Gunda Windmüller

 4,1 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor*in von Weiblich, ledig, glücklich - sucht nicht, Yoga und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Gunda Windmüller, geboren 1980, ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und hat als Journalistin für u.a. Zeit Online und Welt kmpkt geschrieben. Gemeinsam mit Katja Berlin hostete und produzierte sie den Podcast Fix&Vierzig. Ihr erstes Sachbuch Weiblich, ledig, glücklich – sucht nicht erschien 2019 bei Rowohlt, 2025 folgte Yoga. Wie es wurde, was es ist. Kulturgeschichte eines globalen Phänomens. 

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gunda Windmüller

Cover des Buches Yoga (ISBN: 9783499015625)

Yoga

(1)
Erschienen am 17.06.2025
Cover des Buches Die Erfindung der Tochter (ISBN: 9783498009694)

Die Erfindung der Tochter

(0)
Erscheint am 13.11.2026

Neue Rezensionen zu Gunda Windmüller

Cover des Buches Yoga (ISBN: 9783499015625)
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Rezension zu "Yoga" von Gunda Windmüller

Monikach
räumt mit Mythen und Halbwahrheiten auf

Spannendes Thema: die (Kultur-) Geschichte des Yoga. Und ich schicke mal voraus, ich bin langjährige Yogalehrerin und beschäftige mich mit diesem Thema schon seit längerem, und habe immer wieder mit Bedauern festgestellt, dass es tief ergehende Forschung zu diesem Thema in Deutschland kaum gibt. Während in z. Bsp. London die SOAS der dortigen University sehr viel dazu beiträgt, und in den USA super viel zu diesem Themenbereich publiziert und gelehrt wird, dümpelt es hierzulande sehr vor sich hin, Meines Wissens nach gibt es einzig in Hamburg Yoga-Studiengänge und Vorlesungen, und einzelne Dozentinnen wie Laura von Ostrowski machen sich auch hier in DE langsam einen Namen. Ich war also super interessiert an Gunda Windmöllers neuem Buch :-)


Okay, und noch was vorausgeschickt: Das Buch ist wirklich gut!


Auf knapp 300 Seiten hangelt sich die Autorin von den von den schwer definierbaren Wurzeln des Yogas, den Asketen, den philosophischen Gedanken und Schulen und Ideen im Osten zur Verbreitung des Yoga im Westen bis hin zu dem, was heutzutage die Massen- und Wellnessindustrie daraus macht. Ein Galoppritt, eine Tour de Force, durch Indologie, die Veden, die Upanishaden, Patanjalis Sutren, aber auch durch Theosophie, Fakire und Esoterik, moderne Gurus und alte Yogameister, und natürlich schlussendlich Fitness durch Asanas. Und natürlich hey, nicht vergessen: den Peace of mind, den wir alle immer schon wollten. Ach ja, und #metoo  - Übergriffigkeiten in der modernen und nicht mehr ganz so modernen Yogaszene - bringt die Autorin auch noch unter.


Wenn man einmal anfängt, sich mit den Ursprüngen von Yoga zu beschäftigen, wird schnell klar, das Thema ist extrem weit aufgefächert und vielfältig, und ganz viele gängige Annahmen und gepflegte Vorurteile fallen schnell zu Opfer. Und den einen wahren Yoga gibt es nicht,


Yoga ist in Entwicklung. Immer schon gewesen, und wird es wohl auch immer sein.


Ich tue mich gerade ein wenig schwer mit einer geordneten Buchbesprechung, daher mal einfach stichpunktartig, was ich  gut finde:

  •     
  •     die     Autorin räumt mit vielen Vorurteilen auf und kennt den aktuellen     Stand der Forschung sehr gut. Hier schreibt mal jemand, der, bzw.     die, echt Ahnung hat vom Thema. Es wird hier mit sehr viel     Halbwissen und modernen Mythen aufgeräumt.

        
  •     Sie     schafft es echt, in einem Buch eine Zeitspanne von etwa 3000 Jahren     abzuhaken :-)

        
  •     der     Stil ist sehr flüssig und sehr unterhaltsam. Ich fand es teils     sogar etwas zu locker-flockig geschrieben, aber wie gesagt, das     macht es gut lesbar, auch für Leute, die sich noch nie mit dem     Thema näher befasst haben. Trotzdem bleibt die Autorin immer     faktenbasiert.

        
  •     Die     Register im Anhang: Personenregister, Literaturverzeichnis etc. Sehr     informativ!


Was ich nicht so gut fand (und das ist jetzt meckern auf hohem Niveau):

  •     
  •     vieles     wurde wirklich nur angerissen. Klar, auf 300 Seiten kann man keine     ganze Bibliothek unterbringen, also halte ich mich hier mal mit     weiteren Bemerkungen zurück.

