil sie Probleme aus mehreren Blickwinkeln betrachtet und auch Lösungsvorschläge anbietet. Im letzten Kapitel gibt Frey auch konkrete Tipps und Methoden für die Umsetzung ihres Erziehungsverständnisses. Sie spricht nicht nur Eltern an, auch wenn sich das Buch mehrheitlich an diese richtet, sondern auch Pädagog*innen, Erzieher*innen und alle anderen, die im sozialen Bereich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.


Was mich sehr gestört hat war, dass nicht gegendert wurde, es wurde durchgehend die männliche Form verwendet oder willkürlich ein Geschlecht zugewiesen. Das ist mir sehr negativ aufgefallen. Außerdem geht die Autorin von einer heteronormativen Weltanschauung aus das, finde ich im Jahr 2020 einfach nicht zeitgemäß. Letzteres ist mir erst im Kapitel zur sexuellen Aufklärung bewusst aufgefallen. 


Den Ansatz von Frey finde ich sehr gut: Jedes Kind ist besonders, hat seine eigenen Bedürfnisse und braucht individuelle Unterstützung und Liebe von Seiten der Erwachsenen. Wir müssen achtsamer mit Kindern umgehen, uns selbst mehr reflektieren und mit ganz viel Verständnis, Akzeptanz, Respekt und Vertrauen an die Sache herangehen.




Fazit


Ein Erziehungsratgeber der mehr auf Beziehung als Erziehung setzt und damit an den Grundsäulen einer erfolgreichen Entwicklung des Kindes arbeitet. Wenn die Grundbedürfnisse eines Kindes erkannt und erfüllt werden, die Erwachsenen sich selbst kennen und reflektieren steht einem harmonischen Zusammensein nichts im Wege. Das gut strukturierte Sachbuch punktet mit authentischen Fallbeispielen und einer sehr verständlichen, Leser*innen nahen Sprache. Punkte Abzug gibt es wegen eines heteronormativen Verständnisses und weil nicht gegendert wurde.

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