        
  •     Manchmal     war es mir ein wenig zu viel von persönlichen Anmerkungen aus dem     Erfahrungsschatz der Autorin. Das waren dann oft die Stellen, die     sich besonders gut lesen liessen, Stichwort Populärwissenschaft,     aber (ich finde die Stelle gerade nicht, sorry):  Taylor Swift's     Songtexte  - irgendwie muss ich  die jetzt nicht in einem Yogabuch     einbauen.....

        
  •     Frau     Windmüller gendert. Ahhhhh. Sie nimmt zum Gendern im Vorwort     explizit Stellung und gendert „nur“ in den Passagen, in denen es     ums moderne Yoga in unseren modernen Zeiten geht, aber sie     gendert....und mir persönlich rollen sich dabei immer die Fußnägel     hoch.     


Mein Fazit: Insgesamt ein sehr gut gemachtes Yogabuch; optisch gut gemacht, inhaltlich super – ich habe durchaus neue Dinge gelernt und neue Impulse mitgenommen. Vieles wurde wie gesagt nur angerissen, zumindest wurde es das mal in einem deutschen Buch. Das sucht man nämlich ansonsten vergeblich auf dem deutschen Buchmarkt.


Ich würde dieses Buch in Yogalehrerausbildungen empfehlen. Dort sitzen nämlich die Leute, die sich näher für die Kulturgeschichte des Yoga interessieren, und ich glaube, dieses Buch kann noch mal Interesse für tiefer gehende Studien wecken. Für die „normalen“ Yogis und Yoginis, die einmal die Woche unsere Stunden besuchen, wird das „too much information“ sein, aber wer ein wenig mehr wissen will, sollte definitiv hier zugreifen.


Also: bitte lesen!


Herzlichen Dank an den Rowohltverlag für das Rezensionsexemplar!


 

Single Shaming - nein danke!

Da denkt man, wir leben in einer fortschrittlichen Zeit, und dann zeigt Gunda Windmüller mit ihrem Buch „Weiblich, ledig, glücklich – sucht nicht“ auf, wie rückständig unsere Gesellschaft noch in Bezug auf alleinstehende Frauen ist. Während Männer als begehrenswerte Bachelor gesehen werden, degradiert man weibliche selbstgewählte Singles zu alten Jungfern, die zusehen sollten, dass sie unter die Haube kommen, solange sie noch einen Funken Restschönheit haben, den ein Kerl will. Schlimmer wird es noch, wenn die sich selbst genügende Frau der Beteiligung am Fortbestand der Art entziehen und keine Kinder bekommen will. Althergebrachte Denkmuster und eigens danach ausgerichteter Kapitalismus wollen vermitteln, dass Frau nur in einer Beziehung aufgehen kann, dabei ist klar, dass keine Beziehung besser ist als eine schlechte und Statistiken zeigen, dass Singles nicht weniger glücklich sind als ihre weiblichen Mitmenschen in Beziehungen.

Gunda Windmüllers Erläuterungen erweitert sie durch Querverweise anderer AutorInnen, Erfahrungen aus Freundes- und Bekanntenkreis sowie Filmen und Serien, die immer noch ein bestimmtes Bild zu erzeugen suchen. Gunda Windmüller hat eine lockere Art ihr Thema zu vermitteln. Ein interessantes Buch, das man gut weglesen kann, um über bestimmte Dinge einmal zu reflektieren, auch wenn man bereits zu den weiblichen und glücklichen Singles dieser Welt gehört. 

Einige spannende Ansätze und Diskussionsgrundlagen.

Ehrlich gesagt, hat es mich bis Seite 120 regelmäßig Überwindung gekostet, weiterzulesen, denn hier geht es im Wesentlichen um die historischen Hintergründe des Konstrukts "romantische Zweierbeziehung", und es wiederholte sich auch einfach ziemlich viel und drehte sich im Kreis.

Ab Seite 120 begann es dann für mich interessant zu werden. Themen wie "Wie funktioniert Single-Shaming", "Alleine alt werden", "Und was ist mit Kindern", und vor allem "Freundschaften" halten spannende Ansätze bereit, über die es sich auch über das Buch hinaus zu diskutieren lohnt. Ich habe mir hier auch an einige Stellen Post-Its reingeklebt, weil ich einzelne Sätze besonders treffend fand.

Für meinen Geschmack sind leider die Kapitel etwas lang geraten, so dass es nicht leicht war, immer ein Kapitel bis zum Ende zu lesen, ohne dabei abends im Bett einzuschlafen. Darüber hinaus ist auch der Schreibstil sehr komplex, also eher kein Buch zum "dahindämmern".

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